Nautilus Tauchreisen http://nautilus-tauchreisen.de Dein Buddy beim Tauchen Fri, 23 Jun 2017 15:44:08 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.7.5 Südafrika / Umkomaas http://nautilus-tauchreisen.de/suedafrika-umkomaas/ Tue, 18 Apr 2017 16:00:56 +0000 http://nautilus-tauchreisen.de/?p=38848

Hallo Jan,

meine Tochter Sarah und ich sind heute Morgen aus Südafrika zurück gekommen und wollten Dir ein kurzes Feedback geben:

  • Die Basis ist die herzlichste auf der wir jemals waren; wir waren sofort Teil des Teams und nach wenigen Stunden hatten wir den „Gästestatus“ verloren
  • Mit dem Staff und Brian und Lelani haben wir jeden Abend gegrillt (Braai), oder indisch gekocht
  • Die Tauchgänge waren wunderschon, aber wegen der Verhältnisse nichts für Anfänger; allein die Ausfahrt über den Wellen ist schon ein Spektakel für sich
  • Das angegliederte Restaurant „Waves“ bietet fantastisches Essen
  • Ein Mietwagen war sehr empfehlenswert, da der Tauchbetrieb gg 7 a.m. beginnt und gg 1 p.m. spätestens endet; da hat man noch Zeit zu Erkundungen



Fazit: sehr empfehlenswert; Sarah wird von Januar bis April bei Brian als Divemaster arbeiten (das haben wir gleich mal verbindlich geregelt) und ich fahre dann für 3 bis 4 Wochen runter; je nachdem, was Du mir preislich anbieten kannst. Wir sind überglücklich diese Reise gemacht zu haben und beide Seiten haben neue Freunde gefunden.

Nochmals ganz herzlichen Dank für den sensationellen Tipp.

LG

Uwe

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Philippinen / Leyte, Pintuyan Dive Resort http://nautilus-tauchreisen.de/leyte-sued/ Mon, 03 Apr 2017 21:34:12 +0000 http://nautilus-tauchreisen.de/?p=38420

Liebes Nautilus-Team,

gerade sind wir von unserem Tauchurlaub von Leyte-Süd zurückgekommen, welcher (wie übrigens alle bisher bei euch gebuchten Tauchurlaube) wie immer bestens organisiert war.

Die Anreise erfolgte mit Etihad über Abu Dhabi nach Manila. Der Zwischenaufenthalt (2 Nächte) in Manila hat sich mehr als gelohnt. Entgegen der weitläufigen Meinung, Manila sei ein dreckiger, lauter Moloch (inoffizielle Einwohnerzahl mittlerweile rund 20 Millionen!) wurden wir eines besseren belehrt. Bei einer Stadtrundfahrt, welche aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Manila und teilweise endlos langen Staus rund zwölf Stunden dauerte, konnten wir die Vielseitigkeit Manilas entdecken. So haben wir die weltweit einzige Bambusorgel in der Kirche San Josè in Las Pinas aus dem Jahre 1821 besichtigt, welche aus 832 Bambuspfeifen besteht und übrigens 1972 durch Spenden in Deutschland restauriert wurde. Sehr beeindruckend! Im Anschluss waren wir in der ältesten Jeepney-Fabrik, wo man den Handwerkern beim Auf- bzw. Umbau der Jeepneys zusehen und diverse Oldtimer bewundern kann. Alles wird in Handarbeit erledigt wie vor 100 Jahren – einfach unglaublich in der heutigen Zeit. Wirklich sehenswert ist auch der amerikanische Soldatenfriedhof für die Gefallenen des 2. Weltkrieges. Der Friedhof umfasst 61 Hektar und ist die penibel gepflegteste Grünanlage von ganz Manila. Die rund 17.000 weißen Marmorkreuze stehen exakt in Reih und Glied wie in Arlington/ USA. Die Rotunde besteht aus riesigen Steintafeln mit über 36.000 namentlich genannten „Missing-in-Action“-Soldaten, auf dem Boden ist jedes amerikanische Bundesland mit Wappen in Mosaik gelegt. Auch die Fahrt zum Friedhof ist schon ein Erlebnis, fährt man doch auf der berühmten „Millionaire`s Road“, wo wirkliche Prachtbauten zu bestaunen sind. Das Handels- und Finanzzentrum Makati kann man noch kurz streifen; aber außer Hochhäuser, Banken und unzähligen McDonalds sowie extrem vielen Leuten sieht man dort nichts wirklich interessantes. Es lohnt sich vielmehr die Zeit für einen Besuch in der Festungsstadt Intramuros / Fort Santiago zu nutzen. Dieser Teil von Manila gehört zum ältesten Viertel der Stadt und besitzt noch zahlreiche Ruinen aus der Zeit der spanischen Eroberer. Mit dem alten Kopfsteinpflaster und den alten Kirchen hat diese Ecke ein besonderes Flair. Bei einem Spaziergang im Rizal Park, welcher die Statue des Nationalhelden aus dem Unabhängigkeitskrieg beherbergt, haben wir uns dann nach langer Fahrt noch die Beine vertreten. Spektakulär bis fast schon kitschig bei Nacht, weil der ganze Park und die Brunnen in allen Farben künstlich beleuchtet werden. Wer`s mag..


Am nächsten morgen ging es dann zum nationalen Flughafen für den Weiterflug mit der Cebu-Pacific nach Tacloban. Der Check-Inn verlief reibungslos, das Handgepäck interessierte niemanden. Am Flughafen Tacloban wartete bereits unser Fahrer, welcher uns in rund drei Stunden zu Ralf ins Pintuyan-Dive-Resort brachte. Respekt! Bei dem Verkehr, den Straßenverhältnissen sowie den unendlich vielen Serpentinen eine echte Herausforderung, welche unserem Fahrer den Spitznamen „Michael Schuhmacher“ einbrachte. Trotzdem haben wir uns absolut sicher bei ihm gefühlt.

Im Resort wurden wir von Ralf und seiner Frau AnaLyn sehr herzlich empfangen. Kaum hatten wir unser Gepäck im Bungalow abgestellt, wurden wir bei einem Erfrischungsgetränk auf der Terrasse in die fröhliche Taucherrunde eingeführt. Eine halbe Stunde später waren wir bereits mit Ralf im Wasser und haben unseren Checkdive am Hausriff gemacht. Echt easy! Ralf ist ein sehr offener, unkomplizierter Mensch, der immer versucht, alle Wünsche seiner Gäste umzusetzen. Mit uns waren 10 Gäste da, 9 Taucher und eine Schnorchlerin. Es wurde meist in zwei Gruppen getaucht, jeweils mit eigenem Guide. Als wir nicht mit den Fotografen mitwollten, hat Ralf kurzerhand den Kapitän mit dem Zodiak ganz allein für uns bereitgestellt. Er hat ein größeres Tauchboot und zwei Zodiaks im Einsatz, welche bei Bedarf bzw. auf Wunsch auch alle gleichzeitig fahren. In dieser Hinsicht ist Ralf sehr entspannt und großzügig – das haben wir in einigen Dive-Resorts leider auch schon anders erlebt.


Viele Tauchplätze sind in ca. 10 Minuten erreichbar. Die Anfahrt zu den Plätzen an der Südspitze dauert ca. 40 Minuten, sofern es die Wellen zulassen. Wir haben es einmal probiert, mussten aber wegen hohen Wellengangs umdrehen, obwohl es vorher so glatt aussah… Die Überfahrt zur Nachbarinsel Limasawa war nach 45 Minuten geschafft und die Tauchgänge dort wirklich super – Steilwand mit reichlich Bewuchs! Oberflächenpause am Strand der Insel mit Thuna-Sandwich und frisch geernteter Kokusnuss, was will man mehr?

Der Naturschutzpark Napantao war während unseres Aufenthalts leider vom Bürgermeister gesperrt worden, da ein amerikanischer Taucher von irgendeiner anderen Basis von seinem Tauchgang nicht zurückkam. Am Tag unserer Abreise wurde er wieder freigegeben, den Taucher hat man nicht gefunden – alles etwas mysteriös.

Wir hatten dieses Mal das Glück leider nicht auf unserer Seite. Die ersten Tage hat es viel geregnet, der Naturschutzpark war gesperrt, wir haben keinen einzigen Walhai gesehen und dann ging auch noch der Generator kaputt. Am letzten Tag hatte die ganze Insel (!) von nachmittags bis zum nächsten morgen auch noch Stromausfall…

ABER

man ist in diesem liebevoll gepflegten, familiären Resort fast im Dschungel und nicht in einer 5-Sterne-Bettenburg auf Malle! Trotz Stromausfall gab es ein schmackhaftes 3-Gänge-Menü als Candle-light-Dinner und einen atemberaubenden Sternenhimmel. Ralf hat alles und alle mobilisiert, um den Generator wieder funktionsfähig zu bekommen, musste dann aber auf die schnelle doch viel Geld in die Hand nehmen und einen neuen aus Cebu besorgen. Viele Dinge sind auf den Philippinen noch recht umständlich und kompliziert.



Alles in allem war dies ein schöner, entspannter Tauchurlaub. Die Riffe sind sehr abwechslungseich und intakt. Es gibt unzählige Arten von Hart- und Weichkorallen, viele verschiedene Anglerfische, Schnecken in allen Farben und Größen (eine war sogar rund 30 cm lang), Schildkröten, Muränen, Seeschlangen und das übliche Aquarium-Leben. Bei einem Tauchgang hatten wir sogar Adlerrochen. Auch das Hausriff ist sehr schön und abwechslungsreich. Lediglich die Walhaie haben wir vermisst – aber so ist halt die Natur und vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal…

Wer individuell und entspannt Tauchen möchte, wird sich im Pintuyan-Dive-Resort sicherlich wohlfühlen. Die Erlebnisse sowie die tolle Atmosphäre dort entschädigen eindeutig die lange Anreise. Gerne wieder!

Monika und Helmut Sieber

Februar/März 2017

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Südafrika / Umkomaas – Aliwal Shoal & Shelly Beach – Protea Banks http://nautilus-tauchreisen.de/s/ http://nautilus-tauchreisen.de/s/#respond Fri, 20 Jan 2017 15:59:31 +0000 http://nautilus-tauchreisen.de/?p=37968

Liebe Tauchfreunde,

zunächst einmal wünsche ich Ihnen allen noch ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr. Ich hoffe, Sie sind gut in 2017 gestartet?!

An der Stelle möchte einmal die Gelegenheit nutzen und mich für Ihr generelles Interesse und die zahlreichen Rückmeldungen bedanken, die ich jedes Mal nach meinem Reiseberichts-Newsletter erhalte. Ganz ehrlich, es überwältigt mich immer wieder aufs Neue. Knapp über 14.000 Leser haben mittlerweile meinen Reiseberichts-Newsletter abonniert, was wirklich eine unglaubliche Zahl ist. Vielen herzlichen Dank dafür!

Nun aber zu meiner letzten Reise, die mich im Dezember nach Südafrika verschlagen hat. Ein Zielgebiet, über das man aktuell in der Tauchpresse recht viel liest. Kein Wunder, gilt es doch als eines der besten Großfischgebiete der Welt! Ich war vorher bereits drei Mal in Südafrika, allerdings nie zum Tauchen. Auch das zeigt bereits die Vielfältigkeit dieses Landes…

SÜDAFRIKA

Eine Reise im Dezember ist natürlich eine großartige Sache, denn nachdem Schnee rundum Weihnachten mittlerweile unwahrscheinlicher ist als sommerliche Temperaturen im Februar, ist es hier in Deutschland klimatisch nur bedingt reizvoll. Auf der anderen Seite mag ich die Vorweihnachtszeit. Ich habe normalerweise alle Geschenke früh beisammen (der Trick ist während des Jahres in Gesprächen genau hinzuhören) und kann so die Lebkuchen, Plätzchen und Marzipankartoffeln umso mehr genießen. Was ich sagen will, im Dezember zu verreisen fällt mir manchmal gar nicht so leicht. Aber die Aussicht auf Südafrika war dann doch eine einfache Entscheidung: raus aus dem dunkelgrauen Nass.

Auf Südafrika gekommen bin ich übrigens, nachdem ich in den letzten drei Monaten aus drei unterschiedlichen Richtungen jeweils klare Empfehlungen erhalten habe. Untermalt wurden diese Empfehlungen von Videos und bewegte Bilder sprechen eine klare Sprache: ein Haigetümmel, ein vorbeziehender Wal oder eine Schule Hammerhaie in einem hochauflösenden Video wecken gewisse Sehnsüchte. Nachdem ich einen großartigen Zusammenschnitt eines Schweizers, den ich in Cuba getroffen habe, gesehen hatte, war klar: ich will nach Südafrika! Ich wollte all das, was ich in diesem Video gesehen hatte, auch sehen. Unbedingt. Nach meinen Haierfahrungen in diesem Jahr im August in den Jardines de la Reina in Cuba bin ich irgendwie auf den Geschmack gekommen. Das Tauchen mit Haien ist einfach sehr reizvoll. Ich mag das Rifftauchen genauso, schließlich bin ich damit taucherisch groß geworden, aber wenn man, wie in den Jardines de la Reina, den Haien bis auf einen halben Meter ins Auge sehen kann, vergisst man das so schnell nicht.

Bei meinen Recherchen war schnell klar, welche zwei Gebiete ich mir ansehen muss. Das Riff Aliwal Shoal in der Nähe des Ortes Umkomaas und das Riffplateau Protea Banks vor dem Ort Shelly Beach. Beides klangvolle Namen. Ich kannte sie beide bereits aus diversen Reportagen und wollte sie nun unbedingt selber kennen lernen.

Die Verbindung nach Südafrika ist locker. Zuerst ging es non-stop mit der South African Airways von München nach Johannesburg, wo die Hitze mich fast wieder zurück ins Flugzeug drückt. So „gut“ war die Flugzeugkabine klimatisiert. Das Schöne an Südafrika ist, man hat im Winter nur eine Stunde Zeitverschiebung, im Sommer sogar gar keine. Das macht das Reisen leicht – auch für eine kurze Reisedauer! In dem Fall ging mein Flug abends, so dass ich morgens gelandet bin. Das ist angenehm und komfortabel. Mein Weiterflug nach Durban ist bemerkenswert, denn der Chefsteward singt förmlich die Sicherheitshinweise. Zudem stellt er alle Crewmitglieder ziemlich persönlich und detailliert vor, was ich so noch nie erlebt habe. Auch nicht schlecht, wenn man weiß, dass das liebste Hobby der Stewardess ihr botanischer Garten ist. Und er betont immer wieder, dass wir zum King Shaka Airport fliegen, was viele Reisende doch sichtlich verwirrt mit einem fragenden Blick quittieren. Wer bitte ist King Shaka? Eine spätere Recherche ergibt, King Shaka war ein bedeutender König der Zulu. Alles klar, wieder was gelernt. Wir sind aber natürlich richtig, so heißt ganz einfach der Flughafen von Durban. Nach diesem kurzen Weiterflug nach Durban habe ich allerdings das Gefühl, dass ich nach München zurückgekehrt bin. Es regnet heftig und ist leider auch entsprechend kälter als in Johannesburg. Nicht gerade ein vielversprechender Auftakt.



Durban – zweimal die Strandmeile und das vielleicht schöne WM-Stadion von Südafrika

Als nächstes hole ich mir meinen Mietwagen, was erfreulich unkompliziert verläuft. Ich hechte schnell im Regen zu meinem Fahrzeug und mache mich mit der ungewohnten Fahrerseite im Auto vertraut. In Südafrika herrscht nämlich Linksverkehr! Regen plus Linksverkehr plus die manuelle Gangschaltung auf der falschen Seite – ich bin doch ein wenig stolz auf mich selbst, dass ich eigentlich erstaunlich locker in Umkomaas, meiner ersten Station, ankomme. Als ich durch den Ort fahre, werde ich sogar ein bisschen übermütig und markiere den maximal lässigen Autofahrer – bis ich an der nächsten Kreuzung dann doch wieder den Scheibenwischer anstelle des Blinkers betätige. Eine erfrischend deutliche Nachricht, dass ich noch nicht so weit bin.

