Nautilus Tauchreisen https://nautilus-tauchreisen.de Dein Buddy beim Tauchen Mon, 18 Mar 2019 17:28:46 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.7.13 Karibik / Cuba – Maria la Gorda – Vinales https://nautilus-tauchreisen.de/reisebericht-karibik-cuba-maria-la-gorda-vinales/ Mon, 18 Mar 2019 17:25:48 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=50387

Urlaubsreise nach Cuba
10.11.2018 – 22.11.18

Mein Name ist Simone Herdlitschka und ich arbeite seit dem 01. Februar 2017 bei Nautilus Tauchreisen. Endlich ist für mich ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen und ich konnte, wie ich finde, gerade noch rechtzeitig nach Cuba.

Wie gesagt, ich wollte schon seit längerer Zeit dieses Land bereisen, um eben noch das „alte“ Cuba kennen zu lernen. Als ich dies das erste Mal erwähnt habe, wusste ich noch nicht, dass man dort auch tauchen kann – aber umso besser!

Somit bin ich diesen Herbst endlich – zusammen mit der sehr erfahrenen Taucherin Petra, die unser Team von Nautilus Tauchreisen seit Jahrzehnten auf der boot in Düsseldorf unterstützt  – nach Cuba aufgebrochen. Von München bzw. Düsseldorf ging es mit der Iberia über Madrid nach Havanna. Am Flughafen, nachdem wir unsere Einreisestempel bekommen und das Gepäck in Empfang genommen hatten, wurden wir von einem Mitarbeiter von Cubanacan (unsere Agentur vor Ort) herzlich in Empfang genommen. Wie von meinen Kollegen empfohlen, haben wir zuerst noch unsere mitgebrachten Euros in die einheimische Währung CUC umgetauscht, bevor es dann mit dem Oldtimer in die Altstadt von Havanna ging. Der Fahrer war echt super! Wie mir hinterher meine Reisebegleiterin erzählte, ist er einen kleinen Umweg gefahren, so dass wir im Dunkeln u. a. den beleuchteten „Plaza de la Revolución“ bestaunen konnten. Weiter ging die Fahrt an dem „Malecón“ entlang, direkt in die Casa Colon House (Privatunterkunft, eine sog. Casa Particular). Der größte Vorteil unserer Casa war, dass diese sehr zentral direkt in der Altstadt von Havanna liegt. Gleich zu Beginn ist mir aufgefallen, dass das Zimmer und das Bad zwar klein, aber sehr sauber sind. Da es bereits spät am Abend war und wir von der Anreise erschöpft, aber glücklich waren, gingen wir recht bald ins Bett.

Am nächsten Tag, nach einem leckeren Frühstück, besichtigten wir die Altstadt von Havanna. Petra war ein echter Schatz und zeigte mir sämtliche Highlights der Stadt. Anfangs schlenderten wir über den Prado direkt auf das „Gran Teatro de La Habana“ (Oper) und dem „El Capitolio“ (Capitol) zu. Vor der Oper gibt es einen Platz, an dem man Tag und Nacht sämtliche „aufgemotzte“ Oldtimer bestaunen kann. Außerdem befinden sich dort einige Hotels und was soll ich sagen, da ja auch im Urlaub niemand aus seiner Haut heraus kann, kam dann auch gleich die Touristikerin in mir durch und ich musste mir unbedingt das Hotel Parque Central anschauen. Das schönste an dem Hotel ist der Poolbereich auf dem Dach. Von dort kann man herrlich den Blick über die „La Habana Vieja“ (Altstadt) bis hin zum Meer schweifen lassen. Da wir aber noch einiges vorhatten, ging unser Spaziergang weiter durch das enge Gassengewirr der kubanischen Hauptstadt. Beim Herumschlendern kamen wir so nach und nach an zahlreichen Prachtbauten, Monumenten und Statuen, sowie am Museum de la Revolución, an dem Plaza de Veja, an der Cathedral de la Habana, usw. vorbei. Natürlich zeigte mir Petra auch die berühmte Bar „El Floridita“, in der Hemingway stets seinen Daiquiri trank. Da es in der Bar eiskalt war, haben wir allerdings auf unseren Drink verzichtet! Am frühen Abend gingen wir zurück Richtung Oper. Neben der Oper befindet sich das Traditionshotel „Inglaterra“ mit seiner schönen Dachterrasse. Ein wenig erschöpft ließen wir uns auf den Stühlen nieder, bestellten den ersten Mojito, stießen auf den Urlaub an und genossen unseren ersten Sonnenuntergang auf Cuba.

Am zweiten Tag fuhren wir mit einem Sammeltransfer, einem nagelneuen Bus, Richtung Pinar del Rio, in das weltberühmte Tabakanbaugebiet und von dort weiter in das Vinales Tal. Hier war ich fast ein wenig enttäuscht. Ich dachte, bei dem von uns gebuchten Sammeltransfer handelte es ich um einen Bus, in dem Einheimische und Touristen gemeinsam fahren. Dem war allerdings nicht so. Auch war es nicht das letzte Mal, dass ich feststellen musste, dass die Kubaner strickt zwischen Einheimische und Touristen beim Transport trennen. Für uns Urlauber hat es den Vorteil, dass man sich auf eine gute Organisation verlassen kann, Transferbusse bzw. Transfer-Taxi überpünktlich sind und oftmals die Fahrer bereits auf einen warten.

In Vinales selbst schliefen wir in dem kubanischen drei Sterne-Hotel La Ermita. Hotel bleibt Hotel und drei Sterne bleiben drei Sterne, auch da konnte ich im Vergleich zu anderen Ländern, keine nennenswerte Unterschiede feststellen. ABER, es war trotzdem zu 100% die richtige Wahl, denn der Blick von dort ist gigantisch und einzigartig. Ohne diese Aussicht, die wir schon am Morgen beim Frühstück genießen konnten, hätte ich die von der UNESCO ausgezeichnete Kulturlandschaft mit seinen Kalkfelsen, nie so verinnerlichen können.

Das lebhafte Dorf Vinales liegt im Tal und ist ca. 20 Gehminuten von dem Hotel La Ermita entfernt.

Am Tag nach unserer Ankunft schauten wir uns die touristischen Highlights, das „Mural of Prehistory“ und die „Cueva del Indio“ an. In Vinales haben wir erneut die kubanische Hilfsbereitschaft schätzten gelernt und erfuhren dabei, dass man mit Rohrzucker bei einer Verletzung extrem gut die Blutung stillen kann.

Am darauffolgenden Tag war es endlich soweit, unser Fahrer wartete wieder einmal überpünktlich vor dem Hotel und nach dem Frühstück ging es endlich zum Tauchgebiet Maria la Gorda.

Erst ging die Fahrt zurück nach Pinar del Rio, wieder vorbei an den Tabakanbaufeldern, hinein in das scheinbar nie enden wollende Naturschutzgebiet, bis irgendwann am Horizont das spiegelglatte Meer auftauchte! Von dort ging die Fahrt rasant am Meer entlang, bis direkt zum Resort.  In Maria la Gorda  wurden wir herzlich empfangen und konnten, früher als üblich unsere Zimmer beziehen. Kaum angekommen, machten wir uns auf, die weitläufige Anlage zu erkunden, unseren ersten Sonnenuntergang am Meer zu genießen und uns auf den morgigen Tauchtag zu freuen. Ich habe im Voraus sehr oft gehört, dass man vom Essen auf Cuba nichts erwarten sollte. Somit war ich überrascht, dass es jeden Abend eine Auswahl an Huhn-, Rind- und Schweinefleisch gab. Auch wurde jeden Abend eine Suppe, Reis, Nudeln, Süßspeisen, Obst, usw. aufgetischt. Klar die Abwechslung hat gefehlt, Gemüse gab es leider nur aus dem Glas und ein Festtags-Menü ist sicherlich etwas anderes, aber was erwartet man in einem Land, indem selbst die Einheimischen an Vieles nicht herankommen?! Unsere Reiseleiterin Kenia erzählte uns z. B. dass auch sie ganz schwer an Tomaten und Gurken heran kommt. Ich persönlich finde, dafür sollte einfach Verständnis aufgebracht werden!

Über Nacht schlug leider das Wetter um. So fielen unsere ersten, geplanten Tauchgänge im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Da hilft dann alles nichts und wir unternahmen einen ausgedehnten Sparziergang, um uns wenigstens ein bisschen zu bewegen. Am darauffolgenden Tag war es dann soweit und es ging unter Wasser. Was wir dort zu Gesicht bekamen, war aus meiner Sicht, karibisch schön. Auf jeden Fall gehören die üppig bewachsenen Canyons, an denen sich so manch kleines Tierchen entdecken lässt, zu den Highlights von Maria la Gorda. An einem Nachmittag sind wir gefühlt, keine 30 Meter geschwommen und haben an nur einem Fleck mehrere Krebse, Langusten, einen Ammen-Hai, zwei Muränen, zwei unterschiedliche Stachelrochen und noch mehr entdeckt.

Pro Tag wurden drei Tauchgänge angeboten. Wobei es sich dabei am Vormittag / Mittag immer um einen 2-Tank- Tauchgang und am Nachmittag um einen einzelnen Tauchgang handelte. Die Crew war stets bemüht, auf die Wünsche der einzelnen Taucher einzugehen. So habe ich zum Beispiel erlebt, dass nach dem Nachtmittagstauchgang, nicht weit vom Hotel entfernt, auf einmal das Boot angehalten hat und ein Pärchen samt Guide und kompletter Tauchausrüstung erneut ins Wasser gesprungen ist. Auf meine Frage „was sie denn machen?“, meinte die Frau nur TAUCHEN! J Die Beiden hatten gerade ihren offiziell letzten Tauchgang absolviert und wollten, zum Abschluss nicht noch einmal bis zum Hotel fahren, sondern anstelle dessen dorthin tauchen. Übrigens getaucht wird stets mit Guide. Vor jedem Tauchgang werden die Gruppen von den Guides eingeteilt. Wobei die Divemaster wirklich bemüht sind und darauf achten, dass Taucher mit gleicher oder ähnlicher Taucherfahrung zusammen tauchen. Die Möglichkeit einen Nachttauchgang zu absolvieren, hat es ebenfalls gegeben. Generell kann ich nur sagen, dass die Guides und die Tauchbasenleiter wirklich hilfsbereit sind und wenn man einen Wunsch hat, dann muss man halt einfach nett fragen!!!

Fazit: Für mich heißt Maria la Gorda einfaches und entspanntes WOHLFÜHL-Tauchen!

Nach drei Tauchgängen am Tag kam bei mir der Punkt, wo ich beschlossen habe, das Meer auch vom Strand aus zu genießen und so haben wir uns jedes Mal nach dem Tauchen an die Snackbar gesetzt, meistens mit einem Cocktail in der Hand, um die fantastischen Sonnenuntergänge zu genießen.

Zu mir hat ca. ein Jahr bevor ich dann tatsächlich nach Maria la Gorda gefahren bin, ein Kunde am Telefon gesagt, er freue sich erneut auf Maria la Gorda, denn dort kann er die Ruhe, die weiten Strände und schlichtweg das einfache Leben genießen. Sprich, einfach mal komplett abschalten und herunter fahren. Als ich einmal am Strand entlang schlenderte, musste ich an seine Worte denken und ihm Recht geben. Auch mich hat Maria la Gorda in den Bann gezogen, auch ich konnte komplett „runter fahren“ und den Augenblick, sei es unter Wasser oder an Land, in vollen Zügen genießen.

So verabschiedete ich mich nach sieben Nächten schweren Herzens von diesem liebgewonnenen Ort. Zurück ging die Fahrt wieder auf der holprigen Straße bis nach Pinar del Rio und dann direkt weiter nach Havanna.

In Havanna hatten wir noch eine weitere Nacht gebucht. Dieses Mal schliefen wir in der Casa Maribel, die ebenfalls in der „Habana de Vieja“ liegt und sehr sauber und nett eingerichtet ist. Da unser Rückflug erst spät am Abend war, hatten wir fast noch einen weiteren Tag in Havanna. Erneut schlenderten wir durch die Altstadt, ich kaufte noch Zigarillos (als Mitbringsel) und Petra kubanischen Kaffee. Auch stellte Petra fest, dass es immer mehr Restaurants und Bars mit Livemusik gibt und so das Leben in der Stadt immer mehr pulsiert. Nichts desto trotz ist die Stadt extrem sicher geblieben. Man kann bedenkenlos durch dunkle Gassen schlendern, ohne dabei auch nur einen Funken Angst zu verspüren. Am Nachmittag fuhren wir dann zu der berühmtesten Eisdiele von Cuba: „Coppelia“. So ließen wir entspannt unseren Urlaub ausklingen, bevor es ins kalte Deutschland zurückging.

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Kolumbien / Providencia https://nautilus-tauchreisen.de/kolumbien-san-andres-providencia/ Mon, 04 Feb 2019 13:23:57 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=49656

Liebe Tauchfreunde,

ich freue mich, dass ich heute mal wieder von einer eher ungewöhnlichen Reise berichten kann, denn ich war in einem Zielgebiet unterwegs, das jetzt nicht direkt jeder schon mal besucht haben dürfte: Die Rede ist von Kolumbien! Aber, um hier gleich etwas präziser zu werden, ich war vor allem auf der kleinen Insel Providencia, die zwar politisch zu Kolumbien gehört, geographisch würde man sie aber eher einem mittelamerikanischen Staat zuordnen, denn Providencia liegt sehr weit entfernt von Kolumbien.

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist Providencia eines der besten Tauchgebiete der Karibik, und zwar weil man dort alles hat: Großfische, viele Kleinfische, teilweise sogar Schwärme, und absolut intakte Riffe. Ich habe bei ALLEN Tauchgängen Haie gesehen, meistens Riffhaie, oft auch Ammenhaie. Hinzu kommt, dass es sich um sicherlich eine der schönsten Karibikinseln handelt, vorausgesetzt man spricht von der „echten“ Karibik. Alle Urlauber, die ich vor Ort gesprochen habe, waren begeistert und haben meine Meinung geteilt. Fazit: Providencia ist eine nahezu unentdeckte Perle.

Die häufigste Frage, die ich gestellt bekommen habe als ich mit meinen Plänen recht fortgeschritten war, war ob „es denn dort sicher sei“?! Nun, ich kann von mir selbst sagen, dass ich mich in jeder Sekunde sicher gefühlt habe und mir dies von vielen anderen Reisenden vor Ort bestätigt wurde. Die Menschen in Kolumbien waren ausgesprochen hilfsbereit (dazu später mehr), offen und freundlich. Zum anderen ist die Insel, wie gesagt, sehr weit vom Festland entfernt, nämlich um genau zu sein zwei Flugstunden – und auf der Insel Providencia will man vom Festland nicht viel wissen. Um die Frage also zu beantworten: JA, ich halte sie für sicher und habe sie ja eben auch selbst besucht. Alleine!

Wie kommt man auf solch ein Zielgebiet? Vielleicht die zweithäufigste Frage. Nun, im Grunde ist es wie so oft, es war nämlich einfach Mundpropaganda. Irgendwann vor ein paar Jahren habe ich einmal von einem erfahrenen Weltenbummler eine Info gesteckt bekommen und er hat mir Providencia als seinen persönlichen Lieblingsort angepriesen. Seitdem war es auf meiner geheimen, internen Liste. Wenig später haben mir zwei deutsche Backpacker davon berichtet und es mir ebenfalls dringendst empfohlen. Und nun bekam ich erst im Oktober letzten Jahres einen Anruf von einer unserer ältesten Agenturen, wobei mir der Inhaber, der mit einer Kolumbianerin verheiratet war, wiederum dazu geraten hat mir Providencia einmal anzusehen. Dieser Anruf war dann der berühmte Tropfen und ich bin kurzfristig schon ca. einen Monat später in den Flieger gestiegen. Providencia, ich komme!



ANREISE

Von Europa ist es nicht immer ganz so leicht auf eine solch entlegene Insel in der Karibik zu gelangen. Dies ist auch hier der Fall. Es gibt Nonstop-Flüge von Frankfurt nach Bogota der Hauptstadt Kolumbiens, man könnte aber auch nach Panama City fliegen. Von diesen beiden Städten gibt es dann Flugverbindungen nach San Andres, der Schwesterinsel von Providencia. San Andres, um das gleich anzusprechen, ist keinen längeren Aufenthalt wert, denn es handelt sich um den Ballermann (ich sage bewusst nicht Mallorca, denn Mallorca ist nicht gleich Ballermann) Kolumbiens. Für eine Zwischenübernachtung ist es ganz lustig das Treiben mal gesehen zu haben, aber wenn man kurz vor dem Ziel angelangt ist, legt man sich ja nicht erst noch an den Strand, sondern man will gleich durchstarten. Deshalb geht es so schnell wie möglich weiter, entweder per Fähre oder per Kleinflugzeug, nach Providencia. Diese etwas aufwändigere Anreise ist der Preis, den man für das Paradies bezahlen muss. Wäre es einfach dorthin zu gelangen, wäre es kein Paradies mehr – so einfach ist das.

Als ich in Bogota ankomme, ist die Schlange bei der Einreisekontrolle länger als in den USA Anfang der 2000er. Will sagen, es dauert lange. Aber was soll’s, ich beobachte die Leute und stelle fest, dass jeder, aber auch wirklich jeder einzelne Tourist in sein Handy starrt. Auch die, die gemeinsam reisen. Irgendwie ist das erschreckend. Als ich schließlich an der Reihe bin, bin ich extrem positiv überrascht, wie freundlich der kolumbianische Beamte ist. Es entwickelt sich ein kurzes, aber herzliches Gespräch, welches er mit den Worten „Welcome to Columbia and have a wonderful stay“ beschließt.

In dem Augenblick, als ich den Flughafen verlasse, stelle ich plötzlich fest, wie arrogant und unvorbereitet ich bin. Ich habe tatsächlich keinerlei Ahnung, wie der Transfer zum Hotel funktioniert, sondern mich einfach auf meine Reiseerfahrung verlassen. Es handelt sich um ein nahegelegenes Flughafen-Hotel und ein Shuttle-Bus war Teil der Buchung. Wo und wie habe ich allerdings nie recherchiert. Bescheuert bis dämlich. Ich frage also einen Busanweiser direkt am Ausgang des Terminals, wobei man sagen muss, dass mein Spanisch leider quasi eingeschlafen ist. Jeder mit dem ich zu tun hatte, hat schneller Englisch gelernt, als ich Spanisch, weshalb ich es tatsächlich nie wirklich gebraucht habe. Der gute Mann am Terminal spricht nur dummerweise kein Englisch und versteht mich auch nicht, aber anstelle eines nachvollziehbaren Achselzuckens, ruft er doch tatsächlich eine Freundin an, die Englisch spricht. Sie versucht mit mir in der Leitung mein Hotel im Internet zu recherchieren, um mir dann zu sagen, wie ich dorthin komme. Diese Info gibt sie ebenfalls an ihren Freund weiter, der mich danach in einen Bus setzt und dem Fahrer entsprechende Anweisungen gibt. Wenig später dreht sich dieser bei einer Haltestelle um und nickt mir zu. Das Hotel war nur ca. sieben Minuten entfernt, aber ich habe Hilfe gebraucht. Und diese Hilfe war absolut bemerkenswert. Ich frage mich ernsthaft, ob es umgekehrt in Deutschland auch so ablaufen würde? Ich bezweifle es fast. Wie ich an der Rezeption erfahre (und am nächsten Tag selbst sehe), befinden sich die Shuttle-Busse im Flughafen eine Etage weiter oben, gut ausgeschildert und klar ersichtlich. Hat ja super geklappt mit meiner Reiseerfahrung.

Am nächsten Morgen erreiche ich mit dem komfortablen Shuttle-Bus pünktlich den Flughafen und genieße erst mal einen kolumbianischen Kaffee. Ich trinke nie Kaffee, aber hier gehört das doch einfach irgendwie dazu, oder?! Und ich werde mit einer wohl duftenden Krönung belohnt, die ich wirklich aus ganzer Überzeugung genieße. In Gedanken habe ich einen Werbespot vor mir, wie ich mich in Zeitlupe in meinem Stuhl zurücklehne und dabei entspannt lächle. Der Kaffeedampf ist dabei immer gut im Bild.

SAN ANDRES

Meine nächste Station heißt San Andres, so etwas wie der letzte Zwischenstopp vor meinem Endziel. Providencia ist nur schwer zu erreichen und komplett abgelegen, wobei das kein Werbeslogan ist, sondern ein simpler Fakt. Das Gegenteil trifft auf San Andres zu. Die Insel ist, wie bereits erwähnt, eine beliebte Party-Location und wird von vielen unterschiedlichen Gebieten angeflogen – oft und viel. An der ausgelassenen Stimmung der Gäste kann man problemlos erkennen, wo deren Schwerpunkte bei dieser Reise liegen werden. Ich muss allerdings fairerweise dazu sagen, dass ich nur in der Hauptstadt der Insel war und somit vorsichtig sein möchte, um nicht vorschnell zu urteilen, wie man das bei Mallorca eben auch gerne macht. Herausstellen möchte ich, dass der lange, breite Sandstrand an sich wirklich sehr, sehr schön ist. Ich bleibe dennoch nur eine Nacht und freue mich nun darauf das Gegenstück zu San Andres endlich kennen zu lernen: Providencia!

Meine Fähre geht früh morgens und mein Hotelier empfiehlt mir früh dort zu sein. Das versuche ich auch wirklich in die Tat umzusetzen, bleibe aber an einem Coffee-Shop hängen, der mir wiederum eine feinste Kaffeemischung zubereitet. Als ich am relativ unscheinbaren Hafen ankomme, sehe ich sofort ein anderes Publikum, als auf den Straßen von San Andres. Backpacker, Hiker, Taucher und „normale Urlauber“. Mein Ticket wird von einer routinierten Crew kontrolliert und ich erhalte mit einem freundlichen Lächeln ein Wasser sowie eine kleine Pille in die Hand gedrückt. Auf mein erwiderndes Lächeln, ernte ich ein nochmal größeres Lachen. Nach dem Motto: Sehr gut, du hast verstanden. Habe ich nicht. Die gut gemeinte Pille ignoriere ich, warum auch immer, und lasse sie in meine Hosentasche sinken. Es folgt die Gepäckkontrolle auf einem Trampelpfad, mittels eines mehr als kippligen Tisches und blanker Willkür. Eine Show, die jedem Passagier ein keines Schmunzeln abringt. Warum man früher dort sein sollte, erklärt sich mir jetzt auch. Nach und nach gehen alle Gäste an Bord, wobei wer zuerst kommt, eben auch zuerst den Sitzplatz auswählen kann. Mir bleibt schließlich nur noch ein Platz auf einer Bank in der ersten Reihe – direkt neben dem Kapitän. In Sachen Seegang der ganz klar schlechteste Platz des ganzen Schiffes. Was soll’s, mir war noch nie schlecht auf See! Ein sehr sympathischer junger Mann, der vermutlich auch gerne etwas Autorität ausstrahlen würde, verteilt voluminöse Plastikbeutel, die von einigen Gästen fast beleidigt zurückgewiesen werden. Ich stecke einen davon ein, alles andere fände ich unhöflich. Die Fähre legt ab und der Spaß beginnt. Überraschend schnell werden links und rechts die Tüten auf ihre Funktionalität überprüft. Wenn mir die Leute nicht so leidtun würden, wäre es eigentlich ganz lustig, denn es hat etwas von einer übertriebenen Komödie. Für mich geht die erste Stunde halbwegs gut vorüber, aber es schaukelt gewaltig und mir ist klar, dass das keine „Wir fahren da mal schnell rüber“-Nummer ist. Dann passiert es: Ich merke, dass sich meine Welt ab jetzt ändern wird. Ich zücke die unscheinbare, graue Rettungstüte und mache das Ding mit einem Schwall voll. Einfach so. Der Kapitän lächelt mir männlich zu und sein sehr empathischer Mitarbeiter  nimmt mir wie völlig selbstverständlich meine Tüte ab, um mir sogleich eine neue zu bringen. Wie ich später erfahre, ist genau das seine einzige Aufgabe auf dieser Fähre: Die Spuckbeutel entsorgen. Als ich in die Kabine zurückschaue, sehe ich, dass die meisten Gäste schlafen, was ich bemerkenswert finde. Der Kapitän lacht und erklärt mir, dass hier immer wieder irgendwelche ganz Harten hereinkommen, die Tüte ablehnen mit dem Kommentar, dass sie ja selbst Kapitän wären, dann aber doch davon Gebrauch machen (müssen). Alles in allem ist der Spu(c)k für mich nach fünf Minuten beendet und der Rest der Fahrt verläuft erfreulicherweise locker. Trotzdem ein komisches Gefühl, ich wurde tatsächlich das erste Mal seekrank. Warum ich das schreibe? Weil man das wissen muss. Die Fährfahrt ist eben wie sie ist und sie gehört dazu. Wir haben leider einen sehr rauen Tag erwischt, es kann auch ganz anders laufen, aber die Überfahrt ist einfach ein Faktor, wenn man nach Providencia will. Es gibt allerdings auch 20-Minuten-Flüge von San Andres aus, aber genau als ich dort war, wurde der Flughafen mal locker für eine Woche gesperrt, damit man ihn renovieren – nicht ausbauen, sondern nur renovieren – kann. So läuft das in der Karibik. Wer also Probleme auf See hat, sollte lieber fliegen. Das Freigepäck ist hier zwar stark begrenzt, weil es sich um 8-14 Personen-Maschinen handelt, aber die Kosten für Übergepäck sind angeblich recht fair.  Ich will ehrlich sein, ich habe die Fährfahrt nicht unbedingt genossen, aber es verbindet irgendwie. Ich habe auf der Fahrt direkt einmal ca. 10 weitere Gäste kennen gelernt und wir haben gemeinsam danach auf der Insel noch mehrfach über diese Überfahrt gelacht. Und mit jedem Einheimischen ist man sofort im Gespräch, wenn man ihm erzählt, wie schlimm die Fährfahrt war. Man erntet überall ein mitfühlendes Lachen und ist sofort integriert. Ganz sicher ist die Fährfahrt also immer eine prima Geschichte und ein toller Einsteiger.



PROVIDENCIA

Mein Taxifahrer vom Hafen zu meiner Unterkunft ist ein Urgestein der Insel. An jedem Haus reckt er seine Hand aus dem Fenster und grüßt jemanden. Manchmal flachst er herzlich im Vorbeifahren mit einem Bekannten oder Freund. Sein Lachen ist dabei so groß wie Brasilien. Er ist ganz offensichtlich stolz auf seine Insel Providencia und berichtet mir, dass hier alles getan wird, damit die Insel auch so bleibt, wie sie ist. Ein zweites San Andres soll hier auf keinen Fall entstehen. Und damit das so bleibt wurde hier ein ganz einfaches und klares Gesetz verabschiedet: Alles was gebaut wird, jedes Business das gegründet wird, muss einem „local“, also einem Einheimischen, gehören. So werden Investoren von außen, die hier etwas „Großes“ aufziehen wollen, direkt ausgeklammert. Und die „locals“ wollen anscheinend alle, dass sich am Ist-Zustand nichts ändert. Eine bewunderns- und lobenswerte Einstellung.

Als Unterkunft habe ich mir auf Providencia das Yellow Home Resort ausgesucht, was schlichtweg an den durchweg sehr guten Bewertungen auf allen einschlägigen Portalen lag. Um herauszufinden, dass diese alle berechtigt sind, brauche ich im Hotel angekommen nur ca. 5 Minuten. Die Anlage ist traumhaft angelegt, alles blüht oder strahlt grün und es wirkt beinahe so, als ob die Natur es gerne zugelassen hat, dass hier ein gelbes Hotel hineingesetzt wird. Doris und Cesar, die beiden Gastgeber, wobei Cesar seine Doris nur liebevoll „Amor“ nennt, sind so herzlich und rührig, dass man sich ganz schnell zu Hause fühlt. Ich bekomme zuerst einen frisch zubereiteten Saftsmoothie, danach erhalte ich ein kleines Briefing über die Insel und dann zeigen mir die beiden leicht demütig stolz mein Zimmer. Es gibt überhaupt nur drei davon: Zwei im ersten Stock des Gebäudes mit einem zauberhaften Balkon und klasse Aussicht und eines als alleinstehendes Häuschen mitten im Garten.  Ich bekomme tatsächlich den kleinen Bungalow und bin wahrlich begeistert. So viel Liebe fürs Detail, mehr als ausreichend Platz und reichlich Stil. Gefühlt bin ich schon am selben Tag Teil der Familie, so herzlich und ehrlich ist das Strahlen der beiden, wenn sie mir bei einer Frage behilflich sein können oder Doris mir ungefragt noch einen Smoothie machen „darf“. Meine Freude darüber macht ihr offensichtlich großen Spaß. Dazu muss man sagen, dass das Yellow Home ein wenig abgelegen ist, weshalb man für den Alltag eigentlich ein Moped benötigt. Dies sollte man bei der Wahl dieses Hotels einfach berücksichtigen, wobei ich finde, dass man die Insel sowieso am besten mit einem Moped erlebt. Ich freue mich jeden Morgen, als ich nach einem überragenden Frühstück, bestehend aus einer variierenden Eierspeise, Kaffee, Smoothie und Toast, auf meinem Moped in Flipflops und Badehose durch Palmenhaine hindurch „zur Arbeit“ zum Tauchen fahre. Es sind nur ca. fünf Minuten, aber zum Laufen wäre es dann doch zu weit. Kurz bevor mir Cesar mein Moped übergibt, schraubt er noch schnell daran herum, was er in den Tagen danach auch jeden Morgen wiederholt. Praktisch, so eine eigene Werkstatt. Außerdem dreht er mir immer das Moped bereits in Fahrtrichtung herum, so dass ich nicht mehr ausparken muss, sondern gleich losfahren kann. Einfach liebenswert.



Gleich am ersten Nachmittag möchte ich die Insel erkunden. Zu viel habe ich gelesen und gehört, als dass ich jetzt abwarten könnte. Mein Ziel ist der nahe gelegene Southwest Beach, genau dort, wo auch meine Tauchbasis ist. Als ich am Strand ankomme, erkenne ich sofort, dass ich mich in einer Sackgasse befinde und damit wohl angekommen bin, denn am Straßenende stehen unzählige, wild durcheinander geparkte Mopeds. Das Buchstaben-Schild „I Love Southwest“ ist ebenfalls aussagekräftig. Wenn ich ein neues Zielgebiet besuche, gibt es immer genau solch einen Moment, in dem ich die Hoffnung habe, dass jetzt etwas Tolles kommt oder passiert. Denn wenn der Strand jetzt beispielsweise eine Enttäuschung ist, wäre das schon einmal ein herber Rückschlag. Die vielen Palmenwipfel sehen auf jeden Fall vielversprechend aus und als ich an den großen Buchstaben vorbei laufe, wird mein Wunsch erfüllt. Ein blendend weißer und breiter Sandstrand, der von türkisfarbenem Wasser umspült wird, tut sich vor mir auf. Am Ufer befinden sich sogar noch mehr Palmen als ich von der Straße aus sehen konnte. Einige davon hängen kitschig übers Wasser. Dazu der strahlend blaue Himmel im Hintergrund. Ein absolutes Bilderbuchbild. Traumschön. Und ein echter Volltreffer.

Zeit mein neues Spielzeug auszuprobieren, welches mir in Belize noch so schmerzhaft bei der Einreise abgeknüpft wurde -meine Drohne! Ein besseres Motiv als hier am Southwest Beach wird es wohl kaum mehr geben. Ich gehe ein bisschen den Strand entlang, um idealerweise die Mitte zu erreichen und entdecke in dem Palmenwald kleine bunte Hütten bei denen es sich um Bars oder Restaurants handelt. Nicht klassisch schön, sondern karibisch eben: praktisch zusammengezimmerte Bretterbuden. Ich liebe es. Während ich so auf dem Übergang zwischen Meer und Strand in den auslaufenden Wellen spaziere, bemerke ich in meiner Euphorie kaum, wie groß der Strand ist. Es handelt sich quasi um zwei aneinandergrenzende, sichelmondförmige Buchten, die man aber nur an der Berührungsstelle komplett in beide Richtungen überblicken kann. Ich wüsste nicht, wie es noch schöner sein könnte und lasse voller Euphorie meine Drohne am Schnittpunkt steigen. Der Southwest Beach ist sicherlich einer der schönsten Strände, den ich je in der Karibik, wenn nicht sogar überhaupt jemals, gesehen habe. So einen Superlativ muss ich jetzt einfach mal verwenden, denn hier passt einfach alles. Warum er auf den alljährlichen Top-Listen nicht auftaucht, kann ich mir nur damit erklären, dass der Strand zu „echt“ ist. Hier liegt schon mal eine Kokosnuss am Boden oder ein angeschwemmtes Stück Holz bleibt liegen, aber ich denke meine Drohnenbilder sprechen für sich.

Zwei Restaurants am Southwest Beach haben es mir besonders angetan, und zwar das Divino Nino und das Arturo’s – zwei der oben beschriebenen Bretterbuden. Beide sind bekannt für ihre Fischplatten, bei denen frischer Fisch und Meeresfrüchte auf einem riesigen Teller lecker zubereitet werden. Diese gibt es für eine oder mehrere Personen und beim Servieren bekomme ich große Augen. Groß vor Staunen. Als ich da so sitze und einfach nur den Augenblick genieße, entdecke ich zwei Franzosen von der Fährfahrt. Sie sind ebenso wie ich auf Entdeckungstour und setzen sich zu mir. Ihre Begeisterung ist genauso groß wie meine, was fantastisch ist, denn so sprudelt die Freude einfach nur so aus uns heraus. Ihr Englisch ist etwas gebrochen, aber sehr charmant: „Very nice – paradise!“. Ich finde dieser Satz sagt alles.



Am nächsten Morgen steht mein erster Tauchgang an und ich bin extrem aufgeregt. Eine schöne Insel ist das eine, aber die Tauchgebiete sind natürlich der entscheidende Faktor für mich. Die Empfehlung unserer langjährigen Agentur war die Tauchbasis Sirius und die Online-Berichte unterstreichen dies. Praktischerweise befindet sich die Station direkt am Southwest Beach, angegliedert an das gleichnamige Hotel. Von außen ist die Basis etwas unscheinbar, aber das ist hier auf der Insel überall so. Ich werde ausgesprochen motiviert von Guide Marcos begrüßt. Gleich gefolgt von Shampoo, dem Kapitän des Bootes. Shampoo ist sein Spitzname, warum habe ich leider nicht herausfinden können. Vielleicht weil er eine Glatze hat?! In jedem Fall ist der Name leicht zu merken. „Hello Mr. Jan“! Dazu bringt er mir direkt das High Five der Insel bei: Erst abklatschen, dann eine Faust und dabei die Hand nach rechts verdrehen. „Ya Man, Mr. Jan“. Diese Insellockerheit ist einfach klasse. Shampoo ist ein irre lieber Kerl, der immer für einen lockeren Plausch zu haben ist. Die Amerikaner würden sagen „a people person“, jemanden den man irgendwie schnell gern mag. Das Briefing von Marcos ist recht knapp, denn seine einzige Aussage ist, dass man an dem Tauchplatz immer viele Haie sehen kann. Danach korrigiert er sich direkt und meint, dass man eigentlich überall viele Haie sehen kann. Das Grinsen danach spricht Bände. Sehr gut, es kann losgehen. Das Riff liegt auf ca. 15 Metern, das heißt Abtauchen im Blauwasser. Ein dicker Schwarm Barben verdeckt mir kurz die Sicht, aber ich kann schnell erkennen, dass es sich um einen dicht bewachsenen Korallengarten handelt. Hart- und Weichkorallen in allen Varianten. Dazwischen viele bunte Fische. Es dauert handgestoppte 2 ½ Minuten als der erste Riffhai auftaucht und ein wenig neugierig seine Kreise um uns zieht. Nach ein paar Minuten haut er wieder ab und ich versuche mich wieder auf das Riffleben zu konzentrieren, was nur bedingt gelingt, denn es folgen direkt zwei weitere Haie. Größere Exemplare. Zwei, drei Meter. Marcos dreht sich um und zuckt mit den Schultern, nach dem Motto „Ich habe es dir ja gesagt“. Im Laufe des Tauchgangs kommen und gehen immer wieder Haie, zu einem Zeitpunkt habe ich zwischenzeitlich einmal sieben Stück gezählt. Meine GoPro-Kamera bekommt keine Pausen (hier können Sie ein schönes Video von dem Tauchgang sehen). Was für ein Knaller-Auftakt! Wieder an Bord erzählen mir Shampoo und Marcos, dass vor einigen Jahren, als das ganze Dilemma mit den Rotfeuerfischen in der Karibik losging, die Guides ab und zu die Rotfeuerfische geschossen haben, um den Haien ihre neue Nahrung beizubringen. Seit über vier Jahren machen sie das aber nicht mehr. Marcos sagt, sie haben hier so viele Haie, dass sie eigentlich immer welche sehen, auch wenn es schon lange keine Leckerchen mehr für sie gibt. Der zweite Tauchgang bietet ein ähnliches Bild, wobei hier der Korallengarten noch schöner und voller Leben ist. Wie zuvor werden wir quasi immer wieder bis durchgängig von Haien begleitet, so dass ich mich fast schon zwingen muss von den Haien mal abzulassen, um auch die anderen Schönheiten des Riffs zu würdigen. Marcos geht es anscheinend genauso, denn einmal rumpelt er fast in eine freischwimmende, dicke Muräne hinein und ist sichtlich erschrocken, als sie kurz vor ihm herumzuckt. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn die Fische keine Scheu haben, sondern sich schon fast interessiert vor meiner Kamera zeigen. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Den Abschluss des Tauchgangs bildet eine seelenruhig grasende Schildkröte, die an meiner Anwesenheit scheinbar gar nichts auszusetzen hat. Irgendwann schwimmt sie dann doch weiter, aber auch das karibisch entspannt. Zwei Spitzentauchgänge, die mir viel Euphorie geben.