UMKOMAAS / ALIWAL SHOAL – UMKMAAS LODGE & ALIWAL SHOAL SCUBA

Kennen Sie das, wenn man schon so viel von einem Zielgebiet gehört hat, ist es ein besonderes Gefühl, wenn man tatsächlich vor Ort ist?! In New York ging es mir so. In Paris ebenfalls. Auf Yap war ich komplett ehrfürchtig. Das Wrack der Thistlegorm habe ich mit viel Stolz in mein Logbuch eingetragen. Und jetzt bin ich in der Region rund um Durban, welche ich schon seit vielen Jahren ganz eindeutig mit Großfischtauchen verbinde. Yes.
Als Unterkunft habe ich mir die Umkomaas Lodge, in Verbindung mit der Tauchbasis Aliwal Shoal Scuba, herausgesucht, welches das einzige Hotel im Ort direkt am Meer ist. Mein Zimmerschlüsselbund mit WLAN-Code, diversen Fischanhängern und mehreren Schlüsseln könnte der eines Hausmeisters sein, was ich aber irgendwie sympathisch finde. Mein Zimmer im ersten Stock schaut tatsächlich so was von aufs Meer. Es fühlt sich an, als ob das Wasser direkt unter mir beginnt. Großartig. Die Möbel in meinem Zimmer sind sehr praktisch und stylisch und ich vermute in einem Berliner Hipsterladen würden sie gutes Geld einbringen. Die komplette Anlage versprüht nicht gerade das Ambiente eines Wellness-Resorts, sondern hier steht ganz klar Tauchen drauf. Echtes, nasses, raues Tauchen. Wer etwas anderes sucht, ist hier falsch. Das Haus ist offensichtlich etwas älter, hat aber alles was ein echtes Tauchhotel braucht. Denn wie gesagt, genau darauf wird hier wert gelegt. Viel Platz für die Tauchbasis, ein tolles Restaurant mit Terrasse und natürlich Blick aufs Meer, sowie eben die zwölf Hotelzimmer.

Die Strände in dieser Gegend sind endlos, was dem Gesamtbild eine großartige Note verleiht. Empfohlen wurde mir die Tauchbasis im Übrigen von einem Journalisten, der mich noch direkt von vor Ort über dieses klasse Ziel informiert hat. Also dann, soll der Spaß beginnen.



Die Umkomaas Lodge mit der Tauchbasis Aliwal Shoal Scuba

Als ich mich in der Tauchbasis nach dem Treffpunkt und der Zeit erkundige, muss ich etwas irritiert nachfragen. 6 Uhr morgens? Wirklich? Hmm. Wie gesagt, echtes, nasses, raues Tauchen. Am nächsten Morgen um 5.45 Uhr regnet es. Da fällt das Aufstehen gleich viel leichter. Oder auch nicht. Je nachdem. Aufgewacht bin ich allerdings bereits um 4 Uhr, denn um diese Zeit wird es hier zu dieser Jahreszeit bereits hell. Und mit hell meine ich taghell. Entsprechend bin ich im Bett hochgeschreckt, weil ich dachte ich habe richtig dick verschlafen. Dennoch, lustiges Gefühl, so um kurz vor 6 Uhr morgens im Regen mit Flipflops zur Tauchbasis zu schlappen. Was folgt ist ein ausführliches Briefing, zunächst über den Tauchablauf, dann über die Haie der Region und dann über das Tauchen selber. Anscheinend läuft das Ganze hier ein wenig anders ab, als in der Karibik. Kein Pier oder Steg mit großem, bequemen Tauchboot, auf dem ein kuschliges Handtuch und ein gekühlter Drink auf mich wartet. Hier lädt man das Boot am Strand ab und schiebt es von dort ins Wasser. Alles klar, ich schaue mir das an. Wir springen alle – bereits im Tauchanzug – auf eine Sitzfläche auf einem Transporter, der das Tauchboot auf einem Anhänger mit sich zieht. Am Strand angekommen beratschlagen sich Kapitän und Tauchguides wo und wie das Ganze jetzt abläuft. Für mich ist das alles komplett ungewohnt, aber ich bin gespannt. Anscheinend sind die Bedingungen heute gut, denn das Schlauchboot kann vom Anhänger in den Fluss geschoben werden. Kein Geschiebe am Strand. Glück gehabt. Alle krabbeln aufs Boot auf und es werden Schwimmwesten verteilt. Jetzt beginnt der lustige Teil. Wir sollen alle unsere Füße in am Boden befestigte Schlaufen stecken, uns auf den Rand des Schlauchbootes setzen und uns „richtig gut“ an weiteren Schlaufen am Bootsrand festhalten. Denn, wir müssen zwischen Brückenpfeilern hindurch über die brandenden Wellen aufs Meer hinaus fahren. Wenn man das das erste Mal hört, die Szenerie vor sich sieht und der Kapitän dann den Gashebel voll umlegt, ist das schon ein kribbliges Gefühl. Das Boot beschleunigt richtig stark heraus, die beiden 140 PS Motoren leisten ganze Arbeit. Die ersten Wellen unter der Brücke überspringen wir locker, aber die Wellen im Meer sehen deutlich größer aus. Man sieht wie alle nochmal den Halt überprüfen und voll zupacken, um sicher zu sitzen. Das Schlauchboot wippt und federt ordentlich mit. Der Kapitän zieht nochmal an und wir brettern über die Wellen hinweg. Ein paar Schaukler, aber das sah schlimmer aus, als es dann letztlich war. Trotzdem ein spektakulärer Start in diesen Tauchtag.



Das Tauchboot der Tauchbasis Aliwal Shoal Scuba, Fluss Umkhomazi, Ufer mit Brandungswellen

Unser Plan sieht zwei Rifftauchgänge vor, quasi um sich locker hinein zu fühlen. Apropos fühlen, das Wasser hat schlanke 22 Grad, was sich unter Wasser allerdings deutlich kühler anfühlt. Kaum zu glauben, dass das im Sommer an meinem heimischen See eine angenehme Badetemperatur sein soll. Das Briefing der Tauchbasis ist wirklich klasse, alles wird besprochen, jeder weiß Bescheid. Das Tauchboot selbst ist für diese Bedingungen hier ideal, es gibt Ablagebereiche und alle Tauchflaschen sind gut gesichert. Die Buddyteams werden eingeteilt und hier merkt man bereits, dass das Tauchen durchaus etwas anspruchsvoller ist. Jeder Gast bekommt einen Tauchguide. Ich vermute das ist nicht immer so, speziell zur Hochsaison, aber es sind einige angehende Divemaster dabei, die die Tauchgänge derzeit begleiten. Eine tolle Sache. Zudem muss jeder Taucher mit einer Boje ausgerüstet sein, denn die Strömung ist recht stark. Hinzu kommt eine mittelprächtige Sicht, aber wie bereits festgestellt sind wir hier nicht in der Karibik. Als Gruppe sollen wir eng zusammen bleiben, was aber kein Problem ist, denn es wird ein Drifttauchgang sein, sprich wir lassen uns einfach von der Strömung treiben. Unser erster „Stopp“ ist ein dickes Loch im Riff, das aussieht, als ob jemand ein Stück Fels aus dem Boden herausgestanzt hätte. Es ist durchsetzt mit Spalten und Überhängen, was vielversprechend wirkt. Mein Tauchbuddy dreht eine erste Runde und signalisiert mir, dass ich einen der dunklen Bereiche mal genauer ins Visier nehmen solle. Meinen fragenden Blick erwidert sie mit einer „Mach schon“-Geste. Also lasse ich mich vor der gesamten Gruppe in der ziehenden Strömung, eher mittelmäßig gelungen, absinken, um als erster die Überhänge zu erkunden. Und siehe da: ich erwische gleich mal einen Sandtigerhai, einen so genannten Raggie. Zur Informationen, Raggie leitet sich von dem englischen Namen Ragged Tooth Shark ab. Ehrlich gesagt sehen die Raggies mit ihren langen, herausstehenden Zähnen schon sehr gefährlich aus. In den verschiedenen Reportagen habe ich aber gelesen, dass sie das wohl dennoch nicht sind. Trotzdem, die Situation ist für mich ein spannender Auftakt, denn um ehrlich zu sein: die Zähne fallen einem sofort auf. Der Hai bewegt sich ganz entspannt in dieser doch recht beengten Situation, denn schließlich befindet sich unter ihm Sand, sowie hinter und über ihm nur Felsen. Schließlich beginnt er sich zu drehen, und zwar in meine Richtung. Langsam. Aber doch sicher. Mir bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig als dumm zu schauen und so kommt es zu dem unvermeidlichen Auge-in-Auge-Moment. Wobei es in der Situation Zahn-in-Auge besser beschreiben würde, denn nochmal, die Zähne des Sandtigerhais sind wirklich riesig. Er dreht sich aber entspannt weiter und stoppt genau in der Situation, in der er vorher schon war, nur eben umgedreht. Wie als ob man sich im Schlaf von der rechten auf die linke Schulter dreht. Erfreulicherweise konnte ich diese Situation filmen und wer mag, kann sie sich hier ansehen. Immer wieder faszinierend ist wie die GoPro die Distanz vergrößert. Die Schnauze des Hais war nämlich maximal 50 cm von mir entfernt, auf dem Video allerdings, wirkt es doch etwas weiter weg. Von der Magie des Moments immer noch völlig hypnotisiert, drehe ich mich um und überlasse dem nächsten Taucher diesen Platz in der ersten Reihe des Haikinos.

Um ehrlich zu sein, dieser Beginn überrascht mich doch etwas, denn das ging ja fast zu leicht. Rein ins Wasser, runter, überragende Haibegegnung. Mal sehen, was da noch kommen soll. Erfreulicherweise verläuft der weitere Tauchgang ebenso unterhaltsam, was bemerkenswert ist, denn das Riff an sich, gibt auf den ersten Blick nur sehr wenig her. Es erinnert mich ein bisschen an das Mittelmeer, denn der Bewuchs ist minimal. Nackter Fels oder schimmernde Algen, viel mehr wird in dieser Kategorie nicht geboten. Aber dennoch, es gibt immer wieder Durchbrüche, kleinere Torbögen, Höhlen und Spalten, in die es sich lohnt einen Blick zu werfen. Es ist fast ein wenig komisch, wie zuverlässig ich etwas besondere entdecke, sobald ich einmal genauer hinschaue. Buddelnde Rochen, Nemos in einem Anemonenwald, Fischschwärme, die sich in der Strömung wiegen, Nacktschnecken und und und. Außerdem hat man seinen Blick immer ins tiefe Blau gerichtet, denn Haie könnten quasi überall auftauchen. Besonders lustig ist die Erfahrung mit einem gefleckten Riesenzackenbarsch, genannt Potato Bass. Ein passender Ausdruck, denn es handelt sich um echte Brummer, die wie spielende Hunde, um die Taucher herumschwimmen. Sie versuchen aus irgendeinem Grund die Luftblasen zu essen, was sich bei der großen Auswahl als relativ schwierig herausstellt. Beim Auftauchen begegnen wir dann tatsächlich noch einem Schwarzspitzen-Hochseehai, der kommt und geht. Kommt und geht. Und nochmal kommt und wieder geht. Unfassbar. Einfach so. Ein Drei-Meter-Brocken, der den Tauchgang auf ein richtig hohes Niveau hebt. Alles in allem ein für mich völlig ungewohnter Tauchgang, der aber wirklich richtig viel zu bieten hatte. Zurück auf dem Boot schaukelt es ordentlich, aber ich habe den Eindruck, dass unser Kapitän ein richtig guter ist. Die Art und Weise wie er unser Boot durch die Wellen manövriert, ist ausgesprochen souverän. Dennoch, ein Südkoreaner verteilt sein gestern Abend selbstgekochtes und nach eigener Aussage sehr leckeres Reisgericht mit einem ordentlich Schwall im Meer. Erstaunlicherweise lacht er dabei und die Crew verteilt auch liebevoll Bonbons an ihn. Tauchen in Südafrika macht eben Spaß. An Bord ist eine Open-Water-Schülerin aus Schottland, die von ihren Eindrücken sichtlich begeistert ist. Meinen Respekt hat sie sicher, denn wer hier das Tauchen lernt, wird danach nur noch easy dives erleben.



Schwarzspitzen-Hochseehai, „Raggies“ von unten und ein Rochen am Aliwal Shoal – Bilder von Timo Dersch ©

Der Ort Umkomaas ist ein echtes Taucherdorf. Die Betonung liegt auf Dorf. Es gibt nur eine Handvoll kleiner Straßen, dafür aber jede Menge Werbung für Haitauchgänge. Dazu findet man einladende Restaurants mit schönen Terrassen und mehrere Tauchschulen, die anscheinend alle Spezialisten für Käfigtauchgänge sind. Besonders lustig finde ich das Zentrum von Umkomaas, in dem sich an einer Kreuzung ein Spar-Supermarkt, ein Heimwerker-Baumarkt und ein Kentucky Fried Chicken-Restaurant befinden!?! Dieser Teil passt so gar nicht in dieses verschlafene Nest, aber die Einwohner finden es anscheinend prima, so viel wie hier los ist.

Mir hat es aber tatsächlich besonders das Restaurant in der Umkomaas Lodge selbst angetan. Es gibt ja immer so einen Wohlfühl-Faktor bei einem Restaurant und den empfinde ich im „Waves“ als besonders hoch. Im Hintergrund läuft dezente und dennoch stimmungsfördernde 70er-Jahre Musik. Allerdings nicht die abgenudelte „It’s raining man“-Variante, sondern die gute, stilvolle Version, wie zum Beispiel „Starman“ von David Bowie. Die Kellner sind alle unfassbar aufmerksam und hilfsbereit, was ich tatsächlich bei jedem Besuch bewundernd feststelle. Auf der Tageskarte gibt es erstaunlicherweise auch einen Eisbein-Sauerkraut-Burger, was gefühlt nicht für das Restaurant spricht. In Südafrika ist das aber anscheinend ein populäres Gericht, denn ich finde es ebenso in vielen anderen Restaurants auf der Karte. Na gut, man muss nicht alles verstehen. Besonders die Milchshakes und ein Shrimps-Curry sind weltklasse, wobei ich jedes Mal vorher ausführliche Empfehlungen von der Crew erhalte.



Zwei Restaurants in Umkomaas und das Restaurant „Waves“ direkt im Hotel Umkomaas Lodge

SHELLY BEACH / PROTEA BANKS

Für mich geht es nach einigen tollen Tauchtagen am Aliwal Shoal erst einmal weiter in das zweite bekannte Tauchgebiet Südafrikas, und zwar zu den dem Ort Shelly Beach vorgelagerten Protea Banks. Ich werde nochmal nach Umkomaas für einen besonderen Tauchgang zurückkehren, aber aufgrund der Buchungssituationen in den Hotels, muss ich meine Aufenthalte aufteilen. Die Protea Banks sind in Deutschland eigentlich noch bekannter als die Tauchgebiete am Aliwal Shoal, was aber vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass es in Shelly Beach eine deutsche Tauchstation gibt. Ich nehme es gleich vorweg, ich habe mich für eine andere Tauchbasis entschieden, was einzig und alleine an den erhaltenen Empfehlungen für eben jene andere Tauchbasis liegt. Die Tauchstation meiner Wahl heißt Adventure Aqua Planet und steht unter der Leitung der Südafrikanerin Kym Pollard, die seit 1990 in Shelly Beach lebt und nun schon seit 1997 eine Tauchbasis dort betreibt. Bei unserer ersten Begegnung sagte sie, sie könnte genauso gut überall sonst leben, aber sie will eben hier leben, denn nirgends gefällt es ihr so gut wie in Shelly Beach. Ich finde das sind großartige Voraussetzungen. Zudem ist ihre Tauchbasis die einzige mit einer echten Tauchbasis. Das klingt verwirrend, aber tatsächlich ist es so, dass die meisten Tauchbasen in Shelly Beach lediglich über ein kleines Verkaufszelt am Hafen oder maximal einen garagenähnlichen Lagerraum verfügen. Das soll gar nicht wertend klingen, ich habe nur einfach ein gutes Gefühl, wenn ich bei einer Tauchbasis bin, bei der ich nach dem Tauchen auch noch entspannt duschen, auf einer Terrasse einen Kaffee trinken und mein Logbuch gemütlich ausfüllen kann. Das ist selbstverständlich komplett subjektiv, schließlich ist die Hauptsprache auf der Basis dafür Englisch, aber ich bin mit meiner Wahl sehr zufrieden. In meiner Tauchgruppe sind zwei Brasilianer, eine Französin, ein Australier, eine Südafrikanerin, ein Amerikaner und zwei Deutsche. Eine super Kombination, denn wir haben alle zusammen richtig viel Spaß mit unserer Fünf-Kontinente-Mischung. Vor allem springen dabei aber wieder viele spannende Empfehlungen heraus, die ich so auf dem deutschen Markt noch nicht kannte.