Bei der Rückkehr an die Tauchbasis lerne ich den Tauchbasenleiter Daniel kennen, der direkt auf mich zukommt. Er freut sich sichtlich und aufrichtig, dass es mir gefallen hat und strahlt wie eigentlich alle hier. „Ya Man, wir haben viele Haie hier. Schon immer“. Normalerweise kommt er immer mit zum Tauchen, aber gestern hatte sein Vater Geburtstag, weshalb es eine große Familienparty gab, entschuldigt er sich fast. Daniel ist genau die Art von Partner, die man in einem neuen Zielgebiet braucht. Er ist sofort sehr hilfsbereit, erklärt mir die Zusammenhänge, sowie Möglichkeiten und ist offensichtlich ein sehr aktiver „local“. So betreibt er zum Beispiel unter anderem die Dekokammer auf der Insel und verspricht mir auch sonst in allen Bereichen immer zur Seite zu stehen. Besser geht es  kaum. Er umarmt mich direkt zum Abschied, was mich riesig freut. Irgendwie sind alle so herzlich hier. Das wirkt ansteckend. Morgen geht es weiter, ich kann es kaum erwarten.



Zwischendurch steht zunächst aber wieder ein bisschen Insel erforschen auf dem Programm. Das ist nämlich das Schöne an Providencia: Man kann hier neben dem Tauchen auch noch richtig was unternehmen. Teilweise kommt es mir schon fast so vor, als ob ich ein bisschen unter Druck stehe, um die ganzen Highlights der Insel zu besuchen. Es gibt einfach viele kleine Sehenswürdigkeiten, die man gesehen oder erlebt haben sollte.

Ganz oben auf der Liste steht da die vorgelagerte Insel Santa Catalina mit dem Wahrzeichen Providencias, nämlich der Felsformation Morgan’s Head. Auf der Insel hat sich der wahrhaftige Captain Morgan nämlich verschanzt und sich die gute Lage der Insel zu Nutze gemacht um mit seiner Crew fremde Schiffe anzugreifen. Anscheinend mit Erfolg. Der riesige Felsblock, der auf der Westseite der Insel über dem Wasser thront, hat mit ein wenig Fantasie etwas von einer Kopfform, weshalb man ihn dann auch nach jenem berühmten Kapitän benannt hat.

Vom Southwest Beach fährt man mit dem Moped ca. 20 Minuten ganz in den Norden, sprich es sind eigentlich immer kurze Wege. Selbst bei einer solchen Fahrt gibt es immer genug zu sehen und entsprechend rolle ich ganz gemütlich über die Straßen. Das Besondere an Santa Catalina ist, dass man die Insel nur zu Fuß über eine schauklige Brücke erreicht. Die Hauptstadt der Insel, wo auch die Fähre anlegt und die Verbindung zu Santa Catalina darstellt, heißt völlig unprätentiös „the Town“. Einfach zu merken und kreativ dazu, da gibt es mal nichts. Als ich vor der Brücke stehe, weicht das Live-Bild leicht von dem ab, welches ich davor schon einmal in einem Magazin gesehen habe, denn der Bretterweg übers Wasser verläuft fast schon spiralförmig, will sagen krumm und schief. Das sieht nach Spaß aus.

Der erste Teil des kleinen Marsches zum Morgan’s Head führt mich auf einem gut ausgebauten Promenadenweg vorbei an kleinen einheimischen Restaurants, bis man den Übergang zu einem Trampelpfad erreicht. Von dort an geht es auf und ab durch den Dschungel, über einen kleinen Strand, der sich hervorragend für einen Sonnenuntergang eignet, bis hin zum Morgan’s Head. An sich ist es einfach ein großer Fels direkt am Ufer, aber die kleine Wanderung und die Geschichte rund um Captain Morgan machen den Ausflug zu einem kleinen Highlight. Einige Einheimische springen anscheinend auch zu bestimmten Tagen immer als eine Art Ritual vom Kopf des Kopfes ins türkisfarbene Wasser – würde ich auch gerne, aber ohne Guide bzw. das Wissen wo genau man springen kann, traue ich mich dann doch nicht. Ich lasse lieber meine Drohne steigen.

Das Schöne an Providencia ist, dass man viele Leute kennen lernt und sich auch tatsächlich mit ihnen unterhält. Klingt komisch, aber ich möchte das gerne erklären. Ich habe zum Beispiel an dem Strand bei Morgan’s Head vier Franzosen wiedergetroffen, wir haben ein bisschen gequatscht und danach gemeinsam den farbenfrohen Sonnenuntergang genossen. Ähnlich ist es in den Restaurants, immer wieder trifft man bekannte Gesichter von irgendwo auf der Insel, denn so groß ist sie ja nicht. Sicherlich entscheidend für die vielen Gespräche ist aber auch die Tatsache, dass es auf Providencia nur an zwei Orten Wifi gibt! Selbst wenn Hotels Wifi wollen würden, sie können es schlichtweg nicht anbieten, weil es keine Verbindung gibt. Ich finde das klasse, das Handy rückt plötzlich/endlich mal wieder in den Hintergrund und es ergeben sich spannende Gespräche. Genau bei einem solchen Gespräch habe ich übrigens, wie eingangs erwähnt, das erste Mal von Providencia erfahren.

Umso lustiger ist es dann, wenn sich, vor allem abends, auf dem Vorplatz des größten Supermarktes im Süden der Insel alle Touristen und Einheimische versammeln, um vom einzigen öffentlichen Wifi–Spot Gebrauch zu machen. Auch das ist Providencia.



Zurück zum Tauchen. Ich hatte hier irgendwie den ganzen Aufenthalt über ein besonderes Gefühl, was das Tauchen angeht, denn ich hatte den Eindruck, ich kann hier noch etwas entdecken. Man taucht ja überall alleine, schließlich gibt es nur drei kleine Tauchbasen auf Providencia. Und das pralle Unterwasserleben zieht einen definitiv in seinen aufregenden Bann. Ich wollte immer mehr sehen! Ich war jeden Tag neugierig, was Providencia heute zu bieten hat. Und irgendwie war ich auch gespannt, ob ich tatsächlich bei jedem Tauchgang Haie sehen werde – wobei ich das Ergebnis ja bereits vorweggenommen habe. Ich habe in der Tat bei jedem Tauchgang mindestens einen Hai gesehen. Der Morgen-Tauchgang war wieder klasse, „Felipe’s Place“ bietet eine wuchtige Steilwand, eine Jesus-Statue, Spalten und Canyons zum hindurchtauchen und eben Haie. Bei der Oberflächenpause reicht mir Daniel eine Packung Kekse und fragt mich fast entschuldigend, „ob es ok wäre, mal einen flachen Tauchgang zu machen. Ich würde es bestimmt nicht bereuen“. Felipe’s Place war gerade wieder etwas tiefer, denn die Steilwand hatte einen Überhang zu bieten, den ich mir nicht entgehen lassen wollte. Nun bin ich nicht wirklich ein Tiefenjäger, aber einige Tauchplätze bieten hier einfach einen gewissen Reiz. Trotzdem, natürlich war ich sofort einverstanden, denn Daniels Grinsen bei der Frage war unmissverständlich und vielsagend. Er hatte etwas Besonderes vor. Als wir beim Tauchplatz „Tete’s Place“ ankommen, schimmert das Wasser hellblau und ich kann den Sandboden auch entsprechend schnell erkennen. Mal sehen, was da kommt!? Beim Briefing muss er zwei bis dreimal lachend abbrechen, weshalb ich ihm nahelege, dass wir uns einfach überraschen lassen. Mein amerikanischer Buddy und ich sind beide aufgeregt und vorfreudig. Also rein ins Wasser. Auf ca. acht Metern angekommen, finden wir eine weite Sandfläche und ein Rochen zappelt sich aus seinem Sandversteck. Wir schwimmen auf eine flache Riffbank zu und ich kann noch nicht direkt etwas Außergewöhnliches erkennen. Ich albere mich also durch ein paar Videoaufnahmen mit einem weiteren Rochen und schließlich einem Ammenhai, als sich Daniel bemerkbar macht und sich anschließend wie ein Zirkusdirektor mit einer präsentierenden Handbewegung vor mir verbeugt. Und dann sehe ich was er meint. Wow! Ich glaube so etwas habe ich tatsächlich überhaupt noch nie gesehen! Da wo eigentlich das Riff sein sollte, sehe ich nur Fische! Besser gesagt eine Wand aus Fischen. Eine dicke, fette Fischwolke. Schnapper so weit das Auge reicht. Es ist unbeschreiblich. Sie bewegen sich kaum, sondern stehen einfach in einer beeindruckenden Formation über dem Sandboden. Erst als ich mich immer noch ein bisschen ungläubig auf sie zu bewege, verschiebt sich ganz langsam dieser unfassbare Block an Leben. Die Sache ist nur die, je weniger Schnapper ich sehe, desto mehr Grunzer werden es. Und nach den Grunzern kommen direkt Soldatenfische. Überall Fische. Es dauert ein bisschen, aber irgendwann kann ich das Riff schließlich wieder sehen und es ist für mich einfach die pure Freude dieses Fischgewitter über der Korallenlandschaft schweben zu sehen. Die zahlreichen Muränen zwischen den Korallen werden ganz klar zu Nebendarstellern deklassiert, weil es hier für einen Fischschwarmfan wie mich das absolute Paradies ist. Plötzlich rührt sich was. Zuerst bin ich mir nicht ganz sicher, aber dann geht es schnell. Die Schwärme teilen sich hastig und wie aus dem Nichts tut sich blitzartig eine Gasse auf. Ein Tuna jagt mit einem irren Tempo durch die Massen. Es ist ein Spektakel. Der ganze Tauchgang besteht letztlich nur aus Fischschwärmen. Gefühlt filme ich dreißig Mal das gleiche, aber ich kann nicht widerstehen (hier finden Sie wieder ein Video zu dem Tauchgang). Zu faszinierend ist diese unfassbare Menge an Fisch. Das Austauchen ist ein letzter Blick von oben herab auf diese außergewöhnliche Szenerie. Wieder an Bord, grinst Daniel: „You liked it, ha man?“ – „Yes, I did“. Ja, das habe ich. Sehr sogar. Fischschwärme wie diese habe ich bisher nur auf Little Corn Island in Nicaragua gesehen, aber nicht in der Masse. Das war etwas anderes hier. Absolut fantastisch. Providencia gewinnt immer mehr mein Herz.



Was gibt es Schöneres, als nach dem Tauchen in einer karibischen Bar zu entspannen? Dieses Mal entscheide ich mich für Rolands Bar am traumschönen Manchineel Beach, wobei der Name schon irgendwie interessant klingt. Natürlich hatte ich die Tage darüber schon viel über diese Location gehört, denn sie umgibt so etwas wie ein kleiner Mythos. Man sagt, hier werden mit die besten Feste der Karibik gefeiert und damit ist nicht unbedingt gemeint, dass sie besonders ausschweifend oder gar mondän wären, sondern einfach so, wie man sich eine karibische Strandparty vorstellt. Musik, Palmen, Cocktails und das Meer.

Der Weg hinab zur Manchineel Bay endet abrupt direkt am Wasser. Als ich mein Moped abstelle, kann ich den Blick schon nicht mehr vom Wasser abwenden. Der Strand ist lächerlich schön – so weiß und voller Palmen. Die Wellen schwappen langsam und harmonisch ans Ufer. Unweigerlich muss ich so etwas denken wie: „Kommt schon, das kann nicht euer Ernst sein?! Noch so ein Strand?! Das ist jetzt echt übertrieben.“ Ist es nicht. Das ist Providencia.

Rolands Bar befindet sich am einen Ende der Bucht direkt am Meer und wirkt zunächst unspektakulär. Auf den zweiten Blick kann man aber erkennen, dass die Bar durchaus etwas hat. Ein paar Bretterhütten, die irgendwie miteinander verbunden sind, wilde Palmen durchsetzen das ganze Areal, Hängematten wackeln dazwischen und Musik, wie man sie sich vorstellt. Laut und deshalb gefühlt immer ein bisschen blechern. Der Reggaeton-Beat lässt die Härchen auf der Haut mitvibrieren. Relativ schnell wird mir klar, dass man hier ganz sicher großartige Partys feiern kann. Mittags ist es aber erstmal „nur“ ein ganz normales, schönes, einheimisches Restaurant am Strand. Roland selbst wuselt durch die Bar, macht als Inselberühmtheit ein paar Fotos mit Touristen und präsentiert stolz per Mikro den Fischfang des Tages. Welchen ich mir dann auch gleich mal bestelle. Dabei komme ich ins Gespräch mit Roland und frage ihn nach seinem Namen. Wie sich herausstellt, war seine Mutter mit ihm in Deutschland schwanger und wollte ihm deshalb unbedingt einen deutschen Namen geben. Roland ist ein witziger Kerl, schätzungsweise 65 Jahre jung mit dem Körper eines 30-jährigen. Sein Gesicht verrät sein Alter. Es hat sicherlich schon ein paar prima Partys erlebt.



Nach meinem letzten Tauchtag sitze ich an der Tauchbasis noch ein bisschen mit der Crew zusammen und wir sprechen über meine Reise. Ich habe Kokosnusswasser dabei, was Shampoo lustigerweise nicht abgefüllt kennt und es direkt interessiert probiert. „I like it“ lacht er. Und dann sagt er mit seinem charmanten Inselakzent etwas, was ich definitiv mit nach Hause nehmen werde und mich endgültig in Providencia verlieben lässt. „Jan man, you are a good guy. You know, on Providencia there is only one black Shampoo. And you are the only white Shampoo in the world.“ Herzlicher geht es nicht. Es fällt mir schwer mich von allen zu verabschieden. Zu schön war es hier.

Beim letzten Mittagessen am Southwest Beach sitze ich im Strandrestaurant Divino Nino und genieße nochmals eine Fischplatte, während ich aufs Meer hinaus schaue. Plötzlich springt ein Adlerrochen aus dem Wasser. Einfach so. So etwas kenne ich nur aus Tierdokus, bei denen die Kameraleute vermutlich tagelang auf der Lauer liegen mussten, um diesen einen Schuss zu bekommen. Auf Video habe ich diesen Moment leider nicht, aber er rundet mein Erlebnis auf Providencia ab.

Als ich mich auf Providencia vorbereitet und viele Webseiten gelesen habe, war ich zunächst etwas besorgt. Es gab nicht sonderlich viele Reiseberichte, sondern teilweise nur Blogseiten aus den 2000er Jahren. Fast zehn Jahre später könnte es ja durchaus so viel anders vor Ort aussehen. Die Insel könnte sich verändert haben, hin zu einer „gewöhnlichen Ferieninsel“. Aber das hat sie definitiv nicht! Providencia ist noch genauso, wie in den Blogs von vor zehn Jahren beschrieben. Nichts hat sich verändert – soweit ich das beurteilen kann. Providencia ist immer noch ein Geheimtipp und die äußeren Faktoren lassen darauf schließen, dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird. Was ich von Providencia neben Shampoos rührender Aussage noch mitnehmen werde? Viele besondere Erinnerungen. Die Gewissheit, dass es diese unentdeckten Orte noch gibt. Außergewöhnliche Begegnungen mit vielen tollen Menschen von überall her. Eine „Brandmarke“ an meinem Bein von meinem Moped – anscheinend so etwas wie das inoffizielle Zeichen von Providencia. Und die Vorfreude bald wieder zu kommen. Ich habe noch nicht alles entdeckt, was Providencia zu bieten hat. Den höchsten Berg der Insel „The Peak“ zum Beispiel, der eine tolle Aussicht bieten soll. Meine Angst vor Schlangen hat mich aber dieses Mal noch zurückgehalten. Auch wenn während meines Aufenthalts niemand eine Schlange gesehen hat, so habe ich mich doch nicht getraut. Nicht sehr männlich, ich weiß. Und ich muss noch mehr Tauchgänge machen. Zwingend! Die Tauchplätze vor Providencia haben so viel zu bieten, dass ich einfach noch mehr Zeit brauche. Und Zeit gibt es in der Karibik ja genug – so langsam wie die Uhren hier ticken…



Preisbeispiele von drei ausgewählten Hotels auf Providencia

 Hotel Yellow Home Resort         € 1.134,– *

Bilder siehe oben

Wie oben beschrieben, eines der schönsten Resorts auf Providencia – traumhafter Garten, schöne Zimmer und ein prima Frühstück. Ein kleiner Nachteil ist vielleicht die Lage, denn das Hotel ist etwas abseits der beliebten Orte. Zur Manchineel Bay sind es zu Fuß aber nur ca. 10 Minuten. Und es gibt kein warmes Wasser!

Hotel Cabanas Relax                 € 1.099,– *

Die kleine Anlage bietet das vielleicht beste Preis-Leistungs-Verhältnis der beliebtesten Hotels auf Providencia. Die Zimmer sind klein, aber fein und sauber. Plus: warmes Wasser! Die Lage an der Freshwater Bay (dort gibt es einen von zwei Supermärkten und den einzigen öffentlichen Wifi-Spot der Insel) ist zudem sehr praktisch.



Hotel Sirius Resort                    € 1.192,– *

Das größte Plus des einfachen Hotels ist ganz klar die Lage, denn die Tauchbasis befindet sich auf dem Hotelgelände. UND, das Hotel liegt direkt am Southwest Beach. Das sind zwei dicke Trümpfe. Auch hier gibt es, wie bei dem Yellow Home Resort, kein warmes Wasser.



* Inkludierte Leistungen:

Preise pro Person im Doppelzimmer

Flug ab Deutschland

13 Nächte Providencia

1 Nacht in Bogota

Inlandsflüge

Transfers

Beim Yellow Home Resort ist auch das Frühstück inklusive.

Zzgl. Flugsteuern in Höhe von € 370,–

Bitte beachten: bei den Preisen handelt es sich um Nebensaison-Preise!

10 Bootstauchgänge € 265,–

NEUER KATALOG

Darüber hinaus freue ich mich sehr, Ihnen unseren neuen Katalog vorstellen zu dürfen! Dieser wird pünktlich zur Messe BOOT Ende dieser Woche erscheinen. Für uns immer ein spannender Moment, wenn das gute Stück, nach der vielen Arbeit, geliefert wird… Wie bereits bei unseren letzten Katalogen enthält auch diese Ausgabe keinerlei Hotelbeschreibungen oder ähnliches, denn wir möchten Ihnen in erster Linie die Besonderheiten, diese charmanten Unterschiede, über die man nach seiner Reise spricht, und die Feinheiten, die das jeweilige Zielgebiet über und unter Wasser einzigartig machen, mitgeben. Dies haben wir mit vielen, bemerkenswert schönen Bildern, ausführlichen Geschichten und wiederum auch Expertenmeinungen aus der Branche umgesetzt – ich bin sehr auf Ihr Feedback gespannt, ob Ihnen unser Katalog gefällt…?!

Jedes Zielgebiet wird auf 6-8 Seiten beschrieben, so dass wir insgesamt auch auf 160 Seiten kommen, und ich kann es ehrlich gesagt kaum erwarten am Freitag das erste Exemplar in den Händen zu halten. Selbstverständlich schicken wir Ihnen sehr gerne unseren neuen Katalog nach Hause – kostenlos! Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht mit Ihrer Anschrift an info@nautilus-tauchreisen.de und wir werden Ihnen sofort am Montag ein Exemplar zusenden.



Und damit haben wir es für heute mal wieder geschafft! Es hat mir dieses Mal wieder besonders viel Spaß gemacht, denn es ist in der Tat immer sehr aufregend, wenn man ein ganz neues Zielgebiet akquiriert, bereist und dann das passende Programm dazu erstellt. Kolumbien war eine spannende Reise mit vielen tollen Erlebnissen, gefolgt von der Produktion des neuen Katalogs und jetzt stecken wir mitten in den Messevorbereitungen für die boot… Ereignisreiche Tage!

Sollten Sie Fragen zu Kolumbien, zum Katalog oder zur Messe haben, melden Sie sich bitte sehr gerne bei mir. Ansonsten freue ich mich wie immer über jegliches Feedback – Zustimmung, Kritik oder Anregungen – immer her damit!

Bis dahin, alles Gute und herzliche Grüße

Ihr / Euer

Jan Thies

Geschäftsführer

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Belize / Ambergris Caye, Placencia, Lighthouse Reef, Caye Caulker https://nautilus-tauchreisen.de/belize-ambergris-caye-placencia-lighthouse-reef-caye-caulker/ Mon, 03 Sep 2018 13:07:45 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=47559

Liebe Tauchfreunde,

ich freue mich dieses Mal aus zwei Gründen ganz besonders diesen Reiseberichts-Newsletter verschicken zu können. Zum einen habe ich eine unglaublich schöne Reise hinter mir und empfinde es als echtes Plus, dass wir ab jetzt auch das Zielgebiet Belize mit anbieten können. Und zum anderen erhalten diesen Newsletter nur Leser, die sich bewusst dafür entschieden haben, nachdem ich rund um die neue Datenschutzgrundverordnung vor einigen Monaten einen Sonder-Newsletter verschickt habe.

DSGVO – DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG

Zu diesem Punkt möchte ich gesondert noch ein paar Worte sagen und halte es so kurz wie möglich. Wir haben natürlich alles umgesetzt, was der Gesetzgeber verlangt. Völlig klar. Eine wichtige Sache, die sich in Anwalts-Deutsch grausig anhört, ist dabei die „Weitergabe von Daten an Dritte“. Das Wort Dritte hört sich irgendwie seltsam an, keine Frage. Dabei handelt es sich in unserem Fall allerdings vor allem um die Weitergabe Ihrer Daten an Airlines und Hotels im Falle einer Buchung. Das müssen wir natürlich, denn ansonsten ist eine Buchung gar nicht möglich. Dies nur als Hinweis, weil dieser Punkt vielen Menschen am meisten Unbehagen beschert.

Ich habe außerdem logischerweise alle Leser, die sich abgemeldet haben, komplett gelöscht. Bitte beachten: oft lassen Leser ihre Emails an eine neue/zusätzliche Email-Adresse weiterleiten und wenn sie sich dann abmelden wollen, können wir sie teilweise nicht finden. Gleiches gilt für neue Nachnamen oder Emails mit Spaßnamen wie Tauchersuperheld@zumbeispiel.org. In dem Fall kann es sein, dass wir dann Hilfe benötigen, denn wir möchten natürlich niemanden anschreiben, der unsere Mails nicht bekommen möchte. Also: Wir freuen uns über jeden, der diese Zeilen jetzt liest.

Und damit ab in die Karibik…

BELIZE

Nach dem etwas drögen Beginn versuche ich gleich zackig die Kurve zu bekommen und steige direkt mit einer knackigen Schlagzeile ein: Meine Reise nach Belize war eine der schönsten Tauchreisen, die ich bisher gemacht habe. Punkt.

Als Karibikspezialist ist Belize ja eigentlich ein naheliegendes Ziel – sollte man meinen. Aus unterschiedlichen Gründen hat es mich dorthin bisher noch nie verschlagen, allerdings befasse ich mich bereits seit vielen Jahren mit einer Reise nach Belize. Und entsprechend gut vorbereitet konnte ich mich nun in dieses Abenteuer stürzen. Besonders schön war, dass ich von einem prominenten Szenetaucher begleitet wurde. Sein Name ist Timo Dersch, er war einige Jahre bei dem Magazin tauchen tätig und arbeitet jetzt hauptsächlich für die großartige Filmproduktion behind-the-mask. Vier Augen sehen mehr als zwei, und wenn die anderen beiden auch noch aus der Tauchbranche kommen, ist das noch besser. Außerdem ist es einfach schöner, Tauchemotionen zu teilen als alleine vor sich hin zu schwärmen. Und Tauchemotionen gab es einige…

Belize ist in der Tauchbranche sehr bekannt und das liegt zum größten Teil an dem weltberühmten Blue Hole. Keine Sonderausgabe irgendwelcher Magazine über die besten Tauchplätze der Welt, keine TV-Sendung über das Tauchen in der Karibik und kein Bericht über die spektakulärsten Tauchspots kommt ohne das Great Blue Hole (wie es richtig heißt) aus. Nach meinen Erfahrungen zu Recht, aber dazu später mehr. Denn natürlich habe ich das Blue Hole betaucht und es war in der Tat Ehrfurcht einflößend bis unglaublich…

Generell ist Belize ein traumschönes Reiseland, denn es bietet von allem etwas. Karibik pur, eine faszinierende Geschichte und schlichtweg fantastisches Tauchen. Bei einem Tauchgang haben mich ca. 20 Adlerrochen begleitet, und zwar nicht irgendwie kurz mal im entfernten Blau, sondern langsam und ruhig, nahezu den gesamten Tauchgang hindurch.



Aber der Reihe nach:

ANREISE

Man reist nach Belize am einfachsten und günstigsten über die USA. Von vier deutschen Städten geht es non-stop nach Atlanta und von dort geht es ebenfalls non-stop weiter nach Belize City. Eine Zwischenübernachtung muss man allerdings in Atlanta einlegen, wobei man hier die Not zur Tugend machen kann. Atlanta hat einiges zu bieten, wie zum Beispiel das CNN-Hauptquartier oder das Coca-Cola-Museum. Generell gibt es sehr viele Anreisemöglichkeiten, diese über Atlanta ist nur eine von vielen Varianten, wobei wir natürlich bei jeder Anfrage und jedem Angebot immer alle Möglichkeiten prüfen.

In Belize City erwartet uns gleich die erste Überraschung, denn Timo und ich sind beide mit Drohnen im Gepäck angereist. Logisch, denn wo könnte man bessere Luftaufnahmen  machen als im Inselstaat Belize. Unter anderem das Blue Hole von oben wäre selbstverständlich ein Muss-Foto gewesen. Ich hatte vermutet, dass meine Drohne bei der Einreise in die USA genauer untersucht wird, allerdings war der dortige Beamte eher kumpelhaft locker. Sogar ein paar Tipps wollte er von mir abstauben, denn er hatte sich wohl selbst erst ein solches Ding zugelegt. Easy. Durch. Einfach so.

In Belize dagegen war Timo vor mir bei der Gepäckkontrolle, während ich brav mit dem empfohlenen Privatsphäre-Abstand gewartet habe. Plötzlich rutschten Timos Schultern nach unten, der Mund ging auf, die Stirn wurde runzlig und sein Gesichtsausdruck verlor die Karibikvorfreude. Parallel fing er an irgendwie vermeintlich geheim herum zu gestikulieren, wobei ich keinen blassen Schimmer hatte, was er mir damit mitteilen wollte. Die Überwachungskameras haben sicherlich ihren Spaß gehabt. Wenig später war ich an der Reihe und schreite also voller Entschlossenheit an den Schalter. Das Gespräch war kurz. „Hallo! Haben Sie auch eine Drohne dabei?“

Auf mein euphorisches „Ja“ hatte ich irgendwie ein respektvolles „Cool“ oder irgendetwas Ähnliches erwartet, aber stattdessen gab es die sachlich kühle Antwort:

„Okay, die müssen Sie da hinten abgeben“.

Wie bitte?! Meinen neu erworbenen Stolz abgeben?! Als ich maximal bedröppelt weiter ging, war mir klar, was mir Timo hatte sagen wollen, denn nahezu alle anderen Gäste gingen ohne jede Kontrolle einfach weiter. Nur wir beiden Helden mussten unsere Drohnen abgeben, wobei wir einen wenig vertrauenserweckenden Wisch im Gegenzug bekamen. Gut gemacht. Prima Start. Anscheinend gab es in letzter Zeit zu viele Unfälle mit Drohnen und den kleinen Inselhüpfer-Flugzeugen, weshalb die teuren Spielzeuge nun seit Kurzem verboten sind. Klasse. Eine sehr inspirierende Information.

AMBERGRIS CAYE

Unsere erste Station – ohne Drohne – war dann die größte und touristischste Insel von Belize, und zwar Ambergris Caye. Von Belize City fliegt man ca. 30 Minuten mit einem der besagten Inselhüpfer und landet inmitten der Hauptstadt San Pedro. Der Flughafen besteht  lediglich aus einem kleinen Gebäude, welches zu zwei Seiten luftig offen ist, so dass man direkt bei der Ankunft Urlaubsfeeling einatmet. Ein Gepäckband gibt es auch nicht, sondern die Koffer werden einfach hinter einer Leine abgestellt. So macht man das in der Karibik. Bloß keinen Stress. Als uns der Transferfahrer mit einem Golfcart abholt, setzen wir unsere Sonnenbrillen auf, lassen den Ärger beim Zoll hinter uns und sind gefühlt wenige Augenblicke später endlich „angekommen“.

Ambergris Caye ist eine sehr lang gezogene Insel (ca. 34km), wobei sich nahezu das ganze Leben in der im Süden befindlichen Stadt San Pedro abspielt. Und San Pedro ist ein Knaller! Die Stadt wird auf zwei Seiten von Wasser umschlossen, so dass es viele Bars und Restaurants direkt am Meeresufer gibt. Der Sandstrand ist jetzt nicht unbedingt ein Postkartenmotiv im Malediven-Stil, aber er läuft flach ins Meer, so dass er prima zum Baden geeignet ist. Ein paar Palmen gibt es sogar auch.

Was direkt auffällt sind die vielen Bremshuggel, die einen ganz schön durchrütteln können, sofern man sie übersieht. Als wir uns ein Golfcart ausleihen, übernimmt Timo direkt das Steuer und es kommt dann doch ab und an mal vor, dass „ausgerechnet jetzt die Sonne schlecht steht“, wodurch wir beide recht unsanft ausgelupft werden. Außerdem haben Stoßdämpfer und aufgepumpte Reifen offensichtlich keinen allzu großen Stellenwert in Belize, weshalb jeder Hüpfer nochmal doller „reinhaut“.

Timo und mir war wichtig, jede Art von Restaurant auszuprobieren, was ich auch jedem Gast empfehlen würde. Auffällig ist der preisliche Unterschied zwischen Mittag- und Abendessen! Während mittags selbst die stilvollen Restaurants erstaunlich günstige Preise aufrufen, wird abends dagegen doch ziemlich hingelangt. Daher wäre meine Empfehlung, zum Lunch mittags eher in der Stadt bei einem ansprechenden Restaurant schick am Meer zu essen und abends dann eher in ein kleines einheimisches Restaurant, welches sich vielleicht leicht außerhalb des Zentrums befindet, auszuweichen. Denn in diesen charmanten Buden ist das Essen sicherlich nicht schlechter, dafür ist es aber fast schon lächerlich günstig. Die mittelamerikanische Küche ist generell stark mexikanisch beeinflusst und diese hat ja bekanntlich viele schmackhafte und kohlenhydratreiche Gerichte zu bieten. Mein Liebling war ein in einer Seitenstraße gelegenes Restaurant, in dem die ganze Familie mitarbeitet und die Oma leckere Tostadas (gebratene Tortillas) direkt am Grill auf der Straße zubereitet, knetet und auf den Grill schmeißt. Shrimps, Hühnchen, Rind und Bohnenmus dazu und fertig ist der Schmecker. Großartig! In unseren Reiseunterlagen finden Sie hierzu natürlich Tipps und Empfehlungen, basierend auf meinen Erfahrungen.



San Pedro an sich ist ein klassischer Karibikort, der von vielen Touristen besucht wird. Das muss gar nicht negativ sein, denn man bekommt deshalb natürlich alles, was man so brauchen könnte. Ich musste beispielsweise einmal zum Arzt und auch wenn seine Praxis gänzlich unmodern wirkte, der Arzt wusste was er tat und donnerte mir sogleich mit viel Gefühl eine Spritze in den Allerwertesten. Hat geholfen. Viele bunte Häuschen in unterschiedlichen Dekorationsstilen bestimmen das Bild rund um die beiden größten Straßen von San Pedro, wobei Straße ein zu großes Wort ist, denn de facto handelt es sich um einen etwas breiteren, gepflasterten Gehweg. Die Straßen in Belize sind generell ein Thema für sich. Autos gibt es sowieso selten, am häufigst flitzen Golfcarts, Mopeds und Fahrräder durch die Gegend.



Timo und ich wollen nach unserer Ankunft selbstverständlich so schnell es geht nass werden! Zu gespannt sind wir auf die Tauchplätze von Belize. Außerdem schraubt Timo in jeder freien Sekunde entweder an seiner Kamera oder an seinem Rechner herum – der Bursche braucht neues Bildmaterial. Unser Partner des Vertrauens ist die Tauchbasis Amigos del Mar, deren Haupttauchbasis auf einem großen Steg über dem Wasser zentral in San Pedro gelegen ist. Was mich tatsächlich von Anfang an fasziniert, ist die punktgenaue Organisation der Tauchbasis. Zusätzlich zu den vielen Tauchausfahrten, die dort durchgeführt werden, bietet die Tauchbasis auch einen Abholservice per Boot von den verschiedenen Hotels der Insel an. Das ist in der Tat sehr angenehm, denn so braucht man sich um wenig bis gar nichts zu kümmern UND die Schnellboote sind tatsächlich immer pünktlich und wissen ganz genau was sie zu machen haben. Dazu muss man anmerken, dass die Tauchbasis wirklich groß ist, was man aber erfreulicherweise nicht spürt, weil die Ausfahrtszeiten so gut koordiniert werden, dass niemals viele Boote gleichzeitig ablegen. An der Tauchbasis geht es locker und gemütlich zu, Früchte, Säfte, Wasser, Tee und Kaffee werden durchgehend angeboten, so dass man im schlimmsten Wartefall locker auf dem Steg sitzen, ein Getränk schlürfen und das Urlaubsfeeling genießen kann. Alle Tauchguides sind extrem professionell, sehr aufmerksam und hilfsbereit. Und das ist definitiv kein Werbe-Blabla, sondern genau so war es. Timo wurde mit seiner riesigen Kamera und dem doppelten Langanzug immer prima geholfen und mindestens einer aus der Crew hat ihm sofort seine Kamera abgenommen, sobald es etwas schaukelig wurde oder er ins Wasser wollte. Die Jungs von Amigos del Mar machen das wirklich klasse… Dickes Lob!



Die Local Spots sind fein, aber kein ganz dicker Ausreißer nach oben. Wobei auch das relativ ist, denn beispielsweise dachte ich bei einem Tauchgang nach ca. 30 Minuten und ein paar schick bewachsenen Canyons, dass das ganz nett, aber eben kein unbedingtes Highlight war, als drei Mords-Ammenhaie neugierig unsere Gruppe besuchen. Während ich gerade dabei bin, ein Top-Video von den Haien zu machen, prustet Timo hinter mir aufgeregt in seinen Atemregler, was ich aber irgendwie nicht richtig kapiere. Schon wieder. Nach dem Flughafen-Malheur schon das zweite Mal, dass ich seine Zeichen nicht richtig verstehe. Ich filme also weiter meine Haie und bin total happy mit den Aufnahmen, bis mir Timo später im Boot mit weit aufgerissenen Augen und italienischem Gestikulieren erzählt, dass nur ein paar Meter weiter, eine Delfinfamilie mit einem weiteren Ammenhai gespielt hat. Bitter. Da ist es wieder zurück, mein „tolles“ Tauchkarma.



Als dann schließlich das Blue Hole auf dem Programm steht, fühle ich mich am Ziel meiner Karibik-Tauchträume! Ich meine, das Blue Hole ist einer der Tauchplätze, der mich seit meinem Beginn bei Nautilus reizt. Wie oft habe ich schon Geschichten über Jacques Cousteau mit seiner roten Mütze auf seinem Schiff Calypso gelesen oder gehört und wie er 1971 die Ausmaße dieses außergewöhnlichen Tauchplatzes entdeckt hat… Wie oft habe ich schon Werbebilder mit diesem kreisrunden, tiefen Blau und dem türkisen Hellblau drum herum gesehen? Und wie oft wurden mir schon die unterschiedlichsten Geschichten von Tauchern erzählt, die das Blue Hole bereits betaucht haben?! Die Tiefe von über 120 Metern, die Steilwände, die Haie… Wie das eben so ist mit den wirklich besonderen Tauchplätzen dieser Welt, denn genau das macht ja auch deren Reiz aus.

Von Ambergris Caye ist die Anfahrt leider eine etwas längere Veranstaltung, denn das Blue Hole liegt im Lighthouse Reef – einem der drei vorgelagerten Atolle. Im Übrigen gibt es in der Karibik überhaupt nur vier Atolle und drei davon befinden sich in Belize. Damit sich die aufwändige Fahrt zum Lighthouse Reef auch lohnt, werden immer gleich drei Tauchgänge eingeplant, so dass man unterm Strich wirklich den ganzen Tag unterwegs ist. Als uns Joe, der umtriebige Basenleiter, unsere Abholzeit für die Fahrt zum Blue Hole mitteilt, schlucken Timo und ich kurz, nehmen die Information aber so männlich wie möglich auf. 5 Uhr morgens. Eine erfrischende Uhrzeit für jemanden wie mich, der in Sachen Aufstehen eher karibisch tickt…Um diese Zeit ist es noch dunkel, was es nochmal spannender macht, wenn man auf dem Steg auf das Transferboot wartet. Ganz langsam schiebt sich die Sonne hinter dem Meer nach oben und bringt mit jeder Minute ein bisschen mehr warmes und orangefarbenes Licht. Dieser Moment des Wartens bei Sonnenaufgang hat etwas.

Unsere Ruhe löst sich auf, als wir in der Ferne das wendige Motorboot über die morgendlichen Wellen hüpfen sehen. Wie immer funktioniert alles pünktlich und zuverlässig. Drei weitere Taucher sitzen mit uns an Bord und sind – wie wir – mächtig gespannt. An der Basis werden alle Teilnehmer von unterschiedlichen Booten eingesammelt und müssen die mittlerweile üblichen Tauchbögen ausfüllen. Das Equipment wird ebenfalls mehrfach überprüft, was durchaus Sinn macht, denn an Bord will niemand feststellen, dass er etwas vergessen hat. Während das alles passiert kann man ruhig und entspannt an der Basis frühstücken und sich auf das Kommende ein wenig vorbereiten. Es ist eine Mischung aus Müdigkeit und Urlaubsstimmung, die in der Luft liegt. Wie nicht anders zu erwarten, kommen viele Gäste aus den USA, allerdings befinden sich auch genauso viele Urlauber aus Europa und Asien in unserer Ausflugsgruppe. An Bord des großen Tauchbootes gibt es ein erstes Briefing und die meisten Teilnehmer haben schon richtig gute Laune. „It’s a great day, to be great“ krakeelt einer der amerikanischen Taucher und alle freuen sich mit ihm über seinen klasse Kalenderspruch. Gute Laune haben die Amis eigentlich immer… Die Fahrt an sich ist erstaunlich schnell vorbei, zu gut sind wir mit Snacks und Früchten versorgt und zu leicht kommt man mit allen Gästen ins Gespräch, denn neben lustig sind die Amis auch sehr gesprächig. Mir gefällt das. Vor allem was die Deutschen von President Trump halten, wollen sie oft wissen, wobei ich bei der Frage wirklich aufpassen muss, mir nicht die Zunge zu verbrennen. Egal, die aufgeregte Vorfreude ist an Bord so was von spürbar, nur Timo checkt immer wieder das Monster von Kamera, sein Baby, denn es geht mitunter durchaus ein bisschen wellig zu. Als wir am Lighthouse Reef ankommen, ist das Flirren in der Luft greifbar, denn selbstverständlich wird während der Fahrt auch viel und gerne über das Blue Hole gesprochen. Je mehr wir darüber sprechen, desto eingehender stelle ich mir die Frage, wie tief sind eigentlich 45m – die prognostizierte Tauchtiefe am Blue Hole? Ich will auch gar nicht groß auf Spannung machen und erzählen wie es im Bauch kribbelt, denn das Briefing steht an. Es handelt sich vermutlich um das ausführlichste Briefing, das ich je bekommen habe – was ich gut finde. Es wird alles ganz genau erklärt, die Gruppen werden eingeteilt und es wird auf jede eventuelle Situation hingewiesen. Safety first und das ist hier definitiv angemessen. Vom Boot aus sieht das Blue Hole übrigens weit weniger spektakulär aus, als aus der Luft, denn es ist schlichtweg zu groß, um die Ausmaße komplett erkennen zu können. Bei einer Tiefe von 124 Metern hat das Blue Hole immerhin stattliche 305 Meter Durchmesser. Trotzdem, man kann den Korallenring von der Oberfläche aus erkennen, weil das wirklich schwarze Blau der Tiefe in einem heftigen Kontrast zum warmen Karibiktürkis des Sandrings steht. Entsprechend lassen es sich einige auch nicht nehmen ein Foto oder – noch besser – ein Selfie vom Blue Hole zu machen, was im Endeffekt aber tatsächlich wenig Aussagekraft besitzt. Irgendeine Nase mit Wasser im Hintergrund !



Endlich geht es los! Als wir abtauchen und auf der Kante bei 15 Metern sind, pumpt mein Herz wie vor einem Tennis-Meisterschaftsfinale, will sagen: schnell. Ab jetzt geht es zackig, damit wir unten mehr Zeit haben, denn diese ist aufgrund der Tiefe ohnehin knapp bemessen. Angeführt wird die gut zusammengestellte Gruppe von einem erfahrenen Tauchguide und das Schlusslicht ist ein weiterer Tauchguide. Wie gesagt, Sicherheit geht vor. Die respekteinflößende Steilwand rauscht an mir vorbei und es wird rasant dunkel. Und auch ein wenig milchig. 25 Meter. Als ich nach oben schaue, kann ich dennoch den Kreis der Riffkante wunderbar erkennen. Was für eine Kulisse! Dann kommt eine Sprungschicht und sofort wird die Sicht besser. 35 Meter. Und das in gefühlten 7,8 Sekunden. Timo ist schon im Fotomodus und justiert seine Kamera. Und dann sehe ich das, was das Blue Hole zu solch einem überragenden Tauchplatz macht. Baumdicke Stalaktiten und Stalagmiten tun sich in einer Art Einbuchtung auf, wobei sich deren heller Gesteins-Farbton deutlich von der Wasserfarbe absetzt. Wenige Sekunden später erkenne ich die komplette, angekündigte Höhle auf einer Tiefe ca. 40 Metern. Timo gibt mir ein Zeichen und dieses Mal verstehe ich es auch. Ich tauche also durch den Kalksteinwald hindurch und versuche, trotz meiner definitiv vorhanden Ehrfurcht, ganz entspannt für die Kamera zu posieren. Was nur bedingt funktioniert, denn wie sich später beim Durchsehen der Bilder herausstellt, reiße ich meine Augen derart weit auf, dass man meinen könnte, ich spielte ein Opfer in einem Horrorfilm. Aber kein Wunder, bei der Szenerie. 45 Meter. Timo und ich versuchen, die Zeit bestmöglich zu nutzen und landen dadurch auch prompt am Schluss der Gruppe, weshalb der zweite Tauchguide uns auch direkt bittet, langsam wieder mit aufzusteigen. Völlig korrekt. Timo hat allerdings noch nicht genug, gibt dem Tauchguide ein Zeichen und schickt mich nochmal in eine zweite Runde durch die Felsnadeln. Gerne! Ich bin begeistert! Oder ist das ein Tiefenrausch… ? Nein, alles gut, wir treiben langsam und sicher wieder nach oben und Timos Augen grinsen mir durch seine stylische Taucherbrille entgegen. Der Tauchguide freut sich mit uns, weil er sieht wie glücklich wir sind. Was für ein Kracher! Das Blue Hole. Ich habe es tatsächlich betaucht. Beim Austauchen oben am Sandring, der mit Korallenblöcken durchsetzt ist, stelle ich mir die Fragen: War es den Aufwand wert? Wird das Blue Hole seinem Ruf gerecht? Ich finde ja, und zwar aus mehreren Gründen. Die Stalaktiten und Stalagmiten sind einfach gewaltig. Die Betonung liegt auf gewaltig. Dazu der Überhang in der Höhle. Die Sprungschicht. Und der Mythos taucht natürlich auch mit. Wenn man Glück hat, kann man unten sogar Haie sehen, wie uns die Tauchguides hinterher berichten. Die Schnorchler haben heute oben am Ring des „Auges“ schon Barrakudas, Schildkröten und tatsächlich Haie gesehen. Es gibt also nur Gewinner an diesem Tag…



ABER! Das Beste ist, dass der Tag ja noch nicht vorbei ist. Nach einer schön entspannten  Pause folgt der zweite Tauchgang und der ist ganz sicher nicht minder interessant. Ganz in der Nähe des Half Moon Caye, einer kleinen Insel innerhalb des Lighthouse Reefs, tauchen wir an einer bizarr bunten Steilwand. Timo kommt gar nicht so schnell mit dem Fotografieren hinterher, wie ich ihm Motive zeige. Garniert wird das Ganze noch mit Riffhaien und Ammenhaien, die immer wieder ihre Kreise ziehen und sich fast schon „anbiedern“. Nach der Hälfte des Tauchgangs bekommen die weiterhin sehr interessierten Haie schon fast keine Aufmerksamkeit mehr, was ich bemerkenswert finde. Timo versucht sich weiter am perfekten Haibild inklusive Korallenriff UND Taucher. Ein fantastischer Tauchgang. Die Mittagspause verbringen wir dann schließlich auf Half Moon Caye, dieser Bilderbuchinsel, wie man sie schöner nicht malen könnte. Palmen schießen aus dem Sand wie Silvesterraketen, dazwischen puderzuckerweißer Sand und wilde Natur. Ein Traum. Für Tagesgäste gibt es ein paar Bänke und Tische, wo wir unser leckeres Mittagessen genießen. An der Stelle sei schon mal erwähnt, dass der Service der Crew erste Sahne ist. Keine Ahnung woher eigentlich dieser Ausdruck kommt, aber was die Jungs bieten ist mehr als sensationell. Nachdem wir noch ein bisschen Zeit haben, dürfen wir die Insel ein wenig erkunden, was auch alle dankend annehmen. Eigentlich bin ich nicht wirklich ein Vogel-Fan, aber ich laufe Timo einfach mal hinterher. Wie ich erfahre kann man hier Fregattvögel beobachten, was sich als überraschender Weise als sehr beeindruckend herausstellt. Wie die Männchen ihren Kehlsack aufpumpen, ist in jedem Fall ein tolles Fotomotiv, was Timo nochmal mehr erfreut als mich. Alles in allem eine perfekte Karibikinsel und für einen Moment lang fällt es schwer, sie für einen weiteren Tauchgang zu verlassen.



Dieser Gedanke verflüchtigt sich aber recht schnell, nachdem ich die ersten Worte des Briefings gehört habe. Der letzte Tauchplatz für heute trägt den einzigartigen Namen Aquarium. Wie einfallsreich. Da war ja selbst der Designer der japanischen Flagge kreativer. Aber so lange der Name hält was er verspricht, trage ich ihn gerne ein x-tes Mal in mein Logbuch ein. In den ersten fünf Minuten rauschen wir in einen Fischschwarm und wer meine Reiseberichte ein bisschen verfolgt, der weiß wie sehr ich Fischschwärme liebe. Volltreffer. Auf einmal entdecke ich zwölf Lobster in einer Felsspalte. Zwölf! Dicht an dicht. Hastig deute ich Timo meinen Fund an, der es fast nicht schafft alle Lobster auf sein Bild zu bekommen. Ein Hai schaut vorbei, aber wo normalerweise große Aufregung ausbricht, drehen sich hier einige Taucher bereits nach einigen Augenblicken weg. Erstaunlich wie schnell manche Taucher „satt“ werden. Ich bin jedes Mal wieder happy und grinse in meinen Atemregler. Das Highlight kommt aber zum Schluss. Zuerst stören wir eine Schildkröte beim Riff anknabbern, wobei stören das falsche Wort ist, denn die Gute setzt trotz unserer Gesellschaft nicht einmal ab. Erst nach einiger Zeit, dreht sie ganz in Ruhe ab und zieht weiter, und es macht Spaß sie dabei zu beobachten. Wo ist eigentlich Timo? Normalerweise hätte ich ihn unmittelbar neben mir vermutet, hektisch auf seinen Auslöser drückend. Als ich mich umdrehe, sehe ich den Grund für seine Abwesenheit. Eine locker doppelt so große Schildkröte schwimmt noch langsamer und entspannter direkt durch unsere Tauchgruppe hindurch.  Einfach so. Was für ein Brocken! Sicherlich die größte Schildkröte, die ich je gesehen habe…überragend.

Wieder an Bord ist die Euphorie groß. Drei unglaubliche Tauchgänge lassen den Gedanken an die lange Rückfahrt prompt vergessen. Ab jetzt ist Entspannen angesagt, denn die Crew beginnt in der Mitte des Tauchboots zu lateinamerikanischer Musik Cocktails zu mixen. Alle greifen dankend zu und genießen die angenehme Nachmittagssonne. Die Rückfahrt ist deutlich ruhiger als die Hinfahrt, alle sind mehr als gut gelaunt, weshalb tatsächlich sogar ein bisschen Partystimmung aufkommt. Zwischendurch begleiten uns noch ca. 50 Delfine und spielen fast schon kitschig schön mit den Wellen. Nachdem jeder sein Video im Handy hat, widmen wir uns wieder den Cocktails, die wirklich richtig lecker und heute die Kirsche auf der (ersten) Sahne sind… Ein perfekter Tauchtag!





Preisbeispiel Ambergris Caye:

  • Flug ab Deutschland über die USA mit Zwischenübernachtung,
  • 10 Nächte Hotel Caribbean Villas im Deluxe Standard Zimmer mit Doppelbelegung, Flug ab Deutschland über die USA mit Zwischenübernachtung, Inlandsflüge, keine Verpflegung ab € 1.199,– pro Person zzgl. ca. € 460,– Flugsteuern
  • 5 Tauchtage mit 11 Tauchgängen inklusive eine Tagesfahrt zum Blue Hole € 562,–

CAYE CAULKER

Wie soll man das noch toppen? Oder besser: wie kann man dieses besondere Gefühl und diese einzigartige Erfahrung am besten behalten oder mitnehmen? Idealerweise in dem man erst einmal einen Cut und etwas ganz anderes macht. Per Fähre geht es von Ambergris Caye direkt weiter nach Caye Caulker, eine schnuckelige Insel, die als Backpacker-Geheimtipp gilt. Bei meiner Recherche habe ich in Foren Sätze wie „bitte haltet dieses Paradies geheim“ oder „sagt niemandem etwas davon“ gelesen, was natürlich extrem spannend klingt, aber ich darf es gleich vorweg nehmen, so geheim ist die Insel gar nicht mehr. Allerdings soll das nicht heißen, dass es dort nicht mehr schön wäre, denn Caye Caulker ist immer noch eine absolut bezaubernde und höchst atmosphärische Insel. Mein Herz hat sie sofort gewonnen, aber bei einem emotionalen Menschen wie mir ist das ehrlich gesagt ein Leichtes. Und trotzdem, man spürt schnell, dass ein außergewöhnliches Gefühl diese Insel ausmacht, denn die Hektik eines Pauschalurlaubs ist hier definitiv nicht zuhause. Zunächst einmal, es gibt keine Autos auf Caye Caulker, was ich prinzipiell immer klasse finde. Es geht karibisch bunt zu, auch wenn diese Beschreibung ähnlich originell ist wie einen Tauchplatz Aquarium zu nennen, aber die kleinen Bretterbuden und die pastellfarben angepinselten Wände sind einfach bezaubernd. Die Straße bzw. Wege sind simple Sandpisten und die Hotels haben erfreulicherweise noch nicht den heutzutage so angesagten Eco-Chic angenommen. Im Gegenteil: einfach ist hier die Devise. Außerdem: zuckrige Strände mit photoshopblauem Wasser sucht man hier vergebens, was sicherlich der Hauptgrund ist, weshalb die Insel touristisch noch nicht durch die Decke gegangen ist. Mir ist das egal, sondern eigentlich kommt mir das sogar entgegen, denn innerlich schalte ich inmitten dieses Paradieses bereits nach den ersten 30 Minuten zwei Gänge runter. Entschleunigen nennt man das glaube ich. Gefühlt ist auf Caye Caulker den ganzen Tag Happy Hour, so viele kleine Bars gibt es, die die Gäste mit kühlen Drinks, Schaukelsitzen an der Bar oder kleinen Snacks anlocken. Ich könnte ewig durch die kleinen Gassen schlendern, hier mal einen Drink nehmen, da mal Shrimps-Ceviche essen und dort einfach nur zwischen den Palmen hindurch aufs Meer schauen. Manchmal braucht man ja oft ein paar Tage, um im Urlaubsgebiet „anzukommen“, hier auf Caye Caulker habe ich die Karibik ganz schnell verinnerlicht. Ganz am nördlichsten Ende der Insel befindet sich die Strandbar Lazy Lizard, die man gut und gerne als DEN Treffpunkt der Insel bezeichnen kann. Dort gibt es einen abgerockten Barbereich, der vermutlich schon viele Partys erlebt hat, und eben keine fancy Daybeds mit Wasserhauchspender für professionelle Söhne. Der DJ feiert seine eigene Playlist und die dicken Boxen, die den Barbereich flankieren, tun ihr übriges. Zeit ist hier quasi nicht existent, einzig der Sonnenstand sagt einem wie fortgeschritten der Tag bereits ist. Irgendwie sehe ich nur entspannte Menschen hier. Besonders unterhaltsam finde ich das direkt vor der Theke aufgebaute Spiel Cornhole, bei welchem man aus einer bestimmten Entfernung kleine Sandsäcke in ein Loch in einem schrägen Brett treffen muss. Klingt simpel, ist es prinzipiell auch und doch kann man sich dabei vor versammelter Mannschaft problemlos so richtig zum August machen. “Clubmeister“ ist ein topless Rastafari, der zwar versucht unscheinbar zu wirken, sobald er aber einen Gast, der sich gerade noch ein Bier an der Bar bestellt hat, zu einem Spiel um fünf US-Dollar überredet hat, unfassbar stark Performer. Will sagen, er schmeißt die gefüllten Säckchen mit einer derartigen Präzision auf das Brett und meistens auch ins Loch, dass es wirklich eine Schau ist, ihm dabei zuzuschauen. Er bietet eine gute Mischung aus lässiger Arroganz und konzentriertem Spaß. Reihenweise sackt er die Kohle von den euphorischen und siegessicheren Urlaubern ein, die teilweise nicht einmal das Brett treffen. Großartig!

Caye Caulker macht irre viel Spaß. Ich fühle mich teilweise wieder wie 20 Jahre jung – bis ich an einem Spiegel vorbeilaufe. Die Insel IST jung, allerdings macht sie offensichtlich auch noch jung, denn es gibt genügend Besucher, die schon in Woodstock mit Blumen im Haar umhergelaufen sind und hier nochmal versuchen, die Zeit zurückdrehen. Und das ist kein Spruch! Teilweise spielen gut gebräunte Mittfünfziger mit Teenagern erstaunlich engagiert Beachvolleyball (Stichwort gutes Stellungspiel) oder man sieht abends an der Bar trainierte Rentner oberkörperfrei und nur mit Weste bekleidet durch die Menge tanzen. Aber nicht, dass wir uns falsch verstehen, denn das alles passt zu Caye Caulker und wirkt kein bisschen aufgesetzt oder deplatziert! Wie hier einer gekleidet ist, interessiert wirklich gar niemanden. Caye Caulker ist in dem Punkt wirklich komplett unverfälscht. Ich liebe es hier…



Selbstverständlich gibt es auch reichlich Ausflugsangebote, wobei die mit Abstand beliebteste Tour die Schnorcheltour in den Hol Chan Marine Park Reserve ist. Jener Marinepark befindet sich zwischen Ambergris Caye und Caye Caulker, sprich man kann ihn auch von Ambergris Caye aus besuchen. Je nachdem welchen Anbieter man wählt, ist das Ganze sehr touristisch oder eben etwas individueller. Timo und ich entscheiden uns für einen lokalen Anbieter, dessen Büro eine kleine Bretterbude ist. Vertrauen wird hier groß geschrieben. Ein wichtiger Aspekt bei diesen Ausflügen ist, dass man auf der Tour Ammenhaie und Rochen sehen kann, wobei einige der Anbieter dabei auch anfüttern. Wie immer ist das ein zweischneidiges Schwert, allerdings muss man dazu sagen, dass die Haie ursprünglich hierher kamen, weil die Fischer der Region, die es dort immer noch gibt, immer ihre Fischabfälle ins Wasser geschmissen haben. Bei unserer Tour haben wir tatsächlich einige kleine Nussschalen mit älteren Herren gesehen, die genau das gemacht haben, sprich es handelt sich nicht nur um eine Legende. Unser Kapitän rühmt sich damit, dass sie NICHT anfüttern, was mich letztens überzeugt. Auf unserem Boot sind neben uns noch drei weitere Gäste, weshalb es locker und entspannt zugeht. Als wir beim Highlightplatz Shark Alley ankommen, sehen wir sofort die Naturschutzparkwächter, die in ihrer Zone in einer hübschen Uniform patrouillieren und Timo direkt erstmal seine große UW-Kamera verbieten. Ein toller Start, was sich auch direkt in seinen Gesichtszügen widerspiegelt. Zum Glück hat er eine kleinere Ersatzkamera dabei – ein echter Profi eben. Das Erlebnis an Shark Alley ist dennoch wirklich großartig, denn der Name hält, was er verspricht: Hai-Gasse. Wie längliche Luftkissenboote schweben die großen Gruppen von Ammenhaien über das satte Seegras, wobei der Kontrast aus dem dunklen Grau der Haie und dem milden Grün des Seegrases im  klaren Wasser magisch aussieht. Teilweise sind es zehn oder mehr Haie nebeneinander, die in geschlossenen Formationen über den ca. 3 Meter tiefen Grund gleiten. Garniert wird dieses Erlebnis mit traktorreifengroßen Rochen, die sich immer wieder unter die Haie mischen und keinerlei Scheu kennen. Ein Rochen überfährt Timo förmlich, als er schnorchelnd ruhig am Boden liegt und seine Bilder macht. Mir passiert wenig später fast genau das gleiche… wirklich ein komisches Gefühl, wenn man komplett von solch einem ufoähnlichen Rochen Schatten bekommt. Als so nach und nach weitere Boote ankommen, beschließen wir weiterzufahren, und zwar zu einem der oben angesprochenen Fischerboote. Die beiden Fischer sitzen in einem alten Boot, was ganz sicher keinen TÜV mehr bekommen würde, und puhlen dabei das Fleisch aus den Conch-Muscheln. Die Reste wandern ins Meer und unter ihrem Boot warten auch bereits drei Rochen auf jenen Abfall. Diese drei Rochen sind nochmal größer als die ohnehin schon riesigen Unfallgegner von vorher. Als wir wieder nach Hause aufbrechen, bremst unser Kapitän auf einmal ab und das Boot ruckt wie ein widerspenstiges Pferd. Als er seinen Arm, als Zeichen, dass wir ruhig sein sollen, hebt, überkommt uns vorsichtige Euphorie. Was hat er gesehen? Zwei Schleifen mit dem Boot vergehen, bis er stolz verkündet: Manatees! Anscheinend kann man diese häufiger mal in dieser Region antreffen, allerdings ist es trotzdem immer reine Glückssache. Während wir uns vorsichtig fertigmachen, bekommen wir einige Regeln mit auf den Weg. Nicht zu dicht heranschwimmen und immer respektvoll bleiben, sprich nicht anfassen oder ähnliches. Für mich eine komplette Selbstverständlichkeit. Das Wasser ist hier ca. 5 Meter tief und glasklar, weshalb wir auch sehr schnell die drei grasenden Seekühe am Meeresboden entdecken. Ich habe ja bereits einmal Manatees gesehen, und zwar in Florida am Crystal River, aber im Gegensatz zu hier, sind sie dort zu bestimmten Jahreszeiten garantiert. Will sagen, solch eine Überraschung ist natürlich etwas ganz Besonderes. Wie schon damals in Florida, bin ich direkt fasziniert von diesen massigen Unterwasserkühen. Ganz gemächlich schwimmen sie von einer Seegraswiese zur nächsten und kauen malmend ein bisschen darauf herum. Ab und zu tauchen sie ganz in Ruhe auf, um Luft zu holen, was für uns immer aufpassen bedeutet, damit wir ihnen nicht in die Quere kommen. Diese Begegnungen sind wirklich etwas Herzerwärmendes – diese Knuffeltiere muss man einfach gern haben. Timo ist komplett aus dem Häuschen, denn bei der Sicht ohne weitere Taucher oder Schnorchler im Hintergrund hatte er ideale Bedingungen für richtig gute Bilder…



Wer bewegte Bilder mag, hier gibt es mein zusammengeschnittenes Video zu diesen fantastischen Unterwassererlebnissen!

Als es heißt Abschied zu nehmen von Caye Caulker, ich auf der Fähre sitze und mich so zwischen den Gästen mit Flipflops umsehe, überkommt mich ein komisches Gefühl, denn es fühlt sich an, als ob wir irgendwie von einer fernen Insel zurück in die Zivilisation kommen. In dem Moment setzt Regen ein, allerdings hat das Boot nur einen kleinen überdachten Bereich, in dem Timo erfreulicherweise einen Platz gefunden hat. Die restlichen Gäste nehmen den Regen mit einem Lachen hin und saugen die Atmosphäre auf. Wenig später kehrt die Sonne auch schon wieder zurück und unsere Tour geht weiter Richtung Süden…

PLACENCIA

Wenn man sich so die Karte von Belize anschaut, vermutet man irgendwie, dass der südlich gelegene Ort Placencia richtig weit weg ist, sprich Hamburg-München weit, allerdings dauert der Flug mit einer kleinen Propellermaschine nur ca. eine halbe Stunde. Und es ist das erste Mal, dass ich mich im Flugzeug wie in einem Bus fühle, denn wir machen zwischendurch insgesamt zweimal Halt, wobei jedes Mal Gäste ein- und aussteigen, bis wir schließlich in Placencia ankommen.

Bei meiner Planung für diese Reise war ich mir erst nicht ganz sicher, wie ich Placencia  einsortieren soll, denn es gab eigentlich gar nicht so viel darüber zu lesen. Zu dominant sind das Blue Hole, Ambergris Caye und die vielen (sehr teuren) Resorts auf den kleinen vorgelagerten Inseln. Aber genau das hat mich noch neugieriger gemacht. Manchmal ist es besonders aufregend, wenn man irgendwo hinreist und nicht wirklich weiß, was einen erwartet… Placencia liegt, und das kann man auf jeder Karte sofort erkennen, auf einer sehr langen und sehr schmalen Halbinsel, weshalb es de facto nur eine echte Straße dorthin gibt, die ganz am Ende in die „Altstadt“ von Placencia führt. Das Wort Altstadt verwende ich aber mit einem Augenzwinkern, denn es handelt sich weder um eine Stadt, noch um einen kolonialen Ort mit Kopfsteinpflaster oder ähnlichem, sondern man könnte wohlwollend sagen: die Straße und die umliegenden Häuser machen einen älteren Eindruck. Die Straße sieht nämlich aus, wie ich es noch von früher kenne, als ich Ferien auf dem Bauernhof gemacht habe, also mit mehr Schlaglöchern als ebenen Stellen. Überhaupt wirkt es so, als ob man die Straße nie bearbeitet, sondern den Bereich einfach freigelassen und drumherum Häuser hingestellt hat. Sobald ein Auto über die Straße fährt, staubt es wie im wilden Westen. Parallel zu dieser Schotterpiste verläuft hinter der ersten Häuserreihe am Meer ein betonierter Fußweg, der speziell abends stark frequentiert wird, wenn alle Einheimischen und Touristen sich auf den Weg zu den zahlreichen Restaurants und Bars machen. Diese befinden sich entweder direkt an diesem Weg oder unmittelbar am Strand. Auch die kleinen Querstraßen zwischen der Autostraße und dem Fußweg lohnt es sich zu erkunden, denn manchmal sind ja die besten Locations, diejenigen, die NICHT sofort ins Auge springen. Wer eine Woche in Placencia verbringt, hat am Ende vermutlich immer noch nicht alle Restaurants ausprobiert. Teilweise handelt es sich um ganz winzige Cabanas mit nur vier Tischen, manchmal sind es schöne, von Palmen geschützte, Hütten oder aber sind es Open-Air-Restaurants mit Live-Band am Meer. Die Küche ist überall gut, die Gerichte sind überall unterschiedlich und besonders bei der Barefoot-Beach-Bar kann ich mich kaum entscheiden – so lecker liest sich die Speisekarte. Der Name ist übrigens Programm, denn man sitzt direkt im Sand und schaut dabei aufs Wasser. Traumhaft. Das Gute an Placencia ist, dass es alles gibt, sprich Supermärkte, Apotheken, Banken, Restaurants und es dieser kleine Ort dennoch geschafft hat, ursprünglich zu bleiben. Es ist eine sehr angenehme Mischung aus Einheimischen und Touristen, wobei es eben nirgends große Hotels gibt, sondern immer nur kleine Unterkünfte. Das Gesamtbild passt.



Mein absoluter Hotelfavorit ist das Belizean Nirvana, eine wirklich klasse Anlage, direkt am Strand und am Meer und dabei gleichzeitig im Zentrum von Placencia. Barbara, die Inhaberin, hat als Kind mit ihrer Familie immer ihre Ferien hier verbracht und wollte unbedingt hierher zurück. Sie und ihr Mann haben irgendwann ein Grundstück gekauft und gewartet, wie sich der Ort entwickelt. Währenddessen sind sie viel gereist und haben dabei viele praktische Ideen für ihr künftiges Hotel eingesammelt. Zum Beispiel erzählt sie mir, dass es sie immer genervt hat, wenn sie den Kühlschrank ausstecken musste, nur um eine Steckdose für das Handyladekabel zu finden. Entsprechend gibt es viele Steckdosen. Dazu ein lokales Handy, damit man nicht aufs Wlan angewiesen ist, Duschen vor der Tür, damit man den Sand nicht mit hineinnimmt und viele weitere kleine tolle Feinheiten, die es jedem Urlauber praktischer und angenehmer machen. Insgesamt gibt es nur fünf Zimmer, alle sind geräumig, schön eingerichtet und verfügen natürlich über eine Terrasse mit Meerblick. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis passt, vor allem wenn man bedenkt, dass die Lage tatsächlich kaum besser sein könnte. In meinen Augen ein Volltreffer, denn wenn man schonmal in Placencia ist, will man eigentlich auch in Downtown sein.



Als Tauchbasis habe ich mir das Splash Dive Center heraus gesucht, welches sich zwar nicht im Zentrum von Placencia befindet, aber immerhin nur fünf Minuten entfernt, am Rande der Stadt an der eigenen Marina. Als Service werden kostenlose Shuttle-Transfers organisiert, und genau wie in Ambergris Caye funktioniert hier alles mit deutscher Zuverlässigkeit. Patty, die Inhaberin, macht einen exzellenten Job und koordiniert alle Ausfahrten und sogar auch Landausflüge. Man hat also alle Möglichkeiten bei einem Aufenthalt hier. Die Tauchbasis ist groß, gemütlich und top ausgestattet – es fehlt sich an nichts. Mit fünf Booten unterschiedlicher Größe werden viele verschiedene Tauchausfahrten angeboten, von Local Dives bis hin zum dritten Atoll in Belize, dem Glover’s Reef. Bei uns steht zunächst der Tauchspot South Water Caye Marine Reserve auf dem Programm, und ich sollte etwas erleben, was ich noch nie erlebt habe.



Wiederum heißt es früh aufstehen, was in Zahlen 6 Uhr morgens heißt, weil um diese Zeit das Meer ruhiger und die Ausfahrt angenehmer ist. Kann ich nur bedingt bestätigen, aber wir sind hart im nehmen. Für Leute mit schwachem Magen sind diese Bootsfahrten sicherlich herausfordernd, aber wie ich mitbekommen habe, werden auch Tabletten verteilt, die dem ein oder anderen recht gut helfen. Das South Water Caye Marine Reserve ist eine geschützte Region rund um eine paradiesische Insel, bei der wir später auch das Mittagessen bekommen werden. Das Briefing hört sich wie so oft überragend an, als ob uns unter Wasser ein fabelhafter Zoo erwartet. Trotzdem, bisher war Belize gut zu uns, weshalb ich vorsichtshalber genau hinhöre. Unter Wasser bin ich kaum am Grund angekommen, als sich vor Timo ein dicker Barrakuda perfekt platziert und an einem farbenprächtigen Schwamm quasi für ein Bild anbiedert. Im Kasten. Zwei Flossenschläge später bekunden zwei Ammenhaie starkes Interesse an einer Fotosession, indem sie teilweise nebeneinander an der Riffkante durch den Korallengarten pflügen. Wieder einmal wird mir dabei die Schönheit dieser Kreaturen bewusst. Die Haut, die Augen, die Flossen… Timo kann diesen Moment vermutlich nicht ganz so genießen, denn er dreht neben mir fast durch und schießt ein Foto nach dem anderen. Kein Wunder, Haie im Riff sind einfach großartige Aufnahmen. Kaum, dass wir uns wieder berappelt und nahe dem Drop-Off platziert haben, um beide Seiten abzudecken, bewegt sich etwas im dunklen Blau. Es flattert. Und zwar nicht alleine. Gleich drei kapitale Adlerrochen überholen mich erstaunlich langsam auf der linken Seite. Jetzt ist es an mir durchzudrehen und Timo meine Entdeckung mitzuteilen. Gleichzeitig läuft meine GoPro bereits. Das Beste ist, dass die Adlerrochen nicht wie sonst so oft tiefer gehen oder gar hektisch abhauen, sondern sie schwimmen in aller Seelenruhe neben uns weiter. Keine schnellen Bewegungen, keine Aufregung, nur ganz entspannte Flügelschläge. Sagenhaft. Wir folgen ihnen ca. 5 Minuten, aber dann werden sie uns doch zu schnell, wobei nach wie vor keine Hektik zu erkennen ist. Yes. Belize schenkt mir wohl doch hervorragendes Tauchkarma, erst die Manatees und jetzt die Adlerrochen. Besser kann es nicht werden. Timo und ich sammeln uns wieder und nehmen eine Schildkröte ins Visier, als ich auf der anderen Seite der Riffkante nochmal Adlerrochen entdecke. Aber nicht drei! Eher acht oder zehn Adlerrochen schwimmen uns in entgegengesetzter Richtung im flacheren Bereich des Riffs entgegen. Kaum, dass ich Timo Bescheid gegeben habe, ist er auch schon weg. Hier geht was. Der Tauchguide hinter uns quietscht mit seinem „Herschauen“-Raschler, damit auch der Rest der Gruppe an diesem unglaublichen Moment teilhaben kann. Es gibt ein paar kurze Zeichen und Timo verschwindet mit dem zweiten Tauchguide, während ich mich ganz langsam diesem wunderschönen Schwarm annähere. Sie zeigen keinerlei Scheu, sondern umzingeln mich förmlich. Sie sind ganz nahe, so dass ich ihnen in die Augen schauen kann. Die Muster auf ihrem Rücken hypnotisieren mich fast ein wenig, so sehr bin ich in diesen Augenblick verliebt. Dann kommt es noch besser. Die Adlerrochen-Gruppe, die rechts an mir vorbeischwimmt macht linksherum kehrt und die links an mir vorbeischwimmen umgekehrt. Ich schätze es sind bis an die 20 Tiere. Sie sind überall. Leider versemmle ich die GoPro-Aufnahmen ein wenig, weil ich vor lauter Aufregung nicht die nötige Ruhe habe und entsprechend gar nicht weiß wohin ich zuerst filmen soll. Ein paar schöne Filme sind erfreulicherweise trotzdem dabei herausgekommen. Die Begegnung dauert eine gefühlte Ewigkeit, weil immer wenn eine Gruppe wegschwimmt, sich eine andere Gruppe wieder nähert. Gänsehaut unter Wasser. Spontan überlege ich mir, ob ich mir einen Adlerrochen auf die Schulter tätowieren lassen soll, weil ich so unfassbar überwältigt bin. Irgendwann müssen wir diese unbeschreibliche Situation verlassen, ganz einfach weil uns die Luft ausgeht – die Adlerrochen wären vermutlich noch länger geblieben. Wieder an Bord des Tauchbootes herrscht für ein paar Sekunden irritierte Stille und dann bricht es aus allen heraus. Wildes Geschnatter und euphorische High-Fives Einer der besten Tauchgänge überhaupt. Rays for days! Es ist wirklich nicht zu fassen, was da gerade passiert ist. Legendär.