Shelly Beach bietet einen enormen Kontrast zu Umkomaas. Es ist gefühlt eine Stadt, auch wenn der Ort nicht wirklich groß ist. Es gibt Ampeln die nerven, Taxis, die unvermittelt auf der Straße anhalten, und zu Stoßzeiten auch mal etwas mehr Verkehr. Aufgebaut ist Shelly Beach wie eine Westernstadt: eine große Hauptstraße, an der sich alle Geschäfte befinden, und einige kleinere Wege, die alle zu der einen großen Straße führen. Dazu verfügt Shelly Beach über zwei große Malls, die tatsächlich ein gutes Shopping-Erlebnis bieten. Das Ganze wirkt aber nicht unangenehm, im Gegenteil, ich genieße die Annehmlichkeiten. Die beste Pizza beispielsweise gibt es in einem kleinen Restaurant, direkt neben einem Spar-Supermarkt, das vermutlich mehr Umsatz mit Bestellungen macht, als mit dem eigentlichen Restaurantbetrieb. Es gibt nämlich nur vier Tische. Die Pizza ist aber weltklasse! Richtig stylisch und atmosphärisch ist das Restaurant C-Bali, welches sich direkt an einem der vielen kilometerlangen Strandbereiche von Shelly Beach befindet. Auf der schönen Terrasse kann man von großartigen Burgern bis hin zu asiatischer Küche alles bekommen.




Die Tauchbasis Adventure Aqua Planet und eine der beiden Malls in Shelly Beach

Auch hier klingeln erstmal meine Ohren, als ich den Tauchablauf für den nächsten Tag erfahre. Treffpunkt ist 5 Uhr morgens. Da komme ich mit meiner karibischen Einstellung, die mich ausschlafen und gemütlich um 10 Uhr tauchen lässt, natürlich nicht besonders weit. Kym ist diese Reaktion aber offensichtlich gewohnt, denn sie motiviert mich schnell mit der Information, dass man am frühen Morgen einfach die besten Chancen auf die Haie hat. Zudem wird am Nachmittag der Wind stärker, so dass man mit dem Tauchboot quasi nicht mehr über die Wellen kommt. Ich bin schnell überzeugt und gehe eben entsprechend früher ins Bett. Die Protea Bank. Ich habe so viel von diesem Tauchgebiet gehört und jetzt bin ich da. Großfischtauchen.

Als ob ich einen inneren Wecker hätte, wache ich wieder um 4 Uhr morgens auf. Das Team meines ausgesprochen schönen Hotels Tropical Beach, welches an einem der Seitenwege von Shelly Beach direkt am Strand liegt, hat mir ein tolles Frühstück auf einem Tablett ins Zimmer gestellt und so beschließe ich dies auszunutzen und gut gestärkt in den Tauchtag zu starten.



Das Hotel Tropical Beach – Zimmerbeispiel, Strand und Pool

Alle Taucher sind pünktlich an der Tauchbasis und wie schon in Umkomaas geht es per Transporter und Anhänger an den Strand. Hier ist der Strand aber tatsächlich wie ein kommerzieller Hafen mit Tower und allem was dazu gehört. Es herrscht ordentlich Betrieb, wobei überraschenderweise nur wenige von den Booten zum Tauchen herausfahren. Es gibt viele Schnorcheltouren, Boote, die mit Schulkindern einfach nur über die Wellen springen wollen, und wie überall in Südafrika die bekannten Cage-Diver, sprich Käfigtaucher.

Als wir an der Reihe sind, wird klar, dass man hier direkt eingebunden wird. Charmant formuliert. Sprich, alle Taucher dürfen anpacken, um das Boot ins Wasser zu hieven. Der Kapitän gibt klare Kommandos, damit alle auch rechtzeitig ins Boot springen, sobald das Boot einmal im Wasser ist. Das Prinzip danach ist das gleiche wie in Umkomaas: einhaken, festhalten und ab geht die wilde Fahrt direkt über die Wellen hinaus ins offene Meer.

Die Protea Banks befinden sich ca. 7 km vor Shelly Beach und sind ein langgezogenes Saumriff. Bei einer Länge von ungefähr 6 km und einer Breite von nur 800 m ist dieses Riffplateau 27 m bis 45 m tief. Kombiniert mit der auch hier herrschenden Strömung und einer wiederum eher knapp bemessenen Sicht, ergibt sich auch hier anspruchsvolles Tauchen. Entsprechend sollte man mindestens ein zertifizierter Advanced Taucher sein. Das ebenfalls ausführliche Briefing, klärt alle Fragen, was ich sehr sehr gut finde.



Der Hafenbereich von Shelly Beach

Die Protea Banks haben ganz unterschiedliche Saisonzeiten, zu denen man unterschiedliche Haie sehen kann. Wir haben auf unserer Homepage eine Übersicht, wann man welche Haie mit welcher Wahrscheinlichkeit sehen kann – eine praktische Sache. Jetzt zu meiner Zeit im Dezember gibt es vermehrt Thunfische, die wiederum diverse Haie anziehen. Ich bin demnach zu einer guten Zeit vor Ort. Mal sehen.

Als wir zum ersten Tauchgang vom Bootsrand ins Wasser kippen, bin ich unfassbar aufgeregt. Was erwartet mich? Wie ist die Strömung? Wie ist die Sicht? Spannend. Wir tauchen hinab und es dauert eine gewisse Zeit, bis ich den Grund sehe, aber wir kommen diesem doch recht nahe. Ich höre recht schnell ein Quieken und nachdem ich die Augen stark zusammenkneife, kann ich irgendwie die Umrisse eines Hais in der Entfernung erkennen. Anscheinend zwei Hammerhaie. Ich finde aber das zählt nicht, denn ich möchte die Haie auch wirklich sehen und nicht nur erahnen. Schade, aber weiter geht es.

Als der Grund in Sichtweite gerät, zeigt der Tauchguide nach unten. Und tatsächlich, am Boden bewegt sich etwas. Aber was ist das? Ich habe so eine Form bei einem Hai noch nie gesehen. Es handelt sich um Gitarrenhaie, die außergewöhnlich elegant über den Boden schweben. Die Körperform von der Schnauze bis hin zu Seitenflossen erinnert doch sehr an ein Kampfflugzeug, was auch von der Geschmeidigkeit, mit der sie über den Grund gleiten, zusammenpasst. Ich persönlich würde sie demnach auch nicht Gitarren-, sondern Flugzeughai nennen. In jedem Fall eine ganz außergewöhnliche Begegnung. Bei genauerem Hinsehe erkenne ich, dass es sogar richtig viele sind. Ich schätze mal 15 Stück. Ich muss leider schon wieder aufsteigen, denn ich will nicht die Gruppe sprengen, nur weil ich wegen meiner Tiefe früher auftauchen muss. Wir pendeln uns auf 20 bis 25 m ein und schauen einfach nur ins blaue Wasser. Eine komische Situation, denn man meint tatsächlich immer wieder, dass man etwas sieht. Einen Schatten oder einen grauen Fleck. Andauernd zeigt irgendwer in irgendeine Richtung. So richtig sehen kann ich aber nichts. Blöd. Es vergehen 20 Minuten im kalten Wasser bis aus dem Nichts ganz plötzlich ein 3 Meter Bullenhai unsere Gruppe teilt. Der Unterschied zu den Schwarzspitzen-Hochseehaien ist relativ offensichtlich, und zwar die Form der Schnauze. Bei einem Bullenhai ist sie rund, bei einem Schwarzspitzen-Hochseehai ist sie spitz. Dazu ist der Körper bei einem Bullenhai doch ziemlich bullig und nicht stromlinienförmig schlank. Er schwimmt einmal durch uns hindurch, dreht noch eine halbe Schleife und weg ist er. Ich muss den Kopf schütteln, denn es ist einfach verrückt, in welch kurzer Zeit sich alles während diesem Tauchgang ändert. Auf einmal bin ich wieder voll da und aufmerksam. Und das lohnt sich, denn es dauert keine weiteren fünf Minuten, da stattet ein Schwarzspitzen-Hochseehai unserer Gruppe einen Besuch ab. Zackig und kraftvoll schnellt er an der Gruppe vorbei, verschwindet kurz, kommt aber gleich wieder zurück und dreht ein paar Runden. Diese präzisen Bewegungen sind wirklich faszinierend. Ein toller Tauchgang!

Zurück im Hafen laden wir einen Teil der Gruppe ab und starten direkt wieder zum zweiten Tauchgang. Wer will, muss also nicht zwei Tauchgänge machen. Kym sagt, vielen Tauchern ist genau das wichtig. Mir nicht, ich will wieder raus. Haie gucken.

Wir tauchen ab und ich bin maximal motiviert Haie zu sichten. Wir gehen dieses Mal nicht so tief, weshalb ich den Grund gar nicht erst zu sehen bekomme. Wir beschränken uns nur auf das Blauwasser, um die Chance auf Haibegegnungen zu erhöhen. Soll mir Recht sein. Mein Blick wandert umher, denn ich möchte meine rechte Seite so gut es geht abdecken. Aber es kommt nichts. Gar nichts. Den ganzen Tauchgang nicht. Knapp eine Stunde lang kaltes, blaues Wasser. Genau das schreibe ich auch so in mein Logbuch. Zurück an Bord des Tauchboots bin ich doch sichtlich enttäuscht und ich vermute mal die Crew merkt das. Wenigstens bekomme ich einen Lollie mit verstörend künstlicher Farbe, aber ich greife dennoch zu. Genau wie die Farbe ist der Geschmack nicht wirklich eindeutig. Könnte Waldmeister sein. Oder auch Ananas.

Zurück an der Tauchbasis entdecke ich eine Tafel, die an die Eingangstür gestellt wurde, um die Sichtungen vom Vortag zu beschreiben: vier Hammerhaischulen, 10 Gitarrenhaie, Delfine, Bullenhaie und Hochseehaie.

Das brasilianische Pärchen, welches den zweiten Tauchgang ausgelassen hat, nickt begeistert und erzählt mir wie toll es gestern war. Das klingt nach meinem zweiten Tauchgang natürlich ein bisschen wie Hohn, aber was solls, der erste Tauchgang war eigentlich sehr gut. Wollen wir mal demütig und bescheiden bleiben.




Das Tauchen an den Protea Banks – Bullenhai, zweimal Gitarrenhai und noch ein Bullenhai – 3 x Bilder von Daniel Brinckmann ©

Am nächsten Tag starten wir wieder um 5 Uhr morgens, wieder das gleiche Spiel. Die Sonne scheint und ich habe über Nacht meinen kompletten Optimismus zurückgewonnen. Ich mache Späße an Bord des Tauchbootes und habe richtig Bock. Sogar meinen Ersatzakku leihe ich einem anderen Taucher – ich brauche einfach gutes Karma. Das Meer ist erstaunlich ruhig. Um nicht zu sagen glatt. Es ist als ob eine graue Schicht Wackelpudding auf dem Wasser liegt. Ich bin wirklich äußerst gespannt auf diesen Tauchgang. Ich bin bereit für legendäre Momente. Rein ins Wasser und Augen auf. Adrenalin. Ich möchte wieder tiefer gehen, um hoffentlich tolle Aufnahmen der Gitarrenhaie zu bekommen. Am Grund angekommen, begegnet mir direkt ein Adlerrochen, groß und ganz ruhig. Ganz nah. Und zutraulich. Wunderschön. Direkt danach sehe ich einen Bullenhai. Und noch einen. Und noch einen. Ich weiß gar nicht, wohin ich als erstes filmen soll. Beim Filmen treibe ich durch die Strömung quasi in die Gitarrenhaie am Grund hinein. Aus der Nähe sehen sie noch faszinierender aus, auch wenn sie eigentlich relativ klein sind.

Danach versuche ich mich nach so vielen Eindrücken kurz zu Sammeln und schwimme wieder in die Gruppe, denn man muss wirklich schauen, dass man beisammen bleibt. Ich flankiere die rechte Seite und schließlich blitzt etwas Silbernes auf meiner Seite auf. Silber wäre gut, aber war da wirklich etwas? Ich signalisiere dem Tauchguide meinen Wunsch nach rechts auszubrechen und er gibt mir das Ok. Von da an geht es ganz schnell. Wie hinter einem unsichtbaren Vorhang, tauchen auf einmal unzählige von Hammerhaien vor mir auf. Hammerhaie! Nicht ganz nah, allerdings trotzdem klar und deutlich. Hammerhaie! Sie sind scheu und verschwinden relativ schnell im matten Blaugrau, aber ich habe sie wirklich gesehen. Hammerhaie! Das erste Mal überhaupt! Unfassbar, was für ein Glück. Ich bin komplett überwältigt und grinse in meinen Atemregler hinein.

Wieder zurück in der Gruppe zwinkert mir unser Tauchguide einäugig durch seine Maske zu und überlässt mir meinen angestammten, rechten Flügel. Erneut sehe ich einen Schatten. Das gleiche Prozedere nochmal, nur dieses Mal gebe ich etwas mehr Gas. Habe ich nochmal das ganz große Glück?! Noch ehe ich diese gedankliche Frage vollenden kann, bin ich ganz unvermittelt mittendrin. Sie fliegen an mir vorbei. Hunderte. Hammerhaie. Vor lauter Hektik verchecke ich die Kamera komplett und mache ein paar Selfies und Videos von meinen Füßen. Irgendwie sortiere ich mich aber doch noch und bekomme ein paar ordentliche Aufnahmen hin. Wahnsinn!!! Ein Hammerhai zieht direkt an mir vorbei und ich kann ihn ganz genau beobachten. Die wendigen Bewegungen dieses einzigartigen Körpers. Sein außergewöhnlicher Hammerkopf. Und ich kann ihm wirklich richtig in die Augen schauen. Naja, besser gesagt in ein Auge. Für mich ist das Magie. Denn direkt nach dem einen, folgt ein weiterer Hammerhai. Nicht so nah, aber es sind so viele, dass ich tatsächlich komplett von Hammerhaien umgeben bin. In einem Kinofilm wäre die Musik jetzt auf die maximale Lautstärke angeschwollen, um die Kraft dieses Moments zu untermalen. Als die komplette Schule an mir vorbei gezogen ist, kann ich es nicht wirklich glauben. Was ist da gerade passiert?! Kurzes Schütteln, denn ich muss zurück zur Gruppe. Warum sind sie mir eigentlich nicht gefolgt? Ich hatte mehrfach versucht Zeichen zu geben… Naja, kann man nichts machen. Ich musste bei meinen beiden Ausreißern ordentlich schwimmen und habe richtig viel Luft weg geschnauft, aber das hat sich gelohnt. Quality Time!!! Ich hatte meinen Auge-in-Auge-Moment mit einem der Hammerhaie. Es war als ob man in einen separaten Raum eintritt und alles ist voller Haie. Unbegreiflich. Zurück auf dem Boot merken mir alle meine Freude an, alle strahlen mit mir. Sie haben natürlich von meinem Vortagesdesaster gehört und freuen sich ganz herzlich mit meinem Erlebnis. Sensationell, dieses Mal war es wirklich ich, der voll in den Glückstopf gegriffen hat. Und mein gelblila Lollie mit Apfel-Pfirsich Geschmack ist ausgezeichnet.



Das Tauchen vor Shelly Beach – Bullenhai, Schwarzspitzen-Hochseehaie und eine Schule Hammerhaie – Erstes Bild von Daniel Brinckmann ©

Ich verlasse Shelly Beach mit sehr viel Wehmut, denn es hat alles super gepasst. Kym von der Tauchbasis war großartig. Die Tauchguides waren aufmerksam und haben bei der schlechten Sicht genau das richtige Gefühl für Kontrolle und dennoch eine lange Leine gehabt. Auch hier war der Kapitän klasse, er hat eine autoritäre Ausstrahlung, ist aber eigentlich ein echter Teddy. Wir mussten nie lange im Wasser warten, er war immer voll „auf unserer Höhe“. Dazu wird Shelly Beach dank dieser außergewöhnlichen Hammerhai-Begegnungen immer einen Platz in meinem Taucherherzen haben.