Auch das Mittagessen und die weiteren beiden Tauchgänge rund um das South Water Caye Marine Reserve sind klasse. Es gibt weitere Haie, Fischschwärme und sogar ein Oktopus, sowie ein Seepferdchen direkt am Steg während der Mittagspause. Ich liebe dieses Gefühl bei der Rückfahrt auf dem Tauchboot, wenn einem die warme Abendsonne im Gesicht steht, der Fahrtwind mild die Haare nach hinten bläst und man sich einfach nur über einen solch fantastischen Tauchtag freuen kann. 100 von 100 Punkten. Placencia, ich habe keine Ahnung, warum du bisher so unter dem Radar fliegst, aber in meinem Logbuch gibt es ein dickes Ausrufezeichen für dich. Vor allem weil die anderen Tauchplätze, die ich in den darauffolgenden Tagen noch besuche, ebenso aufregend sind! Beispielsweise am Glovers Reef, das dritte Atoll von Belize, welches so unberührt ist, dass ich schon alleine nur mit den Korallen genügend Spaß hätte. Haie, Rochen und Schildkröten gibt es fast wie selbstverständlich dort bei eigentlich jedem Tauchgang. Stark ist auch noch Gladden Spit and Silk Cayes Marine Reserve, ein Schutzgebiet, das den östlichsten Punkt dieser Region darstellt und wo man im Zeitraum Mai und Juni Walhaie sehen kann. Die Mittagspause auf der gleichnamigen, winzigen Insel ist dann wieder etwas fürs Fotoalbum. Bei einem Social Media-Post wäre der Hashtag #nofilterneeded genau die richtige Wahl. Lächerlich blau ist das Wasser und der weiße Strand darunter wirkt wirklich übertrieben kitschig. Alles in allem ist Placencia ein Volltreffer, über und unter Wasser. Hier will ich wieder hin und zwar so schnell wie möglich. Danke Placencia für diese Erlebnisse…



Die Abreise fällt mir schwer. Sehr schwer. Ich sitze mit Barbara, der Hotelinhaberin, nach dem Frühstück noch gemütlich zum Quatschen zusammen, als uns auffällt, dass wir völlig die Zeit vergessen haben. Nicht komplett, aber zu spät sind wir allemal. Mein Flug wartet ja nicht. Sollte man meinen. Barbara klingelt kurz beim Airport durch und sagt, dass wir gleich kommen werden. Problem gelöst. Das war einfach. Der Airport ist aber, das muss man dazu sagen, winzig. Ein besserer Eingangsbereich für einen richtigen Flughafen. Sehr klein und sehr übersichtlich. Die drei Mitarbeiter hantieren mit allerhand Papier, weil der Computer aussieht wie mein Kindheitscomputer Amiga 500. Alles läuft händisch. Entsprechend ist meine Bordkarte auch ein Stück Pappe. Als mein Flug dann an der Reihe ist, nickt mir der Mitarbeiter lediglich zu, eine Durchsage gibt es nicht. Irgendwie putzig. Als ich auf dem Rollfeld Richtung Flugzeug marschiere, kommt derselbe Mitarbeiter noch einmal zu mir und fragt: „do you wanna copilot?“ Ob ich Co-Pilot sein möchte… ?! Mmmh, interessante Frage, ich meine, außer dumm schauen kann ich ja schließlich nichts im Flugzeug tun. „Das reicht“, meint er und zack, schon sitze ich in der sprichwörtlich ersten Reihe. Ich versuche ein wenig Smalltalk mit dem Piloten zu führen, aber ich vermute der Flughafenmitarbeiter hat meine neue Position nicht mit ihm abgestimmt, denn er kann meine Euphorie ganz offensichtlich nicht im geringsten nachvollziehen. So gelangweilt wie beim Zähneputzen drückt er seine Knöpfe und lässt den kleinen Hüpfer starten, als ob es so einfach wäre, wie aus dem Bus zu winken. Als wir nach wenigen Minuten unsere Flughöhe erreicht haben, verschickt er erstmal ein paar WhatsApp-Nachrichten. Easy. Nicht mal als wir frontal in eine massige Wolke hineinfliegen, zuckt er wirklich. Gäbe es einen Film über irre lässige Flugkapitäne, er würde die Hauptrolle darin spielen. Fehlt nur noch, dass er den Ellbogen aus dem Fenster schiebt. Aber was soll ich sagen, der Flug ist spitze und wir landen – nach wiederum einigen Zwischenstopps – ganz safe in Belize City. Wieder eine neue Erfahrung! Ich hatte definitiv meinen Spaß…





Preisbeispiel Placencia:

  • Flug ab Deutschland über die USA mit Zwischenübernachtung,
  • 10 Nächte Hotel Belizean Nirvana in einer Standard-Suite mit Doppelbelegung, Frühstück, Inlandsflüge und Transfers ab € 1.539,– pro Person zzgl. ca. € 460,– Flugsteuern
  • 5 Tauchtage mit 10 Tauchgängen inklusive einer Tagesfahrt zum South Water Marine Reserve (2 Tauchgänge) und einer Tagesfahrt zum Glovers Reef (2 Tauchgänge) € 928,–

Zu diesem Zeitpunkt heißt es auch Abschied nehmen von Timo, der als gefragter Mann schon wieder weiter muss. Irgendwas in Italien steht an. Ich war irre froh, ihn mit dabei zu haben, denn wie schon eingangs erwähnt, wir haben so viele tolle Sachen erlebt, es wäre sehr schade gewesen, wenn ich sie nicht mit einem so coolen Buddy hätte teilen können. Seine Drohne hat er übrigens tatsächlich wieder bekommen, was ihn die ganze Rückreise über  ziemlich nervös gemacht hatte. Alles gut gegangen!



HOPKINS

Anmerken möchte ich an der Stelle noch, dass ich außerdem den Ort Hopkins besucht habe, der ca. auf 2/3-Strecke zwischen Belize City und Placencia liegt. Und Hopkins war fantastisch! Ein kleiner, vollkommen ursprünglicher Ort, in den sich nur ca. acht Hotels außerhalb des Zentrums an einen schönen Strandabschnitt verirrt haben. Nachdem es mir Straßen dieses Mal irgendwie angetan haben, möchte ich auch diese kurz beschreiben, und zwar sieht sie aus wie ein Schotterweg in Afrika. Lehmig, rötlich und mit tiefen Spurrinnen. Wie gesagt, der Ort ist noch sehr untouristisch und hat genau deshalb sicherlich seinen Reiz. Besonders die Bar Loggerheads hat mich umgehauen, denn zum einen waren die Burger absolute Spitzenklasse (und damit meine ich: absolute Weltklasse) und zum anderen ist die Bar einfach urig. Zweistöckig, zu drei Seiten hin offen, alte Holzmöbel und Live-Musik. Der verplante Service gehört dann auch einfach dazu. Wer nicht früh da ist, bekommt keinen Platz mehr, ich denke das sagt schon alles. Touristen und Einheimische essen, trinken und feiern hier in einer großartigen Atmosphäre. Dazu gibt es einige weitere kleinere Restaurants, die ebenfalls alle überzeugen konnten. Auch das Hotel war ein Treffer: die Parrot Cove Lodge ist ein gemütliches, kleines Hotel mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, schönem Beach-Restaurant und traumhaftem Sandstrand direkt vor der Haustür. Bis hierhin ein fantastisches Produkt, das ich liebend gerne mit ins Programm aufgenommen hätte. Einzig die Tauchoperation passt noch nicht. Das Splash Dive Center aus Placencia bietet zum Beispiel auch Tauchausfahrten ab Hopkins an, allerdings nur mit einer Mindestteilnehmerzahl von vier Personen. In dem Fall kommen die Tauchboote von Placencia und holen die Gäste ab. Die Tauchgebiete sind fast die gleichen wie von Placencia aus, das South Water Caye Marine Reserve ist sogar beispielsweise deutlich näher. Aber ich möchte aktuell kein Hotel verkaufen, bei dem ich nicht garantiert weiß, dass auch zwei Gäste sicher tauchen können. Kleingruppen wären also perfekt für Hopkins! Ich kann diesen Ort nur wärmstens empfehlen, aber so lange das Tauchen nicht ganz sicher funktioniert, ist das bisher leider nur eine Option und keine Festbuchung für mich. Dies einfach mal als Information, damit auch klar wird, dass ich nicht alles direkt für gut befinde, sondern mich durchaus kritisch mit den verschiedenen Gebieten und Angeboten auseinandersetze. Ich habe mir beispielsweise auf Ambergris Caye bestimmt 15 Hotels angesehen, wobei ich nur drei davon mit ins Programm aufgenommen habe. In Placencia habe ich ebenfalls ungefähr zehn Hotels besichtigt, aktuell haben es vier in unser Angebot geschafft. Ich versuche also gut auszusieben und eine persönliche Auswahl zu treffen.



RUNDREISE

Nach so viel Action unter Wasser, kommt nun Abwechslung über Wasser. Belize hat nämlich neben den vielen Inseln und den offensichtlichen Tauchabenteuern an Land ebenfalls eine ganze Menge zu bieten. Leider reicht die Zeit für mich dieses Mal nicht aus, um eine richtige Rundreise zu machen, sondern ich bekomme ein Art Kurz-Programm zum Kennenlernen. Aber, es sei nochmal gesagt, das Schöne in Belize ist, dass es sich um kurze Strecken handelt. Es ist nicht unbedingt so, dass weiter weg auch besser ist, nein. Sehr schöne Tempelanlagen sind teilweise in kurzen Transfers zu erreichen. Zwei der kulturellen Highlights liegen beispielsweise in praktischer Nähe von Belize City, und zwar Altun Ha und Lamanai, beides beeindruckende Tempelanlagen, die definitiv einen Besuch wert sind. Klar, viele werden sagen, dass es sich ja nur um alte Steine handelt, aber ich persönlich liebe solche Mayastätten. Unsere Agentur vor Ort warnt mich nur direkt vor, dass wir eine Zeit abpassen sollten, die uns einen Besuch außerhalb der Kreuzfahrtgäste sichert. Das ist wiederum der Haken an der guten Erreichbarkeit. Viele Tagesgäste könnten die gleiche Idee haben wie ich. Zum Glück bin ich flexibel und wir vereinbaren eine Besichtigung am Nachmittag. Mein Guide Victor ist sensationell: freundlich, auskunftsfreudig und ganz offensichtlich sind die Tempel und das Land Belize generell seine Passion. Sofort und völlig unkompliziert ergibt sich ein Gespräch, bei dem er mir viele spannende Dinge erzählt. Über die Herkunft des Namens Belize gibt es viele Geschichten, die alle unterschiedlich ausführlich sind, aber eigentlich alle das gleiche Ergebnis haben, nämlich, dass sich Belize von dem Maya-Wort Belikin ableitet, welches „schlammiges, trübes Wasser“ bedeutet. Vermutlich kommt dieser Ausdruck vom Fluss Belize River, aber er lässt sich auch auf viele Gegenden von Belize übertragen, denn es gibt zahlreiche Mangroven, Urwälder und überhaupt sehr feuchte Gebiete.

Außerdem erfahre ich, dass eine meiner Lieblingsnüsse, nämlich die Cashew-Nuss sehr aufwendig aufbereitet werden muss, bis sie endlich essbar und lecker ist. Eigentlich handelt es sich nämlich um einen Cashew-Apfel, und die rohen Cashewkerne sind leicht giftig. Erst nachdem sie geröstet werden, sind sie eine Leckerei. Aus dem Grund sind sie aber leider auch recht teuer.

Victor entdeckt irgendwie immer etwas am Straßenrand, über das er mir eine Geschichte erzählen kann. Mir gefällt das sehr, denn die Art und Weise wie er erzählt ist anschaulich und verständlich.

Angekommen in Altun Ha, können wir auf dem Parkplatz schon erkennen, dass wir viel Platz haben werden. Nur fünf weitere Autos und keinerlei Busse lassen den riesigen Ankunftsbereich verwaist wirken. Was das angeht haben wir also alles richtig gemacht. An der Kasse fragt Victor, ob heute bereits Kreuzfahrer hier gewesen wären und die verzogenen Mundwinkel kombiniert mit einem langsamen Nicken verraten uns, dass es vermutlich einige waren. Egal, ich sehe erst mal niemanden weit und breit – es könnte kaum besser sein. Ich war schon bei so vielen Tempeln, in so vielen Kirchen und bin schon durch so viele historische Stätten gekraxelt, dass ich genau weiß, zu detaillierte und tiefgreifende Referate von den besten Führern bringen nichts. Gleiches gilt für dicke Reiseführer. Es bleibt nichts hängen und ich habe die meisten Geschichten bereits nach wenigen Minuten wieder vergessen. Das ist eine unbequeme Wahrheit und höchst bedauerlich, aber so ist es nun einmal. Nicht aber, wenn der Führer spannende Überschriften liefert und dazu eine simple aber prägnante Geschichte erzählt. Am besten kann er direkt dazu etwas Konkretes zeigen. Genauso macht es Victor. Er zeigt mir etwas, erzählt mir eine knackige Hintergrundgeschichte und lässt das Ganze danach auf mich wirken. Tatsächlich kann ich mich jetzt noch genau erinnern, wo in Altun Ha dies oder jenes war. Das ist ein dickes Kompliment, denn die Anlage ist wirklich groß. Wir teilen die ganze Anlage in dem Moment nur mit sechs weiteren Besuchern, was auf die Fläche verteilt gar nichts ist. Auf meinen Bildern sieht man weitestgehend nur die Anlage, keine Neon-Shirts von Touristen und keine Gruppen, die mit Selfie-Sticks herumhantieren. Vermutlich Glück, aber ich hinterfrage es nicht weiter und finde es einfach nur überragend. Ab und zu freue ich mich direkt, wenn einer der anderen Besucher mal umher läuft, damit ich auf den Bildern die Dimensionen zeigen kann. Mir gefällt Altun Ha richtig gut, weil man viel entdecken, erklimmen und bestaunen kann. Vor allem natürlich der Haupttempel mit seinem Aussichtspunkt ist extrem faszinierend.

Unterm Strich kann ich nur jedem empfehlen, Belize nicht lediglich als Tauchparadies wahrzunehmen, was es zweifellos ist, sondern auch das Festland zu berücksichtigen. Die Touren sind nicht unbedingt günstig, aber in meinen Augen eine tolle Chance, eine Kultur kennen zu lernen, die definitiv mehr als interessant und reizvoll ist. Im Übrigen können wir sogar Touren nach Tikal in Guatemela anbieten, welches ja als einer der schönsten Maya-Tempel überhaupt gilt.




LIGHTHOUSE REEF – HURICAN DIVING

Zum Abschluss meiner Reise wartet nochmal ein ganz großes Finale auf mich. Schade, dass ich nun in der Einzahl schreiben muss, denn Timo hätte bei diesem Teil der Reise sicherlich auch noch seinen Spaß gehabt.

Frage, was ist noch besser als das Blue Hole von Ambergris Caye aus zu betauchen? Richtig, das Blue Hole als Hausriff zu haben! Wobei das ganz leicht übertrieben ist, aber 10 Minuten Anfahrt gilt in einigen Hotels ja immer noch als Hausriff. Es geht für mich in die Huracan Diving Lodge, welche sich auf der Insel Long Caye direkt im Lighthouse Reef befindet. Nur zur Erinnerung, das Lighthouse Reef ist das Atoll, in dem das Blue Hole liegt. Ich habe am Anfang über meinen großartigen Tauchgang am Tauchplatz Aquarium berichtet und DAS ist der direkt dem Anlegesteg der Huracan Diving Lodge vorgelagerte Tauchplatz, quasi ein Hausrifftauchplatz. Zu der Insel Halfmoon Caye, das war der Tauchplatz mit den vielen Haien, sind es per Boot drei Minuten. Was ich sagen will ist, dass all diese fantastischen Tauchplätze direkt vor der Haustür der Huracan Diving Lodge liegen. Und neben diesen drei Tauchplätzen gibt es noch viele weitere Tauchplätze dieser Qualität, denn das Lighthouse Reef in Belize ist eine der besten Tauchregionen der gesamten Karibik. Aufgrund der exponierten Lage kommen bloß ab und zu ein paar Tagesausflugsboote hierher und entsprechend sichtbar ist das auch an den komplett intakten und gesunden Riffen. Die Huracan Diving Lodge ist eines von nur zwei Hotels auf der Insel Long Caye und dabei das einzige Taucherhotel im gesamten Lighthouse Reef. Eine unglaubliche Perle für jeden Taucher und ich bin froh, dass ich sie gefunden habe…

Der etwas ungewöhnliche Name, rührt übrigens daher, dass es sich bei der Anlage um eine ehemalige Hurricane Warnstation handelt. Insgesamt verfügt die Anlage nur über fünf Zimmer, was ebenfalls ein dickes Plus ist. Vor allem geht es hier wunderbar familiär zu, denn alle Gäste sind nur wegen einer Sache hier, und zwar um zu tauchen.

Die Insel Long Caye ist ursprünglich, und das ist kein schönes Werbewort, sondern damit ist wirklich gemeint, dass die Insel fast überall so aussieht, wie die Natur sie haben wollte. Echte Natur kennt die jüngere Generation ja meist nur noch von Instagram-Posts oder aus der Jack Wolfskin-Werbung, aber hier gibt es sie tatsächlich. Als ich den Steg der Insel entlang gehe und auf das Ufer blicke, verstehe ich sofort was mir Christian, der deutsche Inhaber der Huracan Diving Lodge, mit der Info über die Natur sagen wollte. Wilde Palmen, die kreuz und quer wachsen, Seegras schwappt hier und da an den Sandstrand und abseits der Wege findet man nichts als dichtes Gestrüpp. Das mit dem Seegras ist anscheinend ein saisonales Ding, wobei man nicht sagen kann, wann genau dies passiert. Ein gelbes Holzschild der Huracan Diving Lodge verrät mir, dass ich richtig bin und weist mir den Weg durch den Dschungel zum Hotel. Eigentlich ist das recht smart, denn während man so den kleinen Pfad entlang geht, fängt man direkt an zu verstehen, wie diese Insel tickt. Ruhig ist es hier. Bis es auf einmal hinter mir ziemlich blechig zu scheppern beginnt. Als ich mich umdrehe, sehe ich meine Tauchtasche, die von der Crew per Quad abtransportiert wird. Deshalb sind die Wege wohl so breit, das macht Sinn… In dem kleinen Gästehaus angekommen, fühle ich mich ganz schnell wohl, aber es wird einem auch einfach gemacht. Der Essbereich, der quasi den Kopf des Hauses bildet, ist klein und gemütlich, zu drei Seiten hin offen, allerdings per Fliegengitter geschützt, und am Rande findet man Spiele, ein Schachbrett, Tauchbücher und Infos über die Insel. Eine kanadische Taucherin blickt von ihrem Buch auf und heißt mich aufs herzlichste willkommen. Von diesem Bereich führt ein langer und kolonial gestalteter Gang mit vielen Türen links und rechts bis zum Ende des Hauses. Hier befinden sich die Zimmer, die Küche und der Tauchequipmentraum. Mitten im Gang baumelt eine Hängematte und eine fläzige Couch steht daneben. Der Boden knarzt und der ganze Raum strahlt wohlfühlige Wärme aus. Mein Zimmer ist schön, sehr geräumig, mit Moskitoschutz über dem Bett, zwei Ventilatoren und einem überraschend großen Badezimmer. Klimaanlagen gibt es in der Huracan Diving Lodge nicht, die Fenster bestehen nur aus Gittern und abends zieht die Luft angenehm durch das ganze Haus. Traumschön, ein echtes Tauchresort.



Und das Tauchen könnte besser kaum sein! Ich komme tatsächlich in den Genuss das Blue Hole ein zweites Mal zu betauchen, dieses Mal darf ich allerdings deutlich länger schlafen und wir sind trotzdem noch weit vor dem ersten anderen Tauchboot am Blue Hole. Dieses Mal mache sogar auch ich ein Foto, weil man in dieser Ruhe gefühlt den Ring dieses blauen Lochs besser sehr kann. Vermutlich bilde ich es mir nur ein. Egal, es macht Spaß und unsere ganze Gruppe beschließt ein Gruppenbild zu machen. Wir und das Blue Hole… Natürlich ist der Ablauf ein völlig anderer, wenn man wie hier das Briefing ganz in Ruhe am Vorabend nach dem Abendessen macht und nur vier weitere Taucher mit dabei sind. Die anderen drei Taucher haben ebenfalls bereits einen Tauchgang am Blue Hole absolviert, weshalb dieses Mal „genießen“ die Devise ist. Das wäre etwas für Timo gewesen… Und tatsächlich kann ich ganz in Ruhe die beeindruckende Peripherie dieses außergewöhnlichen Tauchplatzes aufsaugen und mir vor allem die Stalaktiten etwas genauer anschauen.  Auch die Ringkante wirkt noch etwas beeindruckender, wenn weniger Luftblasen umherschwirren. Als sich noch ein Riffhai ganz kurz blicken lässt, ist das Glück perfekt. Unfassbar, welche Aura diesen Tauchspot umgibt…

Die Pause zwischen erstem und zweiten Tauchgang verbringen wir ebenfalls wieder auf der Insel Half Moon Caye. Allerdings wirkt auch sie deutlich anders, wenn man als kleine Gruppe unterwegs ist. Irgendwie aus dem Nichts bietet uns einer der Tauchguides frische Kokosnüsse an und ich weiß gar nicht woher diese so schnell gekommen sind?! Lecker, aber wie hat er das gemacht?! Und dann kommt die Erklärung: wie ein junges Kapuzineräffchen springt er die Palme hoch, als ob es ein Spaziergang wäre, erntet oben ein paar Kokosnüsse ab und hangelt sich genauso galant wieder nach unten. Ich habe das ganze Schauspiel auf Video und es dauert schlappe 31 Sekunden. Mühsam schiebe ich meine Kinnlade wieder hoch. Was für eine Leistung! Ich fühle mich irgendwie angespornt und möchte das auch gerne mal versuchen. Zum Glück gibt es davon kein Video, denn ich bleibe wie ein herzkranker Orang-Utan nach ca. einem Meter am Palmenstamm hängen. Ein peinlicher und desillusionierender Auftritt. Trotzdem, ich lerne immerhin, dass Kokosnüsse die Lebensversicherung eines jeden Schiffbrüchigen sind. Sie sind gefüllt mit Wasser und Nahrung und umhüllt von Zunder. Nur sollte man aufpassen, denn es werden mehr Leute von herunterfallenden Kokosnüssen verletzt und sogar getötet als man meinen sollte.



Die weiteren Tauchplätze rund um die Insel Long Caye sind genauso gut, wie die anderen es bereits vermuten lassen. Buntes und pralles Korallenleben, bewachsene Steilwände wie in Bildbänden, ein Fischreichtum wie in einem Aquarium (!) und natürlich das, was alle sehen wollen: Haie und Rochen! Auffällig ist, dass speziell die Rochen wirklich keine Scheu haben. Ähnlich wie in Placencia, kommen die Rochen sehr nahe, drehen dann vielleicht ganz in Ruhe ab, nur um wenig später wieder zu kommen. Wer UW-Bilder macht, wird hier seine Freude haben, denn die Motive springen einem förmlich ins Gesicht. Und so ein schönes Rochenbild ist ja auch nicht zu verachten. Ich war vor dieser Reise bereits in Adlerrochen verliebt, aber jetzt in Belize ist es echte Liebe geworden. Bei einem Tauchgang bin ich so sehr mit einem kleinen Kofferfisch beschäftigt, dass ich verpasse wie ein Adlerrochen an mir vorbeizieht. Erst als die gesamte Gruppe vor mir völlig ausflippt, erkenne ich dieses wunderschöne Exemplar von hinten. Als ob er mich nicht enttäuschen wollte, dreht er um, kommt direkt auf mich zu, macht unmittelbar vor mir eine Schleife und flattert seelenruhig weiter. Ich kann die Musterung perfekt bewundern und spüre das Kribbeln in meinem Bauch. Besser hätte es nicht sein können. Ein anderes Mal erwischt uns ein schneidiger Riffhai auf einer Sandbank und die Bilder bieten den idealen Kontrast. Weißer Sandboden, tiefblaues Wasser und ein massiger Hai dazwischen. Ein Tauchertraum. Begegnungen dieser Art gibt es am Lighthouse Reef bei nahezu jedem Tauchgang. Ich erlebe in meinen Tagen vor Ort nicht einen einzigen mittelmäßigen Tauchgang. Nicht einen! Alle sind absolute Spitzenklasse und es gibt immer etwas zu sehen. Karibisches Riffleben auf höchstem Niveau. Ich will ehrlich sein, damit hatte ich nicht gerechnet. Belize hat es auf Anhieb auf einen meiner persönlichen Top-Plätze geschafft und die Huracan Diving Lodge ist so etwas wie der Schlüssel zum perfekten Tauchurlaub.



Highlight in der Anlage ist jeden Abend das Menu des Chefkoches, bei dem er immer drei fabelhafte Gänge zaubert. Überhaupt ist das Essen hier klasse, morgens gibt es ein leckeres Buffet und man kann sich diverse Speisen, wie Rührei oder ähnliches, frisch zubereiten lassen. Mittags, nach den ersten beiden Tauchgängen, gibt es eher ein kleineres Gericht, dafür gibt es nachmittags nach dem dritten Tauchgang nochmal einen kleinen Snack. Zwischen dem Tauchen ist Entspannen angesagt und das kann man hier problemlos zelebrieren. Der ganze Tagesablauf ist hier ohnehin anders, denn man steht generell etwas zeitiger auf, geht dafür aber auch früher ins Bett. Nachts ist es als ob man eine Geräuschmaschine mit Amazonas-Klängen neben sich stehen hat. Nur, dass es sich hier eben um die Originalgeräusche handelt. Es zirpt, raschelt und knackt, dass es nur so eine Freude ist. Ich schlafe himmlisch und vor allem so tief wie selten. Ich liebe diese Kulisse…

Die Huracan Diving Lodge ist wirklich ein mehr als würdiger Abschluss dieser insgesamt überragenden Reise. Das Tauchen hier ist einfach weltklasse und auch das ganze Konzept ist stimmig. Ganz günstig ist es in der Lodge nicht, aber man muss eben auch berücksichtigen, dass man auf einer einsamen Insel mitten in einem fantastischen Tauchgebiet ist. Dadurch, dass man immer direkt bei den besten Tauchplätzen ist, fühlt sich ein Urlaub hier ein bisschen wie eine Tauchsafari an, nur eben an Land. Ich bin riesig froh, dass wir dieses Highlight ab jetzt NEU im Programm haben…

Preisbeispiel Lighthouse Reef:

  • Flug ab Deutschland über die USA mit Zwischenübernachtung,
  • 7 Nächte Hotel Hurican Diving Lodge in einem Standardzimmer mit Doppelbelegung, Vollpension, Tauchen und alle Transfers ab € 2.299,– pro Person zzgl. ca. € 460,– Flugsteuern
  • Im Reisepreis sind bereits 15 Tauchgänge inklusive Blue Hole inbegriffen!!!

Belize ist insgesamt eine echte Bereicherung für unser Programm, denn es handelt sich um ein vielseitiges und in jeder Hinsicht spannendes Zielgebiet. Sowohl an Land als auch im Wasser kann man unheimlich viel erleben und nimmt sicherlich unzählige besondere Erfahrungen mit nach Hause. Ich fände eine Kombination aus Placencia und dem Lighthouse Reef ideal, wobei das auch eine Preisfrage ist. Die günstigere Variante wäre anstelle des Lighthouse Reefs Ambergris Caye, denn das Blue Hole gehört natürlich zu einem vernünftigen Belize-Urlaub mit dazu. Wer noch etwas mehr Zeit hat, sollte Caye Caulker oder sogar eine Rundreise einplanen. Aber egal wie man sich seinen Urlaub zusammenbaut, ich bin mir ganz sicher, dass wir sehr viele, sehr zufriedene Gäste haben werden. Wie gesagt, Belize ist kein günstiges Zielgebiet, das sollte man durchaus beachten, aber wenn man sich einmal dafür entschieden hat, kann man sich auf einen einzigartigen Tauchurlaub freuen.

Preisbeispiel Kombination aus dem Lighthouse Reef & Placencia:

  • Flug ab Deutschland über die USA mit Zwischenübernachtung,
  • 7 Nächte Hotel Hurican Diving Lodge in einem Standardzimmer mit Doppelbelegung, Vollpension, Tauchen (Im Reisepreis sind bereits 15 Tauchgänge inklusive Blue Hole inbegriffen!!!) und alle Transfers
  • 7 Nächte Hotel Belizean Nirvana in einer Standard-Suite mit Doppelbelegung, Frühstück, Inlandsflüge und Transfers
  • ab € 3.199,– pro Person zzgl. ca. € 460,– Flugsteuern
  • Tauchen in Placencia: 3 Tauchtage mit 6 Tauchgängen inklusive einer Tagesfahrt zum South Water Marine Reserve (2 Tauchgänge) und einer Tagesfahrt zum Glovers Reef (2 Tauchgänge) € 553,–

GRUPPENREISEN

Abschließend möchte ich noch auf zwei besondere Gruppenreisen im Jahr 2019 hinweisen, eine davon geht auf die Philippinen, ans weltbekannte Tubbataha-Riff, und die andere geht nach Cuba und beinhaltet quasi ein Best-Of-Cuba.

1) PHILIPPINEN – PALAWAN / TUBBATAHA RIFF

Als eine Gruppenreise der besonderen Art, haben wir uns eine Philippinen-Tauchsafari überlegt. Unser langjähriges Partner-Resort Cooper’s Beach, bietet seit letztem Jahr mit dem Tubbataha-Riff einen echten Kracher an. Wir hatten schon einige Kunden vor Ort und wurden immer mit tollen Reiseberichten beschenkt. Einen davon können Sie gerne noch einmal hier nachlesen. Die Reise wird aber nicht nur aus der Tauchsafari bestehen. Im Vorfeld ist man erst eine Woche im Cooper’s Beach Resort und kann sich akklimatisieren und die wahnsinnig schönen Riffe vor Palawan erkunden. Danach geht es ab auf das Safarischiff und raus aufs Meer.

Reiseablauf

19.05.19 Flug ab Deutschland via Singapur nach Manila, Ankunft am 20.05.19

20.05.19 Flug ab Manila nach Puerto Princesa

20.05.19 Transfer Flughafen Puerto Princesa – Hotel Coopers Beach Resort

20.05. – 27.05.19 Palawan / Hotel Coopers Beach Resort inkl. Halbpension / 10 Bootstauchgänge

27.05.19 Transfer Hotel Coopers Beach Resort – Hafen

27.05. – 02.06.19 Tubbataha / Schiff MY Narayana inkl. Vollpension / inkl. Tauchprogramm

02.06.19 Transfer Hafen – Hotel Coopers Beach Resort

02.06. – 03.06.19 Palawan / Hotel Coopers Beach Resort inkl. Halbpension

03.06.19 Transfer Hotel Coopers Beach Resort – Flughafen Puerto Princesa

03.06.19 Flug nach Manila und Rückflug nach Deutschland

04.06.19 Ankunft in Deutschland

Details der Reise

19.05.2019 Flug von Deutschland nach Manila. Ankunft 20.05.19. Es geht direkt weiter nach Palawan.

20.05. – 27.05.2019 Im Cooper’s Beach Resort (HP) können wir das erste Mal tauchen gehen und die philippinischen Riffe erkunden. Es ist quasi ein „Eintauchen“ und Vorbereitung auf die Safari. Am Ende der sieben Tage geht es dann an den Hafen und auf das Schiff „MY Narayana“.

 

27.05. – 02.06.2019 Auf dem Schiff (VP) können sich alle Teilnehmer wunderbar zwischen den Tauchgängen erholen und sich auf alle atemberaubenden Tauchgänge vorbereiten. Beim Essen werden dann hoffentlich Geschichten über Walhaie, allerlei Haiarten und andere tolle Begegnungen erzählt.

 

02.06. – 03.06.2019 Am Ende haben wir noch einmal einen Abend in dem familiären Resort auf Palawan (HP) und können die sicherlich aufregenden Tage gemeinsam Revue passieren lassen.

 

03.06.2019 Die Heimreise beginnt mit der Fahrt zum Flughafen und dem Inlandsflug nach Manila. Von hier aus geht es weiter nach Deutschland.

 

04.06.2019 Ankunft Deutschland

Preis

Doppelzimmer / Kabine                        ab Euro 3.349,- p. P.

Eingeschlossene Reiseleistungen

  • Flüge mit Singapore Airlines ab Frankfurt, München oder Düsseldorf – Economy Class inkl. 30 kg Freigepäck pro Person
  • Flüge mit Cebu Pacific ab Manila – Economy Class inkl. 30 kg Freigepäck pro Person
  • sämtliche Transfers
  • 8 Übernachtungen im Hotel Coopers Beach / Palawan inkl. Halbpension
  • 6 Übernachtungen auf dem Schiff MY Narayana / Tubbataha inkl. Vollpension
  • 10 Bootstauchgänge im Coopers Beach Resort & Tauchprogramm auf der Safari inklusive
  • Reiseleitung

Zusätzliche Gebühren

zzgl. Flugsteuern ab € 120,– p. P.

zzgl. Rail & Fly ab € 30,– p. P.

Auf Wunsch & gegen Aufpreis buchen wir Sie gerne in die Premium Economy Class bei der Singapore Airlines ein.

Sonstiges

  • Bei dieser Reise weichen die Storno- und Zahlungsbedingungen von unseren AGBs ab.
  • Wir empfehlen Ihnen mindestens den Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung.





2) CUBA – VINALES / MARIA LA GORDA / HAVANNA / JARDINES DE LA REINA

Cuba ist das Herz und die Seele von Nautilus und entsprechend wollen wir auch jetzt wieder eine Reise in dieses wunderschöne und vor allem besondere Land anbieten. Alle Gruppenreisen nach Cuba waren bisher ausgebucht, weshalb wir dieses Jahr mal ins oberste Regal greifen möchten und das vermutlich beste Tauchgebiet der Karibik – die Jardines de la Reina – mit ins Programm aufgenommen haben. Das schlägt sich zwar im Preis nieder, aber das Tauchen dort ins einfach phänomenal: Stichwort Haigarantie. Dazu hat man die Möglichkeit mit Havanna und dem Tal von Vinales zwei der schönsten Spots Cubas kennenzulernen und Maria la Gorda ist neben den Jardines de la Reina sicherlich das schönste Tauchgebiet vom Festland aus. Das Programm ist klasse, ich habe quasi die gleiche Reise im August 2016 gemacht und war danach mehr als begeistert. Und das obwohl ich davor schon 19 x in Cuba war. Wer möchte, kann den Bericht meiner Reise hier noch einmal nachlesen. Wir haben hier wirklich alles eingebaut, was Cuba in dem Zeitrahmen zu bieten hat! In den Jardines de la Reina haben wir das aktuell beste Schiff der Flotte ausgewählt, ganz einfach deshalb, weil hier einen so großen Preisvorteil gegenüber dem Normalpreis bekommen haben, dass es sich wirklich lohnt. Ein Top-Schiff, ohne Zweifel! Und das rundet diese außergewöhnliche Reise dann auch wunderbar ab…

Reiseablauf

15.03.19 Flug ab Deutschland nach Havanna und Transfer nach Vinales
15.03. – 16.03.19 Vinales / Hotel La Ermita
16.03.19 Rundfahrt durch das Vinales-Tal mit Mittagessen und anschließend Weiterfahrt nach Maria la Gorda
16.03. – 21.03.19 Maria la Gorda  / Hotel Maria la Gorda / 8 Tauchgänge

21.03.19 Transfer Maria la Gorda – Havanna
21.03. – 23.03.19 Havanna / Hotel NH Capri
22.03.19 Stadtrundfahrt mit Mittagessen
23.03.19 Transfer Havanna – Jardines de la Reina
23.03. – 30.03.19 Jardines de la Reina / Safarischiff Avalon II / bis zu 4 Tauchgänge täglich
30.03.19 Transfer Jardines de la Reina – Havanna
30.03. – 31.03.19 Havanna / Hotel NH Capri
31.03.19 Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland
01.04.19 Ankunft in Deutschland

Details der Reise

15.03.2019 Flug von Deutschland nach Havanna. Direkt vom Flughafen fahren wir in das imposante Tal von Vinales, das von der UNESCO mit dem Titel „Kulturlandschaft der Menschheit“ versehen wurde.

15.03. – 16.03.2019 Nach einer geruhsamen Nacht im Hotel LA ERMITA (F) findet eine Rundfahrt durch die unvergessliche Landschaft von Vinales mit seinen Mogotes (Karstkegeln) statt. Weiterfahrt nach Maria la Gorda

 

16.03. – 21.03.2019 Im Hotel MARIA LA GORDA (HP) können wir das erste Mal tauchen gehen, und zwar in einem der interessantesten Tauchgebiete der Karibik. Maria la Gorda ist seit Jahren der Bestseller aus unserem Programm. Weiterfahrt nach Havanna

 

21.03. – 23.03.2019 In Havanna übernachten wir im zentral gelegenen Hotel NH CAPRI (F). Bei einer Stadtrundfahrt am 22.03.2019 erleben wir in Havannas Altstadt den cubanischen Charme und lassen uns von der einmaligen Atmosphäre treiben. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken! Weiterfahrt zu den Jardines de la Reina.

 

23.03. – 30.03.2019 Mit dem Tauchsafarischiff Avalon II (VP) betauchen wir das beste Tauchgebiet auf Cuba. Mit der Avalon II steht Ihnen ein komfortables, für Taucher bestens ausgestattetes, Safariboot zur Verfügung. Rückfahrt nach Havanna

 

30.03. – 31.03.2019 Die letzte Nacht werden wir erneut im Hotel NH CAPRI (F) in Havanna verbringen. Nochmals haben Sie die Gelegenheit, das cubanische Nachtleben in vollen Zügen zu genießen, bevor wir am nächsten Tag unsere Heimreise antreten.

 

31.03.2019 Rückflug von Havanna nach Deutschland

 

01.04.2019 Ankunft Deutschland

Preis

Doppelzimmer / Kabine                        ab Euro 5.099,- p. P.

Einzelzimmer / ½-Doppelkabine            ab Euro 5.539,-

Eingeschlossene Reiseleistungen

  • Flüge mit der Air France ab Deutschland • sämtliche Transfers
  • 1 Übernachtung im Hotel La Ermita / Vinales mit Frühstück mit Rundfahrt durch das Vinales-Tal
  • 5 Übernachtungen im Hotel Maria la Gorda mit Halbpension + 8 Bootstauchgänge
  • 3 Übernachtungen im Hotel NH Capri / Havanna mit Frühstück
  • 1 Stadtrundfahrt mit Mittagessen Havanna
  • 7 Übernachtungen auf dem Safarischiff Avalon II / Jardines de la Reina mit Vollpension + bis zu 4 Tauchgänge täglich
  • Reiseleitung

Zusätzliche Gebühren

  • Einreisevisum Euro 23,- p. P.
  • Flugsteuern Euro 360,- p. P.
  • Einschreibegebühr Euro 180,- p. P.
  • Nationalparkgebühr Euro 90,- p. P.
  • Nitrox auf der Avalon II nach Wunsch Euro 100,- p. P.
  • Empfohlenes Trinkgeld / Avalon II Euro 250,- p. P. (vor Ort)

Sonstiges

  • Mindest-Teilnehmerzahl 15
  • Bei dieser Reise weichen die Storno- und Zahlungsbedingungen von unseren AGBs ab.


Und damit wäre ich auch „bereits wieder“ am Ende meines Reiseberichts! Vielen herzlichen Dank fürs Lesen und Ihr Interesse, wenn Sie es bisher geschafft haben – meinen tiefen Respekt für Ihre Ausdauer… J Das ist der bisher längste Reisebericht überhaupt, aber Belize war für mich mehr als eine Traumreise und entsprechend hatte ich auch einfach viel zu erzählen. Wenn ich Ihnen jetzt mitteile, dass ich noch ein paar Geschichten mehr auf Lager gehabt hätte, schütteln die meisten vermutlich nur mit dem Kopf. Ich war insgesamt drei Wochen vor Ort und habe unheimlich viel erlebt. Außergewöhnlich viel. Als ich jetzt den Reisebericht geschrieben habe, konnte ich all die schönen Erlebnisse noch einmal nachfühlen und alleine das war es schon wert. Sollten Sie Fragen zu Belize haben, melden Sie sich – wie immer – bitte sehr sehr sehr gerne bei mir. Ich freue mich für jeden, der nach Belize reisen möchte oder vielleicht erstmal darüber nachdenkt, denn Sie werden sicherlich unvergessliche Tage vor Ort verbringen…

Ich wünsche Ihnen allen einen angenehmen Start in den Spätsommer und sende ganz herzliche Grüße

Ihr / Euer

Jan Thies

Geschäftsführer

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Asien / Philippinen / Tauchsafari / Tubbataha Reef https://nautilus-tauchreisen.de/asien-philippinen-tubbataha-reef/ Mon, 20 Aug 2018 11:34:55 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=47198

Tubbataha

Schon lange wollte ich eine Tour nach Tubbataha machen, hatte ich doch schon viel gehört, was mich neugierig machte.
Auf der Boot 2018 entdeckte ich bei Nautilus Tauchreisen ein Messespezial mit einem Aufenthalt im Coopers Beach Ressort und einer 5 Tage Tour mit dem Tauchschiff Narayana zum Tubbataha Riff.
Nach der gut durchorganisierten Anreise waren einige Tage in Coopers Beach Resort zur Anpassung an Zeit und Klima eine gute Sache. Innerhalb dieser Zeit wurde auch eine Fahrt zum Underground River, einem riesigen, beeindruckenden Höhlensystem durchgeführt.




Dann ging es aber auf Tour, nach einer sehr ausführlichen Beschreibung über das Schiff und vor allem über den Ablauf beim Tauchen mit allen seinen Vorschriften zum Schutz der Riffe. Das Tubbataha Riff steht seit langer Zeit unter Naturschutz und wird durch die Behörden auch streng überwacht. Keine Handschuhe, kein Riffhaken, kein Fische füttern usw.. Eigentlich doch selbstverständliche Regeln unter Tauchern.

Wir legten abends in Puerto Princesa ab und waren am Morgen am Ziel und es ging auch direkt ins Wasser. Es erwartete uns eine heile Unterwasserwelt mit Fischschwärmen, wie sie vor vielen Jahren noch zu finden war. Wir tauchten innerhalb unserer Tour an wunderschön bewachsenen Riffen, sahen große Schwärme Barrakudas, Snapper, Fledermausfische, mehrere Mantas und Haie waren so zahlreich, dass sie kaum noch erwähnt wurden. Aber die absoluten Höhepunkte waren die Walhaie. Wir hatten auf unserer Tour fünf Begegnungen mit Walhaien, die Tiere waren durch uns nicht gestresst, sondern sie zeigten sich sehr interessiert an den Tauchern – vor allem aber an den Luftblasen. Ein Bad in Luftblasen- was gibt es schöneres!



Leider mussten wir einen Tag früher zurück, da ein Sturm aufzog und die Küstenwache Order an die Tauchschiffe gab, zurück in den Heimathafen zu kommen. Sicherheit wird großgeschrieben.
Die Narayana ist als Tauchschiff für 14 Taucher ausgelegt, der Service an Bord ist sehr gut, die Besatzung sehr freundlich, hilfsbereit und aufmerksam.
Es werden je zwei Gruppen gebildet, also 7 Taucher und ein Tauchguide. Das sind große Gruppen, da aber nur Taucher mit einiger Erfahrung auf diese Touren gehen sollten, ist dies kein Problem.
Es gibt nur Doppelkabinen und das „Sonnendeck“ ist auf dem Dach und sehr klein, der Platz auf dem Tauchdeck ist sehr beengt, das wird aber durch die Aufteilung in zwei Gruppen gelöst.
Die Saisonzeit für diese Tauchsafaris ist auf drei Monate im Jahr begrenzt, sowie auch die Zahl der Tauchschiffe, die vom Staat genehmigt wird.
Die Fahrt zum Tubbataha Riff war für mich ein Erlebnis, welches ich auf jeden Fall wiederholen möchte. Schon oft habe ich Tauchsafaris gemacht, aber sehr selten war die Vielzahl an Fischbegegnungen und die Schönheit der Natur so groß.

P.St-H.


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Karibik / Belize / Rundreise / Caye Caulker / Lighthouse Reef https://nautilus-tauchreisen.de/karibik-belize-rundreise-caye-caulker-lighthouse-reef/ Tue, 31 Jul 2018 09:38:41 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=47001

Hallo Herr Thies und Herr Seifert,

die ganze Reise nach Belize war umwerfend.

Hier unser kleiner Reisebericht:

Das Comfort Suites Bush International war in Ordnung. Im Flughafen kommt man im Erdgeschoss an. Die Shuttlebusse zu den Hotels fahren von der zweiten Etage. Der Shuttelservive des Hotels wird von 5 Uhr bis Mitternacht halbstündlich angeboten. Man muss aber vom Flughafen anrufen und für die Rückfahrt Bescheid sagen. Wenn keine Fahrgäste erwartet werden, fährt der Shuttle nicht.

Der Transfer vom Flughafen in Belize zum Fährhafen hat tadellos geklappt.

Das Caye Caulker Plaza Hotel hat uns gut gefallen. Einige hatte kritisiert, die Generatoren der Insel seien zu nah. Bei laufender Klimaanlage und geschlossenen Fenstern haben wir aber davon nichts gehört. Im Hotelzimmer haben wir uns auch nicht oft aufgehalten, so dass wir den Seeblick auch nicht vermisst haben. Es hat uns wirklich gut gefallen, die sehr entschleunigte Lebensweise der Insulaner anzusehen.

Wir haben mit Carlos Tours den obligatorischen Schnorchelausflug zur Shark Ray Alley und zum Hol Chan Marine Reserve gemacht. Es war super. Die Schnorchelausflüge waren mit zwei Gruppen mit jeweils sieben Personen und einem Führer. Der hatte, auch für jemanden, der schonmal ein Korallenriff gesehen hat, viel zu zeigen und zu erklären. Die Karettschildkröte in den Seegrasflächen, etwas abseits des Riffs hätten wir allein nicht gefunden. Die Fütterung der Rochen und zum Teil sehr großen Ammenhaie war ein Spektakel. Es war eine schöne Gelegenheit diesen ruhigen Genossen sehr nah zu kommen.

Seekühe sind wohl gelegentlich anzutreffen, uns war es nicht vergönnt. Allerdings haben wir auf dem Rückweg Delfine gesehen, das Boot hat extra eine Pause gemacht. Die Delfine sind eine ganze Weile um das Boot herumgetollt. Carlos Junior hat uns erklärt dass Männchen um paarungswillige Weibchen warben.

Auch wenn das Barriereriff noch recht küstennah ist, waren Sicht, Fischreichtum und Pracht der Korallen, insbesondere im Hol Chan Marine Reserve, hervorragend. Auch das Mittagessen war prima.




Der Transfer zum Lighthouse Reef hat wieder reibungslos funktioniert. Ein Aufenthalt in der Bar am Pier des Ramada Hotels in Belize City konnten wir gut zu einem Imbiss nutzen und die ersten Eindrücke nach Hause zu posten. Dort wurden wir von der Managerin vor Ort der Huracan Diving Lodge, Cynthia begrüßt. Den Besitzer, Monsieur Bernarde haben wir kurz am Pier getroffen. Die zweistündige Fahrt mit dem Speedboot war etwas holprig und es gab eine kräftigen Regenguss. Im Gegensatz zu einigen Mitreisenden hatten wir Regenjacken dabei. Das Gepäck war regensicher verstaut.

Long Caye ist die Insel, auf der sich die Huracan Lodge befindet. Wir waren dort, in der Woche die einzigen Gäste. Das ganze Team hat sich immer sehr fürsorglich um uns gekümmert. Das Essen war sehr abwechslungsreich und exzellent. Die Lodge ist sehr gemütlich eingerichtet, mit guten Aufenthaltsmöglichkeiten. Es gibt eine umfangreiche Bibliothek. Zur Bestimmung des Unterwasser gesehenen, sind die drei Bände von Paul Humann und Ned DeLoach da. Ebenso eine Ausgabe des Lonely Planet Guides Diving and Snorkeling in Belize.

Dass es keine Klimaanlage gibt, war uns bewusst. In unserer Woche gab es die wohl ersten Regenschauer seit langem. Die Luftfeuchtigkeit war entsprechend hoch. So waren wir froh, dass es Ventilatoren gab.

Wir hatten unsere eigene Tauchausrüstung mit. Es gibt in der Lodge nur zwei Adapter vom DIN-Anschluss des Lungenautomaten auf den hier üblichen internationalen.

Das Tauchen ist fantastisch. Wir hatten im Wechsel Santiago und Luis als Guides. Beide sind sehr gut. Im Laufe der Woche und bei insgesamt 15 Tauchgängen haben wir die meisten Tauchplätze zu sehen bekommen. Es sind im o.g. Buch und auf einer ausliegenden Karte mehr verzeichnet, z. T. liegen sie aber eng beieinander, so dass die Abgrenzung mitunter schwierig ist. Alle Tauchstellen zeichnen sich durch seicht abfallende Sandflächen mit Wällen und Blöcken von Korallen unter den Anlegebojen und Steilwänden zum offenen Meer aus. Letztere beginnen in 10-15m Tiefe und reichen immer ins Bodenlose. Der Seekarte nach ist das umgebende Meer 700 bis weit über 1000m tief. Die Wände sind teilweise tief eingeschnitten und an einigen Plätzen gibt es verzweigte Tunnel und Spalten. Diese sind besonders schön, wenn sie vollständig mit einem Anchovisschwarm gefüllt sind, der sich magisch teilt und einen umfließt, wenn man hindurchschwimmt. Die Korallen machen alle einen sehr guten Eindruck. In der Woche vor unserem Urlaub gab die UNESCO bekannt, dass, aufgrund der umfangreichen Schutzmaßnahmen, die Belize getroffen hat, dass Barriereriff von der Liste der bedrohten Naturdenkmäler genommen werden konnte. Ebenso gut geht es den, für die Karibik typischen großen Schwämmen und Gorgonien. Oft haben wir große Meeresbewohner beobachten können, wie Snapper, Hogfish, Zackenbarsche, Rochen, Ammenhaie, Riffhaie und Adlerrochen. Eine ganze Reihe von Tauchplätzen liegen in direkter Nähe zur Lodge an der Ostseite der Insel, andere liegen südlich der nächsten kleinen Insel, Halfmoon Caye. Letztere ist, zusammen mit dem umgebenden Meer ein Naturschutzgebiet. Meist kehrten wir zwischen den Tauchgängen zur Lodge zurück. Einmal haben wir die Oberflächenpause genutzt, um uns auf Halfmoon Caye die Kolonie der Rotfußtölpel und der Fregattvögel anzusehen. Dort werden auch die Schildkrötennester geschützt.



Wie auch sonst in der Karibik hat sich hier, der, an sich im Indopazifik heimische, Rotfeuerfisch ausgebreitet. Ob er mit dem Ballastwasser großer Schiffe hierher gekommen ist, oder ob er aus Aquarien ausgebüchst ist, ist unklar. Jedenfalls fühlen sie sich hier mangels natürlicher Feinde sehr wohl. Ihr Appetit riesig. Man schätzt, dass Sie an einem Riff den Bestand der übrigen Fische um 90% reduzieren. Sie werden daher von den Guides harpuniert, wann immer sie einen finden. Das wiederum macht sofort andere Riffbewohner auf uns aufmerksam: Muränen, Zackenbarsche und Haie. Damit diese uns nicht zu nahe kommen und damit, hoffentlich andere Fische auf den Geschmack kommen, wird der harpunierte Rotfeuerfisch zurück gelassen. Zweimal konnten wir sehen, wie innerhalb nur einer Minute eine Muräne von einer ganz anderen Stelle des Riffs ankam. Bei den Tauchgängen im Nationalpark wurden wir stets von zwei bis drei, bis 60cm großen, Zackenbarschen (Nassau Grouper) begleitet. Einer ließ sich gerne streicheln, ganz wie ein braves Hündchen. Santiago sagte vor dem Tauchgang: „you can pat the groupers but not the sharks.” Auf die Idee wären wir auch nicht gekommen. Die Haie hier sind meist Riffhaie, zwei bis drei Meter groß. Sie kamen auch des Öfteren gucken, was wir so machen, sind aber höchstens auf zwei Meter herangekommen. Es kann wohl auch noch näher sein, uns hat es so gereicht.

Einmal waren wir extra zum Harpunieren der Rotfeuerfische an einer Stelle des Riffs, wo sonst nicht so oft getaucht wird und sie sehr häufig sind. Luis, hat ein sehr gutes Auge für sie. Er hat sie aufgespürt und wir haben sie harpuniert. Ausgekommen ist keiner. Nach einer Stunde hatten wir 23, in einem Eimer sicher verwahrt. Luis hat sie dann, sehr vorsichtig, filetiert. Er habe sich mal gestochen und könne sich noch an das erste Mal erinnern, als sei es gestern gewesen. Die Schmerzen seien höllisch gewesen, er habe sich in seinem Zimmer verkrochen und erst am nächsten Tag sei es besser geworden. Wir haben, jedenfalls unbeschadet, die Filets roh, als mexikanische Ceviche mit Limettensaft, Zwiebeln und Tomaten, sowie gebraten zum Abendessen bekommen, sehr lecker!



Das weltberühmte Blue Hole haben wir am letzten Tag besucht (wenn im Anschluss der Rückflug ansteht, wäre es einen Tag früher). Als Gäste der Huracan Lodge hatten wir, den Vorteil der kürzesten Anfahrt. Wir waren auch tatsächlich allein, als wir ankamen. Der Ort ist wirklich ein besonderer. Die Sprungschicht war bei etwa 30m. Der Temperaturunterschied war nur gering, aber unterhalb war die Sicht nochmal besser. Dann tauchen auch schon die mächtigen Stalaktiten auf. Diese haben wir im Slalom umschwommen. Am Ende der Höhle geht es wieder langsam nach oben. Es hat sich nur ein Hai vor der Höhle sehen lassen. Sonst können es mehr sein und außer Riffhaien sind wohl manchmal auch Bullen- und Hammerhaie da.

Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen, die Rückfahrt ist ruhiger und Luis kann diesmal den Schauer umfahren.

In Belize werden wir schon von Marcel von S + L Tours erwartet. Er nimmt uns direkt mit zu unserem ersten Ausflug der Rundreise 1. Wir besuchen drei Tempelanlagen der Mayas: Altun Ha, Lamanai und Xunantunich. Marcel verkürzt uns die notwendigen Fahrten mit detaillierten und lebhaften Berichten zu den kommenden Sehenswürdigkeiten. Jede der Tempelanlagen hat etwas besonderes, alle sind in andere Landschaften eingebettet. Die Flussfahrt nach Lamanai, durch Jungel und an einer Mennonitenfarm vorbei hat uns sehr gefallen. Auf der Rückfahrt von Xunantunich haben wir uns noch Herman‘s Cave und das zweite Blue Hole angesehen. Zur Erforschung der Höhle hatte Marcel eigene Stirnlampen mitgebracht, unsere Tauchlampen waren aber auch nützlich. Das Blue Hole hier ist ein natürlicher Pool im Urwald. Als wir da waren, war das Wasser mehr grün als blau. Die Vegetation ist überwältigend. Immer wieder fallen ungewöhnliche Pflanzen, Insekten und Vögel auf. Auch zu diesen weiß Marcel einiges zu erzählen. Er hat es auch möglich gemacht, dass wir zusätzlich zur geplanten Tour als krönenden Abschluss noch den Zoo besuchen konnten. So hatten wir Gelegenheit Panther, Puma, Ozelot, Tucan und Co. zu sehen.

Die ganze Reise war phantastisch. Alles lief reibungslos und Belize hat auf kleinem Raum so viel zu bieten, dass wir unbedingt nochmal hin müssen.
Wir sind uns sicher, dass Belize noch viele Ihrer Kunden begeistern wird.



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Karibik / Mexiko / Cozumel https://nautilus-tauchreisen.de/karibik-mexiko/ Thu, 14 Jun 2018 11:55:11 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=44993

Unsere Abenteuerreise nach Nicaragua zu den Corn Islands

„Wo wollt Ihr hin? Corn Islands? Nie gehört, wo liegt das denn?…“

So oder ähnlich war die Reaktion unserer Freunde und Familie auf unsere geplante Reise im Oktober 2017 zu den Corn Islands in Nicaragua.

Dieses Jahr wollten wir die Karibik über und unter Wasser erkunden. Wichtig war uns, das karibische Flair und die Menschen dort möglichst ursprünglich und authentisch zu erleben und auch ein bisschen was an Fisch zu sehen. Nach einigen Recherchen im Internet stießen wir auf die Corn Islands und Nautilus Tauchreisen als einzigen Tauchreiseveranstalter in Deutschland, der  diese Reise mit fast allen gewünschten Bausteinen und Transfers im Angebot hat.

Nachdem wir unser Angebot eingeholt hatten, haben wir noch mehrmals mit Nautilus Kontakt aufgenommen, weil wir doch ein wenig skeptisch waren. In der Reisebeschreibung wurde immer wieder erwähnt, dass viele Dinge dort nicht so laufen würden, wie man es gebucht hat bzw. dass man sicher sein kann, die eine der andere Überraschung zu erleben. Auch die „“Warnungen“ des Auswärtigen Amtes für Nicaragua-Reisen haben uns ein wenig verunsichert, diese gelten zwar überwiegend für das Festland, aber da unsere Anreise über Managua erfolgen sollte, waren wir noch nicht sicher, ob diese Reise tatsächlich das Richtige für uns ist.

Insbesondere Jan Thies, der schon auf Little Corn war und den diese Insel nachhaltig beeindruckt hat, hat uns unsere letzten Zweifel zerstreut, uns noch sehr gute Tipps gegeben und wir haben gebucht.

Hier sei schon einmal zu Anfang unseres Berichtes gesagt: Nicaragua mit den Corn Islands ist definitiv die aufwändige Anreise wert und wir haben uns dort jeden Tag absolut sicher gefühlt!

Unser Weg führte uns von Amsterdam nach Houston, dort ging nach etwa 4 Stunden Zwischenaufenthalt (Vorsicht: Essen und Trinken auf dem Flughafen Houston sind echt  hochpreisig) der nächste Flieger von United Airlines weiter nach Managua. Wir sind in den Abendstunden dort angekommen und hatten dank der Buchung des Hotels „Camino Real“ einen abfahrbereiten Shuttle draußen vor dem Flughafengebäude bereitstehen.

Am Flughafen von Managua wird man bei der Ankunft schon ganz schön von den Taxifahrern bedrängt. Dazu gibt es ja auch einige offizielle Hinweise, die wir aufgrund unseres vorgebuchten Shuttle-Service nicht beherzigen mussten.  Wenn man das Flughafengebäude verlässt, steht der Camino Real-Shuttle immer ganz vorn an der Parkreihe direkt am Flughafengebäude, die Fahrer sind freundlich und hilfsbereit.

Im Camino Real konnten wir uns perfekt von unseren Flügen erholen. Beim Einchecken gibt es für jeden Reisenden einen Getränkegutschein für die Bar, diesen haben wir sofort eingelöst😉 An der Bar hat man auch die Möglichkeit, spät abends noch einen Snack zu sich zu nehmen. An unserem Ankunftsabend spielte eine landestypische Combo im Innenhof, die uns sofort mit ihren südamerikanischen Klängen und Instrumenten in Urlaubsstimmung versetzte.

Die Zimmer im Camino Real sind sehr komfortabel und das Frühstück ist excellent und vielfältig. Landestypische Speisen, frische Früchte, diverse Eiervariationen und frisch gepresster Orangensaft sind neben dem üblichen Frühststücksangebot extra zu erwähnen. Der Kaffee mit einem Schuss warmer Milch ist ein Traum!

Wir haben übrigens in der Lobby des Camino Real die Landeswährung Cordoba am ATM besorgen können, damit wir auf Little Corn über genügend Bargeld für die nächsten 9 Tage verfügen, da es auf Little Corn ja keine Geldautomaten gibt.

Nach der Übernachtung im Luxushotel Camino Real ging  es nun weiter auf die Reise nach Little Corn, um etwas „robuster“ die nächsten Tage in Nicaragua genießen zu können.



Vom nationalen Flughafen (Gebäude rechts vom internationalen Flughafen und sehr, sehr winzig) ging es mit einer kleinen Propellermaschine (max. 12 Passagiere) nach Big Corn, Flugzeit etwa 1 Stunde und 20 Minuten. Wir hatten Traumwetter und konnten die Aussicht auf das Festland und das Meer während des ganzen Fluges genießen.

Unser Gepäck für den Flug mit Costena hatte die 15 Kilo pro Koffer nicht überschritten, da wir unter anderem auf eigenes Tauchequipment und schicke Klamotten verzichtet haben. Für die Damen unter uns: Das war schon eine echte Herausforderung😉

Das Handgepäck wurde zusammen mit dem Reisenden auf eine große Waage gepackt, das war schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber es diente wohl der Sicherheit (und vielleicht auch dem Ziel, nicht allzuviel vom landestypischen Gallo pinto, Reis mit Bohnen, auf der Insel zu sich zu nehmen und den Rückweg auch noch zu schaffen).

In Big Corn am Flughafen nahmen wir zu zweit ein Taxi, dieses kostet dort immer 20 Cordoba pro Person, wir haben also einschl. Trinkgeld 50 Cordoba für die Fahrt zum Hafen bezahlt.

Wir haben uns auf Big Corn Island sofort sicher gefühlt, der Taxifahrer war super freundlich und hilfsbereit, es standen bei unserer Ankunft am Flughafen genügend Taxis bereit. Nach einer Wartezeit in einem Restaurant am Hafen (Fishermans Cave)  mit ein paar „Tonia“ (Landesbier neben u.a. „Victoria“ Bier) ging es mit dem Pangaboot (pro Person ca. 5 Dollar) bei glatter See und Abendsonne Richtung Little Corn.

Die Empfehlung von Jan Thies, den Jungs vom Boot ein bisschen Trinkgeld zu geben, um unsere Koffer sicher und trocken zu verstauen, haben wir vor Ort umgesetzt und würden dieses immer empfehlen. Unsere Koffer kamen ganz obenauf und wurden mit Vorsicht behandelt (unten in der Gepäckaufbewahrung des Bootes kann es etwas feuchter sein).

Vor dieser Überfahrt hatten wir vorher ein wenig Bammel, da dieser Teil der Reise selbst organisiert werden muss und im Internet ob einiger wilden Überfahrten schon einige Negativ-Berichte kursierten. Wie gesagt, wir hatten Glück mit dem Wetter und daher war es für uns eine angenehme Überfahrt. Das kann wohl auch anders laufen, das mussten wir zwar selbst nicht erleben, dazu aber später mehr.



Auf Little Corn wurden wir von einem Mitarbeiter unseres gebuchten Hotels Los Delfines in Empfang genommen. Die Koffer wurden auf eine Karre geladen und über den einzigen geteerten Fußweg entlang des Strandes zum Hotel gefahren.

An dieser Stelle sei vielleicht etwas zur „idealen Reisezeit“ für die Karibik bzw. die Corn Islands zu sagen.

Als wir auf Little Corn ankamen, waren wir ein wenig enttäuscht. Der ansonsten postkartengleiche Sandstrand war voller Müll und vor unserem Hotel war der kleine Strandbereich zu diesem Zeitpunkt komplett verschwunden. Ein paar Tage, bevor wir unsere Reise begannen, fegte ein schwerer Sturm über einige Karibikinseln hinweg und richtete schwere Schäden an. Nicaragua wurde auch davon getroffen und diese Schäden waren halt sichtbar. Wir hatten uns bei Buchung bewusst für die „Nebensaison“ entschieden und in diesen Monaten kann man damit rechnen, dass nicht von morgens bis abends die Sonne scheint.

Wir hatten gerade zu Ende unseres Urlaubs immer wieder Nächte, in denen es schwer stürmte und Badewannen voll regnete und aufgrund dessen auch der Strom immer mal wieder für einige Stunden ausfiel. Aber das Wetter hat sich stets schnell beruhigt und wir mussten nur einmal einen geplanten Morgentauchgang auf den späteren Vormittag verschieben, weil es zu stürmisch war.

Die Nebensaison im Oktober haben wir auf Little Corn als sehr wohltuend empfunden. Es waren zwar (noch) nicht alle Restaurants, Bars und Hotels geöffnet, aber wir können uns vorstellen, dass in der Hauptsaison die kleine Insel auch schnell an ihre Grenzen kommen kann und das tolle, gemütliche Flair dabei vielleicht untergehen könnte. Ein junger Einheimischer erzählte uns, dass in der Hauptsaison bis zu 3.000 Touristen auf der Insel zu Gast sind. Bei ca. 800 Bewohnern und dem Wissen, dass das Panga-Boot nur zweimal pro Tag in jede Richtung zwischen Big Corn und Little Corn verkehrt, wirkt das Ganze doch etwas bedenklich und die Warnung, dass man früh am Hafen für die Bootsfahrt aufkreuzen soll, um einen Platz im Boot zu ergattern, kann man dann durchaus nachvollziehen.

Diese Probleme hatten wir nicht. Wir haben abends in jedem Restaurant, in jeder Bar und in jeder Einheimischen-Küche einen Platz bekommen und auf Little Corn kulinarisch gelebt wie im Paradies.

Übrigens hatten wir ursprünglich vor, statt des „Los Delfines“ die etwas gehobenere Hotelvariante „Beach & Bungalow“ auf der anderen Inselseite im Osten zu buchen. Das Beach & Bungalow wirbt unter anderem damit, eines der wenigen Hotels auf der Insel mit warmem Wasser zu sein (falls der Strom funktioniert und der Boiler warm wird). Dieses Hotel war in der Nebensaison aber nicht buchbar, da es dann noch geschlossen ist. Jan Thies versicherte uns telefonisch, dass das Los Delfines auch sehr gut sei (im Internet war oft von „einfach“ die Rede und wir wussten ja nicht, was „einfach“ in Mittelamerika so bedeuten mag) und außerdem für unsere Tauchaktivitäten die bessere Lage auf der Insel bieten würde.

Und?? Er hatte ja sooo Recht. Wir haben es jeden Tag genossen, die Tauchbasis gleich nebenan zu haben. Nochmal schnell vorm Tauchgang aufs „heimische“ Klo oder was vergessen? Kein Problem, in 3 Minuten war man wieder zurück. Das Los Delfines ist wirklich eine gute Wahl. Die Einrichtung ist einfach, aber sauber. Das Bad ist zwar nicht mit europäischem Standard vergleichbar, aber wer nach Little Corn reist, sollte das auch vorher schon vermuten. Unser Bungalow wurde jeden Tag gereinigt und wir fühlten uns dort sehr wohl in den neun Tagen auf Little Corn.

Bei einem Spaziergang auf die andere Seite der Insel haben wir einige Tage später das Beach & Bungalow im Vorbeiflanieren bewundern dürfen. Die Anlage sah sehr schön aus, aber in der Nebensaison mit den Regenphasen ist der Trampelpfad durch den Dschungel sehr matschig und man läuft schon ca. 15-20 Minuten von der einen Inselseite zur anderen. Wir sahen nach unserer Wanderung aus wie kleine Schweinchen, der Dreck ist uns beim Laufen bis an die Knie gespritzt und man konnte auf der Insel jeden Tag abends in den Restaurants und Bars sehen, wer seine Unterkunft auf der anderen Seite der Insel hatte und den Trampelpfad noch gehen muss oder schon gehen durfte. Meistens waren die Flipflops vor Dreck nicht mehr zu sehen und die Leute trugen Kopflampen, um den Rückweg durch die Dunkelheit nach ein paar Rum an der Bar besser finden zu können.

Wir waren auf jeden Fall dankbar, dass unser Hotel an der „Promenade“ und gleich neben der Tauchbasis lag. Dies ersparte uns lange Fußmärsche vor den Tauchgängen und auch zwischendurch, da ja zwischen den TG auch immer mal wieder Zeit ist, um ein Stündchen aufs Zimmer zu gehen. Wenn man abends gern ausgeht und nach dem Rum und den leckeren Cocktails kurze Wege von der Bar bis zum Bett liebt, dann ist die „Hafenseite“ auf der Westseite der Insel genau die richtige Wahl.

Der Strand auf der Ostseite der Insel ist wirklich wie im Bilderbuch, dort finden sich auch einige einheimische Restaurants. Wir waren dort aber nur einmal am Tag unseres Inselrundganges essen, weil aufgrund der Nebensaison die meisten Anlagen auch dort noch geschlossen waren. Aber das Essen war Wahnsinn, wir hatten Hummer mit Chilisoße und Reis, es war ein Traum. Apropos Hummer! Wer Hummer liebt, ist auf Little Corn im Paradies. Frischer, besser und günstiger geht einfach nicht. Die reichhaltige Portion (teilweise bis zu 3 Hummerschwänze) mit Reis und Bohnen kostet dort ca. 8 Dollar. Gebackene Bananen in allen Variationen waren für uns eine kulinarische Neuheit und unerwartet lecker. Außerdem ist das kubanische Restaurant „Havanna“ in der Nähe des Hafens zu empfehlen, dort waren wir abends 3 x essen. Das Restaurant des „Los Delfines“ hat uns stets mit einem guten Frühstück versorgt und auch mittags und abends waren wir dort oft zu Gast. Aber gerade auch die einheimischen Lokale sind absolut empfehlenswert, Hummer und Fisch haben wir dort als bestes Preis-/Leistungsverhältnis empfunden. Alkohol wird dort oft nicht ausgeschenkt, aber das kann man auch nach dem Essen in den Bars reichlich nachholen.



So, und jetzt wollt Ihr sicher endlich wissen, wie denn das Tauchen auf Little Corn so ist…..Kurz gesagt,  es ist einfach Klasse und hat alle unsere Erwartungen weit übertroffen! Wir haben vorab 20 Tauchgänge gebucht und da wir die Rückreise über Big Corn mit einem Aufenthalt von 4 Nächten verbunden haben, haben wir auch auf Big Corn nochmal 4 Tauchgänge drangehängt, weil von dort aus der bekannte Tauchspot „Blowing Rock“ besser und kürzer anzufahren ist.