UMKOMAAS / ALIWAL SHOAL – „Baited Shark Dives“

Auf der anderen Seite freue ich mich auch wieder auf Umkomaas. Hier war die Crew genauso prima und so werde ich auch bei meiner Rückkehr

extrem herzlich empfangen. Ich lerne die südafrikanische Handschlag-Begrüßung kennen und sehe viele lachende Gesichter. Ein gutes Gefühl!

Am nächsten Morgen steht für mich noch ein besonderer Tauchgang an, und zwar ein so genannter Baited Shark Dive. Sprich, ein Tauchgang mit einem Köder. Ich habe solche Angebote schon überall in der Welt gesehen und auch mitgemacht. Mir ist bewusst, dass diese Tauchgänge ein zweischneidiges Schwert sind. Fakt ist aber, dass die Nachfrage bei uns im Büro immens groß ist. Viele Gäste wählen ihre Zielgebiete nach der Chance auf Großfisch aus und sind enttäuscht, wenn es nicht mit einer Sichtung klappt. Immer wenn ich solche Tauchgänge mitgemacht habe, waren alle Teilnehmer danach begeistert und hatten leuchtende Augen. Bei dieser Variante sind die Begegnungen mit Haien garantiert, was für viele Taucher definitiv seinen Reiz hat. In Südafrika stehen diese Tauchgänge an der Tagesordnung, es gibt sie überall und bei allen Tauchbasen. Von Kapstadt bis Durban. Es gibt sie für Taucher, für Nichttaucher in den Käfigen oder sogar für Taucher in Käfigen. Ich habe mit einem Tauchlehrer aus Umkomaas gesprochen und er meinte, es ist teilweise komisch. Wenn man Leute Angeln oder Fischen befragt, finden das alle ok und super, obwohl ja auch hier Köder verwendet werden. Er selber hat einmal gesehen, wie ein Vater seinen Sohn am Strand in einem abgetrennten, gesicherten Bereich hat schwimmen lassen, während er selbst drei Meter daneben geangelt hat, wo die Haie doch sogar bis an den Strand kommen. Eine Doppelmoral. Unterm Strich bleibt: eine knifflige Sache, wobei es für beide Seiten Argumente gibt. Fakt ist, diese Art von Tauchgängen werden weltweit angeboten und sind sehr beliebt. Auf den Bahamas beispielsweise gehören sie ja auch zum Standardprogramm. Und in Südafrika eben auch.

Ich bin bei einem dieser Baited Shark Dives dabei, denn nachdem die Wassertemperatur steigt, beginnt gerade die Tigerhaisaison. Tigerhaie kann man anscheinend kaum ohne solche Köder sehen, weil sie einfach zu scheu sind. Mit dem Köder allerdings hat man in Umkomaas durchaus öfter Sichtungen und das möchte ich mir gerne ansehen. Zwei Käfigtaucher haben wir sogar auch dabei, was das Ganze doppelt interessant macht. Ich bin gespannt wie das mit dem Käfig abläuft. Das Boot ist beladen mit drei großen Ködereimern, jeweils für unterschiedliche Tiefen. Einer ist bestimmt für die Oberfläche und damit für die Käfigtaucher, einer für den mittleren Bereich und damit für die Schwarzspitzen-Hochseehaie und einer ist für die tiefe Tiefe und damit für die Tigerhaie. Der Bereich in dem diese Tauchgänge durchgeführt werden, ist bekannt geworden, weil hier Fischer bereits in den 70er Jahren immer wieder Haie gesichtet haben. Womit wir wieder beim Thema wären, denn offensichtlich wurden die Haie durch Fischer an diesen Spot „gewöhnt“ und nicht durch die Taucher. Aber dies nur am Rande. Bereits fünf Minuten vor Erreichen des Tauchplatzes werden bereits Fischstücke ins Wasser geworfen, um die Haie anzulocken. Und das klappt. Sehr gut sogar, denn schon nach zwei bis drei Minuten scharen sich einige Haifischflossen rund um unser Boot herum. Gerade die Taucher, die hier zum ersten Mal an Bord sind, sind direkt komplett verzückt. Und die Käfigtaucher freuen sich, dass sie einen Käfig haben. Zwei Welten prallen da aufeinander. Als sich alle zur Rolle rückwärts ins Wasser fertig machen, prüfe ich lieber nochmal doppelt, was sich hinter mir so tut, denn ich will mir ja nicht gleich einen Hai mit einer dicken Beule am Kopf zum Feind machen. Bei so vielen Schwanzflossen bereits an der Oberfläche ist das ein durchaus komischer Moment. Es handelt sich wieder um Schwarzspitzen-Hochseehaie. Große Tanker. Sicher alle so zweieinhalb bis drei Meter groß. Einige sind ein wenig kleiner, aber das sind alles keine Katzenhaie, so viel steht fest. Die Köderboxen hängen wie an einer kurzen Perlenkette im Wasser und die Haie ziehen ihre Kreise um die Eimer. Beim wiederum ausführlichen Briefing wurde uns gesagt, dass wir nicht alleine tiefer gehen sollen, denn falls ein Tigerhai auftaucht, würde er sich fragen, warum ist da ein „Etwas“ alleine tiefer? Antwort: Das könnte eine Beute sein. Natürlich halte ich mich an diese Vorgabe und beobachte das Treiben der Haie rund um die ersten beiden Kübel. Die beiden Käfigtaucher sitzen wie vor dem Fernseher in ihrem schwimmenden Gitterboot. Unser Tauchguide kontrolliert gerade einen der Eimer, als mein Blick nach unten in den tiefen Bereich schweift. Dunkel da unten. Aber Moment mal?! Ist das ein Schwarzspitzen-Hochseehai? Falls ja, wäre er ganz schön groß. Der Hai kommt ein wenig nach oben und ich bin regelrecht erschrocken, was da für ein Lastwagen auf mich zukommt. Das ist doch ein Tigerhai?! Sollte ich als Erster aus der Gruppe einen Tigerhai entdeckt haben?! Entsprechend unsicher bin ich, aber auf den zweiten Blick ist es so was von offensichtlich. Die Tigerung ist ganz klar und gut zu erkennen, so dass es keinen Zweifel gibt. Demütig wie ich bin, warte ich auf den Guide, ich sollte ja nicht zu schnell nach unten gehen. Außerdem wollte ich die offizielle Bestätigung! Auf mein Zeichen hin, sagt seine Reaktion alles. Große Augen und ein dumpfer Brummschrei in den Atemregler. Dazu das Zeichen an mich für einen Tigerhai. Er will eine andere Taucherin holen, während ich den Tigerhai weiter ehrfürchtig inspiziere. Groß ist er. In meinen Augen wohlgemerkt. Ich schätze vier Meter. Massig. Und der Name ist wirklich gerechtfertigt. Das Tigermuster an der Seite ist schon sehr besonders. Ein unglaubliches Spektakel was sich hier abspielt. Als der Guide zurückkommt, verschwindet der Tigerhai in der Dunkelheit der Weite. Schade. Eine relativ kurze, aber dafür extrem aufregende Begegnung. So richtig gerechnet habe ich ja nicht damit, aber nachdem es auf dieser Reise bisher so gut gelaufen ist, ist das wirklich die Kirsche auf der Torte. Den Rest des Tauchgangs kann ich die Schwarzspitzen-Hochseehaie ganz entspannt begutachten. Meinen großen Haimoment hatte ich nämlich bereits. Und kurioserweise war ich wieder fast der einzige, der das Glück hatte. Alle anderen Taucher in der Gruppe sind dennoch begeistert von dem Tauchgang, das ist offensichtlich. Nach einer Stunde steigen wir alle wieder ins Boot und ich bin happy. Ganz ehrlich. Einen Tigerhai gesehen zu haben, ist schon ein echter Meilenstein in einer Taucherkarriere.



Tigerhaie – Bilder von Daniel Brinckmann ©

Südafrika war wirklich eine besondere Reise für mich. Zum einen natürlich wegen der viele Haie. Nirgends habe ich bisher so viele unterschiedliche Haie gesehen. Nicht auf Yap. Nicht in Ägypten. Und auch nicht in der Karibik. Dazu sind die Tauchgänge aufregend und spannend, weil man nicht wirklich weiß, was als nächstes passiert. Gerade ist einem noch kalt und man sieht vor lauter Blau kaum noch etwas und dann kommt ein Bullenhai um die Ecke. Und zum anderen ist das Tauchen in Südafrika anspruchsvoll, dabei aber trotzdem sehr gut machbar. In unseren Gruppen waren Taucher mit knapp über 50 Tauchgängen und diese hatten keine Probleme. Aber man muss es eben wissen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis in Südafrika ist extrem fair:

Zwei Wochen in Umkomaas kosten beispielsweise nur ab € 1.049,– pro Person zzgl. € 390,– Flugsteuern. Fünf Bootstauchgänge liegen bei € 170,–. Das ist schon ein tolles Angebot!

Das Hotel Tropical Beach ist mit € 1.290,– pro Person zzgl. € 390,– Flugsteuern nicht viel teurer. In Shelly Beach kosten fünf Tauchgänge € 240,–.

Wir hören immer, dass die Leute Großfische sehen wollen, in Südafrika gibt es sie. Das Wasser ist kalt und es zieht ordentlich, die Sicht ist nicht wirklich gut, aber genau diese Bedingungen mögen Haie.

Sensationelle Tauchziele sind meist weit weg und richtig teuer: Galapagos, Yap, Raja Ampat wären hier gute Beispiele. Durban ist kinderleicht zu erreichen und wie oben erwähnt nicht einmal teuer. Unterm Strich ist Südafrika ein maximal reizvolles Tauchziel, wenn man weiß, was man erwarten darf. Wer im Übrigen einen Zwischenstopp in Kapstadt einbauen möchte, kann dies problemlos machen. Wir können hier einige Kombinationen, auch mit Rundreisen, organisieren.

Südafrika, mal was ganz anderes!

MESSE BOOT 2017
Abschließend möchte ich natürlich nicht versäumen, noch auf die Messe boot in Düsseldorf hinzuweisen. Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist. Wir hatten großen Spaß letztes Jahr und freuen uns natürlich wie immer sehr, wenn Sie bei uns auf einen Cuba Libre vorbeischauen. Bringen Sie Ihre Urlaubserinnerungen, Geschichten und auch ein bisschen Neugier mit – wir freuen uns auf ein Wiedersehen! In Sachen Cuba Libre sind wir auf jeden Fall vorbereitet – nach letztem Jahr werden wir unseren Bestand nochmal aufstocken…

Die boot beginnt schon diesen Samstag, den 21. Januar und wird damit für eine Woche wieder zum Treffpunkt aller Taucher. Sie finden uns wie immer in Halle 3 am Stand C 74 – der gleiche Standplatz wie immerhin schon seit 10 Jahren! Dieses Jahr mit von der Partie: unsere Partner aus der Türkei (Kaş Diving), Griechenland (Dolphin Diving Center, Kalamitsi), aus Saba (Scouts Place), von den Philippinen (Coopers Beach Resort, Palawan) und aus Honduras (Tobri Divers, Roatan)!

Alle, die es in diesem Jahr nicht persönlich auf die Messe schaffen, können natürlich trotzdem von unseren zeitlich begrenzten Messeangeboten profitieren, die wir sowohl an unserem Stand als auch auf unserer Homepage für Sie präsentieren. Folgen Sie einfach diesem Link!

Und dann zu einem bewährten Klassiker, nämlich unserem alljährlichen Gewinnspiel. Wir verlosen hier 10 x 2 Eintrittskarten für die BOOT 2017 Die Antworten Nummer 5, 10, 25, 50, 75, 100, 125, 150, 175 und 200, die auf diesen Newsletter mit dem Stichwort „BOOT 2017“ antworten, gewinnen. Viel Glück!



Nautilus-Messeteam 2016

Ich würde mich riesig freuen, wenn wir uns in Düsseldorf wiedersehen!

Bis dahin, herzliche Grüße, alles Gute,

Ihr / Euer

Jan Thies

Geschäftsführer

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Ägypten / Berenice, Lahami Bay http://nautilus-tauchreisen.de/aegypten-berenice-lahami-bay/ Fri, 09 Dec 2016 11:56:26 +0000 http://nautilus-tauchreisen.de/?p=37519

Liebes Nautilus-Team!

Wir haben in der Zeit vom 23. Oktober  bis zum 13. November 2016 unseren Urlaub im Lahami Bay Resort in Berenice verbracht.

Es gab – wie wir es gewohnt sind – keine Probleme mit dem Flug und Transfer, wenngleich auch der jetzige Service an Bord der Ferienflieger schon der Gewöhnung bedarf. Aber bei der Flugzeit von 4 ½ Stunden stellt das kein größeres Problem dar.

Nach der Anreise erwartete uns im Lahami Bay Resort ein schönes und verhältnismäßig großes Zimmer mit herrlichem Ausblick auf Garten und Meer.

Die Verpflegung war sehr gut (HP), abwechslungsreich und bedingt durch drei Büffets am Abend (Vor-, Haupt- und Nachspeisenbüffet) hatte man auch große Auswahlmöglichkeiten.

Als äußerst angenehm haben wir die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des gesamten Personals empfunden.

Die Riffe in der Lahami Bay befinden sich noch in einem guten bzw. sehr guten Zustand. Die weiter entfernt liegenden Tauchplätze sind teilweise wirklich spektakulär. Die Ausfahrten zu diesen Riffen beanspruchen meistens einen ganzen Tag, aber auf sehr komfortablen Schiffen mit einer guten Verpflegung an Bord.

Ein echtes Highlight war für uns die Schnorcheltour zum Dolphin Reef. Wir hatten das Glück, den Delfinen wirklich ganz nah sein und mit einer Schule von 18 – 20 Tieren fast eine Stunde schnorcheln zu können. Das war ein wunderschönes Erlebnis.

Auf einem unserer Tauchausflüge konnten wir zum ersten Mal die Begegnung mit  Weißspitzenhochseehaien auf unserem „Taucher“-Konto verbuchen. Einmal direkt beim Tauchen, ein zweiten – schon verhältnismäßig großen – Hai als Begleitung des Tauchbootes auf der Rückfahrt.

Auch an den Riffen direkt in der Lahami Bay hatten wir beim Tauchen und Schnorcheln schöne Erlebnisse. Alle Riff-Fischarten des Roten Meeres kann man hier finden. Zudem noch Oktopusse, Sepien, Fledermausfische, Riesenmuscheln, Schildkröten und Napoleons in verschiedenen Größen.

An unserem letzten Tag hatten wir zusammen mit unseren Freunden aus der Schweiz noch das große Glück beim Schnorchel über längere Zeit ganz aus der Nähe einen größeren Napoleon beobachten zu können.

Als Fazit kann man wirklich ziehen: Ein ganz entspannter Urlaub in einer schönen Anlage mit ganz nettem Personal. Als Besonderheit ist zu bemerken: Absolut geeignet für Taucher und Schnorchler!!!

Bärbel und Wilfried D.


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Mexiko / Playa del Carmen & Cozumel http://nautilus-tauchreisen.de/mexiko-playa-del-carmen-cozumel/ Tue, 29 Nov 2016 17:22:51 +0000 http://nautilustauchreisen.de/?p=36151

Hallo Herr Seifert,

nun sind wir schon fast 2 Wochen von unserem Mexiko-Urlaub zurück (Anmerkung von Nautilus: die Kunden hatten das Allegro Playacar und das Allegro Cozumel gebucht).

Die Reise ist genau so verlaufen wie geplant. Alle Flüge und Transfers haben geklappt. Mit den gebuchten Hotels und den Tauchausflügen mit Pro Dive waren wir sehr zufrieden.

Die von Ihnen zusammengestellte Reise war ein voller Erfolg – vielen Dank!

Wir wünsche Ihnen und Ihrem Team eine schöne Adventszeit!

Mit freundlichen Grüßen

Rainer und Ramona G.