Vielleicht war unser Dive-Package ein bisschen vollgepackt, aber da wir nur einmal pro Jahr tauchen gehen, wollen wir immer was erleben. Auf der Tauchbasis waren wir schon nach einigen Tagen das Pärchen mit der „mission to dive“, da wir jeden Tag bei mindestens zwei TG an Bord waren;-) Aber einmal da, muss man doch auch was unter Wasser erleben…

Wir sind aufgrund der Planung der Tauchgänge auch schon auf Little Corn direkt am zweiten Tag in den Genuss des „Blowing Rock“ gekommen. Bei guten Bedingungen ist die Überfahrt zum Rock auch von Little Corn nur etwa 15 Minuten länger als von Big Corn aus. Dank der Nebensaison war das Tauchboot übrigens nie bis zum Anschlag voll und bei einigen Tauchgängen waren wir beide mit dem Guide sogar allein unterwegs.

Tauchen auf Little Corn ist absolut entspannt und gerade für uns als Urlaubstaucher war es von Anfang an stressfrei. Getaucht wird vom Boot aus, die Tauchplätze rund um die Insel sind alle bis auf den Blowing Rock innerhalb von 5 bis 20 Minuten erreichbar. Jeder Tag war ein Genuss. Selbst bei schlechtem Wetter war die Sichtweite immer gut, das Wasser hat sich auch nach heftigen Gewittern in der Nacht immer schnell beruhigt und wir mussten keinen Tag auf geplante Tauchgänge verzichten.

Die Tauchbasis wird von Adam geleitet, der aber nach ein paar Tagen seinen wohlverdienten Jahresurlaub angetreten und die Insel gen Asien verlassen hat. Jenn als seine Vertretung und langjährige Mitarbeiterin von Dolphin Dive war vom ersten Tag an eine tolle und kompetente Ansprechpartnerin für uns. Wir durften mit ihr einige sehr entspannte Tauchgänge erleben und sie hat alles unter Wasser entdeckt, was uns fasziniert hat.  Auch die anderen Dive-Guides waren stets entspannt und jeder Tauchgang hat uns aufs Neue überrascht.

Neben Ammenhaien, die teilweise wirklich sehr zutraulich sind und auch das ein oder andere Mal die Fotosession mit anderen Meeresbewohnern manipulieren und einen anstupsen, um sich wieder in den Mittelpunkt des Interesses und der Linse zu rücken, haben wir bei fast jedem Tauchgang Stachelrochen in allen Größen gesehen.

Neben den üblichen UW-Verdächtigen wie Muränen, Rotfeuerfischen und vielen kleinen und großen Fischschwärmen sind uns immer wieder Barrakudas in allen Größenordnungen vor die Linse geschwommen. Besonders am „Blowing Rock“, den wir einmal von Little Corn und einmal von Big Corn betaucht haben, beeindruckten uns neben den tollen Felsformationen und prächtigen und farbenfrohen Korallen große Schulen von Barrakudas. Große Igelfische und ein Zackenbarsch, der bestimmt 1,50 Meter maß, haben uns unter Wasser staunen lassen. Ein scheuer Riffhai hat sich auch gezeigt und ein Nachttauchgang am „Turtle Rock“ ist ein Muss. Am „Long Rock“ begegnete uns die in der Karibik heiß ersehnte Grüne Schildkröte und auch seltene Bewohner in „Fetzenoptik“ haben wir auf den fünften Blick entdeckt (siehe Fotos).



Zusammengefasst: Das Tauchen auf Little Corn war so viel besser als erwartet, wirklich absolute Klasse! Wir haben in den neun Tagen fast jeden Tauchspot um die Insel erkunden dürfen, nur der „Tarpon Channel“ musste aufgrund des stürmischen Wetters ausfallen. Die Ostseite der Insel ist dem Sturm  mehr ausgesetzt und der sandige Boden wirbelt einfach zuviel auf, um optimale Bedingungen beim Tauchgang  zu haben. Dieses hat uns Jenn aufgrund unserer Nachfragen nach dem Anfahren dieses bekannten Tauchspots gut erklärt und somit war das für uns auch absolut okay. Begegnungen mit den Adlerrochen, die vorwiegend auf dieser Inselseite zu finden sind und auch die Sichtung einer der legendären Großen Hammerhaie, die des Öfteren dort gesehen werden, mussten also ausfallen.  Der Große Hammerhai wurde wohl in den letzten Monaten eh nicht so oft gesichtet und die Adlerrochen sind bestimmt in den nächsten Jahren auch noch dort und warten auf Euch.

Besonders hervorzuheben ist auch der Tauchspot „Tunnels & Caves“! Das waren wirklich ganz tolle Momente, in denen man mit Herzklopfen durch dunkle Gänge taucht und in lichtdurchfluteten Höhlen mit Hunderten von kleinen Fischen landet. EinTauchspot-ganz besonders und bestimmt immer in bester Erinnerung!



Schweren Herzens haben wir uns nach neun Tagen von unserer sehr liebgewonnenen Insel mit den überaus freundlichen Bewohnern verabschiedet. Nach ein paar Tagen kennt dort jeder jeden und das ist einfach super familär und relaxt. Die letzten beiden Tage vor der Reise mit dem Pangaboot nach Big Corn haben wir uns Sorgen wegen der Überfahrt gemacht. Es hat immer wieder stark geregnet und gewittert. Am frühen Morgen hatten wir ein Zeitfenster von etwa einer Stunde, in der es nicht geregnet und gewittert hat und ausgerechnet in diese Stunde fiel unser Panga-Ride. Was hatten wir für ein Glück.

Eine Kanadierin, die wir auf Little Corn beim Tauchen kennengelernt und am zweiten Tage auf Big Corn bei der Tauchbasis „Dos Tiburones“ wiedergetroffen haben, hatte leider nicht so viel Glück. Sie ist am gleichen Abreisetag wie wir mittags mit dem Panga-Bott gefahren und hatte nicht einen trockenen Fetzen am Leib, als sie auf Big Corn ankam. Das Boot ist offen und so wie wir gehört haben, wird wohl bei Regen eine Plane von allen Gästen als Wetterschutz über dem Kopf festgehalten. Es hat gestürmt und gewittert und die Fahrt war wirklich abenteuerlich und riesige Wellen haben die Passagiere in Angst versetzt. Also sind wohl alle Warnungen bezüglich  dieses Transfers bei schlechtem Wetter absolut gerechtfertigt. Aber wir hatten das Gefühl, dass die Jungs vom Panga-Boot jederzeit wissen, was sie tun und bei ganz schlechten Bedingungen sicher nicht ein Menschenleben in Gefahr bringen und die Fahrt dann nicht durchführen würden. Wie gesagt, wir hatten da beide Male einfach nur Glück!

Big Corn ist viel größer und dort fahren dann auch wieder Taxis und Mopeds, die wir auf Little Corn keinesfalls vermisst haben. Das Tauchen bei „Dos Tiburones“ war auch sehr gut, aber die Qualität des Leih-Equipments und auch die Tauchspots an sich haben uns auf Little Corn mehr überzeugt.

Das Hotel „Casa Canada“, welches Nautilus für unsere letzten vier Tage auf den Corn Islands ausgesucht hat, verfügt wohl über den einzigen Hotelpool der Insel, daher konnten wir am Tag unserer Ankunft auch gleich einen der Tauchguides des „Dos Tiburones“ kennenlernen, da die Tauchbasis im Hotelpool die Anfängerkurse durchführt.

Unser Bungalow im Casa Canada  lag direkt am Meer und war einfach ein Traum. Warmes Wasser zum Duschen gab es zwar auch dort nicht, aber bei den Temperaturen in Nicaragua ist das wirklich kein Problem. Die Ausstattung des Bungalows war super und man hat den Komfort nach der einfachen Unterkunft im Los Delfines sehr geschätzt.

Nachdem wir auf Little Corn alles zu Fuß erledigt haben, wird auf Big Corn mit Taxis gefahren, um z.B. vom Casa Canada zur Tauchbasis „Dos Tiburones“ im nördlichen Teil der Insel zu gelangen. Man stellt sich einfach an die Straße und das Taxi nimmt einen für 20 Cordoba pro Person mit. Ein Tipp: Sobald man das Taxi verlässt, um z.B. Geld am Automaten zu ziehen, werden die 20 Cordoba erneut berechnet. Das kann man umgehen, indem bei einem Paar der eine Teil im Auto sitzenbleibt. Seltsam, aber gut zu wissen😉

Das Essen und Trinken ist auf Big Corn etwas teurer. Wir waren insgesamt dreimal (!) in der Pizzeria gegenüber des Casa Canada essen, es war wirklich phänomenal dort, die Pizza aus dem Steinofen ist der Hammer. Das Gastgeber-Pärchen, ein waschechter Italiener und seine russische Frau, waren einfach tolle Gastgeber und wir hatten unvergessliche Abende dort.

Unser Fazit: Die weite und aufwändige Anreise ist absolut lohnenswert. Das Tauchen, die Menschen, die Ruhe, das Meer, den Strand, das Essen, der Rum und alles andere, was das Leben und einen Urlaub unvergesslich macht, findet Ihr auf Little Corn Island.

Übrigens haben die Bewohner von Little Corn die ganzen Tage versucht, das Chaos des Sturms zu beseitigen. Der Müll wurde eingesammelt, Mitarbeiter haben am Strand des Los Delfines angefangen, den Sandstrand einschließlich Befestigung wieder aufzuschütten. Die Ursprünglichkeit auf den Corn Islands zeigt aber immer wieder Ecken, die dreckig sind und nicht die Postkarten-Idylle zeigen, die man vielleicht von der Karibik aufgrund von Internet-Bildern erwartet. Aber gerade das macht dieses Ziel aus, wenn man das Land, so wie es ist, kennenlernen und nicht nur die Schicki-Micki-Fassade der Karibik vor Augen haben möchte.

Wir hatten auf Little Corn keinen Safe und haben unser gesamtes Bargeld für die neun Tage jeden Tag in unseren Koffern eingeschlossen. Wir haben oft UW-Kameras, Handys usw. zum Laden im Zimmer gelassen und es hat nichts gefehlt. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nicht sicher zu sein.  Die Menschen dort sprechen fast alle englisch und sind einfach nur offen und freundlich.

Little Corn hat uns etwas mehr begeistert als Big Corn, es ist einfach ruhiger und schön wie eine Malediveninsel ohne All-Inklusive😉 Die Rücktour über Big Corn würden wir nächstes Mal auf zwei bis drei Tage beschränken, aber das ist vielleicht einfach Geschmacksache.

In Managua haben wir die letzte Nacht in unserem schon geliebten „Camino Real“ verbracht und konnten dort eine warme Dusche und einen wunderbaren relaxten Poolnachmittag genießen. Am nächsten Morgen ging es auf die anstrengende Rückreise über Houston nach Amsterdam zurück.

Wir haben wunderbare Menschen auf Little Corn und Big Corn kennengelernt, das Tauchen war excellent und das einfache Leben dort hat uns beeindruckt und als verwöhnte Europäer wieder mal „geerdet“. Wir sind Jan Thies, Nautilus Tauchreisen und allen Entdeckern von den Corn Islands, die uns per Reisebericht im Internet und mit vielen tollen Fotos und Berichten inspiriert haben, diesen in Europa touristisch noch relativ unbekannten Teil der Erde zu bereisen, unendlich dankbar. Diese Reise war eine der schönsten Tauchreisen, die wir bis jetzt erleben durften.

Wir hoffen, Euch mit diesem Bericht zu helfen, wenn Ihr das Reiseziel „Corn Islands“ ins Auge gefasst habt, Euch aber noch nicht so richtig traut. Es ist etwas ganz Besonderes, dort gewesen sein zu dürfen. Vielleicht hatten wir Glück, vielleicht haben wir es auch verdient… Bei uns hat alles genauso geklappt, wie es geplant war, wir hatten nicht eine einzige „Überraschung“. Aber trotzdem sind die Hinweise, dass es mal nicht so klappen kann wie geplant, sicherlich angebracht.

Lasst Euch überraschen, entdeckt die Corn Islands! Wir haben Euch noch ein paar Fotos angefügt und hoffen, dass Ihr genauso eine tolle Zeit dort habt wie wir!


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Cuba / Maria la Gorda https://nautilus-tauchreisen.de/cuba-maria-la-gorda-2/ Fri, 23 Mar 2018 15:32:02 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=46813

Cuba / Maria la Gorda – Reisebericht von Stefan Zatloukal und Sabine Bruhn

11. Dezember 2017 bis 27. Dezember 2017

Das Nautilus-Tauchreisen-Team bietet beste Beratung, sehr angenehmen und persönlichen Kontakt mit absolut kompetenten Ansprechpartnern, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie das Zielgebiet aus eigener Erfahrung perfekt kennen.

Die Infos und Tipps waren extrem wertvoll, alles klappte auch perfekt.

Das erste Highlight war direkt am Anfang. Wir wurden in einem 1957-er Chevi vom Flughafen zur Unterkunft in Havanna gebracht!!!
Auch der spätere Transfer nach Maria La Gorda war sehr angenehm. Alle Transfers waren sehr pünktlich.

Das Casa Colon House hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Sehr engagierte junge Betreiber, tolles Ambiente und die Lage des Hauses in Laufdistanz zur Altstadt Havannas ist einfach nur TOP.
Das Frühstück war ebenfalls super.

Das Hotel Maria La Gorda liegt schon sehr einsam, ist aber eine schöne Anlage. Die Zimmer sind sehr sauber. Alles in allem, kann man sagen, sehr nett. Die Zimmer direkt am Strand wurden gerade renoviert und lassen nichts anderes als pures Karibikfeeling aufkommen. Wir haben uns super wohl gefühlt.

Das Essen ist immer in Buffetform, wobei es zu allen Mahlzeiten durch die Anwesenheit eins Kochs auch frisch zubereitete Speisen wie Fleisch oder morgens Eier in allen Varianten gab.
Zuerst waren wir etwas skeptisch beim Essen, es übertraf unsere Erwartungen aber bei Weitem. Riesen-Auswahl an Fleisch, Fisch, tolle Desserts, es war immer alles da und zu Weihnachten ein ganz besonderes Festtagsmenü.

Getränke und Snacks gibt es zu absolut moderaten Preisen, es ist nichts überteuert.

Die Servicekräfte sprühen zwar nicht gerade vor Enthusiasmus, machen aber ihren Job gut und ein Lächeln und ein Paar CUC extra, wirken wahre Wunder.

Nach der Ankunft am nächsten Morgen war ein Reiseleiter bei uns in der Unterkunft und hat uns mit wertvollen und sehr gut verständlichen Infos versorgt und zwar völlig ohne Druck, uns irgendwelche Ausflüge verkaufen zu wollen.

Alle Angaben von Nautilus waren exakt wie beschrieben, bis auf die Angabe zur Transferzeit von Havanna nach Maria La Gorda. Unser Fahrer hat zurecht alle Geschwindigkeitsbegrenzungen perfekt eingehalten, der Transfer dauerte 6 Stunden und nicht 4 wie angegeben. Dafür sieht man aber wirklich viel von der Landschaft, was entschädigt. Kommt man in Maria La Gorda an und sieht diesen traumhaften Ort, sind aber alle Strapazen der Anreise vergessen.

Die Tauchbasis in Maria La Gorda hat fast alles, was eine internationale Basis braucht. Wir hatten eigene Ausrüstung, aber auch das Basisequipment machte einen zwar gebrauchten, aber alles in allem brauchbaren Eindruck. Die Boote sind Top, die Guides achten sehr auf Sicherheit. Die Tauchzeit ist auf 45 Minuten begrenzt und das wird auch streng eingehalten.
Bei der Gruppenzusammenstellung wird auf Ausbildungslevel und Erfahrung geachtet; die Gruppen sind manchmal deutlich zu groß.
Ein “Socializing” der Tauchcrew mit den Gästen findet nicht statt.
Leider werden, wie sonst üblich, keine Tauch-T-Shirts als Souvenir verkauft. Tauchgänge sollte man auf jeden Fall vorbuchen, da die Pakete vor Ort mehr als doppelt so teuer sind. Auch ein Nachbuchen zu bereits vorgebuchten Konditionen ist nicht möglich.

Das Tauchgebiet ist eine Sensation und hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Ich kann das sagen, weil wir allesamt sehr erfahrene Taucher sind mit jeweils um die 3000 TG und schon an vielen verschiedenen Locations getaucht sind. Der 2. TG bescherte uns einen Hammerhai. Fischreichtum ist gegeben, aber Highlights sind definitiv die Riffformationen mit zahllosen Durchbrüchen, Höhlen und Grotten. Eine Lampe mitzunehmen ist eine gute Idee, die Basis hat keine im Verleih.

Noch ist Kuba wohl als exotisches Reiseziel zu bezeichnen und da ist es m.E. nach hilfreich zu lesen, welche Erfahrungen andere Reisende gemacht haben.

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Karibik / Nicaragua / Corn Islands https://nautilus-tauchreisen.de/karibik-nicaragua-corn-islands/ Fri, 22 Dec 2017 11:26:25 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=46952

Unsere Abenteuerreise nach Nicaragua zu den Corn Islands

„Wo wollt Ihr hin? Corn Islands? Nie gehört, wo liegt das denn?…“
So oder ähnlich war die Reaktion unserer Freunde und Familie auf unsere geplante Reise im Oktober 2017 zu den Corn Islands in Nicaragua.
Dieses Jahr wollten wir die Karibik über und unter Wasser erkunden. Wichtig war uns, das karibische Flair und die Menschen dort möglichst ursprünglich und authentisch zu erleben und auch ein bisschen was an Fisch zu sehen. Nach einigen Recherchen im Internet stießen wir auf die Corn Islands und Nautilus Tauchreisen als einzigen Tauchreiseveranstalter in Deutschland, der diese Reise mit fast allen gewünschten Bausteinen und Transfers im Angebot hat.
Nachdem wir unser Angebot eingeholt hatten, haben wir noch mehrmals mit Nautilus Kontakt aufgenommen, weil wir doch ein wenig skeptisch waren. In der Reisebeschreibung wurde immer wieder erwähnt, dass viele Dinge dort nicht so laufen würden, wie man es gebucht hat bzw. dass man sicher sein kann, die eine der andere Überraschung zu erleben. Auch die „“Warnungen“ des Auswärtigen Amtes für Nicaragua-Reisen haben uns ein wenig verunsichert, diese gelten zwar überwiegend für das Festland, aber da unsere Anreise über Managua erfolgen sollte, waren wir noch nicht sicher, ob diese Reise tatsächlich das Richtige für uns ist.
Insbesondere Jan Thies, der schon auf Little Corn war und den diese Insel nachhaltig beeindruckt hat, hat uns unsere letzten Zweifel zerstreut, uns noch sehr gute Tipps gegeben und wir haben gebucht.
Hier sei schon einmal zu Anfang unseres Berichtes gesagt: Nicaragua mit den Corn Islands ist definitiv die aufwändige Anreise wert und wir haben uns dort jeden Tag absolut sicher gefühlt!
Unser Weg führte uns von Amsterdam nach Houston, dort ging nach etwa 4 Stunden Zwischenaufenthalt (Vorsicht: Essen und Trinken auf dem Flughafen Houston sind echt hochpreisig) der nächste Flieger von United Airlines weiter nach Managua. Wir sind in den Abendstunden dort angekommen und hatten dank der Buchung des Hotels „Camino Real“ einen abfahrbereiten Shuttle draußen vor dem Flughafengebäude bereitstehen.
Am Flughafen von Managua wird man bei der Ankunft schon ganz schön von den Taxifahrern bedrängt. Dazu gibt es ja auch einige offizielle Hinweise, die wir aufgrund unseres vorgebuchten Shuttle-Service nicht beherzigen mussten. Wenn man das Flughafengebäude verlässt, steht der Camino Real-Shuttle immer ganz vorn an der Parkreihe direkt am Flughafengebäude, die Fahrer sind freundlich und hilfsbereit.
Im Camino Real konnten wir uns perfekt von unseren Flügen erholen. Beim Einchecken gibt es für jeden Reisenden einen Getränkegutschein für die Bar, diesen haben wir sofort eingelöst. An der Bar hat man auch die Möglichkeit, spät abends noch einen Snack zu sich zu nehmen. An unserem Ankunftsabend spielte eine landestypische Combo im Innenhof, die uns sofort mit ihren südamerikanischen Klängen und Instrumenten in Urlaubsstimmung versetzte.
Die Zimmer im Camino Real sind sehr komfortabel und das Frühstück ist excellent und vielfältig. Landestypische Speisen, frische Früchte, diverse Eiervariationen und frisch gepresster Orangensaft sind neben dem üblichen Frühststücksangebot extra zu erwähnen. Der Kaffee mit einem Schuss warmer Milch ist ein Traum!
Wir haben übrigens in der Lobby des Camino Real die Landeswährung Cordoba am ATM besorgen können, damit wir auf Little Corn über genügend Bargeld für die nächsten 9 Tage verfügen, da es auf Little Corn ja keine Geldautomaten gibt.



Nach der Übernachtung im Luxushotel Camino Real ging  es nun weiter auf die Reise nach Little Corn, um etwas „robuster“ die nächsten Tage in Nicaragua genießen zu können.

Vom nationalen Flughafen (Gebäude rechts vom internationalen Flughafen und sehr, sehr winzig) ging es mit einer kleinen Propellermaschine (max. 12 Passagiere) nach Big Corn, Flugzeit etwa 1 Stunde und 20 Minuten. Wir hatten Traumwetter und konnten die Aussicht auf das Festland und das Meer während des ganzen Fluges genießen.

Unser Gepäck für den Flug mit Costena hatte die 15 Kilo pro Koffer nicht überschritten, da wir unter anderem auf eigenes Tauchequipment und schicke Klamotten verzichtet haben. Für die Damen unter uns: Das war schon eine echte Herausforderung.

Das Handgepäck wurde zusammen mit dem Reisenden auf eine große Waage gepackt, das war schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber es diente wohl der Sicherheit (und vielleicht auch dem Ziel, nicht allzuviel vom landestypischen Gallo pinto, Reis mit Bohnen, auf der Insel zu sich zu nehmen und den Rückweg auch noch zu schaffen).

In Big Corn am Flughafen nahmen wir zu zweit ein Taxi, dieses kostet dort immer 20 Cordoba pro Person, wir haben also einschl. Trinkgeld 50 Cordoba für die Fahrt zum Hafen bezahlt.

Wir haben uns auf Big Corn Island sofort sicher gefühlt, der Taxifahrer war super freundlich und hilfsbereit, es standen bei unserer Ankunft am Flughafen genügend Taxis bereit. Nach einer Wartezeit in einem Restaurant am Hafen (Fishermans Cave)  mit ein paar „Tonia“ (Landesbier neben u.a. „Victoria“ Bier) ging es mit dem Pangaboot (pro Person ca. 5 Dollar) bei glatter See und Abendsonne Richtung Little Corn.

Die Empfehlung von Jan Thies, den Jungs vom Boot ein bisschen Trinkgeld zu geben, um unsere Koffer sicher und trocken zu verstauen, haben wir vor Ort umgesetzt und würden dieses immer empfehlen. Unsere Koffer kamen ganz obenauf und wurden mit Vorsicht behandelt (unten in der Gepäckaufbewahrung des Bootes kann es etwas feuchter sein).

Vor dieser Überfahrt hatten wir vorher ein wenig Bammel, da dieser Teil der Reise selbst organisiert werden muss und im Internet ob einiger wilden Überfahrten schon einige Negativ-Berichte kursierten. Wie gesagt, wir hatten Glück mit dem Wetter und daher war es für uns eine angenehme Überfahrt. Das kann wohl auch anders laufen, das mussten wir zwar selbst nicht erleben, dazu aber später mehr.

Auf Little Corn wurden wir von einem Mitarbeiter unseres gebuchten Hotels Los Delfines in Empfang genommen. Die Koffer wurden auf eine Karre geladen und über den einzigen geteerten Fußweg entlang des Strandes zum Hotel gefahren.

An dieser Stelle sei vielleicht etwas zur „idealen Reisezeit“ für die Karibik bzw. die Corn Islands zu sagen.

Als wir auf Little Corn ankamen, waren wir ein wenig enttäuscht. Der ansonsten postkartengleiche Sandstrand war voller Müll und vor unserem Hotel war der kleine Strandbereich zu diesem Zeitpunkt komplett verschwunden. Ein paar Tage, bevor wir unsere Reise begannen, fegte ein schwerer Sturm über einige Karibikinseln hinweg und richtete schwere Schäden an. Nicaragua wurde auch davon getroffen und diese Schäden waren halt sichtbar. Wir hatten uns bei Buchung bewusst für die „Nebensaison“ entschieden und in diesen Monaten kann man damit rechnen, dass nicht von morgens bis abends die Sonne scheint.

Wir hatten gerade zu Ende unseres Urlaubs immer wieder Nächte, in denen es schwer stürmte und Badewannen voll regnete und aufgrund dessen auch der Strom immer mal wieder für einige Stunden ausfiel. Aber das Wetter hat sich stets schnell beruhigt und wir mussten nur einmal einen geplanten Morgentauchgang auf den späteren Vormittag verschieben, weil es zu stürmisch war.

Die Nebensaison im Oktober haben wir auf Little Corn als sehr wohltuend empfunden. Es waren zwar (noch) nicht alle Restaurants, Bars und Hotels geöffnet, aber wir können uns vorstellen, dass in der Hauptsaison die kleine Insel auch schnell an ihre Grenzen kommen kann und das tolle, gemütliche Flair dabei vielleicht untergehen könnte. Ein junger Einheimischer erzählte uns, dass in der Hauptsaison bis zu 3.000 Touristen auf der Insel zu Gast sind. Bei ca. 800 Bewohnern und dem Wissen, dass das Panga-Boot nur zweimal pro Tag in jede Richtung zwischen Big Corn und Little Corn verkehrt, wirkt das Ganze doch etwas bedenklich und die Warnung, dass man früh am Hafen für die Bootsfahrt aufkreuzen soll, um einen Platz im Boot zu ergattern, kann man dann durchaus nachvollziehen.

Diese Probleme hatten wir nicht. Wir haben abends in jedem Restaurant, in jeder Bar und in jeder Einheimischen-Küche einen Platz bekommen und auf Little Corn kulinarisch gelebt wie im Paradies.



Übrigens hatten wir ursprünglich vor, statt des „Los Delfines“ die etwas gehobenere Hotelvariante „Beach & Bungalow“ auf der anderen Inselseite im Osten zu buchen. Das Beach & Bungalow wirbt unter anderem damit, eines der wenigen Hotels auf der Insel mit warmem Wasser zu sein (falls der Strom funktioniert und der Boiler warm wird). Dieses Hotel war in der Nebensaison aber nicht buchbar, da es dann noch geschlossen ist. Jan Thies versicherte uns telefonisch, dass das Los Delfines auch sehr gut sei (im Internet war oft von „einfach“ die Rede und wir wussten ja nicht, was „einfach“ in Mittelamerika so bedeuten mag) und außerdem für unsere Tauchaktivitäten die bessere Lage auf der Insel bieten würde.

Und?? Er hatte ja sooo Recht. Wir haben es jeden Tag genossen, die Tauchbasis gleich nebenan zu haben. Nochmal schnell vorm Tauchgang aufs „heimische“ Klo oder was vergessen? Kein Problem, in 3 Minuten war man wieder zurück. Das Los Delfines ist wirklich eine gute Wahl. Die Einrichtung ist einfach, aber sauber. Das Bad ist zwar nicht mit europäischem Standard vergleichbar, aber wer nach Little Corn reist, sollte das auch vorher schon vermuten. Unser Bungalow wurde jeden Tag gereinigt und wir fühlten uns dort sehr wohl in den neun Tagen auf Little Corn.

Bei einem Spaziergang auf die andere Seite der Insel haben wir einige Tage später das Beach & Bungalow im Vorbeiflanieren bewundern dürfen. Die Anlage sah sehr schön aus, aber in der Nebensaison mit den Regenphasen ist der Trampelpfad durch den Dschungel sehr matschig und man läuft schon ca. 15-20 Minuten von der einen Inselseite zur anderen. Wir sahen nach unserer Wanderung aus wie kleine Schweinchen, der Dreck ist uns beim Laufen bis an die Knie gespritzt und man konnte auf der Insel jeden Tag abends in den Restaurants und Bars sehen, wer seine Unterkunft auf der anderen Seite der Insel hatte und den Trampelpfad noch gehen muss oder schon gehen durfte. Meistens waren die Flipflops vor Dreck nicht mehr zu sehen und die Leute trugen Kopflampen, um den Rückweg durch die Dunkelheit nach ein paar Rum an der Bar besser finden zu können.

Wir waren auf jeden Fall dankbar, dass unser Hotel an der „Promenade“ und gleich neben der Tauchbasis lag. Dies ersparte uns lange Fußmärsche vor den Tauchgängen und auch zwischendurch, da ja zwischen den TG auch immer mal wieder Zeit ist, um ein Stündchen aufs Zimmer zu gehen. Wenn man abends gern ausgeht und nach dem Rum und den leckeren Cocktails kurze Wege von der Bar bis zum Bett liebt, dann ist die „Hafenseite“ auf der Westseite der Insel genau die richtige Wahl.

Der Strand auf der Ostseite der Insel ist wirklich wie im Bilderbuch, dort finden sich auch einige einheimische Restaurants. Wir waren dort aber nur einmal am Tag unseres Inselrundganges essen, weil aufgrund der Nebensaison die meisten Anlagen auch dort noch geschlossen waren. Aber das Essen war Wahnsinn, wir hatten Hummer mit Chilisoße und Reis, es war ein Traum. Apropos Hummer! Wer Hummer liebt, ist auf Little Corn im Paradies. Frischer, besser und günstiger geht einfach nicht. Die reichhaltige Portion (teilweise bis zu 3 Hummerschwänze) mit Reis und Bohnen kostet dort ca. 8 Dollar. Gebackene Bananen in allen Variationen waren für uns eine kulinarische Neuheit und unerwartet lecker. Außerdem ist das kubanische Restaurant „Havanna“ in der Nähe des Hafens zu empfehlen, dort waren wir abends 3 x essen. Das Restaurant des „Los Delfines“ hat uns stets mit einem guten Frühstück versorgt und auch mittags und abends waren wir dort oft zu Gast. Aber gerade auch die einheimischen Lokale sind absolut empfehlenswert, Hummer und Fisch haben wir dort als bestes Preis-/Leistungsverhältnis empfunden. Alkohol wird dort oft nicht ausgeschenkt, aber das kann man auch nach dem Essen in den Bars reichlich nachholen.



So, und jetzt wollt Ihr sicher endlich wissen, wie denn das Tauchen auf Little Corn so ist…..Kurz gesagt,  es ist einfach Klasse und hat alle unsere Erwartungen weit übertroffen! Wir haben vorab 20 Tauchgänge gebucht und da wir die Rückreise über Big Corn mit einem Aufenthalt von 4 Nächten verbunden haben, haben wir auch auf Big Corn nochmal 4 Tauchgänge drangehängt, weil von dort aus der bekannte Tauchspot „Blowing Rock“ besser und kürzer anzufahren ist.

Vielleicht war unser Dive-Package ein bisschen vollgepackt, aber da wir nur einmal pro Jahr tauchen gehen, wollen wir immer was erleben. Auf der Tauchbasis waren wir schon nach einigen Tagen das Pärchen mit der „mission to dive“, da wir jeden Tag bei mindestens zwei TG an Bord waren;-) Aber einmal da, muss man doch auch was unter Wasser erleben…

Wir sind aufgrund der Planung der Tauchgänge auch schon auf Little Corn direkt am zweiten Tag in den Genuss des „Blowing Rock“ gekommen. Bei guten Bedingungen ist die Überfahrt zum Rock auch von Little Corn nur etwa 15 Minuten länger als von Big Corn aus. Dank der Nebensaison war das Tauchboot übrigens nie bis zum Anschlag voll und bei einigen Tauchgängen waren wir beide mit dem Guide sogar allein unterwegs.

Tauchen auf Little Corn ist absolut entspannt und gerade für uns als Urlaubstaucher war es von Anfang an stressfrei. Getaucht wird vom Boot aus, die Tauchplätze rund um die Insel sind alle bis auf den Blowing Rock innerhalb von 5 bis 20 Minuten erreichbar. Jeder Tag war ein Genuss. Selbst bei schlechtem Wetter war die Sichtweite immer gut, das Wasser hat sich auch nach heftigen Gewittern in der Nacht immer schnell beruhigt und wir mussten keinen Tag auf geplante Tauchgänge verzichten.

Die Tauchbasis wird von Adam geleitet, der aber nach ein paar Tagen seinen wohlverdienten Jahresurlaub angetreten und die Insel gen Asien verlassen hat. Jenn als seine Vertretung und langjährige Mitarbeiterin von Dolphin Dive war vom ersten Tag an eine tolle und kompetente Ansprechpartnerin für uns. Wir durften mit ihr einige sehr entspannte Tauchgänge erleben und sie hat alles unter Wasser entdeckt, was uns fasziniert hat.  Auch die anderen Dive-Guides waren stets entspannt und jeder Tauchgang hat uns aufs Neue überrascht.

Neben Ammenhaien, die teilweise wirklich sehr zutraulich sind und auch das ein oder andere Mal die Fotosession mit anderen Meeresbewohnern manipulieren und einen anstupsen, um sich wieder in den Mittelpunkt des Interesses und der Linse zu rücken, haben wir bei fast jedem Tauchgang Stachelrochen in allen Größen gesehen.

Neben den üblichen UW-Verdächtigen wie Muränen, Rotfeuerfischen und vielen kleinen und großen Fischschwärmen sind uns immer wieder Barrakudas in allen Größenordnungen vor die Linse geschwommen. Besonders am „Blowing Rock“, den wir einmal von Little Corn und einmal von Big Corn betaucht haben, beeindruckten uns neben den tollen Felsformationen und prächtigen und farbenfrohen Korallen große Schulen von Barrakudas. Große Igelfische und ein Zackenbarsch, der bestimmt 1,50 Meter maß, haben uns unter Wasser staunen lassen. Ein scheuer Riffhai hat sich auch gezeigt und ein Nachttauchgang am „Turtle Rock“ ist ein Muss. Am „Long Rock“ begegnete uns die in der Karibik heiß ersehnte Grüne Schildkröte und auch seltene Bewohner in „Fetzenoptik“ haben wir auf den fünften Blick entdeckt (siehe Fotos).

Zusammengefasst: Das Tauchen auf Little Corn war so viel besser als erwartet, wirklich absolute Klasse! Wir haben in den neun Tagen fast jeden Tauchspot um die Insel erkunden dürfen, nur der „Tarpon Channel“ musste aufgrund des stürmischen Wetters ausfallen. Die Ostseite der Insel ist dem Sturm  mehr ausgesetzt und der sandige Boden wirbelt einfach zuviel auf, um optimale Bedingungen beim Tauchgang  zu haben. Dieses hat uns Jenn aufgrund unserer Nachfragen nach dem Anfahren dieses bekannten Tauchspots gut erklärt und somit war das für uns auch absolut okay. Begegnungen mit den Adlerrochen, die vorwiegend auf dieser Inselseite zu finden sind und auch die Sichtung einer der legendären Großen Hammerhaie, die des Öfteren dort gesehen werden, mussten also ausfallen.  Der Große Hammerhai wurde wohl in den letzten Monaten eh nicht so oft gesichtet und die Adlerrochen sind bestimmt in den nächsten Jahren auch noch dort und warten auf Euch.

Besonders hervorzuheben ist auch der Tauchspot „Tunnels & Caves“! Das waren wirklich ganz tolle Momente, in denen man mit Herzklopfen durch dunkle Gänge taucht und in lichtdurchfluteten Höhlen mit Hunderten von kleinen Fischen landet. EinTauchspot-ganz besonders und bestimmt immer in bester Erinnerung!



Schweren Herzens haben wir uns nach neun Tagen von unserer sehr liebgewonnenen Insel mit den überaus freundlichen Bewohnern verabschiedet. Nach ein paar Tagen kennt dort jeder jeden und das ist einfach super familär und relaxt. Die letzten beiden Tage vor der Reise mit dem Pangaboot nach Big Corn haben wir uns Sorgen wegen der Überfahrt gemacht. Es hat immer wieder stark geregnet und gewittert. Am frühen Morgen hatten wir ein Zeitfenster von etwa einer Stunde, in der es nicht geregnet und gewittert hat und ausgerechnet in diese Stunde fiel unser Panga-Ride. Was hatten wir für ein Glück.

Eine Kanadierin, die wir auf Little Corn beim Tauchen kennengelernt und am zweiten Tage auf Big Corn bei der Tauchbasis „Dos Tiburones“ wiedergetroffen haben, hatte leider nicht so viel Glück. Sie ist am gleichen Abreisetag wie wir mittags mit dem Panga-Bott gefahren und hatte nicht einen trockenen Fetzen am Leib, als sie auf Big Corn ankam. Das Boot ist offen und so wie wir gehört haben, wird wohl bei Regen eine Plane von allen Gästen als Wetterschutz über dem Kopf festgehalten. Es hat gestürmt und gewittert und die Fahrt war wirklich abenteuerlich und riesige Wellen haben die Passagiere in Angst versetzt. Also sind wohl alle Warnungen bezüglich  dieses Transfers bei schlechtem Wetter absolut gerechtfertigt. Aber wir hatten das Gefühl, dass die Jungs vom Panga-Boot jederzeit wissen, was sie tun und bei ganz schlechten Bedingungen sicher nicht ein Menschenleben in Gefahr bringen und die Fahrt dann nicht durchführen würden. Wie gesagt, wir hatten da beide Male einfach nur Glück!

Big Corn ist viel größer und dort fahren dann auch wieder Taxis und Mopeds, die wir auf Little Corn keinesfalls vermisst haben. Das Tauchen bei „Dos Tiburones“ war auch sehr gut, aber die Qualität des Leih-Equipments und auch die Tauchspots an sich haben uns auf Little Corn mehr überzeugt.

Das Hotel „Casa Canada“, welches Nautilus für unsere letzten vier Tage auf den Corn Islands ausgesucht hat, verfügt wohl über den einzigen Hotelpool der Insel, daher konnten wir am Tag unserer Ankunft auch gleich einen der Tauchguides des „Dos Tiburones“ kennenlernen, da die Tauchbasis im Hotelpool die Anfängerkurse durchführt.

Unser Bungalow im Casa Canada  lag direkt am Meer und war einfach ein Traum. Warmes Wasser zum Duschen gab es zwar auch dort nicht, aber bei den Temperaturen in Nicaragua ist das wirklich kein Problem. Die Ausstattung des Bungalows war super und man hat den Komfort nach der einfachen Unterkunft im Los Delfines sehr geschätzt.

Nachdem wir auf Little Corn alles zu Fuß erledigt haben, wird auf Big Corn mit Taxis gefahren, um z.B. vom Casa Canada zur Tauchbasis „Dos Tiburones“ im nördlichen Teil der Insel zu gelangen. Man stellt sich einfach an die Straße und das Taxi nimmt einen für 20 Cordoba pro Person mit. Ein Tipp: Sobald man das Taxi verlässt, um z.B. Geld am Automaten zu ziehen, werden die 20 Cordoba erneut berechnet. Das kann man umgehen, indem bei einem Paar der eine Teil im Auto sitzenbleibt. Seltsam, aber gut zu wissen.

Das Essen und Trinken ist auf Big Corn etwas teurer. Wir waren insgesamt dreimal (!) in der Pizzeria gegenüber des Casa Canada essen, es war wirklich phänomenal dort, die Pizza aus dem Steinofen ist der Hammer. Das Gastgeber-Pärchen, ein waschechter Italiener und seine russische Frau, waren einfach tolle Gastgeber und wir hatten unvergessliche Abende dort.

Unser Fazit: Die weite und aufwändige Anreise ist absolut lohnenswert. Das Tauchen, die Menschen, die Ruhe, das Meer, den Strand, das Essen, der Rum und alles andere, was das Leben und einen Urlaub unvergesslich macht, findet Ihr auf Little Corn Island.



Unser Fazit: Die weite und aufwändige Anreise ist absolut lohnenswert. Das Tauchen, die Menschen, die Ruhe, das Meer, den Strand, das Essen, der Rum und alles andere, was das Leben und einen Urlaub unvergesslich macht, findet Ihr auf Little Corn Island.

Übrigens haben die Bewohner von Little Corn die ganzen Tage versucht, das Chaos des Sturms zu beseitigen. Der Müll wurde eingesammelt, Mitarbeiter haben am Strand des Los Delfines angefangen, den Sandstrand einschließlich Befestigung wieder aufzuschütten. Die Ursprünglichkeit auf den Corn Islands zeigt aber immer wieder Ecken, die dreckig sind und nicht die Postkarten-Idylle zeigen, die man vielleicht von der Karibik aufgrund von Internet-Bildern erwartet. Aber gerade das macht dieses Ziel aus, wenn man das Land, so wie es ist, kennenlernen und nicht nur die Schicki-Micki-Fassade der Karibik vor Augen haben möchte.

Wir hatten auf Little Corn keinen Safe und haben unser gesamtes Bargeld für die neun Tage jeden Tag in unseren Koffern eingeschlossen. Wir haben oft UW-Kameras, Handys usw. zum Laden im Zimmer gelassen und es hat nichts gefehlt. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nicht sicher zu sein.  Die Menschen dort sprechen fast alle englisch und sind einfach nur offen und freundlich.

Little Corn hat uns etwas mehr begeistert als Big Corn, es ist einfach ruhiger und schön wie eine Malediveninsel ohne All-Inklusive. Die Rücktour über Big Corn würden wir nächstes Mal auf zwei bis drei Tage beschränken, aber das ist vielleicht einfach Geschmacksache.

In Managua haben wir die letzte Nacht in unserem schon geliebten „Camino Real“ verbracht und konnten dort eine warme Dusche und einen wunderbaren relaxten Poolnachmittag genießen. Am nächsten Morgen ging es auf die anstrengende Rückreise über Houston nach Amsterdam zurück.

Wir haben wunderbare Menschen auf Little Corn und Big Corn kennengelernt, das Tauchen war excellent und das einfache Leben dort hat uns beeindruckt und als verwöhnte Europäer wieder mal „geerdet“. Wir sind Jan Thies, Nautilus Tauchreisen und allen Entdeckern von den Corn Islands, die uns per Reisebericht im Internet und mit vielen tollen Fotos und Berichten inspiriert haben, diesen in Europa touristisch noch relativ unbekannten Teil der Erde zu bereisen, unendlich dankbar. Diese Reise war eine der schönsten Tauchreisen, die wir bis jetzt erleben durften.

Wir hoffen, Euch mit diesem Bericht zu helfen, wenn Ihr das Reiseziel „Corn Islands“ ins Auge gefasst habt, Euch aber noch nicht so richtig traut. Es ist etwas ganz Besonderes, dort gewesen sein zu dürfen. Vielleicht hatten wir Glück, vielleicht haben wir es auch verdient… Bei uns hat alles genauso geklappt, wie es geplant war, wir hatten nicht eine einzige „Überraschung“. Aber trotzdem sind die Hinweise, dass es mal nicht so klappen kann wie geplant, sicherlich angebracht.

Lasst Euch überraschen, entdeckt die Corn Islands! Wir haben Euch noch ein paar Fotos angefügt und hoffen, dass Ihr genauso eine tolle Zeit dort habt wie wir!


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Cuba / Mietwagenrundreise & Maria la Gorda https://nautilus-tauchreisen.de/cuba-mietwagenrundreise-maria-la-gorda/ Fri, 17 Nov 2017 12:50:03 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=41964

Kuba – Reisebericht von Hannah Ha (14) mit ihren Eltern und ihrem Bruder (15)

11. August 2017 bis 01. September 2017

Havanna: Im Hotel Valencia gab es unterschiedlich große Zimmer, in denen die Klimaanlagen nicht so gut funktionierten. Der Roomservice (Anmerkung von Nautilus: damit ist jeweils die Reinigung der Zimmer gemeint) war sehr gut und das Zimmer war auch für kubanische Verhältnisse recht sauber. Das Frühstück war sehr lecker und es wurde auch schnell serviert. Das Hotel lag direkt im Stadtzentrum. Wir haben auch eine Führung gemacht, welche von einer sehr netten, deutschsprachigen Kubanerin geleitet wurde. Die Führung war sehr schön, allerdings war es an diesem Tag sehr heiß und feucht, wie auch im gesamten Urlaub.

Santiago de Cuba: Mit dem Flugzeug ging es nach drei Tagen weiter nach Santiago de Cuba. Im Hotel Casa Granda gab es eine sehr gut funktionierende Klimaanlage, zwei saubere Zimmer und einem guten Roomservice. Das Highlight dieses Hotels war eine wunderschöne Dachterrasse. Das Hotel lag im Zentrum und das Buffet morgens war umfangreich und lecker. Das Essen abends auf der Dachterrasse war auch sehr lecker und für Kuba sehr abwechslungsreich.

In Santiago de Cuba haben wir auch eine halbtägige Führung zu einer alten Kaffeeplantage und einem Blumengarten gemacht, die sehr empfehlenswert war. Allerdings hatte man uns anfangs vergessen, so dass wir drei Stunden warten mussten. Unsere deutschsprachige Kontaktperson in Havanna konnte aber eine Tour mit neuen Guides organisieren und so wurde es doch noch ein toller Tag mit einem Abendessen nur für uns alleine …

Santo Domingo in der Sierra Maestra (Comandancia de la Plata): In unserem Hotel Villa Santo Domingo hatten wir eine sehr schöne Unterkunft in einem kleinen Bergdorf in der Sierra Maestra. Das Hotelzimmer war sehr, sehr schön mit perfekter Klimaanlage und einem sehr guten Roomservice. Vom Hotel aus erreichte man in 5 min Fußmarsch einen schönen kleinen, sauberen See, in dem sich das ganze Dorf versammelte.

Das Frühstück war seeeeehr einfach (Sandwich mit Banane), dafür war allerdings das Abendessen sehr lecker, umfangreich und preiswert. Der Hotel Manager (Ivan) war super hilfsbereit als wir am Abreisetag entdeckten, dass wir zwei platte Reifen (!)  hatten. In nur drei Stunden konnte er die Reparatur organisieren und wir konnten weiterfahren. Für kubanische Verhältnisse war dies sehr schnell!

Santo Domingo ist der Ausgangspunkt für eine Halbtagestour (4-5 h) zum ehemals geheimen Lagezentrum von Fidel Castro (Comandancia de la Plata) tief im Urwald, von dem aus er die Revolution zusammen mit Che Guevara startete und organisierte.

Camagüey (Zwischenstopp auf dem Weg nach Trinidad): Das private Zimmer (Casa Particular – La Casa de Miriam; 2 km vom Stadtzentrum entfernt)  war sehr schön. Es hatte ein sauberes Bad und eine gut funktionierende Klimaanlage. Das sehr umfangreiche Frühstück war besonders lecker.

Trinidad: In Trinidad hatten wir wieder zwei private Zimmer (La Casa Ruth), welche im Gegensatz zur vorherigen Unterkunft deutlich schlichter waren. Die Klimaanlagen waren in beiden Zimmern sehr gut. Es gab allerdings keinen Roomservice und das Frühstück war auch nicht ganz so umfangreich, aber trotzdem lecker. Das Privatzimmer war zu Fuß 12 min vom Stadtkern entfernt. Wir haben auch eine Stadtführung gemacht, die sehr gut war.

Playa Larga (nördliche Schweinebucht): Das Hotel Playa Larga ist aus unserer Sicht nicht so empfehlenswert, da die Zimmer sehr schlicht und auch nicht so sauber waren.

 Tauchen (2 Tauchgänge): Die Tauchbasis (englisch sprechend) wurde kubanisch geführt, eine Brevetkontrolle wurde nicht durchgeführt. Das Equipment und die Guides waren in Ordnung. Es gab insgesamt in Playa Larga drei Tauchplätze, wobei zwei mit einem alten Schulbus pro Tagesausflug angefahren wurden.

Vinales: Unser Hotel La Ermita war wunderschön. Es hatte einen Pool, ein schönes Restaurant, mit traumhaftem Ausblick, jedoch einem überteuerten Tennisplatz (10 CUC für zwei Schläger).

An der drei Nachmittag (bis ca. 17:00 Uhr) gab es eine kubanische Poolparty.

Die Zimmer waren sehr, sehr schön, sauber mit super Klimaanlage und einem sehr gutem Roomservice. Das Hotel war 2 km vom Stadtzentrum entfernt und zu Fuß gut zu erreichen.

Wir machten eine richtig coole und schöne Pferdetour, die wirklich empfehlenswert war und auch meinem Bruder und meinem Vater gefiel. Dabei kamen wir an einer Tabak-Plantage und einer Kaffee-Plantage mit Rumverkostung vorbei. Bei der Tabak Plantage konnte man live und mit einer ausführlichen Erklärung auf Sp-Englisch beobachten wie eine Zigarre gemacht wurde. Bei der Kaffeeplantage wurde erklärt wie Kaffee hergestellt wurde. Man konnte auch Rum probieren und kaufen. Allerdings waren die Preise hier deutlich teurer als im Supermarkt.

Maria la Gorda: Unser Hotel Maria la Gorda war wunder-wunderschön und sehr empfehlenswert.  Die Hotelzimmer waren neu renoviert und richtig sauber und mit gut funktionierender Klimaanlage. Der Roomservice war nett und gründlich. Von dem Balkon aus hatte man eine super Sicht auf das Meer. Der Strand war sehr sauber mit weißem Sand und es gab für jeden Gast Liegen. Die Farbe des Meeres war türkisblau und kristallklar und man sah bereits beim Schnorcheln viele Fische.

Auf der Hotelanlage konnte man Tischtennis, Rasenschach, Fußball oder Beachvolleyball umsonst spielen.

Das Frühstück- und Abendessen-Buffet war im Vergleich zu anderen kubanischen Hotels sehr, sehr umfangreich und frisch und das Beste, dass wir im ganzem Urlaub hatten. Life-Cooking von Filetsteaks (Rind, Huhn und Schwein) wurde jeden Abend durchgeführt. Das Hotel hatte seinen eigenen Arzt mit Krankenschwester.

Die Tauchbasis war in kubanischer Hand und sehr gut organisiert. Equipment war ausreichend vorhanden und gut gewartet. Die Basis verfügte über zwei Tauch-Boote und es wurden drei Tauchgänge / Tag (09.00, 11.00, 15.30 Uhr) angeboten.

Das Tauchgebiet erstreckte sich auf ca. 20 verschiedene Tauchspots, die regelmäßig angefahren wurden. Besonders hervorzuheben waren die kubanischen Tauch-Guides, die sich rührend um die Tauchgäste (viele Anfänger) kümmerten und bereits am Boot das Anlegen der Ausrüstung überwachten.

Die Unterwasser-Flora & Fauna war überwältigend. Von Haien (Riffhaie), über Schildkröten, Adlerrochen, Schwärmen an blauen Chromis (Schwalbenschwänzchen), Muränen  Kofferfischen und Barrkudas war alles dabei. Es gab sogar eine Tauch-Gruppe, die das Glück hatte einen Walhai zu beobachten. Die Hart- und Softkorallenwelt war ebenfalls in Ordnung und sehr farbenfroh in dem kristallklaren und ca. 32° warmen Wasser.

Zu guter letzt möchten wir die tolle Organisation von Nautilus Reisen im Vorfeld und auch vor Ort durch die deutschsprachige Kontaktperson (Frau Garcia, die jederzeit via Handy erreichbar war) besonders loben und uns für einen tollen Urlaub bedanken.

Hannah Ha am 03.09.2017


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Philippinen / Leyte, Negros – Sipalay, Palawan https://nautilus-tauchreisen.de/philippinen-palawan-negros-leyte-reisebericht/ Fri, 06 Oct 2017 10:29:09 +0000 https://nautilus-tauchreisen.de/?p=41850

Liebe Tauchfreunde,

nachdem das Jahr 2017 schon etwas weiter fortgeschritten ist, freue ich mich, mich jetzt wieder bei Ihnen mit einem neuen Reisebericht melden zu können. Und zwar war ich endlich mal wieder auf den Philippinen unterwegs! Eigentlich wollte ich bereits letztes Jahr diesen wunderschönen Inselstaat besuchen, aber damals hat mir die Schweinegrippe einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Dieses Jahr konnte ich dann aber erfreulicherweise fit und euphorisch im Frühjahr in den Flieger steigen…

PHILIPPINEN

Das erste Mal war ich 2005 auf den Philippinen – kaum zu glauben, dass das bereits so lange her ist. Damals habe ich die Inseln ja fast noch entdeckerisch bereist! Bewertungsportale steckten noch in den Kinderschuhen, man hielt noch nicht seinen großen Zeh in die Sonne, um ihn auf Facebook zu posten, und es gab tatsächlich noch so etwas wie Insidertipps. Ich hatte deshalb über einen längeren Zeitraum Empfehlungen sowie Informationen gesammelt und daraus meine erste Philippinen-Reise zusammen gebastelt. Vom Ablauf her war das Ganze dann eher sub-optimal, wie ich heute feststellen und zugeben muss. Zusätzlich haben sich vor Ort dann noch einige kuriose Möglichkeiten ergeben, weshalb ich beispielsweise von Cebu aus spontan per Übernachtfähre (!) auf die Insel Camiguin gereist bin. Dieser Teil der Reise stellt bis heute noch eines der aufregendsten Erlebnisse meiner gesamten Reiseerfahrungen dar. Auf dem Schiff damals waren definitiv mehr Tiere als Menschen und entsprechend hat es auch gerochen. Der Schlafbereich war in etwa so erholsam wie ein Hostel während des Oktoberfests. Eine unglaubliche Geschichte!

Mittlerweile haben wir allerdings, meiner Meinung nach, eine schöne und abwechslungsreiche Auswahl auf den Philippinen zusammengestellt, die für jeden Geschmack etwas bietet. Insgesamt bieten wir nun auf neun Inseln 15 unterschiedliche Gebiete mit 16 verschiedenen Tauchhotels an. Hinzu kommt auch noch eine Tauchsafari zum Tubbataha Riff.

Bei meiner jetzigen Reise ging es darum, einige Zielgebiete zu besuchen, die ich entweder länger nicht gesehen hatte oder aber bei denen es einen aktuellen Hintergrund beziehungsweise Anlass gab.

Geflogen bin ich mit Turkish Airlines, ganz einfach deshalb weil sie sehr günstige Flüge mit ausgesprochen angenehmen Reisezeiten nach Manila anbieten. Dazu bin ich noch nie mit der Turkish Airlines geflogen und seit sich Lionel Messi und Kobe Bryant in den Werbespots einen lustigen Wettbewerb über die ganze Welt geliefert haben, hat die Airline eigentlich einen guten Ruf. Ich kann diesen guten Ruf nur bestätigen. Der Flug nach Istanbul verlief unaufgeregt normal, der Flughafen in Istanbul bietet sehr viele Restaurants, die den Aufenthalt verkürzen, und der Langstreckenflug nach Manila war auf jeden Fall bemerkenswert angenehm, was vor allem an dem guten Unterhaltungsprogramm und dem erfreulich geräumigen Sitzabstand lag.

LEYTE / PINTUYAN DIVE RESORT

Erste Station war ein für mich sehr besonderes Hotel. Wir waren der erste Tauchreiseveranstalter, der dieses Hotel angeboten hat, und ich kannte den Inhaber bereits bevor er das Hotel gebaut hat. Kennengelernt habe ich Ralf, weil ihn mir einige Gäste immer wieder als Tauchbasenleiter auf Bohol empfohlen hatten. Nun ist er Besitzer des Pintuyan Dive Resorts auf der Insel Leyte.

Nach Leyte reist man besten über Manila, weil dort die Anschlussflüge ideal auf die Langstreckenflüge passen. Ich sage es ganz ehrlich, man kann zwar in einem Rutsch nach Leyte durchreisen, aber ich habe mir eine Zwischenübernachtung eingebaut, weil ich die Anreise wirklich „schlauchig“ finde. Oder anders gesagt, es dauert strapaziös lange bis man in Manila ist, da gibt es nichts zu beschönigen. Um danach direkt weiterzufliegen und dann einen vier Stunden Transfer durchzuziehen, fehlt mir schlichtweg die Eigenschaft, Zeitverschiebungen gut zu verkraften.
Ich befinde mich gefühlt schon in der zweiten Traumphase, als ich in Manila ankomme. Mein Hotel in der Asienmetropole ist von außen unglaublich unattraktiv, von innen allerdings überraschend charmant und stilvoll. Ich springe noch schnell in das Restaurant Pink Panda auf der anderen Straßenseite und versuche mir so die verlorene Energie zurückzuholen. Mein Plan geht nur bedingt auf, denn ich bin schlicht zu müde und ich schlafe in der Sekunde ein, als ich zurück im Hotel bin und mein Gesicht das Kissen berührt. Die Fahrt zurück zum Flughafen am nächsten Morgen bei Tageslicht holt alte Erinnerungen an vorige Manila-Aufenthalte zurück. Den Verkehr kann man nur mit sehr wohlwollender Auslegung als zähflüssig beschreiben, wobei ich bei jeder Kreuzung Bedenken habe, ob nicht gleich der Pfosten, der die unzähligen Kabel trägt, unter der Last zusammenbricht. Bitte machen Sie sich bei einem Aufenthalt in Manila mal den Spaß darauf zu achten. Wie viele Kabel kann man in einer Stadt verlegen? Und wie chaotisch sieht das Ganze dann aus? In Manila bekommen Sie die Antwort.

Der Inlandsflug mit Cebupacific ist erstaunlich pünktlich und in Ordnung. Der Sitzabstand ist zwar so gering, dass er die Air Berlin noch gut aussehen lässt, aber ansonsten bin ich recht zufrieden. Ein farbiges Lutschbonbon beim Aussteigen gibt es auch noch dazu.

Die Fahrt in den Südzipfel von Leyte ist spannend. So spannend wie ein Formel1-Rennen. Ich fühle mich nämlich genau wie in einer Verfolgungssituation um Platz eins. Der Fahrer ist der Knaller: er begrüßt mich im Auto mit den Worten, dass ich in den nächsten vier Stunden ein Teil seiner Familie bin. Ich bin mir nicht sicher, wie ich das deuten soll, aber der Bursche rast wie man früher in Kinderbüchern Geparde beschrieben hat. Will sagen, unfassbar schnell. Im Hotel berichten auch andere Gäste von den erfrischend zackigen Manövern des Hotelfahrers. Seine Familie kommt auf jeden Fall schnell von A nach B.

Nun aber zum Hotel. Das Pintuyan Dive Resort ist in meinen Augen eine Perle für Taucher. Unter der Voraussetzung, dass man weiß was man erwarten darf und was man erwarten kann. Herz und Seele des Resorts ist der Inhaber Ralf Jockel. Ralf ist der bodenständigste, bescheidenste und fleißigste Hotelinhaber, den man sich vorstellen kann. Er werkelt, er macht, er schraubt und er taucht. Ich kenne ihn seit vielen Jahren und ich weiß genau, der Typ investiert alles, was er kann. Zum Wohle seiner Gäste.

Das kleine Örtchen Pintuyan (daher der Hotelname) ist maximal „ab vom Schuss“. Das muss man wissen. Und zwar nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Bei meiner Ankunft im Hotel war Ralf leider nicht im Hotel, was mich schon ein wenig überrascht hat, denn wir hatten eine Woche vorher noch über meinen Aufenthalt gesprochen und da hieß es, er sei auf der Anlage. Von den anderen Gästen habe ich dann aber relativ schnell erfahren, was der Hintergrund war, und zwar ein kaputter Kompressor! Ausrufezeichen! In manchen Orten wird dann ein Techniker bestellt oder man kauft eben das defekte Ersatzteil im Fachmarkt in der nächsten Großstadt. In Pintuyan gibt es allerdings beides nicht. Nicht mal im Ansatz. Entsprechend musste Ralf einen Zwei-Tagestrip unternehmen, um auf der Nachbarinsel Cebu einen neuen Ersatzkompressor zu kaufen, und um diesen wiederum dann mit der Fähre nach Pintuyan zu transportieren. Ein irrer Aufwand. Für die Gäste extrem bitter, für Ralf ein Desaster in jeder Hinsicht und ein klassisches Beispiel dafür, was hier passieren kann. Klar, so etwas passiert sehr selten, aber wenn man „abgelegen“ in einer Ausschreibung liest, klingt das idyllisch und nicht touristisch. Beides ist richtig, aber dazu gehört eben noch einiges mehr. Ralf tut aber immer was er kann, das ist ein Fakt. In der Tat kommen sehr viele Gäste ins Pintuyan Dive Resort nur WEGEN Ralf. Er ist ein prima Kerl und ich mag ihn von Herzen gerne.

Abendessen gibt es im Pintuyan Dive Resort immer gemeinsam an einem großen Tisch zu einer bestimmten Zeit. Das ist kommunikativ und man lernt schnell alle Gäste kennen. Es gibt ohnehin nur fünf große, geräumige Bungalows und fünf einfache Hotelzimmer. Während meines Aufenthalts sind wir zu zwölft, eine prima Zahl. Nicht zu viele und nicht zu wenige.  Am nächsten tauchfreien Tag helfen viele Gäste mit, den neuen Kompressor einzurichten und den alten Kompressor zu reparieren. Jürgen beispielsweise ist ein Stammgast und aus dem gleichen Holz wie Ralf geschnitzt. Hilfsbereit, herzlich und kommunikativ. Er wirkt an diesem Tag wie ein Teil des Hotelteams, so sehr bemüht er sich, alles wieder ins Laufen zu bringen. Ich finde das großartig und mehr als bemerkenswert. Als Ingenieur ist er hier definitiv eine große Hilfe. Am Ende des Tages läuft alles, zwar noch nicht ganz so wie es am Ende sein soll, aber wir können wieder tauchen. Die Freude und die Erleichterung bei allen Gästen und beim Staff sind greif- und spürbar.





Das Tauchen vor Leyte ist großartig. Bekannt geworden ist Leyte vor allem wegen der Walhaie, die hier meistens in der Zeit zwischen Dezember und Juni anzutreffen sind. Seit 2009 bieten wir nun das Pintuyan Dive Resort an und bisher waren die Walhaie sehr zuverlässig zu sehen. Dieses Jahr haben sie sich leider etwas rar gemacht. Über das warum und weshalb kann man nur spekulieren, aber ich würde es mal pauschal auf das Wetter schieben. Der ganze Sommer 2016, also die Trockenzeit, auf den Philippen dauerte ca. drei Monate länger (!) als sonst, obwohl der Wechsel der Jahreszeiten bisher immer sehr zuverlässig war. Da scheint irgendwas aus den Fugen geraten zu sein, was sich hier wohl auch auf diese Art bemerkbar macht. Dazu muss man sagen, dass Ralf jahrelang als Tauchbasenleiter auf der Nachbarinsel Bohol gearbeitet und Tagestouren nach Leyte angeboten hat, um dort die Wahlhaie zu sehen. Den vermeintlich besten Ort für Sichtungen hat er sich gemerkt und dies war eben genau dort, wo sich jetzt sein Hotel befindet. Sprich, diesen Bereich hat er über Jahre beobachtet und ganz bewusst ausgewählt. Ich bin optimistisch, dass sich genau das auszahlt und die Walhaie in den nächsten Jahren wieder genauso regelmäßig anzutreffen sind, wie sie es viele Jahre davor auch waren. Aber auch ohne Walhaie handelt es sich um ein fantastisches Tauchgebiet! Das möchte ich besonders herausstellen, nur wie so oft spielt die Erwartungshaltung eben hier eine gewichtige Rolle.



Das Tauchgebiet rund um Süd-Leyte ist vor allem eines: ursprünglich. Bis auf den sehr bekannten Tauchplatz Napantao in einem geschützten Nationalpark ist man hier überall alleine und dementsprechend intakt ist die Unterwasserwelt. Die meisten Tauchbasen auf Leyte machen Tagestouren, um zu den Spots direkt vor der Haustür des Pintuyan Dive Resorts zu gelangen und so eine Chance auf Walhaie zu haben.

Das Highlight dieser Region ist aber Napantao: ein gewaltiger Tauchplatz. Schon beim Abtauchen spüre ich dieses hektische Flickern in meinem Bauch, was ich mit einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude bei besonderen Tauchplätzen beschreiben würde. Das Briefing war vielversprechend und das Strahlen in Ralfs Gesicht beim Reden über Napantao war äquatorbreit, weshalb ich bestimmt ein halbes Dutzend Mal die Funktionstüchtigkeit meiner Kamera überprüft habe. Bloß keine technischen Aussetzer! Zu Beginn tauchen wir an einer steilen Wand entlang, die jeden Fotografen locker einige Tauchgänge beschäftigen könnte. Sie ist üppig bewachsen, und zwar so dicht, dass man alle Regenbogen-Farben auf einem Bild vereinen könnte. Stark. Als ich meinen Blick von der Wand nur ganz kurz zur Seite wandern lasse, kommt etwas Großes auf mich zu. Ein riesiger, die ganze Flanke einnehmender Fischschwarm, bestehend aus einem einzigen zuckenden Silber. Ich liebe Fischschwärme, ehrlich gesagt würde ich sie (fast) jedem Hai vorziehen. Die Bewegungen und die Geschlossenheit als Gruppe üben etwas faszinierendes und magisches auf mich aus, das ich kaum beschreiben kann. Ich könnte diesem Biest von einem Fischschwarm ewig zusehen, aber da ich eh schon der letzte in der Gruppe bin, muss ich wieder ein bisschen aufholen. Meine Kamera piepst zufrieden. Zum Glück sind zwei Fotografen nur wenige Meter vor mir an einer Spalte des Drop-Offs „hängen geblieben“ und blitzen fleißig in die Höhle, weshalb ich schnell wieder aufschließen kann. Eigentlich hätte ich meine Kamera gleich ohne Pause durchlaufen lassen können, so viel wie es hier zu sehen gibt. Als wir über eine leichte Steigung durch ein Loch im Riff, das einer Autoauffahrt gleicht, wieder etwas auftauchen, öffnet sich uns auf perfekter Austauch-Tiefe ein reich bewachsener Korallengarten. Die Sonne scheint sanft ins Wasser und rundet das wunderschöne Bild ab. Ich liebe es, wenn die Szenerie so stimmig ist. Wir haben schon knapp 50 Minuten durch, aber keiner aus der Gruppe denkt ans Auftauchen. Es gibt einfach zu viel zu entdecken. Unter einem Felsblock erspäht unser Tauchguide einen schlafenden Weißspitzenhai, den natürlich alle auf ihren Datenchip bannen wollen. Nach 75 Minuten bin ich dann aber schließlich durch und gebe das Signal als Erster auftauchen zu wollen. Ich kann mich an der Oberfläche auf dem Tauchboot entspannt trocknen, bis der Rest der Gruppe nach knapp 25 weiteren Minuten mein Sonnenbad unterbricht. In der Mittagspause sprechen wir kurz über den zweiten Tauchgang, aber das ist schnell erledigt, denn es gibt keine zwei Meinungen: wir machen genau den gleichen Tauchgang nochmal! Ehrlich gesagt habe ich das so noch nicht erlebt, aber ich befürworte die Entscheidung maximal. Der Tauchplatz war ein Brecher, einer der schönsten der ganzen Philippinen, in meinen Augen.



Das Tauchen auf Leyte ist Freude pur, so geht es mir zu mindestens. Dass die Walhaie nicht da sind, fällt mir gar nicht auf, denn die großen Dinge rücken ganz schnell in den Hintergrund und werden durch kleine ersetzt. Alles eine Frage der Herangehensweise. Bei einem Tauchgang sehe ich zwei Pygmäen-Seepferdchen und es wartet keine Gruppe von zehn Tauchern hinter mir. Ganz in Ruhe kann ich mir die kleinen Tarnungskünstler ansehen, sie beobachten und bewundern. Bei einem Dämmerungstauchgang sehen wir Mandarinenfische. An jedem Riffblock. Es ist herrlich.



Die Abreise aus Leyte fällt mir schwer. Es war ein herzliches Zusammensein, Taucher-Stempel werden ausgetauscht und alle drücken sich. Mein Tauchguide hat ein besonderes Abschiedsgeschenk für mich, und zwar hatte ich seinen silbernen Armreif am Tag zuvor bemerkt. Er hat mir ganz stolz erklärt, dass er diesen aus einem ganz normalen Löffel angefertigt hat…!? Verbogen und geschliffen. Einfach und simpel, aber doch irgendwie sehr schick. So macht man das in Pintuyan. Ich freue mich riesig über diese irre nette Geste.

Preisbeispiel Pintuyan Dive Resort: 2 Wochen ab € 1.636,– pro Person inklusive Flug ab Deutschland, Inlandsflug, Transfer, Hotel im Doppelzimmer, Vollpension zzgl. Flugsteuern ca. € 400,– / 10 Tauchgänge € 252,–

Auf dem Weg zurück zum Flughafen zeigt sich der Fahrer deutlich gemäßigter, weshalb ich die Fahrt richtig genießen kann. Die vorbeiziehenden Palmenwälder im satten Grün wirken irgendwie entspannend. Dazu ist das Licht sehr warm. Wir fahren mit geöffnetem Fenster, so dass wir alle die Tropen riechen können. Die Luft schmeckt nach Gewitter. Manchmal braucht es nur wenig und eine solche Fahrt wird etwas Besonderes.

NEGROS – SIPALAY / TAKATUKA LODGE

Weiter geht es nach Negros, eine der bekanntesten Taucherinseln auf den Philippinen. Mein Ziel ist der kleine Ort Sipalay auf der Westseite der Insel, genauer gesagt der Sugar Beach, wo sich das Hotel Takatuka Lodge befindet. Dieser Teil von Negros ist allerdings tatsächlich (noch) weitestgehend unbekannt. Den Namen Sugar Beach finde ich im Übrigen fabelhaft und ich frage mich, warum er nicht häufiger verwendet wird?! Zuckerstrand! Sympathischer geht es doch kaum?! Dazu muss man sagen, dass es auf den Taucherinseln der Philippinen relativ selten richtig schöne Strände gibt. Oftmals sind sie einfach extrem gezeitenanfällig, sprich bei Ebbe sind sie alles andere als traumhaft, oder aber die Korallen reichen bis sehr nahe ans Ufer heran. Tatsächlich gibt es nur eine Handvoll gute Taucherdestinationen mit schönen Sandstränden auf den Philippinen. Der Sugar Beach bei Sipalay ist genau ein solcher Spot! Der Strand ist helldunkel, so breit wie ein Fußballfeld und so lang wie eine Landebahn auf einem internationalen Flughafen. Will sagen: riesig. Dazu wird er an den beiden Flanken durch filmreife Felswände und auf der Landseite durch einen sattgrünen Bilderbuchpalmenwald begrenzt. Wer eine Drohne besitzt, hat hier definitiv seinen Spaß, denn die Luftaufnahmen vom Sugar Beach sind mehr als beeindruckend. Postkartenmotive!



Und genau an diesem Strand liegt die Takatuka Lodge. Die Fahrt vom Flughafen Bacolod auf Negros nach Sipalay dauert ungefähr vier Stunden, weshalb ich mich vorher noch ein wenig stärken möchte. Das Gespräch mit dem Taxifahrer, kurz nach dem Einsteigen, verläuft so:

Ich: Könnten wir vielleicht vorher noch irgendwo etwas essen?

Taxifahrer: McDonalds?

Ich: Nein, asiatisches Essen wäre klasse!

Taxifahrer: McDonalds?

Ich: Nein, gibt es noch irgendwas anderes?

Taxifahrer: McDonalds?

Wort für Wort ist es genauso abgelaufen. Wir fahren also zu McDonalds, ich esse meinen landestypischen McChicken und spendiere dem Taxifahrer für seine Bemühungen noch einen Hamburger. Prima, diese Garküchen hier….