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Florida / Orlando bis Key West http://nautilus-tauchreisen.de/florida-orlando-bis-key-west/ Mon, 28 Nov 2016 15:13:53 +0000 http://nautilustauchreisen.de/?p=36087

Hallo Hr. Thies, Hallo Hr. Seifert,
wir melden uns gesund und munter von Florida zurück.
War wie immer alles wunderbar. Die Ocean View Appartements in Key Largo haben den Pool fertig umgebaut und tagsüber sind jetzt auch frisch gemixte Cocktails zu haben.
Tauchen bei Scuba Fun war auch alles ok.
Doubletree Cocoa nahe Orlando war auch ok. Dort war das Wetter etwas bewölkt, was im Kennedy Space Center (nur 35min Fahrzeit) aber nicht aufgefallen ist. Dieser Besuch war sehr spannend. Erwachsene normaler Tageseintritt 50.-$, klingt zuerst hoch, ist aber für USA fast normal. Zu sehen gibts ca. 6 versch. Filmvorführungen. Busfahrt zu der Abschussrampe, Raketenzuzammenbauhaus 160m hoch, Space X Gebäude. Zwischenstopp zeitlich unbegrenzt mit Rakete, Mondfahrzeug, Anzüge, versch. Gerätschaften…
Theatervorführung. Essen und Trinken sowie Souveniers gibt es an jedem 2. Gebäude. Aussen sind noch Raketen im Garten plaziert, sowie eine Erinnerunstafel 10x10m. Bestes Gebäude ist hinter den Trägerraketen, erst kleine Filmvorführungen dann hinter der Leinwand steht plötzlich so halbschräg die Raumfähre Atlantis in echt. Mit Cockpit als Nachbau zum reinklettern. Das Hubble Teleskop, Bus für die Raumfahrer, Orginalreifen…
Ab und zu sind auch echte Astronauten auf dem Gelände, dann ist natürlich voller.
3/4 Tag reicht gut um alles zu sehen. Bei uns war es am Sonntag auch recht leer. Mussten nirgendwo anstehen.
Das grosse Thema ist die Entwicklung und Versuche bis zur Mondlandung.
Wir fanden es gut und empfehlen es auch weiter. Wer bisschen Technik, bisschen Geschichte sehen will, und echte Raketen, ist hier richtig. Kein Disney Zauber.
Wermutstropfen: der Parkplatz kostet extra 10$.
Hier in Deutschland steht im Technik Museum Speyer die Buran, das russische Ponton dazu in einer schmucklosen dunklen Halle.
Ich finde es war ein Besuch wert und mir hat es gefallen.

Mit freundlichen Grüßen
Gregor B.

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Florida / Crystal River bis Key West http://nautilus-tauchreisen.de/florida-crystal-river-bis-key-west/ Sun, 30 Oct 2016 15:44:39 +0000 http://nautilustauchreisen.de/?p=34516

Sind seid einigen Tagen aus Florida zurück und möchten allen danken die uns bei der Organisation dieser Reise behilflich waren.

Es war einfach nur Hammer. Alles hat einfach nur gestimmt – haben mit Manatees  geschnorchelt, viele NATIONALPARK“s besichtigt, unsern 1000. TAUCHGANG absolviert, eine SUPER TOUR in die Everglades

unternommen und Hurrikan getrozt. Es war super!!!.

VIELEN DANK UND VIELLEICHT GIBT ES EIN NÄCHSTES MAL

MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN

FAMILIE L. AUS BERLIN

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Griechenland / Kalamitsi http://nautilus-tauchreisen.de/reise-nach-kalamitsi-griechenland/ Tue, 11 Oct 2016 13:29:26 +0000 http://nautilustauchreisen.de/?p=32771

Hallo Herr Seifert,

kurzes Feedback zu unserer Reise:

Kalamitsi: Unterkunft und Basis sind wirklich tiptop, könnte nicht besser sein. Vor allem Vasilis ist stets auf Sicherheit bedacht sowie Verbesserung der Fähigkeiten – und taucht selber immer mit (haben wir auch schon anders erlebt). Gerade auch für uns Tauchneulinge ein sehr gutes Gefühl an Sicherheit – man fühlt sich perfekt aufgehoben!

In jedem Fall eine absolute Empfehlung. Unterkunft neu und sehr sehr sauber – ich denke in der ganzen Kombination kann man schlichtweg nur sagen: EINMALIG!

Thomas H.

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Cuba / Maria la Gorda, Jardines de la Reina & Havanna http://nautilus-tauchreisen.de/newsletter-reisebericht-cuba-gruppenreise-nach-nicaragua-cuba/ Thu, 08 Sep 2016 20:55:40 +0000 http://nautilustauchreisen.de/?p=30912

Liebe Tauchfreunde,

es ist einige Zeit vergangen seit meinem letzten Reisebericht, was niemand mehr bedauert als ich selber. Denn wenn ich nichts berichte, bedeutet dies schlichtweg, dass ich nicht verreist bin. Ich möchte gar nichts ins Detail gehen, aber beispielsweise die Schweinegrippe macht unterm Strich relativ wenig Spaß.

Jetzt kann und darf ich endlich mal wieder etwas erzählen und dann ist es auch noch über Cuba – unser Spezialgebiet und gefühlt meine zweite Heimat. Diejenigen, die unseren Katalog bekommen haben, konnten vielleicht die Geschichte meiner Beziehung zu Cuba nachlesen. Wer den Katalog noch nicht bekommen hat, kann diesen gerne jederzeit kostenlos anfordern.

Dies jetzt war tatsächlich meine 20te Reise auf die größte Karibikinsel und auch dieses Mal hat mich das Land erneut überrascht.

CUBA

Es hat sich viel getan seit meiner letzten Reise vor 3 Jahren. Speziell im letzten Jahr. Die Rolling Stones waren in Cuba, Barack Obama war in Havanna, Madonna war eben erst Ende August zu Besuch und wie wir von Norbert Probst, dem Leiter unserer Gruppenreise im März diesen Jahres, erfahren haben, war sogar Sascha Hehn, der Traumschiffkapitän, dort. Irgendwie jeder wollte auf einmal nach Cuba, um noch einmal dieses einzigartige Flair zu erleben, bevor sich vermeintlich vieles bis alles ändern wird. Es ist kein Geheimnis, dass die Amerikaner an die cubanische Tür klopfen und man darf gespannt beobachten, wie lange es noch dauert bis offiziell Flugverbindungen von den USA nach Cuba in den Buchungssystemen dieser Welt auftauchen. Nach meinen Informationen kann dies sogar schon Ende diesen Jahres der Fall sein. Einige Flüge gibt es schon, allerdings sind dies Charterflüge, die die Amerikaner nur über (kurze) Umwege buchen können. Allerdings haben Amerikaner sowieso bereits über Mexiko oder Kanada die Möglichkeit Cuba anzufliegen, es gibt also quasi ein Soft-Opening, wie man so schön sagt. Überraschenderweise habe ich gar nicht so viele Amerikaner getroffen, was aber vermutlich daran liegt, dass sich der amerikanische Tourismus bisher auf Havanna, Varadero und einige Tagesausflüge von diesen beiden Orten beschränkt. Was gut ist, denn aus diesem Grund ist Cuba nach wie vor so, wie ich es kennen gelernt habe und seit vielen Jahren liebe: Ursprünglich, herzlich, offen (ich gebe zu das klingt paradox), besonders und liebenswert.

Das einzige was diese Eigenschaften ein wenig untergräbt, ist der enorme Tourismuszuwachs, den das Land seit ziemlich genau einem Jahr erfährt. Ich habe so etwas in meinen 20 Jahren Tourismus weltweit noch nirgends erlebt. Ganz kurz ein paar Informationen, um dies zu verdeutlichen. Letztes Jahr im Oktober waren ALLE Hotels in der Innenstadt von Havanna bis in den April diesen Jahres hinein ausgebucht. Das muss man sich mal überlegen. Fünf bis sechs Monate im voraus war die Stadt quasi ausgebucht! Unfassbar. Die Cubaner wurden von diesem Ansturm offensichtlich ebenso überrascht, was nachvollziehbar ist, denn alle touristischen Gesetze wurden außer Kraft gesetzt. Dies hatte zur Folge, dass viele Hotels (nicht nur in Havanna) überbucht waren und die Gäste teilweise böse Überraschungen erleben mussten. Unsere Gäste waren davon zum Glück so gut wie gar nicht betroffen, denn wir hatten intern eine einfache Regel: wenn eine Hotelbestätigung länger als zwei Tage dauert, stimmt etwas nicht. Sprich da wird versucht etwas passend zu machen, was nicht passt. Entsprechend sind wir in diesen Fällen auf die sehr charmanten Casas Particulares ausgewichen. Die Casas Particulares sind Privatunterkünfte und wirklich ein Erlebnis. Klar, die Zimmer sind sehr einfach, aber die Gastgeber bemühen sich meist in einer zauberhaften Form um die Gäste, wie ich es oben beschrieben habe: herzlich, offen und liebenswert. Wer einmal zum Abendessen von seiner „Gastgebermama“ bekocht wurde, wird sich fragen, warum die cubanische Küche einen so schlechten Ruf hat.

Dies aber nur als Einleitung zum Wandel in Cuba. Noch passiert außerhalb von Havanna relativ wenig, außer, dass die Preise angezogen haben. Allerdings merkt man, dass etwas in der Luft liegt. Das Thema USA geistert durch das Land und keiner weiß so richtig, was passieren wird. Denn, und das sollte man nicht unberücksichtigt lassen, die Cubaner sind durchaus skeptisch.

Nun aber zu meiner Reise, auf der ich die vermutlich besten Tauchgebiete Cubas besucht habe.

Geflogen bin ich mit der Condor und ich sage es wie es ist: der Flug war schlecht. Ein Sitzabstand ist quasi nicht vorhanden (ich bin allerdings auch 1,89 m groß), es gab keine Auswahl beim Essen, sprich es gab nur ein Gericht, nämlich Nudeln mit Tomatensoße, und für das Filmprogramm muss man extra bezahlen! Das habe ich überhaupt noch nie erlebt. Fairerweise muss ich sagen, es gibt einen Film gratis, was auf einem Elf-Stunden-Flug aber nur bedingt unterhaltsam ist. Ein echter Pluspunkt ist aber, dass es ab München und Frankfurt Non-Stop-Flüge gibt.

Egal, ich bin schließlich in Cuba. Endlich mal wieder. Karibikluft ist etwas kostbares und ich genieße jedes Mal den Moment, wenn ich aus der viel zu kalten Flugzeug-Luft in die warme Abendluft von Havanna eintauche. Genau in dem Moment weiß ich, dass ich großartige Wochen vor mir habe.

Eine besondere Freundin hat mir vor meiner Reise mit auf den Weg gegeben: „Cuba freut sich auf dich.“ Das Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit.

MARIA LA GORDA

Mein erster Stopp ist der Bestseller aus unserem kompletten Programm: Maria la Gorda. Das Taucherhotel ganz im äußersten Westen der Insel hat vier dicke Vorteile: einen wunderschönen Sandstrand, einen angenehmen Tauchablauf mit sehr kurzen Ausfahrtszeiten, wunderschöne Tauchplätze und ein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieses Paket macht Maria la Gorda zu einem der beliebtesten Tauchziele in der Karibik.

Mein Fahrer Raul ist sehr hilfsbereit und lacht viel. Das ist auf den ersten Blick kaum nachzuvollziehen, denn er trägt, wie alle Taxifahrer in Cuba, eine Uniform mit Krawatte. Das Thermometer zeigt selbst abends noch schweißtreibende 31 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit an und Raul strahlt dabei, als ob er Urlaub hätte. Und er redet viel. Voller Stolz. Er möchte mir von seinem Cuba erklären, allerdings läuft er da bei mir offene Türen ein. Es handelt sich nämlich auch um mein Cuba.

Die Displayanzeige im Auto ist erstaunlicherweise auf Deutsch und zeigt an: „Motorfehler – Fahrzeug instand setzen lassen.“ Raul weiß nichts davon und es stört ihn auch nicht, dass da etwas dick und fett in seiner Mittelkonsole aufblinkt. Von der alarmierenden Farbe Rot kaum zu schweigen. Willkommen in Cuba! Immerhin merkt man dem Auto sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt nichts an. Das ist das Schöne, irgendwie regelt sich in Cuba immer alles von selbst.

Die Straße nach Maria la Gorda ist komplett erneuert worden, was extrem angenehm ist, denn vor drei Jahren waren die letzten Kilometer eher ein zeitraubendes „such den schlaglochfreien Teil der Straße“-Spiel. So aber kann ich die Fahrt durch den Nationalpark und am türkisfarbenen Meer entlang genießen, ohne dass meine Wirbel sich einem unfreiwilligen Belastungstest unterziehen.

Die Hotelanlage Maria la Gorda wurde in den letzten fünf Jahren komplett umgekrempelt. Neues Rezeptionsgebäude, neues Restaurant und neue Zimmer. Leider ist die Kommunikation mit einem cubanischen Hotel etwas beschwerlicher, als mit einem eigentümergeführten Hotel auf den Philippinen, weshalb ich zwischenzeitlich kaum Bildmaterial oder Informationen erhalten habe. Entsprechend bin ich sehr gespannt. Seit meinem letzten Besuch vor Ort, waren allerdings immerhin zwei Mitarbeiter von Nautilus und zwei Journalisten vor Ort, so dass ich wenigstens ab und zu tröpfchenweise Updates erhalten habe.

In Maria la Gorda ist es wie überall in Cuba, entscheidend ist die Erwartungshaltung. Wer sich informiert, weiß in etwa was ein 3*-Hotel in Cuba bieten wird. Wenn man diesen Maßstab ansetzt, ist Maria la Gorda mehr als  schön. Das ist es wirklich. Wenn man die schlechten Kommentare beispielsweise bei tripadvisor etwas genauer liest, erkennt man schnell, dass in diesen Fällen vermutlich eine falsche Erwartung vorhanden war. Und das ist mit das gefährlichste Gift für eine schöne Zeit auf Cuba.



Das Beste an Maria la Gorda ist neben dem Tauchgebiet definitiv der Strand. Einige Korallenblöcke reichen zwar bis ans Ufer, aber zum Baden gibt es sehr viele schöne offene – will sagen steinfreie – Zugänge ins Meer. Als ich die ersten Schritte am Wasser entlang machen möchte, muss ich meine Augen etwas zusammenkneifen, so blendend weiß ist der Sand. Die Palmen und das hellblaue Wasser bilden einen wunderschönen Kontrast und sind der kitschige Rahmen für eine 80er-Jahre Fototapete. Ich bin mir sicher, selbst wenn man nicht taucht, könnte man in Maria la Gorda eine sehr entspannende Woche am Strand haben. Ab und zu fällt sogar mal eine reife Kokosnuss von einer der Palmen, was das idyllische Bild abrundet.



Zeit für den ersten Tauchgang! Täglich werden drei Tauchausfahrten durchgeführt, einer morgens, einer am späten Vormittag und einer nachmittags. Die beiden am Morgen gehen ein wenig tiefer, am Nachmittag bleibt man im flacheren Bereich. Es ist lustig die Tauchguides und die gesamte Crew zu beobachten. Auf der einen Seite flachsen sie, klatschen sich ab und lachen sich über irgendetwas kaputt, als ob Fidel Castro gerade seinen Lieblingswitz erzählt hat. Auf der anderen Seite scheint jeder genau zu wissen, was er zu tun hat. Die Ausfahrt soll um 8.30 Uhr starten und zu diesem Zeitpunkt sind alle deutschen Taucher natürlich schon aufgerödelt und „ready to go“.  Erstaunlicherweise sind es die Cubaner ebenso. Ich bin ganz verblüfft, als ich auf die Uhr sehe und das Boot tatsächlich um Punkt 8.30 Uhr ablegt. Wie eingangs erwähnt, Cuba überrascht mich immer wieder.

Unser Tauchguide heißt Martin, wobei die Betonung auf dem „i“ liegt. Er bezeichnet sich selbst als Black Coral-man, worüber alle immer wieder lachen. Sein Briefing ist ein bisschen wie eine Comedy-Show, er streut immer wieder Späße ein und lacht dabei selbst herrlich sympathisch am meisten über seine Witze. Ich staune nicht schlecht, als er auf einmal das Lied Guantanamera anstimmt und tatsächlich den Vorsänger macht. So etwas habe ich überhaupt noch nie bei einem Briefing erlebt! Und natürlich verspricht er uns Giraffen und Elefanten für den kommenden Tauchgang. Martin ist großartig, nicht nur als Tauchguide, sondern vor allem als Mensch und Typ. Es ist unmöglich ihn nicht zu mögen. Ganz nebenbei erwähnt, hat er seine Truppe prima im Griff, alles klappt reibungslos und zuverlässig.

Ich bin in der ersten Gruppe, was vielversprechend klingt, denn wir gehen tiefer als die anderen und dürfen auch durch die Tunnels und die teilweise nach oben offenen Canyons tauchen. Genau für diese Peripherie ist Maria la Gorda bekannt.  Als unsere Gruppe, bestehend aus sieben Tauchern, abtaucht und wir uns vor einer Felswand versammeln, bin ich zuerst etwas verunsichert, wohin es weitergeht, bis ich erkenne, dass es am Sandboden einen Spalt im Fels gibt, in den wir hineintauchen sollen. In der Tat ist es schwer, diesen Durchbruch zu sehen, bis man sich direkt davor befindet und den leicht abkippenden Eingang entdeckt. Alle sind gut austariert, daher wird kein Sand aufgewirbelt, was in einer solchen Situation ein Segen ist. Als ich in das kleine Versteck hineintauche, bin ich überrascht, was für eine bemerkenswerte Schlucht sich dahinter auftut. Nach wenigen Metern durch schimmernde Dunkelheit, ragen spektakuläre Felswände links und rechts neben mir hinauf. Ein beeindruckendes Bild. Ganz langsam bewege ich mich mit sanften Frosch-Flossenschlägen nach vorne und bewundere die Kulisse. Eine Kurve halblinks und eine Kurve halbrechts später, immer noch umgeben von Fels und Korallen, tut sich vor mir eine blaue Wand auf, in die ich begeistert eintauche. Ich liebe dieses Gefühl. In genau diesen Momenten kann ich die Schwerelosigkeit des Tauchens am meisten genießen. Ich fliege.

Wenig später folgen wir Martin durch ein weiteres Felstal, welches umgeben wird von steil emporragenden Wänden.  Über Wasser wäre dieses Gebiet eine prima Kulisse für einen Karl May Winnetou-Film, so viele Schluchten und Felsformationen gibt es. Es gäbe zum Beispiel reichlich Verstecke für einen Hinterhalt. Ich habe die Western-Szene mit sanftem Trommelrhythmus direkt vor mir. Immer wieder richte ich meinen Blick nach oben, nicht auf der Suche nach Indianern, sondern ich bestaune Schwärme von Fischen, die in den überhängenden Schwämmen und Gorgonien zu spielen scheinen. So bewegen wir uns langsam in S-förmigen Linien durch diesen Teil des Riffes, wobei wir uns nach und nach wieder dem oberen Plateau annähern. Ich kann Martins Lachen selbst durch den Regulator hindurch sehen, denn offensichtlich hat auch ihm der Tauchgang gefallen.



Immer wieder ein Thema in Cuba generell und ebenso in Maria la Gorda, ist das Essen. Cuba ist kulinarisch keine Offenbarung, sicherlich nicht. Ich denke es gibt kaum jemanden, der aus einem Cuba-Urlaub zurückkehrt und richtig zugenommen hat. Ich nehme oft mein Nutellaglas mit, weil ich weiß, dass das Frühstück in Cuba nicht wirklich meinen Geschmack trifft. Es ist wie es ist, das Essen in Maria la Gorda ist nur sicherer Durchschnitt. Um ehrlich zu sein, gleichen sich alle Hotels in Cuba dieser Kategorie was das Essen angeht. Hier muss man mit offenen Karten spielen, denn wie gesagt, es geht um die Erwartungshaltung. Ein bisschen muss man den Cubanern zu Gute halten, dass sie viele Dinge nun mal anders mögen und entsprechend unterschiedlich zubereiten als wir Europäer, aber das macht das Essen auch nicht schmackhafter. In Maria la Gorda gibt es zwei Restaurants, ein Buffet-Restaurant, welches ganz neu gebaut wurde, und ein a-la-carte- Restaurant am Strand. Im Buffet-Restaurant gibt es Frühstück, Mittag- und das Abendessen, während im Strandrestaurant nur Mittagessen angeboten wird. Wir verkaufen das Hotel meistens mit Halbpension, weil der Aufpreis gegenüber nur Frühstück sehr gering ist. Das komische ist, dass das Essen mittags im Restaurant am Strand deutlicher besser ist. Dieses muss man dann entsprechend zusätzlich bezahlen. Ein Schuft wer dabei denkt, dass das Hotel so versuchen möchte, den Umsatz des „nicht inkludierten Restaurants“ zu pushen. Die Snacks im Strandrestaurant sind auf jeden Fall ausgesprochen fein und man kann nahezu alle Taucher mittags nach dem zweiten Tauchgang dort beim Pizza essen antreffen. Das neu gebaute Buffet-Restaurant ist an sich ansprechend und man bemüht sich auch die Speisen schön anzurichten, aber ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum ein Neubau das Flair eines jugoslawischen Restaurants in den 70ern haben muss?! Dennoch, es ist eine klare Verbesserung zu dem Restaurant vorher, welches deutlich zu klein war. Ich darf alleine ein wenig eher ins Restaurant, um alles zu fotografieren und natürlich kratzen die deutschen Gäste zur regulären Abendessenszeit bereits an der Eingangstür. Erfreulicherweise haben alle Verständnis für die durch mich verursachte Verspätung.



Nachmittags steht der flache Tauchgang auf dem Programm und ich bin eine Viertelstunde vor der geplanten Abfahrtszeit der Letzte, der an Bord des Tauchbootes kommt. Schließlich legen wir sogar fünf Minuten vor der Zeit ab, was alle mit einem ungläubigen Staunen quittieren. Sind die Cubaner in Maria la Gorda etwa Deutsch?

Wer jetzt denkt, dass der flache Tauchgang langweilig oder nicht der Rede wert ist, täuscht sich gewaltig. Die Riffe mit ihren Korallengärten in Maria la Gorda sind unglaublich gesund. Komplett intakt, für die Karibik erstaunlich farbenfroh, sowie arten- und fischreich. Jede Beschreibung hört sich vermutlich nach einem Werbekatalog an, insofern möchte ich sehr gerne auf mein Video von dieser Reise verweisen. Was ich in fünf Tauchgängen vor die Linse bekommen habe, ist schlicht großartig. Als ich einen Kaiserfisch filmen will, komme ich kaum dazu, weil mir immer wieder Lippfische dazwischen schwimmen. Man merkt, dass hier ein Nationalpark eingerichtet wurde, die Fische sind sehr zutraulich und nur ganz selten scheu. Eigentlich wird man die ganze Zeit von irgendwelchen Fischschwärmen begleitet, wenn nicht direkt am Riff, dann wenigstens im blauen Wasser.



Maria la Gorda ist ein tolles Tauchziel, das muss man wirklich so sagen. Meiner Meinung nach ist es sogar das zweitbeste in ganz Cuba. Die üppig bewachsenen Riffe, der Fischreichtum und die interessante Peripherie machen es zu einem abwechslungsreichen Tauchgebiet. Beim Essen muss man Abstriche machen, aber wer das vorher weiß, wird damit umgehen können. Der Service in Maria la Gorda ist bemüht, darüber hinaus aber durchaus cubanisch. Als einer meiner Tauchbuddies während meiner Zeit vor Ort, einen Mojito bestellt, bekommt er als Antwort, dass Mojitos leider aus sind. Begründung: keine Minze mehr. Wenig später an der anderen Bar gibt es überraschenderweise aber doch noch Minze. Dass man die eine Bar durchaus auch mit fehlenden Zutaten, die in der anderen Bar verfügbar sind, versorgen könnte, ist als Überlegung offensichtlich relativ weit entfernt. Das genau gleiche Spiel ist mir wiederum abends mit Wasser passiert. In der einen Bar gab es keines mehr, in der anderen war der ganze Kühlschrank noch voll mit Wasserflaschen. So ist das eben in Cuba.

Dafür sind die Neubauten der Zimmer, des Restaurants, der Rezeption und die Umbauten am Strand absolut gelungen. Wenn man sich den Preis für einen Urlaub in Maria la Gorda durchrechnet ergibt sich in meinen Augen ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Alle Kunden, die ich vor Ort getroffen habe, waren sehr happy und das ist ja durchaus das schönste Feedback für einen Reiseveranstalter.



Für mich geht es auch schon wieder weiter, und zwar zum besten Tauchgebiet Cubas, nämlich in die Jardines de la Reina, die Gärten der Königin. Haitauchen.

JARDINES DE LA REINA

Eine Sache, die ich an Cuba liebe, ist dass ich stundenlang im Auto sitzen kann, um einfach nur aus dem Fenster zu schauen. Das mag sich komisch anhören, ist aber so. Es tut sich andauernd etwas und wenn nicht, dann sind Natur und Landschaft außergewöhnlich genug. Immer wieder passieren wir weite Plantagen, die von Ochsen in Holzgeschirren bearbeitet werden. Am Straßenrand stehen Cowboys, die wie die Helden meiner Kindheit aussehen. Männliche Hüte, raue Stiefel, abgewetzte Hosen und einen Grashalm im Mundwinkel. Wir überholen Familien auf Kutschen, wobei die Kinder mir mit so viel Euphorie zuwinken, als ob ich der langerwartete Großvater wäre. Büffel überqueren in Zeitlupe die Straße oder blockieren diese sogar. Wo in Deutschland vermutlich jeder Großstadt-Autofahrer ein unruhiges Augenlidflackern bekäme, wartet mein Fahrer Raul ganz geduldig bis der Ochse genug von der Straße hat und seelenruhig in die Wiese trottet. Männer und Frauen sitzen auf ihrer Veranda in Schaukelstühlen und beobachten das nicht vorhandene Treiben auf den Straßen. Wilde Pferde grasen wie Kühe auf den Weiden. All das habe ich schon einmal gesehen, allerdings war das in meiner Jugend in einem Western aus den 60er Jahren. Einzig die Zuckerrohrfelder und die vielen aufgemalten politischen Sprüche, sowie Bilder der Revolution an den Hauswänden, verraten mir eindeutig wo ich bin.

Der Treffpunkt für die Jardines de la Reina ist der kleine Hafenort Jucaro. Von Havanna aus dauert die Fahrt ca. 5-6 Stunden, je nachdem wie lange man unterwegs Pause macht. Jucaro besteht nur aus einer Straße und diese führt schnurstracks ans Meer, wo sich hinter einem Jurassic Park ähnlichen Tor, die gesamte Flotte der italienischen Firma Avalon befindet. Noch bevor ich an Bord gehe, muss ich den Papierkram, hinsichtlich Reisepassdaten und Tauchinformationen, erledigen, was sich als sehr interessant herausstellt. Wo man normalerweise viele konkrete Angaben, die die Tauchbasis absichern sollen, machen muss, stehen in Cuba Fragen wie diese:

Wie sind deine Tauchfähigkeiten?

  • Schlecht
  • Mittel
  • Gut
  • Exzellent

Aus Interesse was danach passiert, hätte ich gerne „mittel“ angekreuzt, aber den Spaß verkneife ich mir dann doch. Ich war eben noch nie ein echter Lausbub.

Gut geschlafen habe ich, eine Erkältung habe ich derzeit auch nicht und die Tauchhandzeichen verstehe ich ebenfalls. Das war es auch schon an Fragen. In Cuba mag man es eben unkompliziert.

Endlich darf ich mein zu Hause für die nächsten sechs Nächte betreten, und zwar das Tauchschiff Avalon I. Schon der Anblick löst Vorfreude aus: groß, geräumig und modern. Auch die Kabinen sind sehr ansprechend, insgesamt gibt es acht davon und sieben Bäder, das heißt zwei Kabinen, ganz am Ende des Ganges, teilen sich ein Bad. Alle anderen Kabinen haben ein eigenes, großes Badezimmer mit eigener Duschkabine. Dazu gibt es einen klimatisierten Aufenthaltsraum mit Fernseher und DVD-Spieler, auf dem sich unsere gesamte Gruppe an einem Abend gemeinsam den Film „Racing Extinction“  ansieht – ganz am Rande erwähnt: ein beeindruckender Film über das Arten-Aussterben, der unter die Haut geht. Der Tauchbereich auf der Avalon I ist groß genug und clever aufgeteilt, so dass jeder bequem sein Equipment verstauen kann. Der in meinen Augen wichtigste Bereich eines Tauchsafaribootes ist immer das mittlere Deck, wo gegessen wird, wo man rumlümmelt, liest, zusammensitzt, entspannt oder eventuell sogar mal ein Schläfchen macht. Dieser Bereich ist hier wunderbar gestaltet, mit einer gemütlichen Sitzecke, einem großen Tisch und einer bequemen Bank am Ende des Decks. Insgesamt ein schöner Treffpunkt an Bord. Das Sonnendeck ganz oben bietet nochmal genügend Liegefläche für Sonnenanbeter und eine prima 360 Grad Aussicht für einen leckeren Cocktail zum Sonnenuntergang. Und als kleines Zuckerl oben drauf, gibt es sogar einen Süßwasser-Jacuzzi. Rundum, ein prima Tauchboot, auf dem sich jeder mehr als wohl fühlen wird.



Von Jucaro aus bis in die Jardines de la Reina sind es nochmal weitere fünf Stunden, die alle Teilnehmer dazu nutzen, ihre Sachen zu verstauen, das Tauchequipment auszupacken oder die Kameras zusammenzuschrauben. Besonders gefällt mir die Stimmung an Bord, denn man kann die Aufregung förmlich spüren. Jeder weiß, dass die Jardines de la Reina ein besonderes Tauchgebiet sind und wir mehr oder weniger sicher Haie sehen werden. Die Vorfreude strahlt aus jedem einzelnen Gesicht, als alle ihre Koffer durch die Gänge des Bootes tragen. Anschließend gibt es noch ein Briefing seitens der Crew, zum einen über das Boot und zum anderen über den Ablauf auf der Avalon I. Über Frühstücks- und Mittagszeiten können wir selber abstimmen, sechs Getränke pro Tag sind im Preis inbegriffen und pro Tag gibt es drei Tauchgänge. Va bene.

Danach folgt eine Erklärung über die Jardines de la Reina, um zu verstehen, warum es sich hier um ein außergewöhnliches Tauchziel handelt. Die Jardines de la Reina sind tatsächlich der erste Marinenationalpark, der je in Cuba eingerichtet wurde. Zuerst noch als kleinere Fläche, wurde diese dann 2010 allerdings erheblich erweitert. In dem ganzen, großflächigen Gebiet ist mittlerweile keinerlei Fischfang mehr erlaubt. Das parallel angebotene Fliegenfischen basiert auf dem Catch & Release-Prinzip, sprich fangen und wieder freilassen. Lediglich Lobster dürfen noch „gefischt“ werden. Die ehemals in den Jardines de la Reina tätigen Fischer, wurden entweder in den Tauchbetrieb integriert oder aber sie fischen nun in einem anderen, extra dafür ausgewiesen Gebiet, so dass man sich nicht in die Quere kommt. Eine gute Lösung für alle Beteiligten. Warum aber sind die Tauchplätze überhaupt so wunderschön? Das biologisch, ideale Zusammenspiel aus Seegras, Mangroven und Korallen ermöglicht eine sehr intakte Unterwasserwelt, wovon wir uns in den kommenden Tagen überzeugen dürfen. Berühmt sind die Jardines de la Reina ja vor allem wegen der großen Anzahl an Haien, die man hier bei fast jedem Tauchgang zu sehen bekommen soll. Viele Titelgeschichten in Tauchzeitschriften haben bereits darüber berichtet und wenn mir Journalisten nach ihrer Reise etwas vorschwärmen, dann weiß ich, dass es sich um ein wirklich außergewöhnliches Gebiet handeln muss. Fast überhört wird am Ende die Information, dass die Jardines de la Reina auch noch einen der größten Nestplätze für Schildkröten in der ganzen Karibik darstellen. Diese Art von Briefing macht mal richtig Lust auf die kommenden Tage.