Was mir immer wieder auffällt: viele Taxis, einheimische Busse und auch sonstige Autos haben oft auf dem Heck ein Schild, auf dem steht „How’s my driving?“. Sprich: Wie ist meine Fahrweise? Dazu wird gleich immer noch die entsprechende Telefonnummer angegeben. Ich bin mir sicher, in Deutschland würde das zur Überlastung des Funknetzes führen, so gerne wie man hier die Fehler der anderen herausstellt. Aber auch hier gibt es eine motivierte Mitteilungskultur im Straßenverkehr, nur regeln die Menschen das hier auf den Philippinen anders: Hupen ist hier quasi gleichbedeutend mit dem Fuchsschwanz der 90er Jahre, es gehört zu einem „männlichen“ Auto einfach dazu. Das Ergebnis: es wird mehr gehupt als gebremst. Daran muss man sich auch erst mal gewöhnen. Aber irgendwie ist es auch lustig. Vor allem ist das Hupen in den seltensten Fällen böse gemeint, im Gegenteil, es dient hier häufiger als Warnung. Wobei eben auch davor „gewarnt“ wird, wenn man auf der Straße geradeaus fährt…

In Sipalay angekommen wartet die erste Besonderheit auf mich. Den Sugar Beach erreicht man nämlich nicht auf dem Landweg! Man muss mit einem Boot übersetzen und damit um die oben erwähnten Felswände herum. Das hat ein wenig Abenteuercharakter, dafür wird man aber, sobald man die Felskante auf der einen Seite passiert hat, mit einem großartigen Blick auf die gesamte Breite des Strandes vom Wasser aus entschädigt. Sobald das Boot am Strand anlegt, heißt es Schuhe aus, die Füße ins Wasser und dann über den Sand ins Hotel. So fühlt sich Urlaub an.

Umgeben von Palmen, aber immer noch am Strand, warten bereits die Inhaber Kathie & Kalle mit einem Cocktail auf mich. Ich war ja bereits einmal hier und trotzdem bin ich aufgeregt. Nicht irgendwie nervös, sondern positiv hibbelig. So als ob ich an einen lange vermissten Ort zurückkehre. An meinen ersten Besuch in der Takatuka Lodge kann ich mich noch gut erinnern, genauso wie an die Tatsache, dass dieser Besuch viel zu kurz war. Das liegt nun hinter mir, denn ich bin wieder da!

Als wir ein wenig später gemeinsam die Hotelanlage durchqueren und Kalle mir die neuen Zimmer zeigt, bekomme ich eine Gänsehaut. Unglaublich was hier an Arbeit, Planung und Detailliebe investiert wird. In diesem Hotel herrscht einfach eine einzigartige Atmosphäre. Ich weiß, das liest man immer wieder und so etwas ist auch schwer zu beschreiben bzw. zu transportieren, aber die Takatuka Lodge ist in der Tat außergewöhnlich. Besonders und außergewöhnlich sind sicherlich die beiden häufigsten Wörter, mit denen unsere Kunden das Hotel nach Ihrem Aufenthalt beschreiben. Und das aus gutem Grund! Zunächst einmal sieht jedes Zimmer komplett anders aus und steht unter einem Motto. Beispiele gefällig? Da wären Disco 70er, MadMix, Rockstar, Nautilus (!), Golden Empire, Rockadelic, El Castillo… Insgesamt gibt es 12 Zimmer, alle unterschiedlich groß, alle unterschiedlich gestaltet und alle unterschiedlich ausgestattet. Doch damit nicht genug. Überall im Resort findet man kleine Feinheiten, die einen zum Lachen bringen. So gibt es am Strand kleine Fußduschen in einer Muschel, die Toiletten rund ums Restaurant sind mit einem Koffer gekennzeichnet und im Restaurant sind die Säulen mit Taschenrechnern verkleidet. Generell ist das Restaurant ein Sammelsurium an kuriosen Kleinigkeiten. Ich bin mir sicher, hier macht jeder Gast einige Bilder, um die lustigen Details festzuhalten. Stichwort Restaurant, bei der Speisekarte geht es genau so weiter und am ersten Abend hat man viel zu lesen, so viel steht fest. Kikeritzel, Röstizza oder Beeefyreta sind Klassiker im Restaurant der Takatuka Lodge. Dazu muss man betonen, dass die Küche fantastisch ist. Und mit fantastisch meine ich überragend. In meinem Kopf lege ich mir schon einen Plan zu Recht, wann ich welches Gericht essen werde. Alles klingt so lecker! Diesen Plan kann ich nur leider nicht einhalten, denn einige Gerichte waren schlichtweg so gut, dass ich sie kurzfristig ein zweites Mal bestellen muss. Die Küche ist unglaublich, hier verdient sich die Takatuka Lodge wirklich einen besonderen Pluspunkt.





Das Tauchen auf Sipalay! Die Tauchbasis ist Teil des Resorts, was selbstredend sehr angenehm ist. Raus aus dem Bett, ein leckeres Frühstück genießen und ab geht es zu den Sipalay Divers. Jeder Taucher hat seinen eigenen Bereich mit Namen, Hänger und Box. Das ist der Luxus, wenn man Platz hat, vor allem nachdem die Zahl der Taucher ohnehin begrenzt ist. Es folgt ein Briefing an einer anschaulichen Karte und dann geht es über den Strand zum Boot. Wir fahren einen der Signature-Spots von Sipalay an, und zwar den am weitesten entfernten Tauchplatz Mad Max. Der Name verspricht Endzeit-Stimmung und bei der Ankunft sieht man auch sofort was es damit auf sich hat. Es handelt sich um eine stillgelegte Kupfermine, bei der man durch die riesigen Stützsäulen des Docks hindurch tauchen kann. Der Himmel ist gräulich bedeckt, was die dunkle Atmosphäre noch verstärkt. Die rostigen Kräne und die gewaltigen Metallkonstruktionen sehen aus wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Ich komme mir vor wie ein Forscher, der ein verloren gegangenes Paket suchen soll. Oder wie James Bond, der die vermeintlich radioaktive Insel von Dr. No untersuchen soll. Die Dunkelheit über Wasser, setzt sich unter Wasser fort, was den Spaß aber definitiv verstärkt. Um einen Autoreifen herum entdecken wir einige schöne Schnecken, einen jungen Emperor Angelfish und einen jungen Harlekin Sweetlipfish. Weiter in der schwarzen Tiefe taucht ein Riffblock vor uns auf, bei dem man die Umrisse nur schwer erkennen kann. Viel Licht kommt hier unten wirklich nicht an, obwohl es ca. 11 Uhr morgens ist. Wir tauchen einmal im Kreis und werden auf der Rückseite von drei zappelnden Geistermuränen überrascht. Für mich ist das eine Premiere und ich bin erstaunt wie dünn diese Muränen sind. Das hat wirklich etwas geisterhaftes, wobei die gelb-blau-lila Färbung dies wieder ein wenig aufhebt. Wie lose Fäden schlängeln sie sich durch die Öffnungen im Riff. Es ist in der Tat zu dunkel, als dass ich einen schönen Film machen könnte, aber das nehme ich sportlich. Eine spannende Beobachtung, gar keine Frage. Wir tauchen weiter Richtung Land und damit zu den mächtigen Säulen. Das Wasser verliert ein wenig an Dunkelheit und färbt sich jetzt dunkelblau. Zeit für den Forscher, in das Gebiet von Dr. No einzudringen. Ein weiterer Fels versperrt uns den Weg und dieses Mal habe ich mehr Glück, denn in einem einzigen Loch haben sich drei Geistermuränen niedergelassen. Sie wirken wie die letzten Bewacher des geheimen Docks. Als ich wieder aufblicke, sehe ich den ersten Stützpfeiler vor mir. Ein Schwarm von Fledermausfischen patrouilliert durch das mittlerweile leicht milchige Wasser. Klare Sicht wäre sicherlich jetzt gut, um die gesamte Peripherie einzufangen, aber zu der aktuellen Atmosphäre passt es fantastisch. Ich tauche weiter unter das Dock und links und rechts erkenne ich weitere Pfeiler. Kathedralenstimmung. Per Video ist das Gefühl dieses Tauchplatzes nur schwer einzufangen, aber ich für meinen Teil habe das verlorene Paket gefunden und Dr. No ausspioniert. Mad Max ist ein klasse Tauchplatz! Sicherlich nicht für jeden Geschmack, aber ich fand es richtig stark.



Nach einer Oberflächenpause geht es weiter zum zweiten Tauchplatz, wobei ich gleich vorweg schicken möchte, dass mich eigentlich alle Tauchplätze begeistert haben. In Sipalay findet man wunderbares Südostasien-Tauchen, sprich zahlreiche bunte Korallenfelder und viele „kleine Sachen“. In quasi jeder Spalte gibt es etwas zu sehen, wenn man ein wenig Geduld mitbringt. Besonders schön ist die Begegnung mit einer Sepia, die wie ein Ufo über einem Schwamm schwebt und ganz langsam an diesem zu „nuckeln“ anfängt. Ich bin leider kein Biologe und beschreibe diesen Vorgang garantiert falsch, aber genau so sieht es aus. In aller Ruhe steckt sie immer wieder ihren Rüssel in den Schwamm und saugt an etwas. Das hatte definitiv etwas von einem Science-Fiction-Film. Ich konnte die Szene wunderbar filmen und Sie finden das Video hier auf unserer Facebook-Seite. Außerdem habe ich zum ersten Mal eine schlafende Seeschlange gesehen, immer wieder teilen flinke Fischschwärme unsere Tauchgruppe und an Clownfischen kann ich mich ehrlich gesagt nie satt sehen.

Einen Tauchplatz wollte ich aber unbedingt nochmal erleben, und zwar den Spot Juliens Wrack. Bei meinem letzten Besuch war ich für einen Nachttauchgang hier und dieses Mal wollte ich dieses wunderschöne Wrack unbedingt bei Tageslicht bestaunen. Der Frachter liegt mit sieben Metern in vergleichsweise geringer Tiefe und ist leicht zu betauchen. Wobei leicht zu betauchen die Gegebenheiten noch untertrieben beschreibt, denn man springt ins Wasser und das Wrack ist direkt da. Kein vorsichtiges Annähern, keine sich langsam abzeichnenden Umrisse, sondern BAMM, das Wrack ist einfach da. Wer jetzt denkt, dass dies die Qualität des Tauchplatzes mindert, irrt gewaltig, denn der entscheidende Vorteil ist das sensationelle Licht. Hinzu kommt, dass das Wrack extrem lebendig ist, so viel Fisch schwirrt um dieses künstliche Riff herum. Man könnte das Wrack auch „München“ taufen: viel zu wenig Platz für viel zu viele Interessenten. Ich möchte gar nicht anfangen, die Fischarten aufzuzählen, denn es sind schlichtweg zu viele. Das Wrack ist in drei Teile zerbrochen, liegt seitlich und bietet mehr als zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten, entsprechend viel gibt es zu entdecken. Das glasklare Wasser plus die einfallende Sonne bieten eine Szenerie, die ich als Tauchertraum bezeichnen würde. Überraschend, dass bisher kein Fotograf hier mal so richtig auf den Auslöser gedrückt hat. Bilder von dem Wrack kenne ich nämlich kaum. Ich tauche lediglich an der offenen Seite entlang und habe schon fünf Minuten Material auf meiner GoPro, soviel gibt es zu filmen. Eine Seitenöffnung wirkt wie versperrt, denn eine Wand aus Glasfischen schillert wie eine wabernde Tür. Alleine daran kann ich mich kaum sattsehen und packe sicherlich 5 bis 8 Filme auf meine Speicherkarte. Als ich endlich weitertauche signalisiert mir unser Tauchguide, dass das keinen Sinn mit mir macht, denn ich brauche einfach zu lange. Ab jetzt tauchen alle frei, der Tauchplatz ist  ja einfach und überschaubar, so dass alle sechs Taucher tauchen können wie sie wollen. Das hat er zwar beim Briefing als Möglichkeit angekündigt, aber ich war mir nicht sicher, ob ich das Angebot annehmen würde. Jetzt bin ich heilfroh darum. Als ich ums Eck tauche, sprudeln weitere Fische aus allen Luken des Wracks. Es ist eine echte Freude. Am Ende werden es 47 einzelne Filme, die ich von Juliens Wrack mache und eigentlich ist keiner von ihnen ein Flop. Pures Leben, satte Farben, feine Action und offensichtlicher Spaß. Ein Spitzentauchplatz, der meiner Meinung nach völlig unter Wert verkauft wird. Wieder an Bord des Tauchbootes teilen auch alle meine Meinung, was mich sehr beruhigt. Man weiß ja nie, ob der Eindruck doch sehr subjektiv war.



Als meine Tage in der Takatuka Lodge zu Ende gehen, habe ich ganz sicher zugenommen. Aber abgesehen von der tollen Küche ist das Resort wirklich ein faszinierendes Fleckchen. Der Strand ist so schön und breit, dass ich manchmal schlichtweg zu faul war, von meiner Liege über den Sand ins Wasser zu gehen. Und das will was heißen. Die Anlage ist so wohlfühlig, dass man sich hier wirklich schnell heimisch fühlt. Die Phase des „Ankommens“ geht hier ganz schnell in die Phase des „Genießens“ über. Dazu finde ich das Tauchen vor Sipalay klasse. Keine Ahnung warum dieser Ort in den großen Reportagen immer ein wenig im Schatten der anderen Tauchspots bleibt, denn auch wenn man vielleicht nicht den einen ganz „großen“ Tauchplatz mit einem glitzernden Namen hat, die Qualität der Tauchplätze ist prima. Typisches Asientauchen! Hinzu kommen dann natürlich auch noch der erwähnenswerte tolle Service der gesamten Crew und die Gastgeber Kathy und Kalle, die hier wirklich ihr Herz in der Anlage lassen. Unglaublich, was die beiden hier auf die Beine gestellt haben. Besonders ist noch, dass immer noch ein zusätzlicher deutscher Mitarbeiter oder eine deutsche Mitarbeiterin als „Hilfe für alles“ im Hotel mitwirkt, was für den deutschen Gast ebenfalls eine tolle Hilfe und sicherlich eine Erleichterung ist.

Preisbeispiel Takatuka Lodge: 2 Wochen ab € 1.273,– pro Person inklusive Flug ab Deutschland, Inlandsflug, Transfer, Hotel im Doppelzimmer, Frühstück zzgl. Flugsteuern ca. € 450,– / 10 Tauchgänge € 240,–

Ganz früh morgens bringt mich dann mein Bootstransfer zurück ans Festland. Ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, denn natürlich möchte ich es nicht übertreiben, aber das Gefühl ist definitiv ein klein bisschen seltsam, so zurück in der Welt mit Straßen und vielen Menschen zu sein. Am Sugar Beach ist man für einige Zeit irgendwie  abgeschnitten vom Rest der Welt, man läuft nur barfuß herum und lebt so – völlig anders als sonst – in seinem kleinen Kosmos aus Strand, Relaxen, Essen und Tauchen.

Entsprechend kontrastreich ist dann auch die Taxifahrt. Wir überholen zahlreiche knatternde Mopeds und ich bin fasziniert bis irritiert wie viele Menschen auf so ein Moped passen. Plus Gepäck, Hühner und Ernte. Rechts überholen ist gängiger Standard, teilweise muss man als Fahrer auch richtig ruhig bleiben und abwartend hinter einem solchen Heer von Mopeds hinterher tuckern bis sich die Gelegenheit bietet, ein Überholmanöver zu starten.

PALAWAN / COOPERS BEACH RESORT

Zurück am Flughafen Bacolod, geht es für mich weiter auf die Insel Palawan. Wenn man eine Karte zur Hand nimmt, findet man Palawan am linken, sprich westlichen Rand der Philippinen. Die Insel gilt unter Tauchern immer noch als Geheimtipp, vor allem weil es so gut wie keine Taucherhotels an der langgezogenen Küste gibt. Dafür aber einen nagelneuen Flughafen, der sogar bereits internationale Flüge bekommen hat. Auf dem Flug beschäftigt mich eine Frage, und zwar ganz einfach weil ich immer wieder damit konfrontiert werde. Warum muss heute eigentlich jeder heranwachsende Mann Kopfhörer tragen? Egal ob im direkten Gespräch, im Restaurant oder auf der Toilette, die Ohren sind immer bedeckt. Vermutlich werde ich einfach alt und fühle mich wie mein Opa, der die Beatles viel zu laut fand. Trotzdem würde mich die Antwort auf meine Frage interessieren.

Palawan, das ist für mich eine besondere Geschichte, denn erfreulicherweise war ich 2011 dabei, als das Hotel Coopers Beach Resort kurz vor der Eröffnung stand. Damals lag das Team rund um den Berliner Frank Kessner in den letzten Zügen der Bauphase und hatte nur noch wenige Verschönerungsarbeiten zu erledigen. So war ich damals tatsächlich interessierter Beobachter, als das erste Mal Wasser in den Pool gelassen wurde. Für das Hotel definitiv ein spannender und historischer Moment. Seitdem arbeiten wir mit dem Hotel großartig zusammen und Frank und seine Frau Lydia sind mittlerweile auch Teil unseres Standteams auf der Messe boot. Die beiden haben dort immer einiges zu erzählen und viel zu zeigen, denn Palawan ist in den meisten Beschreibungen über die Philippinen noch nicht wirklich vorhanden.

Das Hotel befindet sich ca. eine Stunde nördlich der Hauptstadt Puerto Princesa, die zeitgleich auch der Zielflughafen ist. Die Anreise ist meines Erachtens ein schöner Vorteil von Palawan, denn ab Manila benötigt man lediglich noch einen Inlandsflug, einen kurzen Transfer und schon ist man am Zielort. Das ist deutlich einfacher als bei den meisten anderen Gebieten auf den Philippinen.

Als ich im Hotel ankomme, werde ich von Lydia und Frank auch gleich herzlich begrüßt. Das ist eben das Schöne, wenn man sich so lange kennt und auch schon einige besondere Situationen, wie zum Beispiel eine Woche an einem Stand auf der Messe boot, gemeinsam erlebt hat. Frank ist ein toller Gastgeber und er lebt diese Aufgabe mit ganzem Herzen. In Berlin war er Inhaber eines Szene-Restaurants, aber als er mit seiner Frau Lydia an dem Strandabschnitt des heutigen Coopers Beach Resorts vorbei spazierte, wollte er unbedingt diese Herausforderung hier auf Palawan annehmen. Er selbst nennt es „Liebe auf den ersten Blick“, was ich ihm seit Anfang an zu 100 % glaube. Ständig ist er auf der Suche nach Verbesserungen, wuselt durch die Anlage, um Abläufe zu optimieren, und hilft an allen Ecken und Enden. Wenn etwas unmöglich erscheint, dann macht Frank das Ding klar.

Während meines Aufenthalts darf ich wieder einer Premiere des Hotels beiwohnen, und zwar wird die neue „Lounge“ am Meer eingeweiht. Es handelt sich um ein altes, kleines Boot, welches kurzerhand in eine Sitzecke umfunktioniert wurde und nun einen wunderschönen Ausblick auf das Meer bietet.

Man merkt dem Hotel an, dass Frank offen für Vorschläge ist, und das ist absolut positiv gemeint. Da der Strand vor dem Hotel den Gezeiten ausgesetzt ist, hat er einen richtig soliden Steg in den Sand gebaut, damit die Gäste komfortabel auf das Tauchboot gelangen. Normale Liegen am Strand reichen ihm nicht, weshalb er einen schönen Relax-Pavillon am Strand errichtet hat. Dieser ist oft belegt und in der Tat unheimlich gemütlich. Parallel mit mir ist eine Gruppe aus Berlin im Hotel, Gäste die Frank noch aus Deutschland kennt und die gerne mal so ein richtiges Barbecue am Strand erleben möchten. Gefragt, getan, und schon steht innerhalb von drei Tagen ein echtes Grillfest im Kalender. Tische und Stühle werden in den Sand gestellt, Lichterketten aufgehängt und für Musik ist auch gesorgt, wenngleich die hippe Chartsmusik in den Tropen meinen Geschmack deutlich verfehlt. Aber das ist völlig egal, denn die Hauptattraktion ist die Sau von Franks eigenem, kleinen Bauernhof. Er hat tatsächlich ein extra Stück Land dazu gekauft, um so Hühner und Schweine in einem eigenen Stall zu halten. Dazu hat er extra Personal angeheuert, weshalb die Gäste immer frisches Essen aus eigener Produktion auf den Teller bekommen. Das Dorf und vor allem die Dorfkinder unterstützt Franks Familie ebenfalls, weshalb während des Barbecues Kinder und Jugendliche aus dem örtlichen Kindergarten eine kleine Aufführung darbieten. Sie freuen sich wie am Weihnachtsabend, als alle Gäste ihre Einlage beklatschen. Sogar die Küstenwache bekommt einen Teller ab, alle halten im Dorf zusammen. Es ist ein herrlicher Abend am Strand unter Palmen direkt am Meer. Frank und Lydia haben mit dem Coopers Beach Resort und der Tauchbasis, unter der Leitung ihres Sohnes Kevin, wirklich eine bemerkenswerte Oase geschaffen. Frank ist ein Macher, daran besteht kein Zweifel.






Als wir über das Tauchen sprechen, werden Frank und Kevin ein wenig nervös. Das Wetter ist völlig überraschend etwas unruhig, weshalb wir die Pläne für die Tauchausfahrten nur kurzfristig machen können. Mich entmutigt das keineswegs, denn – wie schon erzählt – hat sich die gesamte Wetterlage offenbar etwas verschoben. Erwähnenswert ist allerdings, dass es bis zu meiner Ankunft wochenlang nur Sonnenschein gab, weshalb sich mir der Gedanke aufdrängt, dass es ja vielleicht doch an mir liegt…

Als ich am nächsten Morgen aufwache, reiße ich direkt den Vorhang auf und blicke zum Himmel. Blau. Nichts als Blau. Die Palmen stehen ruhig im Wind und auch die äußersten Palmenwedel wippen nur minimal. Perfektes Wetter, der Tauchtag kann beginnen.

Das Tauchboot der Tauchbasis ist groß und komfortabel. Kevin und seine Crew tragen die Tauchboxen samt Equipment auf das Boot, wobei ich versuche, so gut es geht zu helfen. Die Crew lässt das allerdings nur bedingt zu und lächelt mich ganz lieb und freundlich aus dem Weg. Der Motor des Tauchbootes hat wohl zuletzt hin und wieder gestreikt, wobei mich so etwas ehrlich gesagt nicht mehr schockt. Damit muss man auf den Philippinen eigentlich immer rechnen. Egal wo. Als wir aufbrechen, spiegelt sich der Himmel im Wasser und nur unser Boot durchbricht die perfekte Oberflächenglätte. Es ist ein wunderschöner Tag und das merkt man deutlich auf dem Tauchboot. Die Stimmung ist glänzend und alle sind euphorisch, denn wir fahren zu dem am weitest entfernten Tauchplatz des Coopers Beach Resorts, der auch gleichzeitig einer der besten der Region ist. Das Panlima Riff liegt am Außenriff und es wird gleich tief nach unten gehen. Kevin erzählt etwas von Haien, wobei ich bei meinem überragenden Karma meine Hoffnungen nicht zu hoch ansetze. Als wir ein wenig langsamer werden, kann man bereits vom Boot aus den Grund durch das glasklare und türkisfarbene Wasser erkennen. Das Riff schimmert bunt und lebendig. Traumhaft.

Beim ersten Tauchgang gehen wir zackig nach unten zum zweiten Riffdach, um dann gleich weiter über die Kante und an der Steilwand hinab zu tauchen. Es zieht gewaltig und mein Tauchcomputer zeigt mir an, dass der Spaß in der Tiefe nicht allzu lange dauern wird… Die Wand ist fantastisch bewachsen und ich komme kaum dazu, meinen ersten Film zu speichern, als Kevin schon wie wild an seinen Tank klopft. Direkt auf mich zu schwimmt ein Weißspitzenhai, biegt dann kurz vor mir nach unten ab und versteckt sich in einer Felsspalte. Kevin ist happy, denn genau deshalb sind wir hier her gekommen. Als ich mich umdrehe passiert uns ein massiger Tunfischschwarm, und von da an ist der Rest nur noch eine Zugabe. Ein super Tauchplatz. Beim Aufstieg gerate ich in einen weiteren Fischschwarm und eine Schildkröte buddelt vor mir im Riff herum. Die Anfahrt hat sich wirklich gelohnt. Für den zweiten Tauchgang bleiben wir direkt am Panlima Tauchplatz und nehmen das erste, deutlich flachere Riffdach in Angriff. Dieses liegt auf angenehmen zehn Metern und bietet einen üppig bewachsenen Korallengarten, der jedes Taucherherz höher schlagen lässt. Man hat die Auswahl zwischen mehreren kegelförmigen Hügeln, die aussehen wie die Chocolate Hills unter Wasser, oder aber den dazwischen befindlichen, parkähnlichen Rifflandschaften. Alles voller Leben und das bei richtig tollen Sichtweiten. (Die Chocolate Hills, das sei noch angemerkt, gehören zu den bedeutendsten Touristenattraktionen der Philippinen. Es sind dicht bewachsene Hügel, die sich auf der Insel Bohol befinden und sich im Sommer braun wie Schokolade färben.) Unter einem der Hügel entdeckt Kevin tatsächlich einen schlafenden Weißspitzenhai, den ich dieses Mal sogar richtig schön, dank akrobatischer Verrenkungen, filmen kann. Die Zeit vergeht wie im Fluge, jeder taucht so ein bisschen für sich, da man sich bei dem klaren Wasser sowieso kaum aus den Augen verlieren kann. Und: Makro-Fans finden hier ganz sicher ein Paradies vor.



Das wirklich Schöne an dem Zielgebiet Palawan ist aber neben dem Tauchen die Vielseitigkeit. Ich höre es immer wieder, dass Kunden „auch mal raus aus der Anlage wollen“, um etwas zu unternehmen. Nun, das geht leider nicht bei allen Zielgebieten, aber auf Palawan ist das nicht nur eine Option, sondern ein MUSS. Auf der Insel gibt es nämlich richtig viel zu entdecken und zu erleben, und das ist in diesem Fall keine Werbefloskel. Das definitiv größte Highlight ist der Underground River, seines Zeichen eines der sieben Weltwunder der Natur. Das klingt nicht nur imposant, das ist es auch. Andere sehr bekannte Beispiele mit diesem Siegel sind der Tafelberg in Kapstadt, die Iguazú-Wasserfälle in Brasilien oder die Insel Komodo in Indonesien. Prominente Gesellschaft also. Der Underground River liegt nur etwa eine Stunde vom Coopers Beach Resort entfernt, weshalb ich diesen Ausflug unbedingt machen will. Kein Problem für Frank, am nächsten Morgen steht der Trip für mich und vier weitere Gäste. Natürlich werden Touren dorthin regelmäßig vom Hotel aus angeboten, denn schließlich ist der Underground River eines der Aushängeschilder der Insel Palawan.

Zugegeben: ich bin ja schon so ein kleiner Location-Trophäenjäger und freue mich diebisch, dass ich bald einen Knaller gesehen haben werde, den sonst nur wenige auf ihrer Liste haben. Von daher bin ich vor diesem Ausflug besonders aufgeregt. Am Hafen angekommen ist schnell klar, dass es sich zwar um ein sehr touristisches, weil beliebtes Ziel handelt, professionelle Strukturen aber dennoch nicht vorhanden sind. Was ich allerdings auch schon wieder ein bisschen sympathisch finde. Der Ablauf ist nämlich folgendermaßen: bei Ankunft muss eine Gruppe angemeldet werden und bekommt daraufhin eine Startzeit, die durchaus schon mal zwei Stunden entfernt sein kann. Von daher sollten sich Besucher immer Sonnencreme und ein gutes Buch mitnehmen, um die Wartezeit zu verkürzen. Denn außer einem Basketballplatz, der sich sinnigerweise direkt am Bootseinstieg befindet und den bei der Hitze sowieso keiner verwendet, gibt es noch ein paar Buden, aber das war es. Geduld ist eine Tugend, die man auf vielen Reisen in tropische Länder sehr gut gebrauchen kann. Ich, als halber Karibianer, bin – im Gegensatz zu zuhause – auf Reisen die verkörperte Geduld und bestelle mir erst mal eine frische Kokosnussmilch in der Nuss. Danach gibt es noch einen leckeren Fruchtsmoothie und die restlichen handgestoppten 90 Minuten sitze ich im Schatten und lausche der blechernen Musik aus den Boxen des Wartebereichs. Hätte mir das mit dem Buch mal jemand gesagt. Egal, die Euphorie drückt so manche Langeweile weg. Als unsere Gruppe endlich in eines der vielen Boote springen darf und es losgeht, bin ich die ganze Fahrtzeit so ein bisschen auf der Suche nach dem Underground River und versuche ihn als erster zu entdecken. Wo mag er sich verstecken? Der knatternde Motor des kleinen Auslegerbootes unterbindet nämlich jedes Gespräch auf der parallel zum Ufer verlaufenden Fahrt. Als wir eine riesige Felswand passieren und nach einer 90 Grad Rechtskurve auf einen buchtähnlichen Strand zufahren, bin ich komplett von den Socken. Dieses Bild ist schlichtweg gesungene Fototapete. Kitschig schön mit bizarr blauem Wasser, Karstfelsen an den Seiten, einem Schäfchenwolkenhimmel und Palmen im Hintergrund. Wow. Für einen Moment vergesse ich warum ich hier bin, aber dann geht auf einmal alles zackzack. Als wir am Strand anlegen, gibt es nur einen kurzen Hinweis, welches unsere Bootsnummer ist, der Rest besteht aus „den anderen Touristen hinterherlaufen“. Einen kurzen Marsch durch den Dschungel später, kommen wir schließlich an einer kleinen Holzhütte an, an der Kopfhörer verteilt werden, wie man sie auch im Schloss Neuschwanstein bekommt. Man kann die Sprache einstellen und wird so tatsächlich endlich über diesen besonderen Ort informiert. Der nächste Bootsanleger ist kaum befestigt, was aber keine Rolle spielt, denn alle wollen nun unbedingt den „Untergrundfluss“  sehen. Als alle im Boot sind, paddelt unser Guide auch schon los und wir treiben in einem wunderschönen Gewässer auf einen riesigen schwarzen Schlund zu. Der Eingang in die Höhle ist gewaltig. Ich kann nicht anders als zugeben, dass ich sehr beeindruckt bin. Das hat wirklich etwas.

Als es dunkel wird, kann sich keiner der Magie dieses Ortes entziehen. Stalaktiten hängen von der Decke, Stalagmiten durchbrechen von unten das Wasser und Fledermäuse baumeln zu Tausenden in den vielen Spalten dieses Tunnels. Der Hinweis der Sprecherin aus dem Kopfhörer nicht mit offenem Mund nach oben zu schauen, ist definitiv goldwert. Es ist ganz still in der Dunkelheit, nur das plätschernde Wasser der Kanus bildet hier die passende Geräuschkulisse.

Sieben Kilometer verläuft der Fluss unter dem Massiv der Karstfelsen, wobei ca. vier Kilometer davon befahrbar sind. Geologen schätzen das Alter des Underground Rivers auf 23 Millionen Jahre. Das kann man schon mal wirken lassen. Besonders beeindruckend wird es, als wir einen domartigen Raum erreichen, der passenderweise „die Kathedrale“ genannt wird. Kaum vorstellbar was hier die Natur bewerkstelligt hat. Die Tour dauert ungefähr eine Stunde und ich habe jede Sekunde davon genossen. Was für ein Erlebnis!



Allerdings ist das nicht die einzige Tour, die man vom Coopers Beach Resort aus unternehmen kann, denn geboten ist wirklich einiges. Ich persönlich besuche noch einen Wasserfall, den man allerdings erst nach einem herausfordernden Marsch durch die Wildnis erreicht. Das belohnende Bad im Becken des Wasserfalls ist ein Traum und ich lasse es mir auch nicht nehmen, von einem Felsen meine Klippenspringerfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Guide nickt mir mehrfach motivierend zu, als ich ihn frage, ob ich von der Anhöhe auch wirklich herunterspringen kann. Ein toller Ausflug, der wirklich viel Spaß macht.




Unterm Strich kann ich sagen, dass das Coopers Beach Resort und die Insel Palawan meine Erwartungen übertroffen haben. Ganz einfach, weil das Paket richtig klasse ist. Das Tauchen, das Hotel und die Ausflüge sind große Pluspunkte für einen schönen, abwechslungsreichen (Tauch-) Urlaub. Einen Badestrand, darf man aufgrund der Gezeiten, allerdings nicht erwarten. Das sollte man wissen, dafür bietet Frank seinen Gästen aber immer wieder Ausfahrten zu vorgelagerten kleinen Sandbänken an, die wiederum herrlich zum Relaxen sind. Wie gesagt, Frank und sein Team finden Lösungen und kümmern sich großartig um ihre Gäste.

Preisbeispiel Coopers Beach Resort: 2 Wochen ab € 1.386,– pro Person inklusive Flug ab Deutschland, Inlandsflug, Transfer, Hotel im Doppelzimmer, Halbpension zzgl. Flugsteuern ca. € 400,– / 10 Tauchgänge € 260,–

Die Philippinen. Es war wieder einmal eine tolle Reise mit vielen unterschiedlichen Facetten, einigen Überraschungen und traumhaften Momenten. Die richtige Erwartungshaltung ist bei einer Reise auf die Philippinen sicherlich wichtig, aber wenn man hier halbwegs gut vorbereitet ist, kann man definitiv eine wundervolle Zeit vor Ort erleben…

PHILIPPINEN / TAUCHSAFARI TUBBATAHA RIFF

Sehr passend ist an dieser Stelle eine Neuigkeit, die ich gerne auf diesem Wege kommunizieren möchte. Wir können seit Ende September auch Tauchsafaris zu dem weltbekannten Tubbataha Riff anbieten. Der Hintergrund ist ebenso einfach wie ideal, denn das Tauchschiff gehört zum Coopers Beach Resort. Man erreicht das Tubbataha Riff nämlich von Palawan aus, weshalb es für Frank Kessner und sein Team tatsächlich Sinn macht, diese Kombination ab 2018 anzubieten.

Das Tubbataha Riff ist für viele Taucher einer der besten Tauchspots der Welt. Die Artenvielfalt plus die sehr gute Chance auf Großfisch sind hierfür die Hauptgründe. Aufgrund der Wetterbedingungen wird das Tubbataha Riff allerdings nur von Ende April bis Mitte Juni angefahren werden. Deshalb sind die Kapazitäten begrenzt.

Wir freuen uns sehr, dieses außergewöhnliche Zielgebiet nun endlich anbieten zu können – noch dazu mit unserem langjährigen Partner Coopers Beach Resort.

Genauere Informationen inklusive Tourenbeschreibungen finden Sie auf unserer Homepage.



HURRICANE IRMA

Abschließend noch eine kurze Information hinsichtlich des Hurricanes Irma, der ja leider sehr großen Schaden auf einigen Inseln in der Karibik hinterlassen hat. Wir waren hiervon auch betroffen, weil wir einige Gäste in diesen Gebieten hatten. Erfreulicherweise waren alle sicher und gut versorgt. Wir haben auf unserer Homepage eine Seite eingerichtet, auf der wir Sie über den aktuellen Stand der jeweiligen Destinationen auf dem Laufenden halten und Ihnen beschreiben wie es vor Ort aussieht bzw. was passiert ist. Zum Glück sind viele Gebiete deutlich glimpflicher davon gekommen, als man es hätte vermuten können. Die Florida Keys beispielsweise sind mittlerweile schon wieder voll für Touristen zugänglich, fast alle Hotels, Geschäfte und Restaurants haben geöffnet und der Alltag ist demnach bereits wieder zurückgekehrt. Lediglich die kleineren Keys in der Mitte sind stärker betroffen gewesen, diese sind aber ebenfalls schon sehr weit mit den Aufräumarbeiten. Cuba wurde nur gestreift, weshalb keines unserer Hotels betroffen war und alle Ziele ganz normal geöffnet haben. Genauere Informationen finden Sie wie gesagt auf unserer Homepage.

Und damit möchte ich mich dann auch „schon“ wieder verabschieden und mich bei Ihnen für Ihre gewohnt starke Leseausdauer bedanken. Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen ein wenig südostasiatisches Flair nach Hause bringen konnte, gerade jetzt wo der Herbst an die Tür klopft. Über Feedback jeder Art bin ich wie immer sehr dankbar, denn ich will ehrlich sein, der Austausch mit Ihnen nach meinen Reiseberichten ist immer der schönste Teil des Ganzen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den Herbst und selbstverständlich alles Liebe und Gute.

Ihr / Euer

Jan Thies

Geschäftsführer

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