Natürlich ist auch sofort eine andere Frage aufgekommen, und zwar ob mit dem amerikanischen Tourismus vielleicht ein zweites Hurghada in den Jardines de la Reina oder zu mindestens in der Küstenregion zu erwarten ist? Die Antwort lautet (erstmal) nein, ganz einfach weil die Zahl der zugelassen Schiffe begrenzt wurde. Natürlich kann sich das einmal ändern, denn wer weiß schon was passiert, wenn amerikanische Firmen die Brieftasche öffnen. ABER, es werden immerhin keine Hotels am Ufer gebaut, sprich in diesem Bereich wird der Tourismus definitiv nicht in die aktuelle Situation eingreifen. Der Grund ist einfach zu erklären: das Südland von Cuba ist weicher Sumpf. Es gibt keine Strände und keinen Untergrund, der für Hotelbauten geeignet wäre. Zu mindestens dies ist ja mal eine gute Information für die Zukunft, denn so beschränkt sich das Tauchen in den Jardines de la Reina definitiv alleine auf Tauchsafaris.



Das Tauchschiff Avalon I – Tauchbereich, nach dem Tauchen bekommt man immer ein warmes Handtuch und Gruppenbriefing

Genug gelernt und gequatscht, jeder will ins Wasser! Am nächsten Morgen ist es soweit, die 12 Teilnehmer werden auf zwei Boote verteilt, was extrem angenehm ist, denn sechs Personen pro Boot ist schön komfortabel. Selbst die Fotografen haben genug Platz ihre koffergroßen Kameras mit spinnenartigen Blitzaufbauten auf den Tauchbooten unterzubringen. Nach mehrfachen Gesprächen und aufreibenden Überlegungen, entscheidet sich „unser“ Fotograf an Bord für ein Fish-Eye-Objektiv, denn schließlich seien die Jardines de la Reina ja ein wideangle-trip. Sprich ein Gebiet für „große Sachen“. Makrobilder kann er auch woanders aufnehmen. Das ist die richtige Einstellung. Guter Mann.

Unser erster Tauchgang zeigt uns gleich mal was wir erwarten dürfen. Ein Korallengarten vom allerfeinsten. Dicht bewachsen und voller Fische. Eine unfassbar große Rochendame flattert am Boden herum und bietet unserem Fotografen die perfekte Show. Fischschwärme umgeben uns wie Mücken in der Abenddämmerung am heimischen See. Ein brillanter Start. Alle sind zurück an Bord richtig happy, weil es so viel zu sehen gab. Allerdings keine Haie, was uns unser Tauchguide aber vorher bereits angekündigt hat. Der zweite Tauchgang bietet uns eine Reihe von Canyons, die von silberblinkenden Tarpunen bewacht werden. Tarpune sind spannende Fische, weil sie sich relativ wenig und wenn langsam bewegen, dabei aber groß und noch dazu fotogen sind. Unser Fotograf Walter ist happy, hier geht was. Und dann sehen wir den ersten Hai! Ein ca. 2,5 Meter großer Ammenhai stattet unser Tauchgruppe einen kurzen Besuch ab. Die vier weiteren Rochen plus eine Schildkröte runden den Tauchgang wunderschön ab. Zurück an Bord der Avalon I berichtet uns die andere Bootsgruppe von ihrem zweiten Tauchgang und die Stimmen überschlagen sich. Augen leuchten. Hektische Handbewegungen zeigen irgendwelche Größen an. Irgendwann schnappe ich „…ungefähr zehn Riff- und Seidenhaie…“ auf. Unweigerlich fange ich wieder sofort an, an meinem Karma zu zweifeln. Sollte ich ein zweites Yap erleben, als ich als vermutlich jemals einziger Taucher der Insel keine Mantas gesehen habe? Mein amerikanischer Tauchbuddy, ein Schrank von einem Kerl mit eigener Tauchschule am Lake Michigan, haut mir mit der einen Hand auf die Schulter und mit der anderen stürzt er ein Bier hinunter. „Don’t worry Jan, either it’s gonna be a great experience or a fucking good story.“ Frei Übersetzt: Mach dir keine Sorgen, Jan, entweder wir erleben noch großartige Tauchgänge oder es wird eine verdammt geile Geschichte. Auf die verdammt geile Geschichte kann ich gerne verzichten, davon habe ich schon ein paar auf Lager. Siehe Yap. Meine Hoffnungen ruhen auf dem dritten Tauchgang, denn es wäre schon mehr als unfair, wenn wir direkt gefühlt leer ausgehen sollten. Wir gehen tief, was gut ist, denn die karibischen Riffhaie kommen nicht so gerne nach oben. Wir tauchen durch eine Höhle hindurch, was Spaß macht, aber ich schaue die ganze Zeit nach rechts und nach links. Kennen Sie das, wenn die Chance auf etwas Großes da ist, dass man immer etwas unruhig auf der Suche ist?! Ich tauche als zweites aus der Höhle hinaus und zwar direkt in die Flossen eines Adlerrochens. Yes! Volltreffer… Er fliegt an mir vorbei, dreht nochmal eine kurze Runde, posiert kurz für Walter, unseren Fotografen, und fliegt weiter. Ich grinse in mein Mundstück hinein. Das war klasse. Auf einmal höre ich die Französin in unserer Gruppe schrill quieken und drehe mich hastig um. Keine zwei Meter entfernt von mir zieht ein massiger Riffhai seine Kreise. Ich bin quasi in der Pole-Position, nämlich ganz vorne. Was für ein Moment. Noch während ich den Riffhaie bestaune, höre ich wieder dieses informative Quieken. 90 Grad links von mir ein zweiter Riffhai. Genauso groß, genauso faszinierend. Ich weiß gar nicht wohin ich zuerst schauen soll und verwackle meine erste Filmaufnahme komplett. Macht nichts, denn anscheinend gibt es hier ein Nest. Noch ehe ich alles richtig einsortiere, tummelt sich eine echte Gruppe von Haien um uns herum. Wow. Atmen. Wow. Ich inhaliere dieses Gefühl und schüttle leicht ungläubig den Kopf. So viele Haie. Alle hier. Bei mir. Sensationell. Obwohl ich schon einige Haie gesehen habe, bin ich nach wie vor immer noch sehr demütig, wenn ich einem Hai in die Augen schaue. Unser Tauchguide lässt uns so lange es geht den Spaß die Haie zu beobachten, zu filmen und zu fotografieren, da wir aber doch etwas tiefer waren, melden sich die Computer und wir müssen wieder nach oben. Selbst beim Aufsteigen kann ich meinen Blick noch nicht von den Haien abwenden. Zu begeisternd war dieser Moment.



Ein sensationeller Tag neigt sich dem Ende entgegen und ich kann es kaum erwarten wieder ins Wasser zu kommen. Unsere Gruppe an Bord ist großartig, man kann sich mit allen gut unterhalten, wir haben Spaß und natürlich kann sich jeder auch mal zurückziehen und/oder ein Buch lesen. Nach dem dritten Tauchgang gibt es immer leckere Pizza, die sich als echtes Highlight herausstellt. Alle greifen ordentlich zu und lassen es sich schmecken. Wenig später wird jeden Tag ein erfrischender Sundowner, wie Mojito oder Pina Colada, serviert. Da es an Bord der Avalon I kein Internet gibt, entwickelt sich der sonst übliche „heads down“ Effekt gar nicht erst, was ich als sehr angenehm empfinde. Niemand kommt in die Verlegenheit in sein Smartphone zu glotzen, sondern wir sitzen zusammen oder genießen einfach nur die Aussicht auf das in der Sonne glitzernde Meer. Dazu karibische Musik. Eine leichte Brise in der warmen Luft. Besser geht es nicht. Obwohl! Das Abendessen an Bord der Avalon I ist jedes Mal eine Schau. Alles wird frisch zubereitet: Salate, Obst, Gemüse, Pasta, Fleisch, Fisch und als Highlight Lobster. Lobster gibt es tatsächlich jeden Tag, in unterschiedlichen Varianten. Sensationell. An einem Abend findet ein Barbecue statt und der Koch als Grillmeister macht uns allen den Mund wässrig. Das Essen ist wirklich klasse, das muss man so deutlich herausstellen. Mein persönlicher Favorit ist die unglaublich schmackhafte Mango, um die es jedes Mal einen lustigen „Kampf“ gibt.



Zurück unter Wasser geht der Spaß weiter. Jeder Tauchgang ist außergewöhnlich. In meinem Boot ist ein amerikanisches Tauchlehrerpärchen, die seit 30 Jahren Tauchschulen in der ganzen Karibik leiten und noch dazu als Reiseveranstalter tätig sind. Nach dem dritten Tauchtag kann er seine Begeisterung nicht mehr zurückhalten und bezeichnet die Jardines de la Reina als den einzig verbliebenen, komplett ursprünglichen Tauchplatz der Karibik. Das kann man so sehen, denn die Riffe sind wirklich dicht bewachsen und voller Leben. Auch hier haben die Fische keinerlei Scheu, was für jeden Fotografen ein Traum ist. Riesig große Zackenbarsche begleiten die Taucher jeden Tauchgang. Wie kleine Hunde verfolgen sie mich und schwimmen mir immer wieder vor die Linse. Selbst nach dem zehnten Tauchgang habe ich durchaus noch Spaß an den fotogenen Spielgefährten. Papageienfische gibt es in jeglichen Varianten und in jeder Größe. Besonders die Mitternachts-Papageienfische haben es mir angetan, weil ihr schimmerndes Dunkelblau irgendwas majestätisches hat. Die Schildkröten suchen selten direkt das Weite, sondern machen einfach „ihr Ding“ weiter. Ganz ruhig schweben sie über das Seegras, bis sie den nächsten Futterplatz gefunden haben. Die beste Aufnahme allerdings gelingt mir, als ich einen Rochen zwischen zwei Felsblöcken im Sand filme. Er buddelt gerade ein wenig im Sand herum, als von hinten ein karibischer Riffhai zuerst über den Rochen und dann über mich hinwegzieht. Wenn ich könnte, würde ich unter Wasser die Beckerfaust ballen, aber ich halte weiter drauf und der Rochen belohnt meine Geduld mit einem sauberen 180 Grad Abgang. Ein echter Glücksschuß. Meine anfängliche Sorge hinsichtlich meinem Karma war übrigens komplett unbegründet. Tatsächlich hat man bei fast jedem Tauchgang eine echte Chance auf Haie. Bei meinen insgesamt 15 Tauchgängen sehe ich bei zwölf Tauchgängen immer mindestens einen Hai. Auch bei den Haien gilt, sie verschwinden nicht direkt, sondern speziell die Seidenhaie sind sogar leicht neugierig. Das macht Spaß und bietet Abwechslung. Der beste Tauchgang aus meiner Sicht ist tatsächlich der letzte: Haie, Rochen, wunderschöne Korallenformationen und Fischschwärme ohne Ende. Gelbschwanz-Makrelen reflektieren förmlich das Sonnenlicht. Kreolen-Lippfische schnellen synchron durchs Blauwasser. Doktorfische umspielen die Schwämme und Korallen. Ich liebe es, auf fünf Metern auszutauchen und dabei von Fischen umringt zu sein. Ein Seidenhai schaut noch einmal vorbei und ein Barrakuda gleitet durch einen Schwarm von Grunzern. Ein wunderbarer Abschied.



Die Jardines de la Reina sind in der Tat ein ganz besonderes Tauchziel. Ich will hier keine Superlative bemühen, denn ich habe schon viele tolle Tauchgänge in der Karibik absolviert, aber die konstante, sehr hohe Qualität der Tauchplätze lassen mich auch zu dem Schluß kommen, dass es wirklich der beste Tauchspot der Karibik ist. Natürlich ist das immer subjektiv. Dennoch, das pralle Riffleben in Kombination mit der fast sicheren Garantie auf Haie ist einfach großartig. Das Ganze hat seinen Preis, keine Frage. Aber auch hierzu habe ich ein Statement, denn unser Fotograf Walter war bereits auf Cocos und Galapagos und meinte hinterher, die Tauchplätze sind im Querschnitt ungefähr gleich gut (außer man ist reiner Großfischtaucher), das Boot und das Essen sind aber in den Jardines de la Reina leicht besser. Preislich liegt man ungefähr gleich, von daher ist das ein preislich intensives, aber angemessenes Angebot.

Ich hatte überragende Tage auf der Avalon I in den Jardines de la Reina, mein Logbuch hat einige sensationelle Einträge erhalten und ich kann es kaum erwarten wieder dorthin zurückzukehren.




ZURÜCK NACH HAVANNA

Mit ganz viel Wehmut im Bauch machen wir uns schließlich auf den Weg zurück nach Havanna. Unser Auto ist wieder ein einzigartiges, cubanisches Modell, denn die Hupe ist der Ein/Aus-Knopf für die Heckscheibenheizung. Als ich das sehe, muss ich tatsächlich richtig lachen. Wie viele Überraschungen hat dieses Land noch für mich parat?!

Der Rückweg gestaltet sich nicht viel anders, als die anderen Transfers. Und das ist, wie eingangs erwähnt, ein Kompliment. Ich schaue aus dem Fenster und sehe viele Menschen, die am Straßenrand stehend auf den Bus warten. Ich habe allerdings noch nie einen Bus oder ein anderes Transportmittel gesehen, welches auch wirklich mal alle Leute einsammelt. Maximal einen Kipplaster, der auf seiner Ladefläche ein paar Wartende mitnimmt. Ein Phänomen in Cuba, welches ich bis jetzt noch nicht komplett verstanden habe.

Die Polizisten sind in schneidigem blau gekleidet und sehen richtig lässig aus. Sie fahren dicke Motorräder und könnten locker eine große Rolle in einem Film über die 70er Jahre spielen. Bis dahin entspannen sie sich erstmal in einem kleinen Kontrollhäuschen.

Wieder in Havanna gerate ich mitten in die Feierlichkeiten zu Fidel Castros 90stem Geburtstag. Die Stadt genießt eine mehrere Tage andauernde Feier, die einem Karneval gleicht. Auf einer Open-Air-Karaoke-Party begrüßt der Gastgeber des Abends in einem hautengen, lilafarbenen Anzug das Publikum mit einem großen Dankes-Monolog in Richtung der eigenen Regierung. Das würde ich bei Deutschland sucht den Superstar auch gerne mal sehen, wie Dieter Bohlen unserer Kanzlerin und dem Außenminister dankt. Egal, die Teilnehmer sind große Klasse und sehen mit ihren ausladenden Hemdkragen teilweise aus, als ob sie direkt aus dem Studio 54 kommen würden. Ein toller Abend, der im Kreise unserer Safari-Gruppe mit einer Flasche Havanna Club am Malecon – der Uferpromenade von Havanna – endet.

Am nächsten Morgen steht für mich eine Rundfahrt durch Havanna auf dem Programm. Nachdem sich so viel tut und getan hat, möchte ich mich mal wieder updaten und Havanna quasi neu entdecken. Allerdings nicht auf irgendeiner Tour, sondern mit einem Oldtimer! Ganz genau. In einem aufpolierten, hervorragend gepflegten Oldtimer. Leider war kein Cabrio mehr für mich frei, allerdings ich bin auch so komplett begeistert von diesem nostalgischen Schmuckstück. Ich habe keine Ahnung von Autos, aber dieses Exemplar gefällt mir ausgesprochen gut. Das große Lenkrad, die federnden Sitze und die Geschwindigkeitsanzeige von links nach rechts – alles ist stilvoll gealtert und dabei trotzdem komplett würdevoll. Lediglich das USB-Kabel und der Duftbaum mit Geschmacksrichtung Bayside Breeze stören das Gesamtbild ein wenig.



Unsere Tour führt uns durch den Stadtteil Vedado. Dort sind die Grundstücke derzeit mit am teuersten, was man den Gebäuden problemlos ansehen kann. Wir cruisen ein wenig herum und es ist erstaunlich schwer die Stadt zu filmen, wenn das Auto selbst auf einer ebenen Straße ständig ein wenig wippt. Was soll’s, vermutlich muss das so sein. Auf dem Weg zurück in die Altstadt befindet sich der weltbekannte Platz der Revolution, den ich jedes Mal wieder ehrfürchtig bestaune. Es handelt sich um den größten, freien Platz in Havannas, der seine Berühmtheit den früher alljährlichen Ansprachen von Fidel Castro verdankt, die er hier vor über einer Million Menschen gehalten hat. Auffällig sind das über 100 Meter hohe José Martí Denkmal, der erste große Volksheld Cubas, und die beiden Bildnisse von Ernesto Che Guevara und Camilo Cienfuegos. Speziell jenes von Che Guevara wird immer fleißig fotografiert, schließlich ist er einer der bekanntesten Symbolfiguren der cubanischen Revolution. Er sieht aber auch einfach cool aus, das muss man so sagen. Bemerkenswert ist sein Satz „Hasta la Victoria Siempre“ (immer bis zum Sieg). Camilo Cienfuegos ist weit weniger bekannt, allerdings war und ist er bei den Cubanern sehr beliebt. Man sagt, er sei der einzige gewesen, dem es erlaubt war Che Guevara zu widersprechen. Was mich an der Stelle fasziniert, ist dass man nirgends Bilder oder Statuen von Fidel Castro sieht. Nirgends. Irgendwie erstaunlich, aber auch gleichzeitig sehr smart, wie ich finde. Er ist gefühlt immer präsent, aber ohne den Leuten hier durch nerviges zur-Schau-stellen auf den Nerv zu gehen. Das ist schon bemerkenswert, für eine solche Persönlichkeit dieses außergewöhnlichen Landes. Ich reihe mich schließlich in die Schar der Touristen ein und bekomme auch meine „must-have“-Bilder am beeindruckenden Plaza de la Revolución.



Nächster Stopp ist die Eisdiele Coppelia, ein Klassiker in Havanna. In dem 1966 gebauten und zu allen Seiten hin offenen Haus, haben bis zu 1.000 Kunden Platz. Am Sonntagnachmittag steht eine cubanische Familie hier schon mal ein paar Stunden an, um sich am Ende mit ein paar Eiskugeln in der Hand glücklich auf die nächste Parkbank zu setzen. Glücklicherweise gibt es genau an der Straßenkreuzung, wo die Schlange beginnt, einen Wifi-Spot – da fällt das Warten nicht ganz so schwer. Auch in Cuba haben die Kids Smartphones und checken mittlerweile ihre Instagram-Accounts. Dazu haben sie Frisuren wie Neymar und Christiano Ronaldo. Die Gegensätze aus alt und modern sind in Havanna so groß wie nirgendwo sonst. Ach ja, für Touristen gibt es einen extra Bereich in der Eisdiele Coppelia. Dort kostet das Eis ein bisschen mehr, dafür muss man so gut wie überhaupt nicht warten.



Das Finale einer jeden Tour ist die Altstadt von Havanna. Ich weiß noch genau, wie bisher in fast jedem Artikel über Cuba und Havanna der Ausdruck „morbider Charme“ verwendet wurde. Das trifft auch immer noch zu, allerdings nur noch auf die Seitenstraßen. Direkt im Zentrum, rund um den Parque Central, so etwas wie der Hauptplatz der Altstadt, wird überall gearbeitet, gehämmert und gemauert. Auf den Straßen liegt Schutt, weshalb die ohnehin schon schmalen Straßen noch schmäler werden. Einige unserer Transfers zu den Hotels können dadurch sogar gar nicht mehr planmäßig durchgeführt werden, weil bisher normale Straßen auf einmal zu Sackgassen oder Einbahnstraßen werden. Das neue Havanna entsteht. Und doch blitzt überall glücklicherweise noch das alte Havanna durch. So sehe ich beispielsweise Münztelefone, die in Deutschland definitiv museumstauglich wären. Oder auf dem Weg wenig später zum Flughafen steht auf einer fast eingefallenen Mauer „Socialismo o muerte“ geschrieben: Sozialismus oder Tod. Es bleibt abzuwarten, welche Wirkung die frischen Dollars auf das über Generationen gelebte System haben werden.




Havanna ist eine faszinierende Stadt, mehr denn je. Ich besuche Orte, an denen ich schon viele Male gewesen bin und die jetzt ganz anders aussehen und wirken. Das Haus direkt daneben sieht allerdings noch genauso aus wie früher. Mehr Kontrast geht nicht.

Unterm Strich muss man sagen, dass sich das Land im Wandel befindet, keine Frage. Noch reduziert sich das alles aber weitestgehend auf Havanna und ich vermute, das wird auch noch ein bisschen so bleiben. Das Geld ist noch nicht da, sprich es überschwemmt das Land noch nicht, es tröpfelt nur herein.

Mein 20ter Aufenthalt in Cuba geht zu Ende und ja, Cuba hat sich auf mich gefreut. Es hat mich wieder einmal mit offenen Armen empfangen und mir viele wertvolle Erlebnisse und Gefühle geschenkt. Ich habe ein unvergleichliches Tauchgebiet mit den Jardines de la Reina besucht. Maria la Gorda folgt einer langsamen, aber stetigen positiven Entwicklung. Und das Schönste ist, diese Erinnerungen kann mir keiner mehr nehmen, egal was in den kommenden Jahren passiert.

GRUPPENREISEN

Wie so oft in dieser Zeit des Jahres, möchten wir Ihnen gerne zwei Gruppenreisen für das nächste Jahr vorschlagen. Beide sehr besonders, beide sehr exklusiv. Die Ausschreibung für beide Reisen ist noch nicht ausgearbeitet, ganz einfach deshalb, weil wir versuchen möchten, ein bisschen auf Ihr Feedback einzugehen.

CUBA

Die eine Reise wäre nach Cuba. Natürlich. Wir hatten dieses Jahr bereits eine Gruppenreise nach Cuba und sie war ein großer Erfolg. Am Ende mussten wir sogar Interessenten absagen und aus diesem Grund soll es hier eine Fortsetzung geben. Geplant ist die von mir oben beschriebene Tour:

Flug nach Havanna

Transfer im Oldtimer nach Havanna

1 Nacht in Havanna / Hotel Presidente

Transfer nach Maria la Gorda

4 Nächte in Maria la Gorda mit 8 Tauchgängen

Transfer in das Tabakanbaugebiet von Vinales

1 Nacht Vinales

Transfer nach Havanna / Hotel Presidente

1 Nacht in Havanna

Transfer in die Jardines de la Reina

6 Nächte auf der Avalon I mit 15 Tauchgängen

Transfer nach Havanna

1 Nacht in Havanna  / Hotel NH Capri mit Stadttour durch Havanna im Oldtimer

Rückflug nach Deutschland

Maximale Teilnehmerzahl: 15

Ungefährer Termin: Ende Februar / Anfang März

Leistungen:

Flug ab Deutschland inklusive Flugsteuern

14 Nächte in Cuba (6 x Vollpension, 4 x Halbpension und 4 x Frühstück)

23 Tauchgänge

Nationalparkgebühren

Trinkgeld vor Ort für die Crew auf der Avalon I

Alle Transfers

Reisebegleitung Jan Thies (oder ein Nautilus Mitarbeiter)

Kosten: ca. € 5.589,– pro Person im Doppelzimmer zzgl. € 340,– Flugsteuern




NICARAGUA

Ich selber habe dieses wunderschöne Land im Dezember 2014 besucht und war begeistert. Es ist ein Abenteuer, denn das Land befindet sich noch in den touristischen Kinderschuhen. Man kann nur wenig planen und sollte auf alles vorbereitet sein. Aber genau das macht es so reizvoll. Die Tauchplätze sind unberührt und bewegen sich sicherlich auf karibischem Spitzenniveau. Trotzdem, man muss Einschränkungen in Kauf nehmen, das sollte jedem Teilnehmer bewusst sein. Und gerade deshalb ist eine Gruppenreise vielleicht auch eine gute Möglichkeit.

Geplant ist folgende Tour:

  • Flug in die USA
  • 1 Nacht in den USA
  • Flug nach Managua
  • 4 Nächte Rundreise nach Leon, Granada inklusive einem Vulkanbesuch
  • Flug nach Big Corn Island und Bootstransfer nach Little Corn Island
  • 7 Nächte Little Corn Island im Los Delfines mit 12 Tauchgängen
  • Bootstransfer nach Big Corn Island
  • 2 Nächte Big Corn Island mit einer Tagesausfahrten zum besten Tauchspot der Region (Blowing Rock)
  • Flug nach Managua
  • 1 Nacht in Managua
  • Flug über die USA zurück nach Deutschland
  • Maximale Teilnehmerzahl: 12
  • Ungefährer Termin: Ende März / Anfang April

Leistungen:

  • Flug ab Deutschland inklusive Flugsteuern
  • 15 Nächte (14 x Frühstück, 1 x ohne Verpflegung in den USA)
  • 14 Tauchgänge
  • Rundreise mit Guide
  • Alle Transfers und alle Flüge
  • Reisebegleitung Jan Thies (oder ein Nautilus Mitarbeiter)
  • Kosten: ca. € 2.449,– pro Person im Doppelzimmer zzgl. € 440,– Flugsteuern


Diese beiden Reisen würden wir gerne ausschreiben. Die Termine sind noch offen, wobei es wie angegeben bereits eine ungefähre Planung gibt. Bei Interesse geben Sie uns einfach Bescheid und wir merken Sie für die entsprechende Reise vor bzw. versuchen auf Ihre Wünsche einzugehen.

Und damit möchte ich auch gerne zum Ende kommen, ich habe vermutlich ohnehin wieder einmal viel zu viel geschrieben. Allerdings war es für mich eine spannende Reise, zum einen emotional, denn Cuba liegt mir einfach sehr am Herzen, und zum anderen auch aus Interesse, denn die Zeichen der Zeit muss man schließlich immer beachten.

Sollten Sie Fragen, Meinungen, Kritik oder Anregungen haben, freue ich mich wie immer sehr über Ihr Feedback.

Ansonsten wünsche ich Ihnen einen schönen Restsommer, in München steht ja die Wiesn, also das Oktoberfest, bevor, was immer eine prima Jahreszeit ist.

Alles Gute und herzliche Grüße

Ihr / Euer

Jan Thies

Geschäftsführer

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Cuba / Jardines de la Reina & Havanna http://nautilus-tauchreisen.de/reise-nach-cuba-vom-13-22-5-2016/ Tue, 24 May 2016 11:23:06 +0000 http://nautilustauchreisen.de/?p=33632

Hallo Herren

Rene Seifert und Jan Thies,

wir sind zurück. Es hat alles so funktioniert, wie von Ihnen geplant und vorbereitet.
Möchte ein Statement abgeben, das Sie,wenn es gewollt ist, von Ihnen nach belieben verwendet werden kann.
Flug und Transfer vom und zum Flughafen bzw. Hotel in Havanna: einwandfrei und zeitlich hat es gepasst: wir haben die Oldtimer ( Baujahr 1950 – 1958) offen oder mit Verdeck sehr genossen. Frau Garcia (Anmerkung Nautilus: unsere Reiseleitung) war sehr zuvorkommend – allerdings haben wir sie außer der Reihe nicht gebraucht. Wir haben nur wegen des Rücktransfers auf dem Telefon ( mobil) den Kontakt gesucht. Auskunft alles okay. Bitte sagen Sie es ihr weiter.
Hotel PRESIDENTE – organisatorisch hat es funktioniert, ansonsten war es sehr voll und das Frühstück … durch die vielen Leute .. na ja !! Allerdings waren wir sehr verwöhnt von der TORTUGA. Dazu später etwas mehr. Wir beurteilen das bei unserer Reise aber nicht über ! Nur für Ihre künftigen Kunden.

Transfer zur TORTUGA: sehr interessant, weil man bei der rund sechs stündigen Busfahrt viel von der Landschaft, der Armut der Menschen,den Fortbewegungsmitteln wie Pferde mit Einachswagen, Futterschnitt mit der Machete, alte Autos und Motorräder , pflügen noch mit,Ochsen, also quasi von Hand usw.zu sehen bekam.
Am größten waren die Eindrücke im Hafen von JACARO wo wir dann auf das Schiff gingen. Überfahrt rund drei Stunden. Meer freundlich ruhig. Sehr heiß.

Dann Aufenhalt auf der TORTUGA und im Tauchgebiet – deshalb haben wir die ganze Reise angetreten:
Die Leute von der Hotelcrew waren sehr nett und jederzeit zuvorkommend. Das Frühstück, der Lunch und das Dinner waren erstklassig. Warmes Tuch nach dem Tauchen und zum Schluss einen leichten Mojito .. prima. Die Zwischenaufenthalte am Strand …voller Tiere wie Iguanas, Einsiedlerkrebse,Nutrias … und auch der schwarze Falke fehlte nicht ebenso auf der rasanten Fahrt durch die Mangroven die Pelikane, Reiher, Kormorane u.v. mehr.
Unter und über Wasser : ein gut tauchende und hilfsbereite guidecrew …viele viele Haie (vorwiegend Karibik Riffhaie in reifer Größe, seltener die Seidenhaie, Ammenhaie und Zitronenhaie). Bei der „Fütterung“ konnte man die ausgefallenen Haifischzähne auffangen bzw. -sammeln. Riesige Grouper, große Schwärme von sehr großen Tarpons , Stachelrochen, Adlerrochen,Muränen, Lobster und .. .. natürlich viele bunte Fische. Die Sicht war nicht immer top, lag aber an der Jahreszeit. Strömung keine oder beherrschbar. Es heißt ja Tauchsport. Unsere Meinung : ein hotspot für Taucher.
Ein highlight war der Schnorchelaufenhalt in den Mangroven mit Krokodilkontakt… nicht sehr groß, so 1 – 1,50 m lang … aber Zähne hatten diese auch…ein ganzes Maul voll.

Die Großen sahen wir dann bei der TORTUGA und zwar Tita und Franco. Letzerer war wohl ausgewachsen und über 3,5 m lang. Sie waren die abendlichen „Wachhunde“ im Areal des Hotelschiffes. Oder warteten sie auf die ungegessenen übrigen Hühnerschlegel ?? Wir denken letzteres … Vielleicht wollten sie auch nur gefilmt und fotografiert werden.
Rückfahrten mit Boot, Bus und so weiter verliefen planmäßig.

Übrigens wir waren: 8 Amerikaner ( Kalifornien, Miami, Texas, Washington DC) –  4 nur zum Fischen dort, 2 Australier (Perth), 2 Engländer, 2 Belgier(Lüttich), 1 Brasilianer ( Nähe Sao Paolo), 1 Franzose und wir beiden Deutschen ( Nähe Stuttgart – besser black forrest).

Wir hatten dann noch zwei Nächte und rund zwei Tage in Havanna oder besser gesagt La Habana.  Nach unserem Schrittzähler im handy ( eigentlich Blödsinn) : sind wir 20 km zu Fuß u.a. im Museumsviertel unterwegs gewesen. Die Strecke zwischen Hotel und Altstadt …natürlich nicht zu Fuß, sondern mit den Oldtimer-Taxis .. jedes mal ein anderes. Nicht ganz billig,aber immer ein Erlebnis und vor allem besser als zu Fuß.

Als Verantwortliche unserer Freiwilligen Feuerwehren hier bei uns im Wohnort : Begegnung mit der Berufsfeuerwehr von Havanna. Alle Fahrzeuge waren auf einem Platz in der Altstadt aufgefahren zur Werbung und als Andenken an im Einsatz umgekommene Feuerwehrleute.. Unser Herz schlug auch dabei schneller .. !! Wir haben schnell Kontakt gefunden mit Einsatz- und Ausbildungsfotos unserer Feuerwehren auf dem handy.

Havanna hat viel zu bieten. Das Altstadt- und Museumsviertel ist was besonderes. Die sehr große Hitze ließ uns immer wieder zur Erfrischung (Klimaanlagen und Getränke) in Hotels „flüchten“. Obwohl Nichtraucher( ehemalige Raucher) : eine Havanna musste  auch noch sein.man will ja was erzählen können. Deshalb können wir auch die eingangs erwähnte Einschätzung zum Hotel etwas untermauern.

Natürlich fehlte der Besuch in einer der Bars von Ernest Hemingway auch nicht. Gehaltvolle mojitos und lifemusik durch eine kubanische Gruppe machten das ganze authentisch und mich ganz leicht betrunken ….
Rückflug usw. … ohne Probleme , halt die übliche Tortur mit den langen Flugzeiten. Aber wie gesagt,wir wollten das so.
Wir bedanken uns ausdrücklich bei Ihnen /Euch. Wir fühlten uns gut beraten, gut gebucht, gut mit Infos versorgt.Wir bleiben gerne Kunden von Nautilus Tauchreisen GmBH.
Wir hatten ein tolles Ziel,einen besonderen hotspot und ein Land, das wahrscheinlich in 5 – 10 Jahren nicht mehr so sein wird wie wir es erleben durften.
Vielen Dank

Euer
Eberhard F.
und
Peter S.

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